Der Stand-Einstand am Strand – auf dem Biedermeier-Strandfest in Hayna

Noch beim WGT-Bericht schrub ich etwas von „neuen Erfahrungen“ – und hier ist gleich die nächste davon – nach knapp drei Jahren des selbstständigen Gewerbes in online-Form, zog es mich und mein Zeitreisendes Nähkästchen glatt mal in die freie Wildbahn. So ganz offline (in jeglicher Hinsicht) und – oh Grauen – unter Menschen!

Was das wohl werden würde, und überhaupt … man macht sich da im Vorfeld viele Gedanken, auch darüber was man mitnehmen könnte, wägt neue Sachen zum Verkauf ab und stürzt sich voller Tatendrang in die Produktion derselbigen.

Schleifchen ... Bild: Hester Thomas Photography

Schleifchen …
Bild: Hester Thomas Photography

Schon beim Online-Verkauf ist es bisweilen schwierig abzuschätzen, was die Leute so haben wollen, und tatsächlich ist es – je nach Plattform – ganz unterschiedlich. Nach dem Einen dreht sich auf DaWanda keiner auch nur ein zweites Mal um, und auf Etsy beispielsweise, verkauft man genau davon haufenweise … also abzuschätzen wie sich sowas im wahren Leben verhält, ist noch komplizierter …

Annette und ich hatten uns schon ein paarmal über einen Feldversuch mit eigenem Stand unterhalten, unter Anderem hatten wir den wunsiedlerischen Mittelaltermarkt „Collis Clamat“ schon im Auge, aber auch das „Victorian Village“ im Panometer zum WGT. Da sowas aber einiges an Vorlaufzeit braucht, kam es bislang nicht dazu – bis uns Birgit vom „Haynaer Strandverein“ fragte, ob wir Bock hätten, dort mit einem solchen Stand vertreten zu sein. Birgit kennen wir beide aus dem Kostümkram-Forum, und später traf man sich auch zum WGT regelmässig wieder.

Und da wir uns nicht um Stand-Equipment kümmern mussten oder Stellplatz-Gebühr zahlen, war die Gelegenheit eigentlich perfekt, um das Vorhaben „Offline-Verkaufen am eigenen Stand“ mal vorsichtig zu beschnuppern.

Der erse STand - fertig aufgebaut, jetzt müssen nur noch die Leute kommen. Bild: Florian Zwiener

Der erste Stand – fertig aufgebaut, jetzt müssen nur noch die Leute kommen.
Bild: Florian Zwiener

Soweit sogut, die Denkmurmel kochte ein wenig, auf der Suche nach Sachen, die sich hoffentlich gut verkaufen würden. Dabei spuckte die Nähkästchen-Werkstatt noch ein paar Hütchen und Fascinators aus, für die Jungs gab es Fliegen und Hals-Schleifen aus Jaquard und Seide, neue Blumen-Haarreifen und Kameen-Schmuck für die Damen, Mini-Capes und Rüschenkrägen wurden eingeplant und Frau Mutter beteiligte sich mit der Herstellung einiger gehäkelter Spitzen-Halsbänder.

Nur die schon zugeschnittenen und halb genähten „Unterbuxen“, a.k.a victorianische, lange Unterhosen, wollten partout nicht mehr fertig werden. Dann halt nächstesmal.

Hayna – das ist bei Leipzig, etwa 20 Autominuten stadtauswärts, und der besagte Biedermeierstrand am Schladitzer See. Da stellte sich dann plötzlich die Frage, wie hinkommen – zumindest nach Leipzig, wo Annette und Hester mir wieder einmal das Dach über dem Kopf anboten – wenn man haufenweise Hütchen und Dinge hat, aber kein Auto – Victoria fiel dann aus wegen einem Schaden an ihrem Auto, also musste ich mir was einfallen lassen.

Ein Teil der Nähkästchen-Auslage Bild: Hester Thomas Photography

Ein Teil der Nähkästchen-Auslage
Bild: Hester Thomas Photography

Montags vor dem Strandfest wurde also die Ware aus dem Lager der stahl’schen Werkstatt geräumt, katalogisiert und mit Preisschildchen versehen, und schließlich von meiner Versandabteilung – a.k.a Frau Mutter – fachgerecht in eine große Kiste verpackt, die sich dann erstmal allein auf den Weg gen Leipzig machen musste.

Mit etwas feuchten Handflächen beobachtete ich die Sendungsverfolgung – nachdem unsere gelben Freunde bei einer Lieferung zuvor schonmal richtig Mist gebaut hatte, war ich da etwas nervös, doch alles ging planmässig und die Kiste kam ganz und rechtzeitig da an wo sie hinsollte.

Es wurde also noch Kleinkram fertiggemacht, Dekoration gebastelt, ein kleiner Katalog mit Kleidern aus dem Nähkästchen gedruckt – immerhin war ich die Wochen zuvor auf Fotoshootings unterwegs, bei denen ich Kleider von mir dabei hatte, die die Damen nur zu gern vor der Kamera präsentierten, da gab es viel tolles neues Bildmaterial zu zeigen. Dinge erledigt, sich Gedanken gemacht und allgemein im Kreis gerannt. Naja, so ein „erstes Mal“ macht einen dann schon etwas nervös …

Freitag vormittag dann befüllte ich mein Köfferli mit der restlichen Ware, Dekorationsmaterial und passender Kleidung, stülpte mir meine Melone auf den Kopf und machte mich auf, per Zug gen Leipzig zu rollen.

Wir treffen alte Bekannte aus dem "grünen Forum" wieder - die Welt ist eben klein ;)

Wir treffen alte Bekannte aus dem „grünen Forum“ wieder – die Welt ist eben klein 😉

Versehentlich machte ich mich in dem Wagen breit, der in Gera stehengelassen werden sollte, und hechtete dann dort eiligst in den der weiterfahren wollte – der erwies sich als noch voller als der andere. Ich ignorierte also stoisch die Bierfahne sowie unerträgliche Musik, die beständig von meinem Nachbarn mit der tiefergelegten Hose,  zu mir hinüberwehte, und war gen 17:06 Uhr froh, aus dem Zug wieder an die frische Luft zu kommen.

Die Abendgestaltung blieb dann gemütlich, mit Animes und Katzen-flauschen.

Absinth-farbene Ohrringe Bild: Hester Thomas Photography

Absinth-farbene Ohrringe
Bild: Hester Thomas Photography

Am nächsten Tag brachen wir zeitig gen Hayna auf – der MDR wollte filmen, obwohl das Fest erst gen 15:00 Uhr losgehen sollte, fingen wir um 10:00 Uhr früh schon an, alles aufzubauen. Annettes kleines Auto war voll mit unseren Verkaufs-Sachen, irgendwie schafften wir es aber, die großen Kisten alle unterzukriegen. Ich war etwas müde, als nachtaktiver Mensch, der vormittags meist noch nicht zu einem geraden Gedankengang fähig ist, war es eine Herausforderung, auf den bereitgestellten Biertischen unter dem grünen Pavillion, eine ansehnliche Auslage mit den mitgebrachten Dingen zu fabrizieren. Dazu wollte der Wind uns persönlich ärgern – mehrere Male rannten wir unseren Artikeln hinterher, bis Hester genügend Steine am Ufer gesammelt hatte, um alles halbwegs windsicher auf dem Tisch festzunageln.

Live-Sendung vom Strand - den Link zum Beitrag gibts weiter unten. Bild: Florian Zwiener

Live-Sendung vom Strand – den Link zum Beitrag gibts weiter unten.
Bild: Florian Zwiener

Und kaum stand alles, kam schon der erste – ein älterer Herr mit Fahrrad stoppte, schaute- und hängte mir ein schier endloses Gespräch an. Ich weiß nicht woran es liegt, aber irgendwie landen sie alle bei mir – egal ob man nach Parkplätzen sucht, Programmauskunft wünscht, Annette einen Fuchsschwanz abkaufen möchte oder die Schuhgröße des durchschnittlichen, europäischen Sumpfhuhnes zu wissen wünscht – man frägt erstmal mich.

Der erste Verkauf ging dann an Annette, die im Auftrag ihrer Firma kleinere und auch ein paar größere Dinge aus Leder und Pelz dabei hatte, ich musste noch ein wenig warten, die meisten Leute waren auf Verkäufer garnicht eingestellt und hatten lediglich genug Geld für Eintritt, Kaffee und Kuchen bei sich, da blieb mir nur übrig, meine Flyer zu verteilen und auf meine Online-Shops bei Etsy, DaWanda und Palundu hinzuweisen.

Derweil auf der überdachten Bühne - Oliver Twist Bild: Florian Zwiener

Derweil auf der überdachten Bühne – Oliver Twist
Bild: Florian Zwiener

Interessant aber war, wie präsent das WGT in Leipzig auch unter dem Jahr ist, viele merkten an, mit meinen Sachen könne man sich ja aufs WGT wagen, andere gingen durchaus selbst hin, und schleichten, trotz der Beteuerung, eigentlich schon genug schwarze Dinge zu besitzen, um meine Auslagen herum. Eine freundliche, ältere Dame erzählte von ihrer elfjährigen Enkelin, die schon begeisterter „Gotik-Fan“ wäre, und ihr Taschengeld in passenden Kleidern und Schmuck anlegte, wenn sie nicht gerade Mangas las und Animes guckte. Die Dame fotografierte einige meiner Fascinators und schickte das postwendend weiter.

Während der Aufführung von „Oliver Twist“ auf der Bühne am Biedermeierstrand, wurde es sehr ruhig an den Ständen. Annette und Hester stärkten sich mit Kuchen von der gegenüber gelegenen „längsten Sammeltassenkaffeetafel“ – die wirklich sehr schön aufgezogen war, mit schöner Bestuhlung und lauter einzelnen Exemplaren besagter Sammeltassen. Im Gegensatz zu den Damen, die vom beständigen Blick auf den Kuchen, vom süßen Essen nicht genug kriegen konnten, führte das bei mir eher dazu, daß ich Hunger auf eine anständige „Worschdsemml“ bekam, doch auch der Imbiß-Stand etwas weiter unten, hatte nicht das was ich mir unter einer gepflegten „Worschdsemml“ so vorstellte.

Annette und Adrian am Stand

Annette und Adrian am Stand  Bild: Florian Zwiener

Dann war das Theaterstück auch schon aus, und endlich strömten wieder Leute an den Ständen vorbei – die freundliche ältere Dame mit ihrer Gotik-Fan-Enkelin kam nochmal vorbei und kaufte mir einen schwarz-silbernen Fascinator als Mitbringsel für die Kleine ab.

Ich wurde eine rote Jaquard-Schleife und ein paar Ohrringe los und freute mich über meine ersten Verkäufe.

Und dann war es bereits Zeit, alles wegzupacken. Nicht ohne die Nachzügler, die trotz allem noch zum schauen kommen wollen, aber das kennt man auch von der „anderen Seite“ gut genug – wenn man selbst gerade in den Einpackvorgang bei Märkten reinplatzt, aber noch was interessantes sieht.

Annette hat auch viele tolle Sachen dabei.

Annette hat auch viele tolle Sachen dabei.

Recht zügig war alles verstaut und in Annettes „Rennsemmel“ untergebracht, der letzte Programmpunkt des Abends war dann der „Biedermeier-Gesellschaftsball“, den Iris anleitete. Die Damen wechselten von schlichter bürgerlicher Kleidung auf farbenfrohere Abendgewänder, und dann ging es erstmal Richtung Ufer für ein paar gestellte Tanz-Bilder, bevor die eigentliche Action losging.

Historische Tänze sind nicht immer sonderlich schweißtreibend, doch gerade gen Ende des etwa zweieinhalb-stündigen Ball-Betriebes, packte Iris ein paar ziemlich schnelle Dinger mit reichlich Hüpferei aus, bei der nicht nur mir richtig warm wurde – eine dumme Bewegung später erinnerte ich mich wieder etwas unangenehm daran, daß ich mir einige Tage zuvor einen Muskel im Oberschenkel verrissen hatte … aber so mitten im Tanz bleibt einem dann auch nichts anderes übrig als Arschbacken zusammenkneifen und einfach weitermachen – ausserdem waren die flotteren Tänze viel zu spaßig, um dann wegen sowas aufzuhören 😉

Der Biedermeier-Ball Bild: Florian Zwiener

Der Biedermeier-Ball
Bild: Florian Zwiener

Der Ball wurde im Inneren des Bühnen-Pavillions abgehalten. Ein wirklich sehr liebevoller und detailreicher Bau mit Holz-Häuschen für alles notwendige. Als Kulisse hat man im Hintergrund den Schladitzer See – besonders bei Sonnenuntergang gibt das einen besonders malerischen Anblick ab. Daß sich der Strandverein damit richtig viel Mühe gegeben hat, sieht man auf den ersten Blick.

Gegen 22:00 Uhr kamen wir dann wieder bei Annette an, ließen die Kisten für den nächsten Tag natürlich gleich im Auto, und hauten uns wenig später dann auch aufs Ohr.

Da wir am Sonntag  nicht so früh vor Ort sein mussten, schliefen wir aus, machten frühstück und warfen uns dann gemütlich in Schale. Ich hielt mich ein wenig britisch – mit Melone, Kniebundhose und Kniestrümpfen, samstags noch schwarzweiß-geringelt, am Sonntag aber stilecht mit Rautenmuster 😀 – Annette und Hester trugen ihre bezaubernden, gestreiften Empire-Roben, sonntags blieb Hester daheim und Susi von „Cupid und Psyche“ schloß sich uns an – in einem sehr schönen Hausmädchen-Gewand.

Die schön aufgemachte Kaffeetafel mit den Sammeltassen. Bild: Florian Zwiener

Die schön aufgemachte Kaffeetafel mit den Sammeltassen.
Bild: Florian Zwiener

Der Stand war zügiger aufgebaut, wir wussten ja schon in etwa was wir wo hinlegen wollten. Annette bekam dann auch bald einen begeisterten Stamm-Kunden, der erst ausgiebig alle Pelz-Bommeln untersuchte, und schließlich die Waschbären-Pfote fand – ganz zum Mißfallen seiner Mutter …

Die gab schließlich dann doch nach, was dazu führte daß bald der ganze Festplatz von seiner neuen Errungenschaft wusste 😉 .

Bei mir gingen noch einige Ohrringe mit Kameen über den Ladentisch, ansonsten fiel der zweite Tag deutlich umsatz-ärmer aus. Wie vorher schon erwähnt, waren viele Leute einfach nicht auf die Anwesenheit von Ständen gefasst – was aber kein großes Problem war, denn beim ersten Stand kann mans ruhig angehen lassen, und ich werde beim nächsten mal auch ein paar andere Dinge mitnehmen, mehr als einmal wurde ich beispielsweise nach weißen, historischen Häubchen gefragt – die ich tatsächlich bei den Vorbereitungen noch in Betracht gezogen hatte, aber dann – entschied ich mich anders. Wie ebenfalls gesagt, ist es nicht einfach, einzuschätzen, was gefragt ist und was nicht, wenn man das Publikum so garnicht kennt.

Die längste Sammeltassenkaffeetafel Bild: Florian Zwiener

Die längste Sammeltassenkaffeetafel
Bild: Florian Zwiener

 

Ein paar Auftrags-Anfragen habe ich noch mitgenommen – ein Glück daß ich wenigstens noch daran gedacht hatte, meine Maßbänder einzustecken, denn für ein Korsett konnte ich vor Ort dann schonmal Maße mitnehmen.

Und so ging auch das Strandfest zuende, und wir packten das letzte Mal ein.

Die Pavillions wurden abgebaut und alle halfen zusammen, die Biertische noch wegzuräumen – schnell wurde es dann leer. Wir plauderten noch mit Iris und ihrem Mann, begutachteten noch das eigens eingerichtete „Biedermeier-Zimmer“ und verabschiedeten uns dann.

Das Biedermeier-Zimmer - mit originalen Möbeln hergerichtet. Bild: Florian Zwiener

Das Biedermeier-Zimmer – mit originalen Möbeln hergerichtet.
Bild: Florian Zwiener

Da es zu spät war, sich am Sonntag abend noch auf die Heimreise zu machen, blieb ich noch einen Tag, Annette und Hester mussten zwar montags arbeiten, aber das war kein großes Problem, Annette lies mir den Schlüssel da, also schlief ich aus, packte meine Kiste nochmal ordentlich und meinen Koffer, flauschte die Katzen ausgiebigst durch (bei dem Kampfschmus-Kater hatte ich auch keine andere Wahl) und begab mich dann nochmal gen Innenstadt. So ganz ohne WGT-Trubel, mal gemütlich etwas die Läden begutachten. Doch das WGT ist ja nie weit weg in Leipzig, der erste Laden erregte nur durch einige schwarze Teile mit Nietenbehang meine Aufmerksamkeit, ansonsten wäre der Damen-Bekleidungsladen links liegen geblieben. Und tatsächlich – an einer Wand hingen ausgeblichene Bilder von vergangenen WGTs, und die Werbung für WGT-Ansichtskarten. Alles dekoriert mit Nietengürteln und diversem metallhaltigen Leder-Schmuck. Eine schwarzgekleidete Dame probierte sich auch gerade durch das Angebot an der Wand, für mich persönlich aber blieb es beim gucken, eine Jungs-Abteilung gab es nicht 😉

Fasinators

Fascinators

 

Ein paar Läden weiter – hauptsächlich Stoff-Läden  und der Saturn am Hauptbahnhof, holte ich mir an letzterem noch eine Sushi-Box und machte mich auf den Rückweg. Mii-tan, der Kampfschmuser rammte mir beim Sojasoße-in-die-Schale-kippen den Kopf so überraschend in den Rücken daß ich die Wohnzimmertisch-Auflage unwillkürlich mit ein paar Flecken dekorierte. Ich habe ihm aber nichts von meinem Fisch abgegeben, dafür gabs hinterher nochmal ausgiebige Flauschs, die dann von Annettes Rückkehr unterbrochen wurden.

Wir haben uns dann die MDR-Sendung zum Haynaer Strandfest in der Mediathek angesehen – komisch daß man auch da das WGT erwähnte, obwohl das ja nun absolut nichts damit zu tun hatte – dann luden wir die frisch gepackte Kiste ein, stoppten bei einer naheliegenden Post-Stelle, und etwas knapp aber noch rechtzeitig quetschte ich mich in den Zug heimwärts, in dem die Leute bei meiner Ankunft schon wie die Ölsardinen im Gang stramm standen. Und dann verputzte ein langhaariger Typ mit verbeulten Strohhut auch noch sage und schreibe drei (!) Subway-Sandwiches mit extra viel Zwiebeln drauf im Durchgang, kurz nach der Abfahrt …

Mehr Ohrring-Details - diese sind noch nicht verkauft worden bislang ;) Bild: Hester Thomas Photography

Mehr Ohrring-Details – diese sind noch nicht verkauft worden bislang 😉
Bild: Hester Thomas Photography

Zwei Haltestellen weiter stand ein älteres Paar auf und bot mir einen ihrer Sitzplätze an. In dem Fall nahm ich gerne an und war froh etwas im Frischluft-Durchzug zu sitzen, da mir Eau de menschliche Ausdünstung in dem Moment dann wirklich zu viel war. Und so rollte ich doch noch ganz entspannt wieder in Hof ein.

Und so ging das Abenteuer des ersten eigenen Standes zu Ende.

Verkauft habe ich nicht viel, aber das macht nichts. Leipzig ist immer einen Ausflug wert, auch weil da Annette und Hester wohnen, und ich bekanntlich die zwei unglaublich gerne hab.

Zum Strandfest komme ich auch nächstes Jahr gerne wieder, die Örtlichkeit ist richtig schön, und die Leute dort sind herzlich und voll dabei, und für historische Tänze kann man mich eh immer begeistern. Die Besucher dürften jetzt ja vorgewarnt sein, und jeder weiß sicher auch, was man beim nächsten mal vielleicht etwas anders angehen könnte. Ich werde auch jeden Fall selbst Werbung dafür machen – ich war zu beschäftigt um mich darum auch noch zu kümmern – und vielleicht mal in die Runde fragen, ob es spezielle Wünsche gibt. Vielleicht auch ein wenig passender zum Thema „Biedermeier“ einige Kleinteile herstellen.

Und damit bin ich nun gespannt was sich generell in Sachen „Stand in echt und überhaupt“ so noch tun wird – geplant ist einmal auf dem kommenden WGT im Victorian Village entsprechend anwesend zu sein, sollte es dazu kommen, werde ich diesmal rechtzeitig die Werbetrommel rühren, und auch hier gilt – wer da sein wird und bestimmte Wünsche hat – die dürfen sehr gerne auch jetzt schon genannt werden!

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Goth on the rocks – das WGT2016

Eine neue Erfahrung ist immer gut zur eigenen Horizonterweiterung und kann oftmals interessante neue Blickwinkel geben, nach 10 Jahren WGT, bei dem im letzten Jahr die Erfahrung „ein Pfingsten ohne das WGT“ erfolgte und als nicht wiederholungswürdig eingestuft wurde, gab es heuer das Experiment „WGT ohne Bändchen“.

Genau das.

Genau das.

Inwiefern man das als Empfehlenswert einstufen kann, zeigt die intensive Versuchsauswertung, deren Bericht ich an dieser Stelle für alle zugänglich machen möchte, damit kann jeder seine Schlußfolgerungen ziehen und gerne in Form eines Kommentars unter das hier vorliegende Versuchsprotokoll setzen.

Die erste Aufgabenstellung war – wie komme ich nach Leipzig. Da meine langjährige Reisegefährtin Victoria heuer ausfiel und ein eigenes Auto nur bedingt vorhanden ist, gab des da die Option „Zug“, welche sich nach dem diesjährigen Ausflug zur Buchmesse als erstaunlich angenehm herausstellte, dennoch gab es da das Problem „Gepäck“, das zum WGT ja bekanntlich doch etwas unhandlicher ausfällt. Zum Glück kennt man ja doch ein paar Leute, und so meldete sich auf meinen Hilferuf eine weitere Victoria, die mit ihrem Mann von Augsburg zum WGT anreiste und Platz für mich samt Gepäck hatte. An der A9 wurde ich aufgelesen und in zügigen und angenehm verquatschten anderhalb Stunden befanden wir uns auch bereits im Landeanflug auf die Grufti-Hauptstadt.

Unsere Route führte uns am Belantis vorbei, wo heuer die Eröffnungsveranstaltung stattfinden sollte, erstaunt und auch etwas entsetzt beobachteten wir da Massen, die den Platz vor dem Freizeitpark tiefschwarz einfärbten.

Am Bahnhof wurde ich abgesetzt und ein paar Meter weiter von Annette eingesammelt – alles erstaunlich perfekt und reibungslos. Faszinierend.

Der Donnerstag-Abend wurde dann traditionsgemäß mit dem Tanz auf der Wiese beim Parkschloß, veranstaltet von der Blauen Stunde, schön stimmungsvoll und gemütlich angegangen. Es war deutlich weniger los als in den Vorjahren, woran womöglich das Wetter und die Belantis-Veranstaltung Schuld gewesen sein mögen. Wir können nur spekulieren …

Entsprechend wenig bekannte Gesichter fanden wir, Dani, eine auch schon recht langjährige WGT-Freundin gesellte sich zu uns und Kathi, eine der jüngeren Spontis-Leserinnen, kam dann auch auf ein kleines Gespräch zu uns auf die Decke.

Gegen 1 Uhr trieb uns die Kälte und die Müdigkeit dann erstmal nach Hause.

Tage bei Annette und Hester fangen immer mit einem laut schnurrenden, schmusewütigen Kater an, und so rammte mir der feline Mitbewohner der beiden erstmal genüsslich den Kopf zwischen die Rippen, um sich von oben bis unten durchflauschen zu lassen. Auch der Prozess des Anziehens wird immer wieder mal katzbotiert, bevorzugt kurz nachdem man sich das Samt-Beinkleid an den Allerwerstesten gezogen hat, dann ist das in einem so unerträglich frischen Zustand daß man durch intensives Anschmusen erstmal gleichmässig Haare überall darauf verteilen muss.

Flausch mich!

Flausch mich!

Wir zogen zeitig los um zu einem Treffen am Panometer, wo heuer zum zweiten Mal das „Victorian Village“ stattfand, zu gelangen. Das „victorianische Dorf“ ist seit dem letzten Jahr quasi die weiterführende Veranstaltung des vormaligen victorianischen Picknicks, das auch ich durch den starken Andrang von Zaungästen und fotowütigen Zeitgenossen leider zunehmend ungemütlich fand. Das Picknick blieb dennoch ein Selbstläufer und findet wie gewohnt an alter Stelle statt, das Interesse, sich den Rudel-Abschuß anzutun war aber auch heuer genauso groß wie in den Jahren davor, daher war ich auf das Panometer gespannt.

Vor dem Victorian Village fand dann erstmal das „Lolita Treffen“ statt – eigentlich ist das ja nun nicht gerade mein persönliches Interessengebiet, und nein, natürlich wird der Adrian auf seine alten Tage jetzt nicht ganz wunderlich und fängt an, selbst kurze Rüschenkleidchen tragen zu wollen 😀 – Hester und Annette haben an dem Thema Gefallen gefunden, und ich halte das einfach nach dem Prinzip – immer schön neugierig bleiben und sich alles mal anschauen, vielleicht findet sich ja auch in dem Bereich ein neuer Kundenkreis, und wenn nicht, bestimmt einige nette Leute zum neu kennenlernen.

Lolita.Treffen am Panometer - und dazwischen lugt eine einsame Kalkleiste hervor ...

Lolita-Treffen am Panometer – und dazwischen lugt eine einsame Kalkleiste hervor …

Letztenendes war es so dann auch – ein paar meiner Flyer wanderten weiter und die anwesenden Mädels waren allesamt richtig nett und liebenswürdig. Ich habe versucht mich als männliches Gegenstück ein klein wenig anzupassen und klemmte mir für ein bisschen „Ouji-Style“* noch ein Krönchen schräg ins weiße Zweithaar. Das mit dem Kalk im Gesicht hätte ich zur Not auch ganz japanisch als „Shiro nuri“** verkaufen können – also, hätte jemand ob meiner Erscheinung komisch geguckt. Hat aber keiner.
Ganz im Gegenteil.

Im Panometer angekommen.

Im Panometer angekommen.

Vor dem Panometer machten wir noch ein paar Erinnerungsbilder für uns, und wanderten dann geschlossen nach Innen. Dort löste sich die Gruppe aber auch schon weitestgehend wieder auf, mit ein paar anderen kam man hingegen noch ganz angeregt ins Gespräch.

Das Victorian Village gefiel uns allen richtig gut, nicht überlaufen und kein permanentes Blitzlichtgewitter. Man konnte recht gemütlich unter sich die Szenerie genießen und sich unterhalten, rings herum waren die Stände kleiner Designer und Kunsthandwerker aufgebaut, von denen einige auch teils schon langjährige Bekannte und nun Kollegen sind, sodaß man die eine oder andere Fachsimpelei austauschen konnte. Im nächsten Jahr werden Annette und auch ich voraussichtlich ebenfalls mit Stand dort vertreten sein – auch wenn es noch hin ist bis dort – ihr könnt gerne schonmal kund tun, was ihr so sehen wollen würdet, dann kann ich schonmal anfangen, ein paar Sachen dafür einzuplanen.

Füße auf dem Südfriedhof

Füße auf dem Südfriedhof

Danach verschlug es uns erstmal in die Innenstadt, beim DM die obligatorisch-vergessenen Nachlackier-Hilfsmittel besorgen, eine Kleinigkeit zu Beißen suchen (Bäcker-Pizza, keine Jungfrauen – auch wenn das jetzt enttäuschend sein mag 😉 ) und hausgemachten Eistee in der „Milchbar“ einfüllen. Die Programmzusammenstellung der Gruppe „WGT ohne Bändchen“ spuckte uns dann noch eine Führung mit Vortrag zu Fledermäusen auf dem Südfriedhof aus, also wechselte ich schnell von Pikes auf meine ausgelatschten Anzugtreter, da die ramponierten Füße wegen längerer Pikes-Abstinenz ein paar Einwände einzubringen hatten.

Hester und Annette gehen auf Tauchstation im Gras

Hester und Annette gehen auf Tauchstation im Gras

Zu besagter Führung fanden sich aber so viele Leute ein, daß man keine Chance hatte, mehr als nur ein gelegentliches „Fledermaus“ aus dem Stimmengewirr herauszuhören, wir beschlossen also, alleine noch ein wenig auf dem Südfriedhof herumzulaufen und die Chance zu nutzen, ein paar Bilder zu machen – immerhin ist Hester eine tolle Hobby-Photographin. Generell haben wir das Wochenende recht intensiv zum Bildermachen für uns genutzt.

Manch schönes Bild sieht aus einer anderen Perspektive reichlich albern aus ...

Manch schönes Bild sieht aus einer anderen Perspektive reichlich albern aus …

Gegen zehn Uhr erklärten wir den Freitag auch schon für beendet – also ungewöhnlich früh für so ein WGT, was irgendwo schade war, andererseits aber auch recht entspannt, ich nutzte die Gelegenheit, den Kalk besonders gründlich aus jeder Pore des Gesichtes herauszuschrubben – wenn man das sonst immer im Halbschlaf und völlig platt, nachts um halb vier machen muss, schätzt man die ausreichende Zeit dafür durchaus.

Wir sichteten also unsere Bilder-Ausbeute, quatschten noch ein wenig und stöberten in der Programmauflistung für die Bändchen-losen. Um Mitternacht lagen wir dann schon flach und schnarchten dem nächsten Tag entgegen.

Während das Freitagswetter noch nahezu ideale Bedingungen bot – also nicht zu kalt und nicht zu warm, und lediglich ein kurzer Regenschauer – zeigte sich der Samstag von einer besonders ekligen Seite. Aprilwetter mit Regen, ja sogar Graupel, naßkaltem Wind und definitiv zu tiefen Temperaturen.

ungruftiges Rumblödeln auf dem Spielplatz Bild von Steffi Baumann

ungruftiges Rumblödeln auf dem Spielplatz
Bild von Steffi Baumann

Unsere erste Anlaufstelle war eine Freundin von Annette und Hester, die von uns im Friedenspark ein paar Bilder machen wollte. Nachdem sowas irgendwann immer in Albernheiten ausartet, gabs erstmal eine Aufwärmrunde auf dem Spielplatz – irgendwo in meiner linken Pikes-Spitze müsste noch Sand sein …

Die Damen bekamen dann spontan Hunger auf Nudeln mit Käsesoße, also flüchteten wir in der Innenstadt zu einem italienischen Restaurant vor der Kälte und leiteten noch ein paar Freunde dorthin um.

Aufwärmen beim Italiener - mit Käse-Nudeln (die sind aber fotoscheu ;) )

Aufwärmen beim Italiener – mit Käse-Nudeln (die sind aber fotoscheu 😉 )

Um 16:00 Uhr wäre dann ein Konzert gewesen, welches als Nicht-Bändel-Besitzer besuchbar gewesen wäre, und da es sich um das Industrial-Urgestein namens „Test Dept.“ handelte, welches auch Dauergast auf Göttertanz-Playlists ist, hatten wir uns das eigentlich auch vorgenommen.

Eigentlich.

Wir hielten uns zu lange im Lokal auf, auch weil die Bedienung aufgrund des WGT-typischen Andrangs relativ zäh verlief und verpassten in alter Tradition eins der wenigen Konzerte auf dem Plan selbstredend haushoch. wir stellen also fest: auch ohne das Ticket schafft man Konzerte verpassen ganz ohne sich anzustrengen.

Die Abendgestaltung sollte dann im heidnischen Dorf stattfinden, auch mit einem Konzert – Estampie.

Ihr dürft raten.

Genau.

Diesmal war der Hinderungsgrund aber die Kälte und die immer wieder drohenden Regenschauer, wir flüchteten also durchgefroren nach Hause, und während Hester nochmal zu einer J-Rock Party weiterzog,  wärmte ich mich erstmal mittels ausgiebigsten Entkalkungs-Maßnahmen unter der heißen Dusche auf, warf einen Blick auf Facebook an Annettes Rechner (ich bin schließlich Mobilinternetverweigerer!), schickte noch ein paar Infos an Leute raus die ich die folgenden Tage noch treffen wollte, und sich trotz der Warnungen via Facebook gemeldet hatten.

Sonntag morgen – das Wetter wurde nicht viel besser, der Kater verteilte weiterhin fleißig Haare auf Ausgehklamotten und hat mich schon längst als dritten Dosenöffner akzeptiert – und die Damen beschlossen, hauptsächlich aufgrund des erstgenannten Umstandes, das von den beiden organisierte historische Tanzen im Park ausfallen zu lassen.

Die Regenschauer wurden zwar weniger, trotzdem ist so ein durchgefeuchteter Untergrund nicht grade Tanztauglich. Ich wechselte noch ein paar SMS mit einer Photographin die ich an diesem Tag treffen wollte, dann steuerten wir das Grassi-Museum an.

Vier frieren vor dem Grassi-Museum

Vier frieren vor dem Grassi-Museum

Vor dem Eingang tummelte sich schon eine schwarze Menge, zu der sich bald ein paar Bekannte von uns dazugesellten, die uns auch darüber aufklärten, daß der Auflauf die „Weinverkostung zum WGT“ war. Also, jeder brachte Wein mit, der dann gemeinschaftlich vor dem Museum vernichtet wurde.

Wir froren fleißig vor uns hin, während wir auf weitere Freunde warteten, auch meine Photographin lies dann nicht mehr zu lange auf sich warten, allerdings mussten wir erstmal vor einem Regenguß ins Innere des Museums flüchten, dort rannte ich nochmal in Freunde aus Bayreuth, man verquatschte sich bis das Wetter wieder besser wurde und wir uns in den anschließenden Johannispark für die geplanten Bilder bewegen konnten. Dort hatten wir dann Glück, für längere Zeit war der Himmel sogar wolkenfrei und der schwarze Pelz wärmte sich im Sonnenlicht endlich mal schön angenehm auf.

Im Grassi-Museum hing die Pfingstgeflüster-Ausstellung von Markus Rietzsch, auch von mir war eine der Aufnahmen aus den Vorjahren dabei, im ganzen Gewühl habe ich es selbst aber nicht mehr in die Ausstellung geschafft, also berichtete mir Hester, welches Bild von mir dort zu sehen war.

Nach der Bilder-Aktion waren wir aber trotz der Sonne wieder einmal durchgefroren, also suchten wir uns vier Wände mit Dach drüber und schlenderten durch die Ausstellung des Labels „Lucardis Feist“ im noblen Fürstenhof. Dort rauschte ich in eine weitere Bekannte und Kundin, dummerweise schlug da meine Gesichtsblindheit voll zu und ich stand erstmal komplett verwirrt vor ihr.

Wir run mal so, also wäre von oben nicht schon genug Wasser gekommen ...

Wir run mal so, also wäre von oben nicht schon genug Wasser gekommen …

Inzwischen bin ich zwar recht gut darin, meine Unfähigkeit, Leute zu erkennen, zu überspielen, bis im Gespräch dann genug Anhaltspunkte zu Wort kommen, an denen ich mein Gegenüber identifizieren kann – nur manchmal klappt das eben auch nicht … es tut mir wirklich fürchterlich leid, aber ich kann nichts dafür  – ich hoffe ihr nehmt es mir nicht übel.

Jedenfalls verabredeten wir uns noch für den folgenden Tag, warteten einen weiteren Regenguß im Hotel ab und wanderten dann los um etwas gegen das aufkommende, kollektive Magenknurren zu unternehmen.

Kurz vor der Innenstadt hüpften wir noch ein wenig Bilderschießend um ein paar Springbrunnen herum, und es kam wie es kommen musste – Passanten zückten die Handykameras und fragten einer nach dem anderen nach einem Bild. Naja, es nahm immerhin nicht überhand und man zeigte sich auch recht interessiert an der Szene und dem Ganzen, ein Mann fragte mich ausgiebigst, wie „wir“ uns organisieren, und wie das alles so abliefe, setzte dann noch hinzu daß es sicher auch toll sein müsse, wenn man sich dann einmal im Jahr so schön „verkleiden“ könne und dann aus dem Alltag so ausbrechen könne – wie zu erwarten erntete ich einen erstaunten Gesichtsaudruck auf meine Aussage hin, daß ich – wie viele andere aus der Szene eben auch – recht konsequent auch alltags schwarz trage, und eben auch ausserhalb des WGTs andere Veranstaltungen sind auf denen man sich trifft und Gelegenheit hat „etwas mehr“ als Alltagsüblich in die Malerkiste zu greifen – ohne daß man das aus Gründen der „Verkleidung“ tut, sondern eben weil es Teil der persönlichen Szene-Identifikation und Ausdrucksmittel ist.

Einen schönen Kommentar zu Kleidung und Verkleidung gibt es von Dunja Brill auf den MDR-Seiten zum WGT den man sich unbedingt in dem Zusammenhang mal anhören sollte.

Man könnte fast meinen, es wäre schönes Wetter gewesen.

Man könnte fast meinen, es wäre schönes Wetter gewesen.

Ich muss aber auch sagen daß ich, jetzt wo ich auch in der Cosplay-Szene (die natürlich garnichts mit WGT und Goth-Tum zu tun hat) ein wenig herumgegeistert bin, ein paar Ideen habe, woran diese Verkleidungs-Aussenwahrnehmung der Szene noch liegen könne (als Ergänzung vielleicht zu dem was ja schon länger Gegenstand der Diskussion ist) – doch dem werde ich dann einen eigenen Artikel widmen.
Dort gibt es nach Veranstaltungen nämlich ganz ähnliche Reaktionen wie „hat uns jemand photographiert, schickt uns bitte die Bilder!“ – nur der Umgang damit ist deutlich ein Anderer. Vielleicht verwechseln Aussenstehende beide Szenen auch gerne mal?

Doch weiter im Programm – fürs Essen-Fassen haben wir uns an diesem Tag für Sushi entschieden. Und damit gab es für dieses WGT ein weiteres Novum für mich – ich rationalisiere bei solchen Veranstaltungen die Nahrungsaufnahme oft so ziemlich weg, ich bin an sich kein Fan von Essen-Gehen, und wenns dann anders nicht mehr geht, inhaliert man eher schnell an einer Ecke etwas von einer Imbiß-Bude und verkriecht sich dabei in irgend ein dunkles Eck um sogut wie möglich dabei seine verdammte Ruhe zu haben.

Der Haufen in der Sushi-Bar - nur echt mit im Kreis fahrendem Essen!

Der Haufen in der Sushi-Bar – nur echt mit im Kreis fahrendem Essen!

Doch die schon angesprochene Kälte macht irgendwo drinnen sitzen einfach angenehmer, und ich bin inzwischen auch deutlich entspannter, ausserdem fielen durch das Nichtvorhandensein des Bändchens einige andere Ausgaben weg, eingekauft habe ich sowieso nur eine David Bowie-Kachel im „Victorian Village“, da kann man sich dann auch an anderer Stelle mal was gönnen.

Ich war noch nie in einem Sushi-Restaurant in dem das Essen auf mittig platziertem Förderband an den Gästen vorbeizieht. Wir bestellten also asiatischen, hausgemachten Eistee und legten dann los. Es war tatsächlich ziemlich lustig und sollte definitiv wiederholt werden, wir waren alle viere am Ende auf rollbarem Niveau voll mit Sushi und anderem asiatischen Essen, daß es nicht schaffte, schnell genug an uns vorbeizufahren.

eine Miso-Suppe passt noch irgendwie rein ...

eine Miso-Suppe passt noch irgendwie rein …

Zur allgemeinen Verdauung hatten wir noch einen kleinen Spaziergang zurück zum Auto, mitten durch die Innenstadt vor uns – ein paar Photographen und Passanten mit Handykameras kamen noch an uns vorbei, aber im Großen und Ganzen war die Stadt um die Zeit dann schon fast leergefegt.

Da wir die Tage zuvor zeitig zuhause waren, und die Wedel-Parties, die nun seit 2008 fest im WGT-Programm sind, ohne Bändchenbesitz diesmal nicht besuchbar waren, sind wir in Sachen abendliche Party bis dahin leer ausgegangen, doch heuer waren die Wave-Abende im Beyerhaus-Keller wieder vorhanden und auch gegen Entgeld zugänglich, daher wollten wir wenigstens einen Tanz-Abend mitnehmen, ausserdem fand ich 2013 den Beyerhaus-Keller optisch und ambientig einfach großartig, und auch die Musikauswahl war vor drei Jahren eigentlich richtig granatig.

Wir fuhren also zuerst einmal kurz in die Wohnung, luden die warmen Umhänge und Schirme ab, und ich tauschte die weiße Kontaktlinse aus und entledigte mich des grau-weißen Zweithaares. Damit wären wir bei einem weiteren WGT-Novum: Perücken mochte ich eigentlich nie, irgendwie fanden dann aber für Cosplay doch ein paar dieser Dinger ihren Weg in meinen Schrank, also dachte ich mir mal – weiße Haare sind schon irgendwie cool, ich probiers mal aus.

Und ja – ich muss zugeben, das Endprodukt mit Zweithaar gefiel mir dann ausserordentlich gut – aus diesem Grund rannte ich dann drei Tage in Folge mit dem Ding auf dem Kopf herum. Nur am Abend des dritten welchen war ich dann auch froh um das erstaunlich zugige Gefühl auf dem Kopf. Eine Erfindung des WGT-Wochenendes war daher dann auch der Perücken- und Haarteil-Kratzer  – ähnlich wie der Rückenkratzer, nur kleiner eben. Alle Herrschaften aus unserem Bekanntenkreis, die ebenfalls Perücken oder Haarteile oder größeren Kopfschmuck tragen waren sich einig – wir müssen damit in Produktion gehen!

Der Beyerhaus-Keller - hier noch recht leer

Der Beyerhaus-Keller – hier noch recht leer

Zurück zum Beyerhaus-Keller. Wir standen zeitig vor der Tür, und als wir dann auch den Eingang fanden (der vor drei Jahren woanders war), saßen wir erstmal relativ alleine drinnen, lauschten den Soundchecks und beobachteten wie einige Techniker noch an Teilen der Beleuchtung herumfummelten. Annette und Hester fummelten derweil an ihren Handies herum – aber um ein paar Ambiente-Bilder von der Umgebung zu machen und Detailaufnahmen von diversen Scheinwerfern und Lichtspielen an Wänden und Personen.

Dabei entstand auch der folgende psychedelische Wave-Adrian, nur echt mit der Laser-Show auf der gesichtsgelegenen Kalk-Leinwand:

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Die Musikauswahl war wie vor drei Jahren formidabel, auch Herrn von Karnsteins Stimme, in Form seines Wave-Musikprojektes „Farblos“ war zu belauschen, gegen 12 Uhr füllte sich der Saal dann auch merklich, leider tat das der Stimmung ausnahmsweise den Abbruch schlechthin. Menschen die mitten auf der Tanzfläche Nachrichten in ihre Schlaufons tippten und laute, trotz des Wetters leicht bekleidete Damen, die sichtlich mehr als genug Alkohol intus hatten und fröhlich am Bar-Tresen vor sich hinschwankten … Hester schlief eh schon fast – sie war ja am Vorabend schon lange aus gewesen, daher brachen wir gen halb zwei Uhr auch wieder auf.

Und damit näherten wir uns auch schon dem letzten Tag des WGTs. Ich zupfte ein paar Katzenhaare von meinen neuen, gestreiften Pluderhosen, gab aber recht schnell wieder auf, und machte mich an die Details der gruftigen Kriegsbemalung.

Malerearbeiten in Arbeit - ich brauche noch ein "Vorsicht - frisch gestrichen!" - Schild :D

Malerarbeiten im Gange – ich brauche noch ein „Vorsicht – frisch gestrichen!“ – Schild 😀

Wir verabredeten und am Südplatz mit Freunden, einmal Susi, ebenfalls aus Leipzig, die via Tram zu uns stieß, und Anita nebst Freund – die ich am Vortag im Fürstenhof so grandios nichterkannt habe. Wir wanderte zu einer nahegelegenen Grünfläche und plauderten, ich nahm Maß für einen Kleider-Auftrag und zeigte Stoffproben her, die ich extra für meine Kundin mitgebracht hatte. Da Anita auch zur bildermachenden Fraktion gehört, nutzten wir auch ein halbes Stündchen für ein paar Bilder – als selbstständiger Schneider brauche ich natürlich auch zu Werbezwecken Augenfutter, denn ohne Bildmaterial keine Aufträge. Ganz logisch …

Schon wieder Bilder machen ...

Schon wieder Bilder machen … diesmal mit Anita Stellmacher

Wir trennten uns dann kurz und trafen uns beim inzwischen auch schon obligatorischen Spontis-Treffen nahe der Moritzbastei wieder – und dort tummelte sich eine schwarze Masse an Pikes-Trägern, Iros und wavigen Wuschelfrisurbesitzern. Das Treffen ist jedes Jahr immer wieder schön, man sieht alte Bekannte wieder die teils auch zu Freunden wurden im Laufe der Zeit, sowie neu hinzugekommene Leser von Roberts Blog, welcher unter spontis.de zu finden ist.

Wie immer unterhält man sich vorzüglich, hat andererseits aber auch wieder zu wenig Zeit um längere Gespräche zu führen, man wuselt vom Einen zum Anderen , und natürlich ist der Pikes-Kreis, der Jahr um Jahr an Umfang zunimmt, ein Muss.

Sicher wird sich Robert auch nochmal zu dem Treffen äussern – und wie immer gab es auch den Spontis-Treffen-Button sowie das kleine Magazin zum Blog, das von Jahr zu Jahr ein Stück professioneller wird.

Platzierungen für den Pikes-Kreis werden eingenommen

Platzierungen für den Pikes-Kreis werden eingenommen

Die Gruppe löste sich dann tröpfchenweise auf, und als nur noch eine schwarze Pfütze übrig war, verabschiedete ich auch mich, da ich meine Damen nicht weiter warten lassen wollte.

Wir steuerten dann auf das Umaii in der Innenstadt zu – ein weiteres japanisches Restaurant das sich hauptsächlich auf Ramen spezialisiert hatte.

Bis auf einen etwas verunglückten Heim-Versuch bei dem auch nicht alle Zutaten auftreibbar waren, hatte ich noch keine anständigen Ramen getestet – also eine weitere neue Erfahrung.

Bei dem immernoch anhaltenden Pisswetter war so eine warme, japanische Nudelsuppe genau perfekt, auf den stilgerechten Suppen-Schlürf-Vorgang habe ich aber verzichtet, das hätte der Kalk dann doch nicht ganz ausgehalten …

Ramen Nicht meine, sondern Annettes ...

Ramen
Nicht meine, sondern Annettes …

Das Lokal war jedoch reichlich leergefressen, beim Nachtisch-ordern waren eine ganze Reihe Dinge nicht mehr verfügbar, und Bekannte von uns, die gerade kamen als wir gingen, berichteten am nächsten Tag daß bei deren Bestellung noch weniger Zutaten vorhanden waren als bei uns noch.

Wir setzten dann Susi bei ihr zuhause ab, durch einen glücklichen Zufall hatte sie ein Paar Pikes übrig daß sie nicht trug, und wir noch dazu die gleiche Schuhgröße – und so wanderte ein weiteres Paar in meinen Besitz über.

Die Agra hatten wir die Tage über nicht angesteuert, da wir ohne Band eh nicht aufs Gelände konnten, jedoch wollten wir später zur Abschlußveranstaltung der Blauen Stunde, und das Haus ist von der Agra nicht weit entfernt, daher wickelten wir uns erstmal in alle Kleidungsstücke ein die wir dabei hatten und setzten uns noch ein Weilchen vor das Messegelände, in der Hoffnung daß noch ein paar unserer Bekannten vorbeikamen, die wir bislang nicht gesehen hatten.

Bedingt durch das Wetter und unser sonstiges Fernbleiben von der Agra sind uns die Massen der Besucher weitestgehend entgangen, doch unser Eindruck war, daß man Cyber kaum mehr sieht und der generelle Trend wieder ein Stückweit mehr zu klassischen Wave-Matten, Pikes und Pluderhosen gegangen ist als noch in den Vorjahren. Wer da aber andere Eindrücke hat, darf die sehr gerne in den Kommentaren mitteilen.

Vor der Agra hatten wir tatsächlich noch wen getroffen – das Pärchen kannte ich bislang zwar nicht, dafür Hester und Annette, doch relativ schnell landeten wir wieder beim Rumblödeln – besonders unser Einfall von einem der Vortage – das Grufti-Yoga für Morgenmuffel mit den Übungen „die Grabplatte“ und „der schlappe Zombie“ sorgten für einiges an Erheiterung und hemmungsloses Weiterspinnen der Idee. Auch der „Sanitär-Cyber“ hatte eine erneute Erwähnung und wurde noch etwas fachgerecht ausstaffiert.

Die Blaue Stunde

Die Blaue Stunde

Wir zogen dann weiter zum Haus der Blauen Stunde und konnten unser Stamm-Sofa, im Wohnzimmer gleich im Eck hinter dem großen Tisch, wieder besetzen. Dani traf nebst Freund etwas später ein, und so konnte man in Ruhe das WGT ausklingen lassen, während vom Nebenzimmer „Bauhaus“ hereindrang.

Das Haus füllte sich bald, aber nie übermässig, ich kam noch ins Gespräch mit ein paar Leuten die sich für victorianische Kleidung interessierten, machte erste Beratungen und erklärte den Aufbau und verteilte meine restlichen Flyer. Frank von der Blauen Stunde zeigte mir ein Plätzchen an dem ich den letzten Rest dann auslegen konnte, auf dem Tisch platzierte ich auch ein paar, die kurz darauf interessiert studiert wurden.

Samstags im heidnischen Dorf kam auch jemand auf Florentine zugestürmt – die an dem Tag Tournüre trug – mit der Frage wo man solche Kleider herbekommt. Mein Einsatz!

Und jetzt bin ich natürlich ganz gespannt was sich aus spontanen Beratungen, Plaudereien und Flyer-Verteilen noch so ergibt …

Die Blaue Stunde verließen wir um ein Uhr, also auch vergleichsweise zeitig, Dani rief vor Ort noch im Puschkin an, an dem dienstags unser obligatorisches Voll-im-Arsch-Frühstück stattfindet, nur wurde diesmal vergessen, daß wir dazu einen Tisch reservieren wollten, zum Glück lies sich das so kurzfristig aber noch regeln.

Dienstage nach WGTs sind immer so eine Sache, man ist müde und hängt durch und ist entsetzt daß vier Tage Treffen schon wieder so unglaublich schnell vergangen sind.

Mii-tan – Annettes Kater – kam dreimal ins Bett hochgekrochen und verlangte Krauleinheiten – und irgendwie war er da wieder, der schlappe Zombie 😀

Irgendwann  hatte das Katertier mich wach genug daß ich mich schonmal ins Bad schlich und die Dusche besetzte um Kalkreste und Haarlack vom Vortag gar abzuschrubben.

Der Koffer wurde neu geschichtet – da ich zur Anreise schon alles reingepresst hatte was ich reinbekommen habe, war „reinwerfen und zumachen“ diesmal keine Option, jeder Quadratmillimeter musste ausgenutzt werden.

Das Puschkin war gut gefüllt, wie gewohnt, doch auch hier gab es weniger Andrang als in manchen Vorjahren.

Alwa und Mike saßen da schon, ich habe mich riesig gefreut die beiden endlich mal wieder sehen zu können, freitags sind wir uns im Panometer schon begegnet, doch ein bisschen genauer quatschen über diverse Dinge war dann im Puschkin einfach besser.

Die Frühstücksrunde fiel wesentlich kleiner aus als in manch anderen Jahren, neben Alwa, Mike, Hester, Annette, Dani und ihrem Freund Severin sowie mir, kam noch ein Paar aus Hamburg dazu das wir seit vielen Jahren am WGT wiedertreffen, der Erstkontakt war hier auch, wie bei sehr vielen Bekannten und inzwischen guten Freunden, über das sogenannte „grüne Forum“ in dem man sich über historische Kleidung austauschen kann. Ich bin jedoch schon seit Jahren dort nicht mehr aktiv, man hält aber den Kontakt heutzutage vornehmlich über Facebook weiter.

Gegen zwei Uhr war es dann Zeit für das große Verabschieden, mein Gepäck luden wir in Danis Auto um, das Severin fachgerecht umschlichtete, Dani hatte als erfahrene Tournürendame natürlich einiges an Stoff bei sich – im eigenhändig vernähtem Zustande natürlich – aber noch war genug Platz für einen schmalen Kerl und seinen Dreispitz.

In großzügigen anderhalb Stunden kamen wir auch schon an meiner Abwurfstelle an der A9 vorbei, in einer weiteren halben Stunde war ich dann wieder in den eigenen vier Wänden, wo mein eigener Kater die Taschen, ob der ungewohnten Gerüche, die natürlich auch von den zwei Katzen (Chi, das Mädel ist ziemlich scheu, im Gegensatz zu ihrem brutalschmusigen Bruder), die bei Annette und Hester wohnen, herrührten, ausgiebigst abschnuffelte.

Und damit ist ein weiteres WGT leider schon wieder Geschichte …

Fazit des Ganzen: WGT ohne Bändchen ist möglich und es finden sich genug Programmpunkte die man problemlos mitnehmen kann. Ob ich das jedoch wiederhole ist eine andere Geschichte, die Agra hat mir ein wenig gefehlt – weniger wegen der *hust* Atmosphäre da und noch weniger wegen den Konzerten, auch die Verkaufshalle brauche ich nicht zwingend, in den letzten Jahren habe ich sowieso nur Ringelsocken gekauft dort. Aber als Treffpunkt an dem sich früher oder später alle Bekannten die man im Lauf von gut zehn Jahren WGT nun so alle kennengelernt hat, ist die Agra einfach ein Teil davon. Natürlich bleibt mehr als fraglich ob das Agra-Abhäng-Kriterium die Geldausgabe für die Karte rechtfertigen würde – denn das tut es definitiv nicht, also warten wir bis es im nächsten Jahr mit dem Programm soweit ist daß man absehen kann, ob es sich generell lohnen würde.

Wäre das Wetter insgesamt besser gewesen, hätte man auch sicher noch einige Aktivitäten mehr mitnehmen können, doch für das Wetter kann man nunmal nichts.

Viele Bändchenverweigerer begründeten ihre Entscheidung ja auch mit der Band-Auswahl, in der Hinsicht aber muss ich sagen daß ich eigentlich recht viele Bands gefunden hatte, die ich durchaus hätte sehen wollen, und bei der Dreckskälte wäre die Motivation, sich in einen Konzertsaal zu begeben, sicher auch höher gewesen als bei den warmen bis heftig heißen WGTs der Vorjahre, wo man leichter mal draußen versumpfen konnte. Trotzdem hatten wir unseren Spaß und auch wenn die Bändchenlosigkeit das Ganze ein wenig seltsam gemacht hatte, so war es wieder ein tolles WGT – aber warten wir mal auf das nächste Jahr mit der Entscheidung, ob dann wieder richtig und mit Karte, oder doch wieder ohne.

Nur das Wetter möge bitte deutlich besser werden …

*Ouji = japanisch für „Prinz“, ein Begriff der unter anderem für das männliche Gegenstück zu Lolita verwendet wird, ist ebenfalls inspiriert von victorianischer Kleidung.

*Shironuri = japanisch für „weiß angemalt“ – bezieht sich auf das weiße Make-Up, ein gesonderter Artikel folgt.

Gothic Friday 2016 Mai – von Kalkleisten und Stoffbergen

Der Fluch des Selbstständigen – manchmal hat man Wartezeiten zwischen Aufträgen, manchmal überrennt einen die Arbeit förmlich, Und genau deswegen habe ich die letzten beiden Beiträge absolut nicht geschafft, der Plan, jeden Tag ein paar Sätze zu schreiben, ging dann auch nicht auf, da ich irgendwie dann mit dem Gesamttext unzufrieden war, und nochmal anfing.

Auch nicht der Sache dienlich, daher gibts ab jetzt „Augen zu und durch“.

Zwar lauert die Arbeit jetzt nach dem WGT weiterhin auf mich, immerhin habe ich von dort in Form von neuen Kunden-Maßen auch wieder neue mitgenommen, doch noch sitzt die WGT-Wehmut schwer in den Knochen – was ich mir gleich zunutze mache, um mich dem aktuellen Gothic Friday Thema zu widmen.

Es geht um Stil, Optik, Haare, Make-Up .. also das ganze Zeug was gern mal unter „Oberflächlich“ unter Naserümpfen abgetan wird, aber nunmal dennoch einen wichtigen Teil der Szene-Identifikation ausmacht.

Die Bandbreite ist groß, manche fühlen sich am wohlsten wenn T-Shirt und Jeans zumindest eingeschwärzt sind, andere treiben weitaus mehr Aufwand. Ich muss zugeben daß mir die Diskussion um Styling und (vermeintliche) Oberflächlichkeiten in letzter Zeit vermehrt auf den Sack gegangen ist, besonders sofern man auf Facebook in die große WGT-Gruppe schaut. Ich möchte das an der Stelle nicht näher vertiefen, nur dazu sagen daß mir wumpe ist, wer wie rumrennt, solange man sich versteht und sich jeder in seiner Haut wirklich wohl fühlt, mache ich Sympathie nicht an Äusserlichkeiten fest – das war nie so und wird ganz sicher auch nie so sein.

Genau das.

Genau das.

Was mir persönlich gefällt und was ich garnicht mag, hat ebenso mit der Person darunter nichts zu tun, sondern sind nur rein ästhetische Präferenzen, nicht mehr und nicht weniger

Aber hier geht es ja um den eigenen Stil, daher nach den einleitenden Worten endlich zur Sache.

Meine zentrale Inspirationsquelle sind die New Romantics der 80er und natürlich auch der frühe Wave-Stil – der ja nicht immer sauber vom New Romantic trennbar ist. Dazu historische Mode aus allen Epochen, und so allmählich schleichen sich auch ein paar extravagantere, japanische Einflüsse bei mir ein – was mich selbst überrascht da ich für den Japan-Hype zu alt bin und eigentlich selbst lang genug die Nase darüber gerümpft habe.

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2013 „Dandy Strange“ – irgendwann früh um halb fünf nach dem Club-Besuch – aber der Kalk, der sitzt noch

Gerade die New Romantics waren damals ja auch verschrieen, nichts als aufmerksamkeitsgeile Poser zu sein, doch finde ich daß das dem Ganzen auch etwas unrecht tut, da hier viele äusserst kreative Menschen ihre ersten Schritte gemacht haben und von da aus in sehr kreative Berufe weitergegangen sind. Und die ganze Geschichte kommt im Grunde genommen ja aus dem Punk, die damals schon ausgesaugte „Ästhetik des Hässlichen“ wurde nochmal auf den Kopf gestellt, um etwas Neues daraus zu machen. Ganz zu Anfang habe ich mangels Geld auch genommen was ich finden konnte, und es zu Schmuck und Accessoires umgebaut und zweckentfremdet, alte Damastvorhänge zu Kleidern verarbeitet, Schmuck aus 1-Euro Läden auseinandergebaut und neu verbraten und geschaut daß ich mit quasi kaum Budget das schönste rausbekomme, was irgendwie möglich ist. Ich bin also nun wirklich kein Hobby-Adeliger, sondern doch eher irgendwie Punk und sehe in der Beziehung einfach persönliche Parallelen zu den New Romantics.

Personen aus dem Umfeld die mich schon immer inspiriert haben sind an erster Stelle definitiv David Bowie, und seinen zahlreichen Bühnen-Personas mit denen er sich auch auf optischem Wege Ausdruck verliehen hat. Gerade auch durch seine androgyne und oft alienhafte Erscheinung war er schon immer einer der ganz Besonderen und „heiligen“ (so man das so ausdrücken kann) Vorbilder für mich.

Dazu gesellen sich noch Adam Ant, Thomas Dolby (als schrulliger, altmodischer Wissenschaftler), teilweise Steve Strange und im Allgemeinen die sehr androgyne Ästhetik der frühen 80er.

Anna-Varney Cantodea muss ich – als gestandene Kalkleiste – auch zu den Inspirationsquellen zählen, und ich wage zu behaupten daß so ziemlich jeder der sich wandweiß anlackiert, ein gewisses Faible für diese Ausnahmekünstlerin hegen dürfte.

Das mit der Kalkerei betreibe ich nun auch schon seit mehr als zehn Jahren, so schrittweise wurde die Gesichtsfarbe zu Festivals und an Clubabenden immer weißer, einhergehend mit immer präziseren und komplexeren Malereien darauf. Für mich hat das wenig mit „Make-Up“ zu tun, denn tatsächlich mit Malerei – von Schminken hab ich eigentlich kaum Ahnung, wenn es sich nicht grade auf derart hart übertriebene Bemalung bezieht. „Natürlich“ kann ich nicht, will ich nicht, brauch ich alltags erstrecht nicht und finde ich öde.

2012

2013

Sogar als ich noch versucht habe, irgendwie als Frau durchzugehen, war meine Alltagsbemalung mit harten, aufgemalten Eyeliner-Augenbrauen und extremem Lidstrich. Und jetzt wo ich mich dem Druck auch nicht mehr aussetze, als Mädl rumrennen zu müssen, ist Alltags-Schminken für mich sowieso irrelevant, und auch davor führte alles was „natürlich-weiblich“ war, für mich einfach nur zu heftigem Unwohlsein in meiner  eigenen Haut – was ich lange Zeit einfach nur auf die Bevorzugung gruftiger Ästhetik schob, heute bin ich mir aber sicher daß die Gründe andere waren.

2012 - ein paar Monate später war das ausgewucherte Zeugs auf dem Kopf endlich Geschichte

2012 – ein paar Monate später war das ausgewucherte Zeugs auf dem Kopf endlich Geschichte

Das extrem künstlich wirkende „Kalken“ hat aber gerade auch als Ausdrucksform für mich auch heute noch einen großen Reiz, da man sich mehr als lebendes Kunstwerk herrichtet – losgelöst von Geschlecht, egal ob biologisch oder der Eigen-Identifikation nach. Ähnlich wie ich die extremen Bemalungen der New Romantics eben ziemlich faszinierend finde und mich  immer wieder davon inspirieren lasse.

Ein etwas pragmatischer Grund fürs Kalken ist die Haltbarkeit – ein Tag 40 Grad am WGT und nachts noch bis zum Morgengrauen unterwegs – der Kalk hält. Unerschütterbar. Auch bei schlechterem Wetter ist das Zeug, sofern man seinen Gimpel nicht voll in die Witterung streckt, zuverlässig bis zum bitteren Ende. Normale Produkte hat man dann oft in kürzester Zeit in den Kniekehlen hängen und muss nachlackieren – bis auf ab und an mal Lippen neu tünchen, hält der Scheiß einfach da wo man ihn platziert. Jedes WGT denk ich mir am Montag spätestens – jetzt könnteste mal nen Tag aussetzen. Aber sofern ich nicht völlig auf Malerei verzichten will, schiebe ich den Gedanken dann auch meist ganz schnell wieder weg.

WGT 2009 Das "Hörndl-G'Wand" (wie Alwa dazu immer sagt) ist - trotz Rock immernoch eins meiner Liebsten - auch wen ichs nicht mehr trage.

WGT 2009
Das „Hörndl-G’Wand“ (wie Alwa dazu immer sagt) ist – trotz Rock immernoch eins meiner Liebsten – auch wen ichs nicht mehr trage.

Wer sich mal ansehen möchte wie das mit dem Kalken von einem echten Make-Up Artist gemacht wird, dem lege ich das folgende Video von einem lieben Bekannten aus München ans Herz:

 

Nur die Kleider von früher habe ich entweder abgeworfen oder sehr weit in den Kleiderschrank zurückgeschoben, stattdessen kommen nun Rüschenhemden und Brokat.Westen zum Einsatz, wenns mehr die schwarzromantische Ecke sein soll. Ich habe auch erstmal überlegt ob ich hier noch alte Reifrock-Bilder von mir einfügen soll, da ich die gerade aus persönlichen Wohlfühlgründen immer weiter aus dem Netz nehme, dennoch gehören sie ja irgendwie dazu, und ich vertraue auch auf das Verständnis meiner Leser.

WGT 2008 Bild von Frankon

WGT 2008
Bild von Frankon

Spitziges Schuhwerk gehörte seit den ersten Schrankinhalt-Einschwärzungen dazu, auch wenn es anfangs noch keine echten Pikes waren. Und tausend silberne Klimperarmreifen, mehrreihige Nietengürtel und drei Nummern zu große Hemden zu Röhrenhosen – später dann auch Pluderhosen, nachdem ich rausgefunden hatte wie der Schnitt für sowas aussieht.

2012 Bilder machen im Schloßpark Fantaisie - ja, das war stellenweise Alltagsaufzug bei mir.

2012
Bilder machen im Schloßpark Fantaisie – ja, das war stellenweise Alltagsaufzug bei mir.

Das gehörte lange Zeit aber mehr zu meinem Alltags-schwarz, ab und an auch mit einem historischen Kleidungsstück dazu. Im Gegenzug haben sich irgendwann aber auch mal diese Elemente stilbrechend in Reifrock-Outfits und verwandtes mit eingeschlichen. Pikes und zerfetzte Strumpfhosen unter dem riesigen Rüschenkleid gehörten immer dazu, und sorgten bei denen für Verwunderung, die nur die gekalkte Person in Reifröcken kannten, und daher wohl den Eindruck „Hobby-Adel“ hatten.

Und bei der Mischung bin ich jetzt im Moment im Wesentlichen, der klassische Waver ist schon längst auch deutlich in die Ausgehgarderobe eingezogen, die Rüschenhemden kann ich aber nicht sein  lassen – genauso wenig wie eben das Kalken.

Meine Szene-Anfänge hingegen waren erstmal von Lack, Nieten und Bondage-Klamotten geprägt, aber zumindest kann ich mit gewissem Stolz behaupten, daß davon kein Teil gekauft war – lag auch am Budget, der Bondage-Rock wurde aus einer schlecht geschnittenen Cargo-Hose umgenäht und den Lack hortete Frau Mutter in ihrem Stoffschrank und benutze ihn selbst doch nie, daher wurde er irgendwann, als ich endlich die Möglichkeit hatte, mich in schwarzen Clubs rumzutreiben, zu Ausgehklamotten vernadelt.

2004 Kurz darauf wurde aus dem Lack schwarze Rüschen

2004
Kurz darauf wurde aus dem Lack schwarze Rüschen

Lang bin ich aber nicht bei der Lack-und Bondagerock-Fraktion geblieben, das schwenkte dann doch recht schnell zu historisch inspirierten Kleidern und den ersten 80er-Anleihen über und entwickelte sich so über all die Jahre.

Zwangsläufig stellt sich da auch immer wieder die Frage: wenn man so extrem auffällig rumläuft, dann muss man doch ein stückweit richtig scharf drauf sein, gesehen zu werden oder?

Jein, ich finde die Schlußfolgerung „Auffällig ist zwangsweise dumm, oberflächlich und nichts was was mit der Szene zu tun hat“ seinerseits nicht grade weit gedacht, da man damit die Person ja wieder auf die reine Optik reduziert, ich denke, für ein Urteil sollte man vielleicht dann schon ein paar Worte mit den Leuten gewechselt haben, die Extremstyler gab es seit den Szeneanfängen genauso wie die unauffällig schlicht-schwarzen, und sicher auch eine große Bandbreite an Leuten die sich aus sehr unterschiedlichen Gründen in der Szene rumtrieben – von denen einige sicher auch damals nicht superszenepassend waren.

WGT 2011 Beim Spontis-Treffen

WGT 2011
Beim Spontis-Treffen

Bei mir war das so – am Anfang war es schon ein schönes Gefühl, wenn die Leute schön fanden was man da tat – halt mal ein paar nette Worte neben der Tanzfläche oder auf dem Festivalgelände. Harmlos eigentlich.

ANT-Style 2010

ANT-Style
2010 – Bild von Photo&Magic

 

Dann kamen die Sensationsknippser, vornehmlich zum WGT, und in dem Maße ist und bleibt das eine sehr unangenehme Sache, besonders wenn denen jeglicher Anstand abgeht da man auch hier im Grunde auf das Äussere herunterreduziert wird – man ist ja nicht nur Kleidung und Make-Up sondern ein kompletter Mensch. Doch auch das Thema ist hinreichend diskutiert worden.

Gargoyle WGT 2014 Bild von Crescentia Moon

Gargoyle
WGT 2014
Bild von Crescentia Moon

Ja, ich mache auch Photoshootings, und das schon seit 2003. Eine reine Hobbysache, ich finde es ganz schön von sich Bilder zu haben und so ein aufgetakeltes Gesamtbild als Kunstwerk auch für bildnerische Kunstwerke zur Verfügung zu stellen. Es ist wie mit Filmen – bei einem solchen Medium kann man Geschichten erzählen die die Wirklichkeit verlassen, und sich selbst als Teil dazu zu machen ist auch eine Form von Abstand zum Alltagsleben – nicht als Realitätsflucht, sondern auf eine Art, weswegen andere Menschen sich vielleicht drei Wochen Karibikurlaub gönnen. Mal abschalten eben.

"Dandy Strange" Bild von Pam Meier

„Dandy Strange“
Bild von Pam Meier

Inzwischen gebe ich aber auch schamlos zu daß ich die Aufmerksamkeit auch etwas bewusster forcieren möchte. Der Grund ist logisch-pragmantisch: ich bin selbstständig, und das in einem Bereich in dem man sich sehr, sehr schwer tut, wahrgenommen zu werden, und vor allem – auch ein Bereich der nunmal sehr an Optik und Style hängt. Ohne Werbung kann ich meinen Laden einstampfen – da das aber mein ganz großer Traum ist und ich natürlich als Mensch aus der Szene für die Szene hier und in meinem eigenen Atelier herstelle, tue ich alles* um genug Aufmerksamkeit zu bekommen, daß die Leute Kleidung von mir gemacht haben möchten. Viele haben den Bezug nicht dazu, was es heißt sich mit einem eigenen Gewerbe durchhauen zu müssen, ohne die Sicherheit eines „normalen“ Jobs mit nur acht Stunden am Tag, immerhin würde ich gerne mal genug rausbekommen um zumindest sorgenfrei alleine meine Semmeln bezahlen zu können, daher bin ich ganz ehrlich und sehe nichts verwerfliches darin das frei rauszusagen – die Leute sollen mich sehen und auf mich zukommen, und mich ansprechen, wenn etwas hilft daß ich ohnehin für mich gerne mache – umso besser, so fügt sich im Grunde alles zu einem großen Ganzen, in dem ich nicht für einen Job zurückstecken muss (was nichts schlimmes ist – ich verstehe sehr gut wenn man als Angestellter da einfach die Dinge anders handhaben muss) – sondern alles fließend ineinander übergeht.

WGT 2013 Mad Scientist /Tesla Punk Bild von Hester Thomas

WGT 2013
Mad Scientist /Tesla Punk
Bild von Hester Thomas

Damit nähere ich mich dem Ende des heutigen Beitrages – trotz des vermeintlich „oberflächlichen“ Themas bin ich dann doch in viel philososchwafligen Text abgeglitten – ganz einfach weil Optik für mich immer ein nonverbales Ausdrucksmittel war, an dem ich nichts schlimmes finden kann, sodenn Substanz dahintersteckt. Für die Szene-Ästhetik ist eben auch der Punkt einer den man sich öfters mal bewusst machen sollte – daß man mit Optik in hohem Maße auch kommuniziert, beispielsweise „Lass mich in Ruhe“ oder „Ich gehöre nicht zu euch“ oder – sucht euch was aus. ich denke, im Grunde schlägt sich jede Szene-Philosophie irgendwie sehr wohl im Kommunikationsmittel „Style“ nieder – eben jeder auf seine ganz eigene Art.

*liebe RTL und Pro7 Fernsehteams: Nein!

Gothic Friday 2016 – Warum bist Du immer noch in der Szene?

Es war einmal ein Blog-Projekt welches da hies „Gothic Friday“, und zu dem die Schwarzgewandeten aller Länder zusammengekommen waren, um ihren Teil des Ganzen beizutragen … und wenn sie nicht gestorben sind, dann finden sie sich auch nun wieder zusammen …

Oder so ähnlich.

Der „Gothic Friday“ ist natürlich kein Märchen, es gab ihn anno 2011 schonmal, und gestorben ist, wider der Annahmen manch „bunter“ Menschen, die sich für besonders witzig halten, wenn sie uns, ob der finsteren Kleidungs-Farbwahl auf ein derartiges Ereignis anzusprechen meinen müssen, dann eigentlich auch nicht.

Fünf Jahre sind eine lange Zeit, trotzdem scheint es manchmal, als wäre es neulich erst gewesen. Es schien vielen so ergangen zu sein, denn die Stimmen wurden lauter, die ganze Aktion einfach doch nochmal neu aufzulegen.

Damals riefen dieses ziemlich interessante Projekt Robert von Spontis und Shan Dark vom schwarzen Planeten ins Leben. Einmal pro Monat wurde an einem Freitag ein Thema gestellt, zu dem sich Gruft-Blogger und Sympathisanten in Textform äussern konnten. Dabei wurde eine Vielzahl von Anektoden, Erlebnissen, Meinungen und Ansichten zusammengetragen, die auch heute noch spannend zu lesen sind.

Die zweite Runde wurde am 5. Februar – natürlich ein Freitag – neu eingeleitet, es wird hierbei keine Wiederholung sein, sondern mehr eine Fortführung, da neue Themen ausgewählt wurden, einsteigen kann aber dennoch jeder der Spaß daran hat, man muss also nicht schon bei der ersten Runde dabei gewesen sein.

Selbstredend wird der Nähkästchen-Blog auch diesmal mit von der Partie sein, jedoch nicht nur als Teilnehmer – dem Fahndungsausfruf nach Mit-Tätern bin ich auch gefolgt  – verraten wird natürlich noch nichts, außer höchstens daß wir viele sehr interessante Themen zusammengetragen haben.

Das Einstiegsthema ist für alle neu dazugekommenen – als einzige Ausnahme – dann doch eine Wiederholung, nämlich die Frage danach, wie man eigentlich in die Szene gekommen ist. Damit die Teilnehmer der ersten Runde sich dabei aber nicht langweilen müssen, gibt es die Alternativ-Aufgabe – „Warum bist Du noch immer in der Szene?“ – und genau dieser Frage möchte ich mich im Folgenden nun widmen.

Auch Schwarzvolk altert, längst ist die Subkultur über den Status der reinen Jugendkultur hinausgewachsen und nicht alle die schon seit den Anfängen in den frühen 80ern dabei waren, haben sich mit fortschreitendem Alter von der vermeintlichen „Jugendsünde“ abgewandt. Es folgten neue Generationen die von den vorherigen mit gerümpfter Nase beäugt wurden, und die letztenendes selbst irgendwann über das Teenie-Alter hinaus kamen – und ebenfalls überzeugt schwarz blieben.

Man sieht die altersmässige Durchmischung ganz gut an jedem schwarzen Club-Abend und an jedem Festival.

WGT 2014 man trifft sich sogar schon selbst ;)

WGT 2014 man trifft sich sogar schon selbst 😉

Ich selbst zähle mich zur zweiten Generation – die der frühen 90er. Auch wenn mein aktiver Szene-Einstieg erst um 2000 herum seinen Lauf nahm, so waren meine ersten Begegnungen mit dem „schwarz“ in den Anfängen der 90er. In Nürnberg und Bayreuth, da liefen „sie“ in den Innenstädten herum, und irgendwann überwand die Faszination das mulmige Gefühl, und ich fand mich im nürnberger „Underground“ wieder. Gekauft habe ich da nie etwas, aber es führte dazu daß ich Frau Mutter, ihrezeichens selbst vom Fach des textilverarbeitenden Handwerkes, mit Pannesamt und Tüllspitze vor der damals noch etwas irritierten Nase herumwedelte (ich habe zu der Zeit noch nicht selbst genäht – nur wenn die Bude sturmfrei war und niemand sehen konnte daß ich mich an der Nähmaschine zu schaffen mache). Auch wenn die komplette Einschwärzung noch ein wenig auf sich warten lies, der „schwarze Faden“ zeigte sich schon seit meiner Kindheit immer wieder mal, daher war das Endergebnis nicht so verwunderlich, lediglich das Aufwachsen in einer beknackten Kleinstadt, in Zeiten vor dem Internet und nicht vorhandenen Transportmöglichkeiten, zögerten einige Dinge dann unweigerlich etwas hinaus.

Doch das ist jetzt auch schon ein Weilchen her.

In den letzten zwei bis drei Jahren habe ich mich etwas rar gemacht, was aber an vielen verschiedenen Dingen lag, der hinderlichste ist wohl der, daß ich – nicht wirklich freiwillig, wie ich dazu sagen muss – nun wieder in der Kleinstadt festsitze, die ich nach meinem Abitur nur zu gern verlassen hatte. Von hier aus irgendwohin schwarz weggehen ist ein halber Staatsakt – die Story vom letzten Göttertanzbesuch von hier aus wäre beispielsweise ein Roman für sich … trotzdem, manchmal hat man auch allgemein weniger das Bedürfnis nach Weggehen, oder es halten einen stressige Saisonjobs am Theater vom Besuch des Lieblingsfestivals ab – deswegen kehrt man dem schwarz ja nun nicht den Rücken, denn in den eigene vier Wänden läuft immernoch die gleiche Musik und der Kleiderschrankinhalt hat nichts vom heimeligen schwarz eingebüßt, auch wenn die Pikes einen leichten Staubfilm angesetzt haben – denn in der hauseigenen Keller-Werkstatt macht man sich logischerweise eher selten die Mühe, zu Kajal und Toupierkamm zu greifen.

Halbwegs aktuell - April 2015

Halbwegs aktuell – April 2015

Was mich immer in der Szene gehalten hat, war – natürlich neben der Musik, die Leute. Selbst wenn es immer wieder bunte Ausnahmen gab und sicher weiterhin geben wird, welche die sprichwörtliche Regel bestätigen, so ist die Wahrscheinlichkeit, in der Szene auf Leute zu treffen, bei denen die Wellenlänge im Weitesten die Gleiche ist, einfach doch um einiges höher. Bei meinem ersten, richtigen Schwarzclub-Besuch gab es dieses überwältigende Gefühl des „Daheim-angekommen-seins“, und dieses Zuhause wurde im Laufe der Jahre dann auch mit immer mehr Leuten angefüllt, die man sehr wohl als die eigene schwarze Familie bezeichnen kann und mit denen man nicht selten sehr tiefe und tolle Freundschaften entwickelt hat.

Man sollte natürlich nicht drüber hinwegsehen daß es auch in der Szene Idioten und Arschlöcher gibt und daß sicher nicht alle neueren Entwicklungen zum Guten hin sind, doch als generelle Wohlfühlumgebung sind mir schwarze Veranstaltungen einfach um Längen lieber, schonmal deswegen weil die ganze Grundstimmung eine völlig andere ist. Aus der dennoch auch vorhandenen Erfahrung mit handelsüblichen Diskos heraus resümiert, kann ich aber sagen daß mich allein schonmal die Musik dort tierisch nervt, und dann die kreischend-laute Habgefälligstspaß-Partystimmung – nein Danke. Dazu kommt noch allgegenwärtiges, penetrantes Balzverhalten unter Einfluß übermässigen Alkohol-Konsums, was auch gern mal in aggressiven Auswüchsen endet. Und ja, solche Episoden habe ich schon vor beinahe 15 Jahren tatsächlich live miterlebt – von schwarzen Parties kenne ich sowas in der Regel garnicht, auch Balzverhalten ist meistens subtiler und respektvoller und keinesfalls der scheinbar einzige Grund, sich in ein nächtliches Getümmel mit irgendwie tanzbar gearteter Musik zu stürzen. Es ist also nur eine logische Konsequenz, etwas zu meiden das einem nicht nur keinen Spaß macht, sondern stellenweise auch regelrecht auf den Zeiger geht. Wenns um das Thema „Party“ geht, habe ich bei normalen Leuten nicht selten schnell den Ruf weg, zu reserviert und spaßbremsig-distanziert zu sein – naja, dann ist das halt so – es macht aber doch schließlich keinen Sinn, sich durch was durchzuquälen was man im Grunde nicht ausstehen kann.

People_1714Mir sagt auch durchaus die sehr androgyne Grund-Ästhetik der Szene im Allgemeinen, ziemlich zu. Früher noch war mir das nicht so bewusst daß ich es auch formulieren hätte können, heute ist man dem eigenen Wesenskern wieder ein stückweit näher gekommen, und versteht, nach einiger Selbstreflexion auch eher, wieso die Szene ein stückweit auch zu einem sicheren Ort geworden ist. Hier ist das Überschreiten von binären Geschlechtergrenzen nicht nur eine Mode-Erscheinung, sondern für viele auch ein wichtiges Ausdrucksmittel ihrer selbst. Und da lässt man einander auch sein, wie und wer man ist. Tatsächlich ist der Großteil meiner Freunde und Bekannten irgendwo in der queeren Buchstabensuppe verortet, alle auf ihre eigene Art – und allein schon der Austausch persönlicher Geschichten und Ansichten ist ziemlich spannend, im Alltag gestaltet sich sowas weit schwieriger, bin ich ja selbst nicht grade ein Mensch der sich mit seinen biologisch vorgegebenen Voraussetzungen so richtig identifzieren kann, ich würde auch soweit gehen daß die Szenezugehörigkeit erstmal den nötigen Freiraum für Selbsterkenntnis überhaupt gegeben hat, und an einem gewissen Punkt auch den Mut, mehr und mehr davon an die eigene Oberfläche durchsickern zu lassen – was eine immens befreiende Angelegenheit ist, wenn man eine weitere unnötige Fassade (auch wenn die einem lange genug selbst nicht wirklich so bewusst war) endlich beiseite schieben kann. Diesen speziellen Freiraum sucht man im normalen Umfeld auch oft vergebens, oder man beißt auf verschiedenst geartetes Gestein …

 

Wie schon angedeutet – Kritik kann man auch an der Szene genügend loswerden, und nicht alles was „schwarz“ ist, ist deswegen auch jedergrufts Freund, in diesem Umfeld. Letztenendes treiben sich überall nur Menschen herum, ob man sich weiterhin da zuhause fühlt, oder weiterziehen möchte, ist die Entscheidung eines jeden selbst, angebrachte – oder auch manchmal weniger passende – Kritik hin oder her, das Feld zu räumen würde mir nie in den Sinn kommen, auch nicht dann wenn ich mich mal rar mache – schwarz bleibt nämlich schwarz!

Neujahrs-Gewinnspiel – und ein blöder Jahresrückblick ;)

Hoppla – schon wieder ein Jahr vorbei? Wie konnte das passieren …

Und da sitzt man nun vor dem Bildschirm und fragt sich, wo das letzte so schnell denn nun wieder hingekommen sein mag …

Muss man da schon wieder einen Rückblick schreiben? Nun, müssen – sicher nicht, aber wisst ihr was – ich tue es dennoch!

Wie auch im Jahr davor ist zum schönen, altmodischen Bloggen einfach keine Zeit übrig geblieben, für dieses Jahr nehme ich mir schonmal vor, etwas öfter den Staub von diesem alten Ding abzuklopfen. Und so geht es gleich mal mit einem Gewinnspielchen in die Vollen.

Eigentlich geplant zum 1000sten „Like“ der Facebook-Seite des Zeitreisenden Nähkästchens, wird jetzt aus einfach nachvollziehbaren Gründen eine Neujahrs-Verlosung draus.

Und zu gewinnen gibt es den nachfolgend abgebildeten Mühlsteinkragen aus violetter Baumwolle, mit reichlich schwarzer Spitze und einer gestickten Bordüre aus vierblätterigen Kleeblättern – die dem/der Gewinner/in im neuen Jahr ordentlich Glück bringen sollen!

Zur Teilnahme habt ihr dazu zwei einfache Möglichkeiten:

Der Facebook-Seite des Nähkästchens ein „Like“ verpassen (wenn nicht sowieso schon passiert)

– dort den Post mit dem Bild auf dem eigenen Profil teilen – öffentlich sichtbar (sonst kann ich den geteilten Beitrag nicht sehen – als Nachweis daß geteilt wurde)

– optional: lasst mir ein paar Grüße auf meiner Seite da 🙂

Alternativ – für die Facebook-losen:

— weiterpetzen auf eurem eigenen Blog

– und dann hier kommentieren mit Link zu betreffendem Beitrag.

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Soviel zum „wirksamen“ Teil – jetzt kommt die lange Textwüste. Aber keine Sorge, es gibt auch Bildchen 😉

Tja, was ist passiert im letzten Jahr.

Einiges. Und wenig. Klingt komisch, ist aber so. Eins der absoluten Highlights war unbestreitbar der London-Trip im April, den ich vor allem Vicktoria zu verdanken habe – und nochmals an dieser Stelle lieben Dank dafür, ich denke immer wieder gern dran zurück und freue mich auch jetzt noch darüber 🙂 – was wir da so alles gemacht haben, kann man sogar im Blog nachlesen.

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Blaue Kiste am Earl’s Court

Danach folgten knapp vier Monate saisonaler Job am hiesigen Theater – den Luisenburg Festspielen. Natürlich im Kostüm. Also, in der gleichnamigen Abteilung, nicht komisch angezogen (wobei das natürlich immer im Auge des Betrachters liegt …)

Ich möchte dazu eigentlich nicht viel mehr schreiben, da man Bände füllen könnte mit Anektödchen und Geschichtchen, und nachdem ich imstande wäre, das auch zu tun, ersticke ich den Drang einfach mal im Keim, und sage – ich erzähl euch gerne mal was wenn wir uns persönlich treffen, beim WGT, oder sonstwo.

Es war auf jeden Fall eine ziemlich interessante, wenn auch teilweise harte und stressige Zeit

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Die Schneiderei auf der Luisenburg

WGT ist ein gutes Stichwort, oder bessergesagt, ein schlechtes, denn wegen oben genanntem Job fiel das, nach ganzen zehn Jahren in Folge, das erste Mal aus für mich. In diesem Jahr bin ich aber wieder dabei, und freue mich dafür umso mehr darauf!

Ein weiteres, ganz tolles Jahres-Highlight war am 24. und 25. Oktober dann die TimeLash – die erste deutsche Doctor Who Convention überhaupt. Diese fand in Kassel statt, und hätte eigentlich auch einen ganz eigenen Beitrag verdient gehabt, nur bin ich – wie zu anderen Gelegenheiten eben auch – irgendwie nicht dazu gekommen. Jedenfalls war es eine wunderbare, kleine und sehr freundlich-familiäre Angelegenheit mit tollen Gästen und einem Haufen gutgelaunter Besucher. Auch hier hatte man Gelegenheit, Leute die man sonst nur virtuell kannte, mal live und in Farbe zu sehen. Ein paar andere habe ich vor Ort garnicht erkannt – sollte sich da jemand angesprochen fühlen: es tut mir fürchterlich leid. Ehrlich. Ich bin kacke im Gesichter-erkennen und sage den Leuten meistens, sie sollen mich anlabern, da die Chancen sehr gut stehen, daß ich an ihnen einfach vorbeilaufe.

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Blaue Kiste in Kassel – und diesmal passend im 11. Doctor-Gewand

Trotzdem war die „Trefferquote“ relativ hoch an dem Wochenende, es gab einen Haufen schöner Gespräche, die oft dazu führten daß wir die Panels ganz verpassten (Memo an mich – eine Con ist kein WGT … oder? Irgendwie vielleicht doch, nur für Who-Fans, statt für Schwarzkittel. Naja, manchmal auch für letztgenannte, der Anteil anwesender Grufties war dann doch ganz stattlich), ein Cosplay-Wettbewerb bei dem ich Teil der Jury sein durfte, und bei dem wir Juristen wirklich hart geschwitzt haben bei der Preisvergabe.

Glücklicherweise wird es eine zweite Ausgabe geben, und zwar am 15. und 16. Oktober diesen Jahres – ich freu mich schon drauf und bin gespannt, welche Gäste dann (noch) eingeladen sein werden.

Amy (aber nicht "Pond") auf der TimeLash in ihrem maßgefertigten TARDIS-Kleid - vom Nähkästchen, natürlich :)

Amy (aber nicht „Pond“) auf der TimeLash in ihrem maßgefertigten TARDIS-Kleid – vom Nähkästchen, natürlich 🙂

Und natürlich darf man nicht vergessen – die Unterschlupfmöglichkeit bei BB in Kassel (schaut euch auch mal auf ihrer Seite um – es handelt sich nämlich auch um eine sehr liebe Kollegin) . Das machte das Wochenende gleich nochmal besser als es eh schon war – samt der Dreiergruppe jugendlicher Kater, die nachts nicht nur rumliegende Leute als Bett benutzten, sondern in ihrer Spielwut sogar ganze Daleks von den Tischen räumten 😀

Kater … ach bin ich heute gut im Überleitungen schreiben … ja, einen Kater habe ich nun auch wieder. Nein, natürlich nicht den von Neujahr, sondern schwarzweiß, flauschig, auf vier Pfoten und dauerhungrig.

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Findus – so heißt er – wohnte eigentlich bei den Nachbarn, doch wie das Katzen manchmal so machen, entschied er sich, das Zuhause zu wechseln. Das kürzt eine längere Geschichte jetzt zwar ziemlich ab, aber am Ende lief es eben auf das hinaus. Und in diesem Moment liegt der Flauschball, seines Zeichens Hauskatz-Maine Coon-Mischling (man beachte die winzigen Luchsohrpinselchen, die hat eine Hauskatze nämlich sonst nicht), friedlich auf dem Wohnzimmersessel und pennt.

So im Ganzen fällt auf – kein sehr „gruftiges“ Jahr, leider. Aber zum Abschluß gab es dann wenigstens doch noch einmal einen Göttertanz – nach drei Jahren Pause von meiner Seite – einerseits aus verschiedenen, persönlichen Gründen, andererseits auch oft genug unfreiwillig. Wie auch immer – es war ein phänomenaler Abend, die neue Örtlichkeit habe ich auch das erste Mal gesehen, und finde sie wirklich großartig. Viele altbekannte Gesichter aus den guten Top Act-Zeiten, aber auch komplett neue Leute, und die schöne, entspannte, freundliche Stimmung ist auch erhalten geblieben. Danke dafür, jetzt freue ich mich wieder auf die Göttertänze die da noch kommen mögen!
Für Bilder könnt ihr mal auf die Seite des Göttertanzes schauen.

Was fehlt noch?

Ach ja – Eumelchen. Wie konnte ich das vergessen …

Nach gut 15 Jahren verschlug es mich wieder zu einem alten Hobby – die Astronomie, und nach den ersten Spechtelversuchen mit der „alten“ Ausrüstung – einem Fernglas auf Stativ und mehreren Himmels-Atlanten, war klar – ein Teleskop muss (wieder) her.

Anno 1999 latschte ich noch, auf dem Weg zur totalen Sonnenfinsternis, mit einem „kleinen“90/900er Refraktor über die Schulter geworfen, und die Montierung unter den Arm geklemmt, durch Bayreuth. Mit Eumelchen, so fürchte ich, haut das nicht mehr hin – das ist nämlich etwas größer.

Aber nur ein ganz kleines bisschen.

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250/1250 GSO Dobson-Spiegelteleskop

Wirklich nur ein kleines bisschen … *hust*

Auch wenn das Wetter bislang nicht oft mitgespielt hat, und daher das gute Stück erst ganze viermal zum Einsatz kam, bin ich natürlich stolz wie Bolle auf das Teil. Also bleibt zu hoffen daß 2016 noch viele weitere klare Nächte bieten kann.


 

 

Tja, damit ist 2015 offiziell abgeschlossen.  Natürlich gibt es für das kommende Jahr wieder genug Pläne, wie WGT und die TimeLash und sicher auch andere Veranstaltungen.

Wie immer bin ich für Näh-Aufträge auch 2016 zu haben, zusätzlich werden aber auch die Shops auf Etsy und DaWanda mit fertigen Sachen weiter bestückt. Schaut einfach auch da mal vorbei, sagt es weiter, abonniert die Shops … auch ein kleiner Klick hilft dem Nähkästchen weiter 🙂

Ein wenig neues Gebiet betreten wir, indem einige Sachen auch zum Leih verfügbar sein werden – also nicht nur, wie bis jetzt nur für Models und Photographen die ich schon kenne, sondern offiziell gegen Leihgebüren. Wer sich das ansehen mag, sollte sich mal mein Profil auf Wishrent ansehen – da wird natürlich auch noch aufgestockt.

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Bild: Hadie van Bilderflut Model: Mimi Geißler

Für Fragen und Anregungen bin ich natürlich jederzeit offen – scheut euch also nicht, mir zu sagen, falls ihr etwas besonderes haben möchtet, oder sehen wollt. Vermisst ihr gewisse Farben, Größen oder Modelle in den Shops? Habt ihr Verbesserungsvorschläge?

Und wenn jemand gute Gelegenheiten hat, Flyer an den Mensch bringen zu können und auch zu wollen – Nachricht genügt, egal über welchen Kanal, ich schicke euch gerne welche zu oder nutze die Gelegenheit natürlich auch auf Veranstaltungen, bei denen ich selbst da bin, welche abzuwerfen (danke an der Stelle an Hannes für die spontane Auslage beim Göttertanz 🙂 )

Weiterhin sitze ich immernoch auf meiner Dauerbaustelle – der Homepage des Nähkästchens. Die soll heuer auch endlich mal angegangen werden. Also auch im kommenden Jahr viel zu tun, auch wenn es erstmal nach nicht so viel aussieht.

Der Blog soll ebenfalls wieder etwas häufiger genutzt werden, nicht nur für die üblichen Veranstaltungsberichte, sondern auch für Einblicke in die Werkstatt des Nähkästchens und was hier so alles entsteht. Vergesst den Blog also bitte nicht und schaut einfach mal wieder vorbei!

Ich hoffe natürlich auch, die Photoaktivität wieder etwas steigern zu können – meine eigene Photo-Seite kommt oft immer etwas kurz, zum Urbexen muss ich auch mal wieder kommen, und mit Leuten habe ich im vergangenen Jahr leider nur bei einem Shooting arbeiten können – dafür mit wirklich schönen Ergebnissen, denn Hika, eine liebe Kollegin vom Theater, wollte Gewand von mir gemacht, vor meiner Kamera ausführen.

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Danke dafür 🙂 – auch wenn ich noch ein paar Bilder schuldig bin zu bearbeiten ..

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein tolles, granatiges 2016 – haut anständig rein, habt Glück und Erfolg und alles was ihr euch noch so wünscht – und clear skies für die gleichgesinnten Astronomen, gut Licht für die Photo-Kollegen und alles was sonst noch so fehlt 🙂

Tiefenentspannt in Leipzig – eine WGT-Nachlese

So langsam schlägt er auch bei mir ein, der fiese post-WGT-Blues. Jetzt wo man realisiert daß die 4-5 Tage schon wieder vorbei sind, bevor man irgendwie im WGT-Gefühl voll eingetaucht ist. Ja, es war rasend schnell vorbei, viel zu schnell für meinen Geschmack, und jetzt sitze ich hier, schreibe diese Zeilen und kann es eigentlich kaum glauben daß man wieder ein Jahr warten muss.

Anders war das WGT in verschiedenster Hinsicht, aber auf jeden Fall ein gutes „anders“. Dinge gelegentlich einfach mal anders anzugehen, kann erfrischend sein und neue Blickwinkel geben. Was jedoch nicht anders war, war, entgegen meiner vorlauten Bekundungen im Vorfeld, meine Konzert-Frequenz. Zwei Stück an der Zahl in diesem Jahr, eine Steigerung um eines zum Vorjahr – aber wie wir alle wissen ist das WGT ja auch kein schnödes Festival, sondern ein Treffen. Sagt ja schon der Name.

Donnerstag gegen mittag machte sich die fränkische Aussenstelle für Gruftologie, Abteilung Rüschengrufti in Vertretung durch das Ehepaar Kalkleiste – Frau Wiegärtner und Herr Chalybeia mit offenem Cabrio-Verdeck und geballter Ladung gute-Laune Wave auf die Autobahn gen Leipzig. Wir kamen einwandfrei durch und landeten so wohlbehalten bei Annette, die uns auch in diesem Jahr liebenswerterweise aufnahm.

Das Gepäck fiel etwas handlicher aus und war schnell nach oben geschafft, wo die Katzen erstmal ausgiebigst an den Taschen und Kisten schnuffelten. Meine Androhung, dieses Mal keinen einzigen Rock, egal ob schmal oder Reifrock, mitzunehmen, habe ich durchgezogen. Zwar hatte ich die Befürchtung daß ich das spätestens wenn meine Freunde in großen Kleidern auflaufen, das bereuen würde, aber ganz im Gegenteil, der Wohlfühlfaktor lag ganz eindeutig auf Seite von Hosen, Fräcken und Zylindern – insofern war die Entscheidung goldrichtig. Also, nicht daß ich mich im Reifrock unwohl fühle – wäre dem so hätte ich schießlich nie einen angezogen 😉

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beim Anstehen

Nach einem Ründchen quatschen wurden dann noch ein paar Besorgungen in der Stadt getätigt und sich in die schon gut angewachsene Schlange zum Bändchen abholen am Hauptbahnhof eingereiht. Eine geschlagene Stunde hatten wir zu warten, die verging zum Glück ganz zügig da wir mit Bekannten die sich dazu gesellten, angenehmen Zeitvertreib hatten.

Dann noch ein kleines Abendessen und kurz auffrischen, und los ging es zum Freiluft-Tanz der Blauen Stunde auf der Wiese hinter dem Parkschloß.

Wie im letzten Jahr war das ein hervorragender Auftakt, Grablichter, Fackeln, Feuerkörbe und Räucherstäbchen und um die „Tanzfläche“ scharten sich auch diesmal die Gäste auf Decken.

Recht schnell fanden mich Robert und Orphi, die beiden an dem Abend gleich zu treffen hat mich sehr gefreut. Daneben hatte ich mich auch mit anderen Leuten verabredet die ich bis dahin nur virtuell kannte und ganz gespannt darauf war selbige dann real kennenzulernen. Auch wenn manche vom Anreisestress etwas geplättet waren – was man ja auch verstehen konnte.

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Mariell, Annette und Hester bei der Blauen Stunde

Markus Rietzsch vom Pfingstgeflüster war mit Edith auch da, und plötzlich hatte Robert dann noch ein Shooting angeleiert. Ja ein wenig paradox ist das ja schon, aber immerhin handelt es sich ja um das Pfingstgeflüster und nicht um einen dreisten Wildknippser der an der Agra im Gebüsch lauert …

Und so ging der Donnerstag dann auch vorbei.

Der Freitag erwies sich als der sonnigste und wärmste Tag. Und auch wenn es nach soviel mehr Stoff aussieht, ich kann nur sagen, als Kerl im Frack mit allem Drum und Dran wird einem schneller ganz schön warm als im Reifrockfummel.

Nach einem kurzen Abstecher an die Agra – bei dem Chris und mir beinah die Sicherungen durchbrannten weil auf der Bornaischen Strasse kurz vor der Agra *schon wieder* an der Brücke rumgebaut wurde, diese deswegen gesperrt war und uns einiges überflüssige Gegurke bescherte,  bis wir an einer Tram-Haltestelle das Auto stehen liesen um die letzten 5 Stationen dann noch mit der Bahn hinter uns zu bringen.

Entsprechend kurz blieb der erste Agra-Abstecher, der Photo-Termin war um 16:00 Uhr am Grassi Museum ausgemacht, wir waren zeitig da, und da Chris mich begleitete fragte Markus ihn postwendend auch ob er Lust hätte ebenfalls vor die Linse zu springen.

Gesagt getan, einige Bilder wurden vor den großartigen Wandmalereien des römischen Zimmers im Museum gemacht, einige draußen auf dem ehemaligen Johanna-Friedhof hinter dem Museum, und einige im Innenhof . Am Ende hätten wir uns auch beinahe verquatscht, doch der nächste Termin stand aus – wieder ein bekanntes Gesicht als  Shan Dark vom Schwarzen Planeten samt Begleitung durch das Tor kam um ebenfalls für das Magazin abgelichtet zu werden.

In meinem Fall ist das der dritte Auftritt im Pfingstgeflüster – 2007 hatte ich die Ehre mit Bild und Interview zum Thema selbstgeschneiderte Kleidung abgedruckt zu werden, 2012 mit einem Artikel zum Victorianischen Picknick, und eben dieses Jahr mit Besucherbild – in Frack, Zylinder und mit Gehstock, versteht sich.

Danach waren die ersten – und eben auch einzigen Konzerte des Treffens auf dem Plan. Der Weg führte und dafür gen Volkspalast, unbestreitbar eine der schönsten Konzert-Locations. Vor dem Gebäude trafen wir Annette und Hester – unsere Gastgeberinnen – wieder, die den Tag auf dem Victorianischen Picknick verbracht haben,wenn auch nur am Rande des Geschehens.

Im Nachhinein bin ich mehr als glücklich mich diesmal dagegen entschieden zu haben, nahzu alle Bekannten und Freunde die da waren, haben wenig Spaß gehabt angesichts der Aufmersamkeitssuchenden die (auf Nachfrage von Grabesmond !) sonst nichts mit Szene oder WGT zu tun hatten und allein als Photomotive dort rumstaksten. Naja, jedem das Seine, ich brauche das nicht, egal wie aufwendig und auffällig ich rumlaufen mag.

Auch Velvetrealm trafen wir dann vor der Halle, die etwas verspätet zum eigentlichen Einlasstermin dann geöffnet wurde. Wir waren recht weit vorne dabei und konnten so noch einen Tisch mit Sitzplätzen ergattern.

meine Wenigkeit, Annette und Hester warten auf Einlass im Volkspalast

meine Wenigkeit, Annette und Hester warten auf Einlass im Volkspalast

Camerata Mediolanense  hatte hauptsächlich ruhige Stücke im Gepäck, bis auf ein älteres Stück zum Abschluß das richtig energiegeladen nochmal die Atmosphäre elektrisierte. Kein schlechtes Konzert, nur durchgehend vielleicht etwas zu ruhig und auch zu kurz, denn nach gut einer halben Stunde war auch wieder Schluß. Danach leerte sich der Saal und wir nutzen die Gelegenheit in der einstündigen Zwischenpause noch mit Bekannten zu quatschen und unverhofft lernte ich auch noch die Künstlerin hinter Maskenzauber – Maren Söhnlein – von der Chris seinen absolut großartigen Dreispitz bekommen hat, kennen. Hat mich sehr gefreut, eine wirklich absolut sympathische Dame!

Wir wechselten zu einem Tisch mit besserer Sicht auf die Bühne, der vor uns freigeworden war,  nachdem ich das halbe erste Konzert zwei lange Kerle direkt vor der Nase stehen hatte, war das eine willkommene Gelegenheit für freien Blick auf die zweite Band.

Daemonia Nymphe aus Griechenland hatte ich bereits 2010 auf dem Festival Mediaval live gesehen, fand deren Auftritt in dem Rahmen aber wenig berauschend. Irgendwie ging die neoklassische Band mit Bezug zur griechischen Mythologie im raueren Ambiete von Mittelaterbands und Dudelsackquetschern ziemlich unter, was schade war da die Band eigentlich wirklich sehr gut ist.

Im Volkspalast mit den griechisch wirkenden Säulen und dem generellen Flair aber war das Konzert richtig bombig. Auch wenn sich einige Zuschauer schon wieder verzogen hatten, die Griechen schafften es die Stimmung regelrecht zu elektrisieren mit beeindruckenden Stimmen und hypnotischen Rythmen. Genial.

Leider gibt es keine Bilder vom Konzert da meine Kamera-Akkus schwächelten.

Danach wäre nach einer weiteren Stunde Wartezeit Actus  noch auf dem Programm gestanden, doch wir entschieden und zum Rückzug, Futtersuche in der Innenstadt und danach weiterziehen zum Städischen Kaufhaus, wo wir auf den Beginn des ersten Wedelabends zwar noch warten mussten, die Zeit wurde uns aber in netter Gesellschaft – Remo Sorge und Lisa Morgenstern hatten sich mit weiteren Bekannten dort niedergelassen –  auf der Terrasse des Restaurants über dem Kaufhaus  verkürzt – nicht zuletzt weil der Kellner sich gnadenlos verausgabte beim Tisch umstellen, servieren, Regenschirme zusammenkleben (da dann ein Regenschauer niederging) rumblödeln – mit dem Ergebnis daß er sich ein Loch in die Hose riß als er von einem wackligen Stuhl beinahe auf die Nase flog – und neben dem Beinkleid damit auch noch den Stuhl lädierte.

Im Kaufhaus legte Freitags dann Tom Manegold auf, in bewährter Göttertanz-Tradition. Musikalisch natürlich hervorragend, kann man sich nicht beschweren, es wurde wie zu Erwarten aber sehr schnell sehr voll und extrem warm.  Ich widerstand dennoch dem Drang aus dem Frack zu hüpfen (das macht mann nicht 😉 ) und bin einfach mal zwischendrin Luft schnappen gegangen. Gegen 3 Uhr hatten wir dann genug und machten uns auf den Rückweg. Hester nutzte ein blau ausgeleuchtetes Gebäude dann noch für ein paar wirklich gelungene Bilder.

urbane Lichtmalereien

urbane Lichtmalereien

Ohne Tee geht nix.

Ohne Tee geht nix.

Der Samstag morgen begann dann mit einem haarigen Katzen-Hintern in meinem Gesicht. Annettes Kater – Mii-tan – fand den Besuch dann doch ganz OK und hat sich morgens gleich mal laut schnurrend „aufgedrängt“ – da ich aber seid 5 Jahren chronisch unter-katzt bin, störte mich das nicht ganz so sehr 😀  also Kater durchflauschen zum Aufwachen, dann Frühstück, Netbook anwerfen und schauen was derweil so passiert ist in der Welt. Und danach in Schale werfen für den zweiten WGT Tag.

Ein besonderes Projekt hatte ich dazu in der Tasche, es ist noch lange nicht vollendet, aber ein Anfang ist gemacht, an geeigneter Stelle werde ich das noch einmal näher ausführen.

Auch wenn ich kurz davor war das Gewand daheim zu lassen – wie ich ehrlich gestehen muss – als ich dann das erste Mal komplett drin steckte, war ich durchaus überzeugt – Steampunk kennt man ja, Teslapunk eher nicht so, auch wenn es das als Literaturgattung schon gibt, an eine textile Umsetzung hat sich meines Wissens nach noch niemand gesetzt. Die Idee spukt tasächlich schon recht lange in meinem Kopf herum.

So ging es dann ins Grassi-Museum, zunächst wollten wir die Führung zu den historischen Klamotten da mitnehmen, haben uns das dann aber anders überlegt. Frau von Unruh schloß sich dann noch in ihrer mehr als genialen Data-Nüre an, damit terrorisierten dann schonmal zwei Nerds die Umgebung mit Gesabbel über Star Trek und Doctor Who 😀 – muss ja auch mal sein …

Beim Karten holen fürs Museum wurde ich auch gleich indirekt auf die Röhren an meinen Goggles angesprochen, war sehr witzig daß der Herr gleich einordnen konnte daß es sich um ein Modell für Verstärker handelte 😀 – entgegen der Annahme daß die Drähte an der Brille auch funktional waren, können meine Röhren leider nicht glimmen, ich hab die Kabel nur dekorativ verlegt. Auch der Ausschnitt eines Schaltplanes auf dem anderen Brillenglas wurde bemerkt, ich habe mir natürlich nicht wahllos irgend einen geschnappt – es handelt sich tatsächlich um den Schaltplan eines Theremins 😉

Tesla-Punk - nur echt mit richtigen Elektronenröhren auf der Rübe :P

Tesla-Punk – nur echt mit richtigen Elektronenröhren

In der Schuh-Ausstellung des Museums trafen wir wieder mal auf Freunde und Bekannte. Die Exponate waren aber auch sehr interessant bis skurril. Faszinierend wie andere Künstler gewisse Thematiken so umsetzen.

Danach sind wir nochmal gen Agra, ein paar Leute treffen – was auch sonst – eine Bowle schlürfen, etwas versumpfen. In der Stadt gemütlich ein Eis verputzen (den Kellner da hab ich auch lieb *g* – auch wenn Dani mir nochmal explizit sagen musste wie er mich angesprochen hat da ich es im ersten Moment garnicht realisiert hatte) – Blödsinn machen – ich sag nur Santär-Cyber – nein ich erkläre das jetzt nicht näher, aber auch in dem Fall wissen diejenigen die dabei waren worum es geht 😉 – dann weiter zur Abendgestaltung.

Auf Wedelparty am Abend hatte ich keine Lust, wir ziehen das seid 2008 die drei WGT-Abende durch, und so gern ich die Musik mag, besonders da ich weiß daß Remo und Lisa hervorragend auflegen – man muss auch mal was anderes sehen und hören.

Im Beyerhaus-Keller fand ich eine nette Wave-Party. Die Locations war göttlich, altes Kellergwölbe, nackte Backsteine, zusammengewürfelte Sofas, blanke Heizungsrohre und unverputze Kabel. Spitze. Und wenn man da ein Glas Wein bestellt bekommt man einen randvollen Plastikbecher … was dann auch den Rest des Abends ausgereicht hatte.

Musikmässig war die Auswahl schwer a la der hiesigen Grey Area. Viel Wave, viel weniger bekanntes, geiles Zeug, eine Spur Neofolk und Neoklassik und auch ein Hauch Industrial kam nicht zu kurz. Auch wenn ich nicht so viel zum Tanzen gekommen bin. Es war nicht überfüllt, genau richtig – womöglich ein Geheimtip den ich im nächsten Jahr gerne wieder besuchen möchte. Mal ganz unaufgeregt ohne perfektes Ambiente, hausgemacht, sympathisch, und der Keller ist sowieso ganz großartig.

Jetzt erst wird mir bewusst wie entspannt der Abend wirklich war, labern mit Annette und Hester, und abgesehen von Spontis Dennis keine bekannten Gesichter. Pikes über den Boden schieben im schummerigen Licht dieses Kellergewölbes – nein ich hab das sehr genossen.

Wir sind dann doch zeitig aufgebrochen, da wir uns mit dem Nightliner durschschlagen mussten war das auch ganz OK. Am Kaufhaus kamen wir vorbei und sind einigen angedüseltelten Freunden noch begegnet *g*  – Adrian und Grabesmond, ihr seid putzig wenn ihr voll seid 😀  – wir sind dann aber auch weitergezogen und glücklich ins Bett gefallen.

Sonntag früh hatte ich wieder Mii-Tans Hintern im Gesicht, aber so nem niedlichen Kater kann man da nicht böse  sein, ganz im Gegenteil  – dann übliche Prozedur – Katzen flauschen, Netbook anwerfen, gucken was los war und Facebook zuspammen,Tee,  Frühstück, auftakeln.

Neue Pluderhose ausführen und der einzige Tag in etwas Kalk.

Wir waren recht zeitig fertig und hatten vor dem Spontis-Treffen noch etwas Luft, weswegen wir uns zunächst Annette, Hester und Dani anschließen wollten die mit einer Freundin Bilder machen wollten, wegen leichter Koordinierungsprobleme lief am Ende die Zeit dann doch weg und wir zogen weiter. Im Schillerpark hatten sich bereits Markus und Edith ausgebreitet und nach und nach wurde die schwarze Runde dann auch größer. Unbestreitbarwar es ein großartiges Treffen, alte Bekannte und Freunde wiedersehen und neue Leute die man sonst nur so vom Lesen her „kannte“ dann live und in nicht-Farbe zu Gesicht zu bekommen war absolut spannend.

ein Teil des Spontis-Haufens beim depressiv aus der Wäsche schauen :D

ein Teil des Spontis-Haufens beim depressiv aus der Wäsche schauen

Wir haben es dann auch geschafft unseren Pikes-Rekord zu brechen – wo im letzten Jahr neun spitzbeschuhte Fußpaare zusammenkamen, sind wir dieses Mal bei satten 14 angelangt – ich bin mir sicher daß da im nächsten Jahr nochmal Luft nach oben ist.

Da Robert ganz sicher noch ausführlicher über das Treffen berichten wird, führe ich das jetzt ebenfalls nicht weiter aus.

Ich bin mir nicht mehr genau sicher, denke aber so gegen 18:00 Uhr löste sich die Runde dann auch endgültig auf. Eigentlich wollte ich später zu Konzerten in den Volkspalast, aber da Chris schon früher gen Agra abgewandert war, stand ich erstmal alleine da und folgte einigen anderen Freunden und Bekannten ebenfalls erstmal in diese Richtung. Und das war dann auch das Aus für die Konzerte – wen überraschts. Annette und Hester saßen ebenfalls am Bowlestand, unterwegs noch weitere Bekannte getroffen – nichts führt sicherer zum Versumpfen.

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Annette und Hester (und links ein Stück Dani) beim Füße ausruhen

Witzige Sache am Rande – der Photograph der jährlich an der Agra steht und die Besucher nicht nur knippst, sondern liebenswerterweise große Ausdrucke an die – ich sags mal so – bekannteren Gesichter verteilt, sprach mich dann auch noch an und drückte mir ein Bild in die Hand. Da ich gestern mit meinem Tesla-Punk schon an ihm vorbei kam und lang und breit daneben stand als er Dani ihr Bild überreichte und sie ablichtete, musste ich schon etwas grinsen. Aber klar daß Leute die einen so nicht kennen und Reifrock mit Vollkalk erwarten, da stutzen – auf solche Reaktionen war ich unter Anderem auch tatsächlich aus. Überhaupt, das wirklich nervtötende Knippserpack blieb uns in diesem Jahr tatsächlich erspart.

Später wollten die Damen noch ein Eis in der Stadt, also zurück, Eiscafe suchen – bei der Gelegenheit hielten uns einige Passanten ihre Smartphones ins Gesicht, aber das war noch auf erträglichem Maß. Tatsächlich habe ich die Beobachtung gemacht daß einige der – im Gegensatz zu den Vorjahren – rar gesähten Knippser sich in der Tat primär auf meine bereifrockten und benürten Begleiterinnen stürzten und mich als Kerl dann links liegen liessen – nicht daß es mich stört, ganz im Gegenteil, das so zu beobachten amüsierte mich eigentlich doch eher und war auch irgendwie Teil des Experimentes 😀

Die Abendplanung führte uns schließlich wieder ins Kaufhaus zum Wedeln, obwohl ich kurz davor war mich nochmal in den Beyerhaus-Keller zu begeben, nur komplett alleine macht das auch wenig Freude.

Zinsi und Spinne sind ebenfalls seid den ersten Wedelparties auf dem WGT dabei, erwartungsgemäß ruhig – musikalisch gesehen – begann der Abend, wie üblich dauerte es eine gute Stunde bis die Musik dann auch tanzbar wurde, dann aber konnte man sich über die Auswahl wirklich nicht beschweren. Das einzige was ich bei den Beiden wirklich so garnicht ausstehen kann, sind die scheußlichen Coverversionen bekannter Wave-Klassiker die gelegentlich ausgepackt werden. Ich würde viel lieber die Originale hören, die passen auch hervorragend zu Wedelmusik, und so leid es mir tut das sagen zu müssen – bei diesen Neuverschlimmerungen schlafen mir die Arschbacken ein …

Wir hielten uns etwa bis 2 Uhr nachts, da sich langsam die anstrengenden WGT-Tage schon bemerkbar machten.

Der Montag morgen fing grau, kalt und erneut mit Katzenhaaren im Gesicht an. Keine guten Wetteraussichten für das geplante Picknick des sogenannten „grünen Forums“ – eine kleine Community für Historien-Schneider jeglicher Art. Eine Freundin schrieb noch via Facebook die Geschichte kurzerhand in ein Cafe umzuverlegen, doch wir hätten sicher nicht mehr alle erreicht, also blieben wir beim ursprünglichen Plan und steuerten das Parkschloß an.

Da der Boden von der verregneten Nacht noch naß war, liesen wir uns auf den Steinplatten davor nieder – was eigentlich ein sehr schöner Platz war, umrahmt von Beeten. Das Wetter hielt auch durch, sogar die Sonne zeigte sich. Allerdings blieben wir vier – Annette, Hester, Dani und ich – alleine, lediglich eine weitere Dame samt Begleitung sagte mal kurz Hallo und war dann auch wieder verschwunden. Schade eigentlich – der Rest hatte entweder Schiß wegen dem Wetter oder saß bei anderen Veranstaltungen fest. So oder so war es trotzdem schön.

2013.05.20 wgt Montag 016

die harten Hunde vom Kostümkram-Forum

Weit weg vom eigentlichen WGT-Geschehen ging es dann auch weiter, Dani hatte etwas von einem Flohmarkt gelesen den wir dann auch anpeilten. Wir kamen zwar kurz vor dem Ende erst, hatten aber dennoch noch genug Zeit zum genüsslichen Stöbern. Am Ende fand auch jeder was – meine Ausbeute belief sich auf einen Nietengürtel mit reichlich Kettenbehang, Manschettenknöpfe und silberne Uniform-Schulterstücke die schon fest für eine  neue Adam Ant Jacke verplant sind. Auch wenn ich danach an der Agra noch zwei Kleinigkeiten mitgenommen hatte – irgendwie sind WGT Montagseinkäufe auf Flohmärkten viel cooler als sein letztes Geld in der Shoppingmeile zu lassen. Nächstes Jahr bitte wieder so!

Der Rest verlief wie alle Jahre – Agra, Bowle, mit Leuten quatschen, weiterziehen zur Blauen Stunde. Die ersten Wehmutsanfälle weil es ja schon wieder Montags ist und dieser sich auch schon dem Ende entgegen neigt.

Auf der Blauen Stunde trafen wir nochmals auf Robert und Orphi, und noch ein paar andere Spontis waren anwesend. Die Stimmung war wie jedes Jahr wundervoll und wie jedes Jahr verfluchte ich die Flasche Met die ich zur Blauen Stunde mitbringe *lach*

Schade nur daß ich euch beide dann als wir gegangen sind, nicht mehr gesehen habe, ich hätte mich gerne noch verabschiedet, aber es war sehr voll und ich hab euch einfach übersehen am Schluß.

Der Rest ist dann auch schon WGT-Tradition – Dienstags ziemlich erledigt aus dem Bett steigen, die restlichen Sachen in die Taschen und Kisten zurück schütten, egal was in welches Eck gerät oder wie eingekrumpelt ist, hauptsache irgendwie verstaut. Nur meinem Zylinder schenkte ich mehr Sogfalt, der ist immerhin antik und seinen hervorragenden Zustand soll der ja noch lange behalten.

Autos beladen und alles zum Pushkin schleppen. Dort saßen am reservierten Tisch schon einige Leute mit sehr dicken Augenringen und hielten sich an riesigen Kaffeetassen fest.

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Dani, das Geburtstagskind lies auf sich warten, immerhin hatte Annette extra Torte bestellt und diese noch liebevoll mit dem Umriss einer victorianischen Dame aus Marzipan verziert.

Das Cafe war randvoll mit schwarzen Gestalten, die eine Kellnerin nimmt es mit Humor, die andere ist sichtlich gereizt und ab und an regelrecht ungeniessbar.

Die Meute Frühstückt ausgiebig, einige haben noch recht lange Fahrtzeiten vor sich, da sind unsere zwei Stunden dann harmlos dagegen.  Wie jedes Jahr ist der Abschied fürchterlich 😉 – ich bin ja nicht so der emotionalduselige Mensch, aber als ich Annette dann doch loslassen muss, steckt mir ein Kloß im Hals.

Zum Abschluß dann noch ein paar Komplikationen mit Leipzigs Baustellen, insbesondere der kurz vor der Agra. Wir wollten Schatten da abholen, fanden aber die richtige Umleitung nicht und das Navi ist noch weniger hilfreich, also treffen wir uns am Hauptbahnhof, treffen Annette da nochmal und nach einem Tank-Zwischenstop gehts auf die Autobahn.

Die Fahrt verlief relativ ruhig, auch wenn Chris ziemlich im Eimer war. Mit zwei Zwischenstops ging es dann und ich bin gegen 17:00 Uhr wieder zuhause und fassungslos daß die letzten Tage so unglaublich schnell vergangen sind.

Fazit zum diesjährigen WGT: extrem entspannend. Da gilt mein großer Dank aber auch Annette und Hester für das Dach über dem Kopf. Bei guten Freunden das WGT zu verbringen ist nochmal um Längen schöner als im Hotel. Danke auch an alle neuen und alten Bekannten, solche Begegnungen machen das WGT ja eigentlich aus.

Auch daß wir so ziemlich alle Stressfaktoren umschifft haben war herrlich – kein victorianisches Picknick a.k.a Knipssnick, kein Knippserterror in welcher Form auch immer. Und Konzertmarathons sind einfach auch nicht mein Ding. Ich jedenfalls hab mich rundum wohl gefühlt – jetzt mal unabhängig ob es um Treffen, Freunde, Bekannte, Veranstaltungen oder die heurige Klamottenwahl geht. Es war wie gesagt anders, aber eben gut anders 🙂 – faszinierend war auch der andere Blickwinkel, bedingt durch den Rockverzicht – aber darüber könnte man einen eigenen Artikel schreiben.

In diesem Sinne – wir sehen uns im nächsten Jahr wieder, hoffentlich dann genauso entspannt wie in diesem 😉

hester2

Rosas WGT Band-Neuentdeckungen 2011

Wieder einmal ist das WGT Geschichte. Wie jedes Jahr – kaum kommt man an, ist es dann schon wieder vorbei. Trotzdem macht es immer wieder Freude sich durch die Bandbestätigungen zu graben – naja, nicht bei Allem macht es wirklich Freude 😉 – aber es steckt doch jedes Jahr wieder wirklich großartiges drin das es sich zu entdecken lohnt.
Generell empfand ich die Bandauswahl in diesem Jahr als brilliant, doch da für mich die Treffen überwiegen sind mehr als 2-3 Konzerte irgendwie nicht drin. Bei manchen Konzert-Eindrücken ärgere ich mich offengestanden im Nachhinein schwärzer als ich eh schon bin ;), aber jetzt lässt sich da natürlich nichts mehr machen.

Vor dem WGT hatte ich eigentlich angefangen einen persönlichen Band-Check zusammenzuschreiben, doch zeitlich bin ich nicht ganz durch gekommen da es schon sehr viel Arbeit ist zumindest für sich die interessanten Dinge herauszusuchen. Da der Artikel aber schon angefangen war und doch einige Stunden drin steckten, wollte ich ihn an dieser Stelle zumindest in Form einer persönlichen Band-Neuentdeckungs-Empfehlung recyclen.

She’s All That:

http://www.myspace.com/67840

Hinter dem erstmal wenig sagenden Bandnamen verbirgt sich ein Projekt das einfach geil ist – herrlich minimalelektronisch, rotzig und animiert zum unkontrollierten Rumspringen. Die Jungs(?) in ihren grauen Space-Overalls und den Olle-Knacker Latexmasken gehen jedenfalls tierisch ab – Devo lässt grüßen, nicht nur wegen der herrlich-durchgeknallten Performance:

Auf der Homepage der selbsternannten „rüstigen Frontopa“ heißt es da:

…, eine elektronische Provokation irgendwo zwischen Achtziger Retro und dem Dance Core des 21. Jahrhunderts. Schnarrige Maschinentöne, Sequenzer-Gequetsche, verzerrte Weltraumstimmen und Rock bis in den Staub – das alles ist She’s All That.

Dem lässt sich wenig hinzu fügen – anno 2010 kam das Debut-Album „Extra Fruity Disgusting“ heraus, vorher hatte sich die Band mit dem Titel „Jabtac“, der mächtig nach prodigy-mässigem Elektropunk schreit, in das Gehör der MDR-Sputnik-Hörer gebohrt. einen gelungenen Spagat zwischen 80er-Electronica und Elektropunk bietet beispielsweise das Stück „Superkid“ oder „Nic’s Fertilizer“. Ich jedenfalls bin begeistert – bitte MEHR!

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http://www.myspace.com/67840

Hey! Die haben nen DeLorean im Profilbild! Und dann noch DIESE Beschreibung:

„Eddie Bengtsson, John Foxx & Kraftwerk sitting in front of the Commodore64, playing Wizball and Last Ninja and enjoying the soundtracks… Some say, it sounds similar to the earlier OMD… others say, that someone has given a Gameboy to New Order… somewhere between there maybe. „

Erste Assoziation war dann auch S.P.O.C.K – völlig zu recht! Ich bin wieder einmal begeistert!

Gut, völlige Newcomer sind die Jungs nun offenbar nicht, der Bandname war mir vage auch schon ein Begriff, doch mal in Ruhe reinhören habe ich erst vor dem WGT geschafft – für mich persönlich also durchaus eine Neuentdeckung.
1999 formierte sich die Minimalelektronik-Formation als Zwei-Mann Projekt, 2001 erschien das erste Album.
Vom Hörgenuss passt das Ganze auch beim Selbstversuch nahtlos in die Synthiepop-Klangcollagen der frühen 80er. Hab ich schonmal erwähnt daß ich begeistert bin?

Passend gibts als Hörprobe den Titel „Schwarz“ um die Ohren 😉

„Mathematics“ schleppt sich mit klimpernden Synthies schwermütig in den Gehörgang und erweist mit dem Text eindeutigen Nerd-Charakter. „Circuits“ kommt da schon fröhlicher daher und löst wieder den Rumspring-Faktor aus.

Nach so viel Elektronik gehts jetzt in etwas ruhigere Gefilde aus der Sparte Neoklassik bis Pagan Folk

Ich bin ein großer Fan von Matt Howden aka Sieben, leider war der Plan diesen genialen Musiker in diesem Jahr wieder live zu erleben zeitlich genauso wenig machbar wie eben auch andere Konzertpläne.
Vor Sieben hat heuer eine mir gänzlich unbekannte Künstlerin ihre Musik im Schauspielhaus präsentiert, da im Normalfall Ähnliches zusammen gesteckt wird habe ich hier einmal näher reingehört:

Jo Quail

http://www.joquail.co.uk/

Die klassich ausgebildete Musikerin tritt mit E-Cello und Loop Pedal an. Ähnlich wie Sieben baut sie solo mit Hilfe der Technik die live Sampels aufzeichnet welche danach in Schleife abgespielt werden können, Ebene für Ebene auf. Was dabei herauskommt klingt aber wieder völlig anders als Matt Howden. Ruhig, athmosphärisch-ambientig, kraftvoll, dicht bis hin zu dunkel und mysteriös. „Kopfkino-Musik“ eben.

Auf youtube sind sonst leider kaum gute Videos zu finden, vom WGT Auftritt gibt es dieses hier, das – wie so oft – nicht unbedingt umwerfend in der Tonqualität ist, und gerade bei so ruhigen mehr neoklassik-lastigen Stücken fällt das meiner Meinung nach schon ins Gewicht.
Jedenfalls, auch die Musik dieser Künstlerin macht bei mir mächtig Lust auf mehr 😉

Der Samstag im Felsenkeller gab eine Menge Neofolk her. Tatsächlich habe dort an dem Tag auch meine einzigen beiden Konzerte mitbekommen. Wir waren jedoch nicht von Beginn an dort, deswegen habe ich

The Green Man

http://www.myspace.com/thegreenman

leider nicht gesehen. Die italiensche Neofolk-Band besteht seit 2004, war mir bis neulich aber offengestanden kein Begriff.

Der Bandname legt schon den Verdacht nahe, daß man sich inhaltlich wohl gern in esoterisch-okkulten Gefilden aufhält, der Blick auf die Band-Homepage bestätigt diesen Verdacht – komisch aber auch daß Neofolker da nicht selten Schlag für haben *kicher* – jedenfalls heißt es da, daß sich die Texte vorwiegend mit Gnostizimus, Alchemie und Mystizismus auseinandersetzen. Eine Prise Crowley darf dabei freilich auch nicht fehlen:

Sehr feierlich-rituell kommt auch „Final Journey“ in der Ohrmuschel an. Als ruhiger aber doch eidnringlicher Ohrwurm hat sich „Sons of Dawn“ bei mir eingenistet.

Auch diese Band werde ich ganz sicher weiter verfolgen und mich genüsslich durch Hörpoben hören.

Die letzten beiden bands im Felsenkeller waren Spiritual Front und ROME – keine Neuentdeckungen, ROME habe ich an die 4 mal inwzischen live gesehen und Spiritual Front ist zumindest von Konserve ein alter Bekannter.

In der Bandliste stecken sicher noch ein paar andere Neuentdeckungen, da ich nachträglich aber gerade keinen Nerv und Zeit habe mich nochmal durchzugraben, freue ich mich über die vier oben genannten und hoffe daß für den einen oder anderen Leser da auch etwas dabei ist was auf offene Ohren stößt 😉 – das nächste WGT kommt bestimmt, und da freue ich mich schon auf weitere großartige Neuentdeckungen, unabhängig davon ob ich es zu dem Konzerten auch schaffe oder nicht.