Androiden in der Pfalz – das Science Fiction Treffen in Speyer, 2018

Wieder einmal liegt ein grandioses Wochenende hinter mir, und wieder einmal versuche ich dem Con-Blues beizukommen, indem ich meine Erinnerungen zu virtuellem Papier bringe, damit ich sie mit euch teilen kann!

Daß die Con-Geherei Spaß macht merkt man wohl spätestens dann, wenn mans ich denkt – zwischen zwei Terminen ist so ne lange Zeitspanne, wie soll man das nun aushalten – da muss noch irgendwas rein!

So erging es mir zumindest heuer, nach der FedCon (den Bericht gibts hier) war ich im siebten Nerd-Himmel und heiß auf mehr – im weiteren Jahresverlauf waren noch die Comic Con in Stuttgart im Terminkalender vermerkt sowie die TimeLash, die vor vier Jahren mein Einstieg ins Con-Leben war und ich seitdem auch nicht mehr missen möchte.

Ich befragte also ein bisschen das Internet und meine Mit-Nerds auf Facebook, was es denn noch so alles gäbe, und so fiel die Wahl letztenendes auf das Science Fiction Treffen im schönen Speyer.

Gesagt getan ging ich wieder schnurstracks auf Pennplatz- und Zugverbindungs-Suche. Dieses Mal würde ich wieder alleine unterwegs sein, aber es waren ja genug Bekannte von vergangenen Cons anwesend – da sollte man immer mal Anschluß oder eine Gelegenheit zu Quatschen finden …

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Antonov 22 – Transportflugzeug, eines der größten Exponate

Zugegeben, das Programm des Treffens war für meinen Geschmack eher dürftig – überwiegend Star Wars und dazwischen versteckt zwei kleine Highlights für den geneigten Trekkie, denn mit Mark Allen Shepherd wurde der Schauspieler angekündigt, der in Deep Space Nine die kleine und stumme Rolle des Morn innehatte – der aber seinerzeit schnell zu einem Fan-Liebling wurde. Und dazu Lieven L. Litaer, seines Zeichens Klingonisch-Lehrer – selbst wenn ich nicht vor rund vier Wochen angefangen hätte, mich ernsthaft mit dieser Sprache zu befassen (und meine Lern-App sagt, ich könne schon gut 60 Wörter 😀 ), so wäre das ein hochinteressanter Programmpunkt geworden. Leider aber sagte er ein paar Wochen vorher dann ab … damit fiel ein ganzes Drittel meiner Programmpunkte schon flach, aber gut – bei solchen Gelegenheiten trifft man ja, wie gesagt – Freunde und Bekannte, und dann war da noch die Örtlickeit – das Technikmuseum in Speyer versprach gar exorbitant interessant zu sein, und das konnte es auch voll und ganz halten …

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Beim Füßevertreten am Freitag abend konnte ich das Museum schon ausfindig machen

Aber zurück zum Anfang – Freitag gegen Mittag zog ich los, wie immer schlug ich mich via Zug durch die Landschaft. Bis Speyer sollte ich laut Plan um die fünfeinhalb Stunden brauchen, aber – da haste die Rechnung wieder mal ohne die Jungs von der Bahn gemacht … zum Glück kam nur eine halbe Stunde tatsächlicher Verspätung dabei raus, während der Fahrt hatte ich der Tochter meines dortigen Vermieters Bescheid gegeben, die die Schlüsselübergabe für ihren Vater machen sollte. Ganz spontan antwortete sie mir, als ich fast schon angekommen war – ich hol dich ab, bis zur Wohnung sind das ja 15 Minuten zu Laufen!

Und da wurde mir wieder bewusst daß Speyer so groß nicht sein kann, denn je größer eine Stadt umso weniger empfindlich sind die Bewohner bei den Distanzen – in meinem Heimatkaff setzen sich die Leut schon für die sprichwörtlichen paar Meter in ihre Karossen – während ich der Meinung bin, das nächstgrößere Kaff ist auch mit dem Rad noch absolut in vertretbarer Reichweite …

Trotzdem war ich ganz froh um den netten Taxi-Service und so kamen wir bei der kurzen Fahrt zur Wohnung schon überraschend angeregt ins Gespräch …

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Da oben ist das Bett – unglaublich gemütlich … 

Die Wohnung war für einen einzelnen Menschen ziemlich großzügig, und recht witzig hergerichtet, irgendwie mit dem Charme eines Altbau-Mini-Lofts irgendwo zwischen „modern renoviert“ und kitschigen Dekoteilen in Form von Mini-Ritterrüstungen und ähnlichem. Das Bad – ausgestattet mit Regendusche und zwei Stufen hoch zum stillen Örtchen – das somit wahrlich einem Thron aus Porzellan gleichkam 😀
Ich hab mich sofort wohl gefühlt – bei meinen Alleingang-Trips hab ich bisher entweder das Sofa bei Freunden belegt oder mir solche Wohnungen gesucht. Das gefällt mir um Längen besser als Hotels. Bei Freunden hat man einfach mehr Zeit die man mit Freunden verbringen kann, da man die sonst nicht so oft sieht, und die Wohnungen sind einfach viel größer, gemütlicher und tolliger als ein knappes Hotelzimmer, in dem es nie richtig still ist.

 

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Spot fusselt schonmal das geräumige Sofa voll … 

Mein Highlight war das Bett, dazu hatte man über dem Eingang nämlich einen kleinen abgetrennten Vorraum gebaut und obendrüber einfach ein – sogar recht großes – Hochbett eingerichtet. Verdammt gemütlich. Ich kann nie die erste Nacht schlafen, wenn ich in einem fremden Bett bin, aber Hochbetten scheinen eine Ausnahme zu bilden – ich kippte nämlich sofort weg, und das obwohl ich 5 Stunden vor meiner normalen Nachteulen-Zeit schon unter die Decke gekrochen war .. faszinierend!

 

Dafür klingelte der vorsorglich gestellte Wecker morgen erbärmlich früh … für Grufties sind solche Veranstaltungen nicht grade freundlich, zumindest nicht für die die auch primär in der Nacht auf den Füßen sind – ich versuchte also beim Abstieg aus dem Bett nicht allzu abrupt der Schwerkraft zu folgen und machte mich daran, am Wasserkocher rumzufummeln. Da braucht man ordentlich Tee … den Kühlschrank hatte ich beim vorabendlichen Füßevertreten schon etwas gefüllt, die Innenstadt lag nämlich nur wenige Minuten zu Fuß weg, und der Dom war dann auch sofort in Sichtweite – ich beschloss also, solange noch Licht war, mal ein Auge drauf zu werfen, und als ich am Dom war, blitzte auch schon die riesige Boeing 747, die im Technikmuseum ausgestellt ist, keck über einige Büsche, daher beschloss ich, doch mal weiter in diese Richtung zu gehen, und nicht lange drauf hatte ich das Museum auch schon gefunden.

Alles recht überschaubar in Speyer …

Nachdem ich hinreichend wach war, fing ich an mich in Data zu verwandeln, für das Wochenende hatte ich nur ihn mitgenommen, Data macht mir einfach besonders viel Spaß … allerdings muss ich die alte Uniform wirklich in Rente schicken, die war um die Arme rum eh schon etwas knapp bemessen, der Sport der vergangenen Monate hat das Problem aber noch ziemlich verschärft – Oberarme anspannen ist eine doofe Idee und zu meiner Überraschung wars auch an den Unterarmen teilweise regelrecht schmerzhaft eng geworden … hilft jetzt nichts, Augen zu und durch …

Etwas später als geplant verlies ich dann meine Unterkunft gen Museum – natürlich mit Spot auf dem Arm 😀

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Englische Kunstflug-Maschine, passenderweise kopfüber unters Dach gehängt 😀

Das Museum war auf den ersten Blick schon faszinierend, und beim Ausgang der Lillerhalle ins Freigelände, standen die ersten Händler – da ich etwas bestimmtes suchte, stöberte ich gleich mal, wurde dann aber jäh von der Seite unterbrochen, da mir jemand einen Barren goldgepresstes Latinum andrehen wollte. Komisch, seine Ohren waren viel zu klein, dafür der Kerl zu lang für einen Ferenghi 😀 – wie auch immer, Androiden haben keinen Bedarf für so materielle Dinge … das sah er dann auch irgendwie ein …

Das Freigelände ist eine einzige Spielwiese für Flugzeugverrückte. Für gewöhnlich vergesse ich es immer, bei Veranstaltungen Fotos zu machen – oder mache nur recht wenige, aber hier schaffte ich rund 150 Bilder – ich bin selbst ganz erstaunt. Allerdings könnt ihr euch überwiegend auf Bilder von Flugzeugen und Autos, in verschiedensten Ansichten und Winkeln, freuen …

Zum Freigelände wollte ich aber später zurück, denn zunächst konnte ich dort niemanden finden der mir bekannt vorkam.
Es stapelten sich aber überall tonnenweise Star Wars-Kostümierte, von allen erdenklichen Fraktionen … und man muss sagen daß die Mehrheit auch verdammt gut war – kein Wunder, denn diese Mehrheit dürfte zur „German Garrison“ gehören, einem Kostümverein mit recht hohen Ansprüchen.

Die Anzahl anwesender Trekkies war jedoch überschaubar, dafür begrüßte man einander so ziemlich jedesmal – vom höflichen Sich-Zunicken unter Starfleet-Offizieren bis zum enthusiastischen High Five mit einer sehr grünen aber auch sehr netten Orionerin, war alles dabei …

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Die Raumfähre Buran – in voller Pracht

Meine nächste Station war die Raumfahrt-Halle, in der auch einige Autos und Motorräder standen, Kernstück aber ist die russische Antwort auf das amerikanische Space Shuttle – die Raumfähre Buran – russisch für „Schneesturm“.

Ein beeindruckendes Teil, ich bin an dem gesamten Wochenende mehrmals die Treppe hochgegangen um in das Innere zu gucken, einmal als kaum jemand mit mir oben stand, hab ich mir besonders viel Zeit gelassen – sowas zu sehen ist schon was wirklich besonderes und ich glaube, ich bin ein wenig verliebt 😀

Die Buran hatte es über das Teststadium leider nie hinausgebracht, die einzige Fähre die es zu Testzwecken bis ins Weltall geschafft hatte, bei einem unbemannten Flug, wurde 2002 in Bajkonur zerstört, als das Dach des Hangars einbrach.

Bei dem in Speyer ausgestellten Modell handelte es sich um die OK-GLI, die 1984 als Prototyp für das Start- und Landesystem gebaut wurde. Sie konnte genau wie ein Flugzeug eigenständig von einer Startbahn abheben – etwas was ihre amerikanische Kollegin nicht schafft. In diesem beeindruckenden Video sieht man das gute Stück im Flug, und wenn man das Gerät in echt und voller Größe gesehen hat, dann sind diese Bilder noch Erfurcht erweckender als sie es so schon sind.

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Blick in die Buran – die Ausmaße lassen sich schwer wiedergeben

Das Museum bietet aber so noch weitere Dinge, wie ein Stück echtes Gestein vom Mond, Kleidung und Anzüge von Astronauten und Kosmonauten, diverse Ausrüstungsgegendstände, bis hin zu originalen, eingeschweißten Essensrationen – die stellenweise sogar schon mit im All waren 😀

Meine Bekannten hatte ich bis dahin immernoch nicht gesehen, also wanderte ich wieder aufs Aussengelände und widmete mich dort den mehr terrestrischen Fluggeräten.

Allen voran ist dort die Boeing 747 „Schleswig-Holstein“, ehemaliger Vorzeige-Vogel der altehrwürdigen Lufthansa, die zweite Sensation. Den gesamten Apparat hat man auf eine gewaltige Plattform verfrachtet, wohin man über eine lange Wendeltreppe gelangt.

Dort oben ist es windig, und mit einigem Ärger merkte ich wie meine sorgfältig in Reih und Glied geklebte Androiden-Frisur langsam zum natürlichen, chaotischen Zustand zurückkehren wollte … verdammte Axt … die Freude am Flugzeug nahm das aber dennoch nicht. Das Gelände füllte sich zunehmend mit Gästen, und darunter waren auch reguläre Besucher die garnicht speziell zum SciFi Treffen wollten. Aber auch unzählige Familien, deren Nachwuchs offenbar voll auf „Star Wars“ war – ich habe irgendwann mal aufgehört zu zählen, wie viele kleine Sturmtruppler oder plastiklichtschwertschwingende Mini-Vaders  in vollem Enthusiasmus gegen meine Schienbeine rannten …

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Boeing 747 „Schleswig-Holstein“ – auf ihrem Podest

Jedenfalls machte das den Andrang in den Fluggeräten nicht besser. So wurde man meistens etwas durchgeschoben, gerne hätte ich mir etwas Zeit gelassen, ich liebe den Geruch von Technik am Morgen 😀 – und Flugzeuge haben da wieder ihre ganz eigenen Aromen. Passagierflugzeuge riechen ganz anders als militärische Maschinen, die Antonov 22 die sich weiter hinten befindet hat mehr was metallisches, während die alten russischen Hubschrauber nach Öl und anderen Schmiermitteln riechen .. ab-so-lut herrlich!
Und da wähnte ich mich kurz eines Momentes wunderbarer Einsamkeit in einer Maschine, als hinter mir eine Dame durch die Luke kroch,  kurz innehielt und laut feststellte – „Bah, hier drin stinkts aber!“
Banausen! Wissen einfach nicht was gut ist …

Ich schob mich also wieder ins Freie und nahm Kurs auf den nächsten begehbaren Vogel.

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Boeing 747 – Blick in die Innereien – der Laderaum ohne Verkleidungen

An der Boeing traf ich dann endlich auch mal Bekannte – nämlich Jeanette, die Mit-Moderatorin des Orville-Podcastes ist, samt Begleitung. Wir verquatschten uns reihum und zogen dann zu viert weiter – nochmal zur Buran, da war ich zwar schon drin, aber nochmal schadet nicht … und dann fanden wir die Star Trek-Ecke – bisschen unglücklich ins Abseits hatte man die Gruppen gestellt, doch man kam sofort ins Gespräch – klar, das gemeinsame Interesse ist schwer übersehbar gewesen 😀

Meine Begleiter zog es dann schon bald zur Nahrungsaufnahme, zunächst schloß ich mich an, erinnerte mich dann aber daran daß ich noch einen Programmpunkt eingeplant hatte und es doof wäre den sausen zu lassen, wenn die eh rar gesäht waren, also verabschiedete ich mich vorläufig und machte mich auf in den Vortragssaal.

Dort sprach Nikolai Budarin, russischer Kosmonaut, über seine Arbeit und seine Erfahrungen bei insgesamt zwei Missionen auf der Mir, sowie einer zur ISS. 444 Tage verbrachte er dabei im All und über 44 Stunden bei Aussenbord-Einsätzen.

Durch die live-Übersetzung aus dem Russischen war der Vortrag anfangs etwas gemächlich, doch Budarin kam dann schnell in Fahrt und hatte massenweise Bilder und Aufnahmen von seinen Missionen dabei. Auch wenn er ein recht ruhiger Typ Mensch zu sein scheint, so sprühte seine Begeisterung durch jedes Wort und jede Zeile.

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Dieser Stein stammt tatsächlich vom Mond

Interessant auch die Geräuschkulisse die einige der Aufnahmen untermalt, denn auf den Raumstationen herrscht beständig ein durchdringender Lärm, der sich dadurch erklärt daß man in so einer Station oder einem Space Shuttle ja nicht einfach so die Maschinen vor dem Schlafengehen mal abschalten kann – Ventilatoren halten die Luft in Bewegung, da es natürlich keinen Wind gibt der die frische Luft verteilt, und unzählige andere Geräte müssen ebenso ständig in Betrieb bleiben. Eine zusätzliche Belastung zu der Enge, der Schwerelosigkeit und der Tatsache daß einen nur wenige Meter von einer unglaublich kalten und luftlosen Umgebung trennen.
So erzählte Budarin auch wie es ihm erging als er für seine erste Mission ausserhalb der Station, „nur“ im Raumanzug im Weltall schwebte – wie er minutenlang erstmal so dahing und nach Luft rang, bis er sich an die unendliche Schwärze des Weltalls gewöhnt hatte und sein Körper vom Panikmodus endlich wieder runterkam.

Und wie man ihn nach der Landung aus der Kapsel holte und ihn fragte ob er alleine stehen könne – mit den Originalaufnahmen dieses Augenblickes untermalt – und er heldenhaft meinte, ja, er könne schon laufen, es aber sofort bereute als sein Kreislauf dann nach wenigen Schritten kurz mal aufgab. Mehrere Stunden würde es dauern, bis man nach der Landung wieder stehen, geschweige denn Laufen könne, da der Kreislauf sich erstmal wieder an die Schwerkraft gewöhnen müsse.

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Das Cockpit der Buran. Recht beengt, trotz der Größe des gesamten Schiffes.

Und mit solchen Einblicken ging die Zeit zu schnell herum. Nikolai Budarin meinte selbst, er könnte noch stundenlang weitermachen, und ich hätte ihm sehr gerne auch noch weitere Stunden dabei zugehört …

Draussen fand ich meine Bekannten erstmal nicht mehr, also widmete ich mich den restlichen Exponaten – weiter hinten standen noch die U9 – ein deutsches U-Boot, und das Schiff das in den 90ern von der Kelly Family bewohnt wurde – ein antiker Coaster Baujahr irgendwas 1920 … leider konnte man nicht durchs Innere gehen – nur auf dem Deck entlanglaufen.
Wasser ist absolut nicht mein Element, daher sind Schiffe nicht so sehr mein Ding, auch wenn die paar Exponate natürlich trotzdem sehr sehenswert sind. U-Boote sind vielleicht Ausnahmen von dieser persönlichen Regel – die sind wieder äusserst spannend, leider wurde man auch durch die U9 dank massivem Andranges nur so durchgeschoben. Als witziges Detail am Rande hatte man eine Figur aufs „stille Örtchen“ gesetzt und spielte durchaus sehr malerische Darmgas-Geräusche als Hintergrundbeschallung dazu sein, die für reichlich Gelächter bei den Besuchern sorgten …

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Maschinenraum der U9

Auf dem Aussengelände fand ausserdem die Kostümparade statt, die am Samstag den Gruppen vorbehalten war – also primär Star Wars. Da die Qualität der Kostüme wirklich hervorragend war, wars ziemlich interessant anzusehen – besonders Mandalorianer, muss ich sagen, gefallen mir ziemlich gut, vielleicht weil deren Rüstungen immer bisschen was abgeranztes, abgeschabtes und damit sehr endzeitiges haben … leider war die Moderation etwas dröge, passende Musikuntermalung fehlte irgendwie auch – so musste ich mal kurz in mich hineingrinsen, als von irgendeinem Stand auf dem Gelände laut das Deep Space Nine-Theme rüberschallte (das meine absolute Lieblings-Trek-Titelmelodie ist) – während vor uns ein großer Haufen Sturmtruppler in Reih und Glied strammstanden.

Kurz ertappte ich mich bei dem Gedanken, was ich wohl machen würde, würde ich auf die seltsame Idee kommen, was aus Star Wars zu cosplayen … hmm, gute Frage – kein Sturmtruppler, ich wäre ein Han Solo, oder ein junger Luke Skywalker – ooder ein Mando .. aber nope, auf so komische Ideen würde ich eigentlich niemals kommen 😀 – einmal Trekkie, immer Trekkie!

Daß ich damit zur anwesenden Minderheit gehörte, bewies mir ein weiteres Mal die Dame neben mir, die ihrem Nachwuchs mit erstaunlicher Zielsicherheit jeden vorbeilaufenden Charakter nennen konnte – bis sich am Ende der Parade eine kleine Star Trek Truppe anschloß zu der auch Andorianer gehörten – da verliesen sie ihn ganz spektakulär – „Guck mal Schatz – das sind … ähm .. blau angemalte Leute!“

Das Phänomen begegnete mir an dem Wochenende aber noch ein paarmal, so rief man mir ein paarmal „Spock“ hinterher, und im Gespräch mit einem Bekannten, der lediglich ein Fan-Shirt in TOS-gelb mit dem Aufdruck des Starfleet-Deltas trug – also absolut kein Kostüm, kam ein Cosplayer dazwischen und unterbrach uns mit den Worten „Ihr gehört doch zum gleichen Universum oder?“
Vorbeirollende Büsche … mein Bekannter und ich gucken uns an und suchen beide nach passenden Worten.

„Naja, das Symbol da, das ist bei beiden von euch doch voll ähnlich .. oder?“

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Detail des Cockpits der Boeing 747

Etwas später fand ich meine Bekannten von vorhin auch wieder, doch wir hatten nicht viel Zeit nochmal zusammen durch die Hallen zu schlendern, die Autogrammstunde wurde nämlich wieder aufgebaut. Die Schlange war schon lang, dennoch stellte ich mich mit an, denn nur an diesem Termin war Nikolai Budarin auch beim Signieren, und die Chance wollte ich ergreifen.

Es gibt eines was ich am Anstehen bei Cons absolut lieben gelernt habe – man kommt zwangsweise mit seinem vor- oder Hintermenschen ins Gespräch. Und so kams dann auch hier. Zuerst mit der Dame vor mir, dann kam noch die Dame hinter uns dazu, und bald hatten wir ein großartiges Gespräch über allemöglichen Serien und Fandoms am Laufen. Am Ende stellte sich heraus daß wir eine geschlagene Stunde und fast 15 Minuten angestanden hatten. Ohne es zu merken .. und dann waren wir fast an der Reihe – plötzlich eine Ansage – Nikolai Budarin wäre jetzt schon weg.

Verdammte Kacke …

Naja, wenn ich schonmal da bin – Mark Allen Shepherd saß ja noch, und den wollte ich sowieso und auf jeden Fall erwischen!

Bitte mit Bild-machen-dürfen … ich fischte nach meinem Telefon und erschrak gar heftig als ich das Teil ziemlich warmgelaufen aus der Tasche zog. Ich hatte bei den letzten Flugzeugen vergessen die Kamera auszumachen, jetzt war der Akku leer und das Drum ein wunderbarer Fingerwärmer. Verdammte Kacke – zweites Kapitel. Mit extra viel Mist dekoriert …

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Die Mondlandschaft mit den Autogrammtischen – links unten: Mark Allen Shepherd

Ich war also dran und steuerte „Morns“ Tisch an, die Assistentin verstand meinen Namen nicht – oder war vielleicht verwundert weil der männlicher klang als ich für sie womöglich aussah … also beschriftete ich den Zettel selbst, der kam auf ein wunderbares Bild von Morn und wurde durchgereicht. Es war kaum Andrang da wir mit die Letzten waren, meine Begleiterinnen hielten sich bei den Synchronsprechern von Luke und Leia auf, die ebenfalls da waren – Morn und Deep Space Nine kannten sie nicht – und dann gings wieder mal schnell, diesmal aber ganz unnötig. Mark Allen Shepherd meinte nur grinsend – „Oh, Data’s better half!“ ich lachte nur nervös, guckte beim Signieren zu, sagte brav Danke und daß es schön wäre ihn getroffen zu haben – und dann verschwand ich wieder und verfluchte mein entleertes und immernoch leicht warmes Telefon – das wäre wenigstens ein Aufhänger gewesen, nach dem Bild zu fragen .. aber vielleicht fehlt mir auch nur noch die Con-Erfahrung, später schaffe ichs eventuell auch mal, nem Schauspieler ein Gespräch aufzuhängen …

Innerlich etwas angefressen wartete ich noch auf meine neuen Bekanntschaften, die fröhlich mit den beiden Sprechern palaverten, und Fotos machten … aber ich hätte es etwas unhöflich gefunden, mich nun einfach aus dem Staub zu machen, wo wir uns ja schon so gut unterhalten hatten.

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Spacelab-Modul – in der Nähe der Star Trek-Ecke (wie man sehen kann)

Gefühlte Ewigkeiten später kamen beide, eine verabschiedete sich überschwenglich, die andere kam mit zum Ausgang. Meine Uhr sagte 18:15 und gute 10000 abgelaufene Schritte .. ein paar mehr werdens bis zur Unterkunft noch werden. Das Mädel legte mir noch Nahe den Bus bis in die Stadtmitte zu nehmen .. sie kam aus Speyer. Aber mal ehrlich – auf den Bus zu warten und sich dann hochkutschieren lassen hätte wohl länger gedauert und solang mir die Füße noch nicht abgefallen sind, geht das alles …

Kurz darauf kam ich auch in meinem temporären Domizil an, schälte mich aus den verdammtnochmal zu eng gewordenen Uniform-Ärmeln irgendwie raus und hüpfte unter die tolle Regendusche.

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker abermals unangenehm früh … versuche wieder, die Leitersprossen zu treffen, Wasserkocher an, Tee einfüllen, und loslegen.

Danach haue ich eine Extraportion Haarlack auf meine sorgfältig gelegte Androiden-Frisur, denn diesmal hatte ich keinen Bock daß mir wieder alles um die Ohren fliegt, sobald etwas Wind kommt, und dann wieder Farbe ins Gesicht und Goldpuder drauf – inzwischen hat das Waschbecken schon eine dezente aber kaum übersehbare Schicht Glitzer abbekommen.

Dann nochmal in die zu kleine Uniform gezwängt, Spot auf den Arm gesetzt, und los gehts wieder.

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Nochmal die Lillerhalle von der Empore aus überblickt

Heute hatte ich auch nicht mehr vor als gestern, das Panel von Mark Allen Shepherd war um halb drei auf dem Programm, enttäuschenderweise mit nur einer halben Stunde angesetzt. Um drei Uhr war die zweite Kostümparade, die auch für Besucher zum Mitmachen wäre, aber – Morn ist mir viel wichtiger, ich hatte kurz sinniert, mitzulaufen – die Star Trek Fraktion unterstützen, doch das wird ohne zweimal nachzudenken von der geistigen Liste gestrichen.

Im Museum angekommen inspizierte ich die Exponate der Lillerhalle mal ausgiebiger, am Vortag hatte ich mir kaum Zeit genommen. Danach stattete ich den Ständen am Ende der Halle nochmal einen Besuch ab und nehme das mit wonach ich am Vortag schon gesucht hatte – ein kleines, farbig emailliertes klingonisches Abzeichen (fürs Revers des Alltags-Jacketts), eine größere Variante in altsilberner Optik und einen klingonischen Communicator-Pin.

Wenn man schon klingonisch lernt, ist die logische Konsequenz, auch passendes G’wand mal im Schrank zu haben …

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Meine Mitbringsel

Auf dem Aussengelände mustere ich den Stand von Bresser nochmal, der mir am Vortag schon aufgefallen war. Die Jungs hatten einen Dobson dabei, im gleichen Ausmaß wie mein Eumelchen, und ein kleinerer Newton stand dahinter auf Montierung, mit Nachführung … zu einem Spottpreis – da musste ich nachfragen, denn Eumelchen soll über lang auch zum Fotos-machen herhalten, das geht dann ohne die Nachführung nicht .. ich komme also mit einem der Herren am Stand ins Gespräch, wir fachsimpeln etwas, am Ende stellt sich heraus – der nette Herr verkauft zwar Bresser-Optiken, ist aber privat kein Fan davon und hat da ganz anderes Zeug im Garten stehen. Solle ich „Eumelchen“ mal entsprechend umrüsten wollen, so meint er hinter vorgehaltener Hand, so möge ich zu nem anderen Hersteller greifen, und ja – diese Montierungen und Nachführungen kosten dann deutlich mehr, weil die dann auch viel stabiler sind.
Ich wusste da gibts nen Fallstrick bei dem Preis … er überlegte kurz ob er mir ein Prospekt geben soll, lässt es nach dem vorangegangenen Gespräch aber doch und legt mir den Besuch eines Teleskoptreffens nahe, um da mal bei Hobby-Astro-Kollegen die ganzen Möglichkeiten direkt zu testen, dafür wären diese Treffen immerhin da.
Ich danke ihm, und ziehe mit Spot auf dem Arm von dannen …

In der Raumfahrthalle entdeckte ich nun endlich einen weiteren Bekannten – und schon sind wir angeregt im Gespräch. Babylon 5, Star Trek, Requisitenbau mit LEDs .. so ganz normales Zeug eben … wenn sich auf Verwandtschaftsgeburtstagen die Leute eher über sowas unterhalten würden, als über – wer jetzt welche Krankheit wieder hat und wer nun schon wieder gestorben ist, dann würde ich mich um keinen mehr drücken 😀

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Im Inneren der Antonov

Dann wage ich mich nochmal in die Star Trek Ecke und bin schon wieder im Gespräch – die Gruppe „Starfleet Operations“ steht da – Live-Rollenspiel … ich bin mies im Rollenspiel und war dafür berüchtigt sogar beim Pen&Paper der perfekte Antagonist zur notwendigen Spontanität zu sein. Trotzdem wollten mich in unregelmässigen Abständen Leute dazu überreden, mal auf eine Live-Sache mitzukommen, ich fürchte nur, es kam nie gut an wenn ich darum bat einen Charakter spielen zu dürfen der kaum etwas sagt aber dafür allen eins aufs Maul geben darf … OK, da ist vielleicht doch irgendwo ein bisschen Klingone versteckt 😀
Jedenfalls aber – die Gruppe ist extrem gut ausgestattet und organisiert, also – mal sehen, wäre dann die nächste neue Erfahrung, und bei Star Trek kenn ich mich immerhin aus … das musste ich dann einen Stand weiter gleich beweisen, als man mir da den „Test zur Aufnahme an die Starfleet-Akademie“ überreicht – drei Bögen mit unterschiedlichen Fragen zu Star Trek, als kleines Spielchen für die Besucher. Hah – ein Leichtes!

Bei der Auswertung wär ich auch – ganz Data-Like – beinahe fehlerfrei durchgekommen, hätte ich nicht bei der Dauer des Gesamtwerkes aller Star Trek-Serien- und Filme am Stück danebengeraten, und mich bei der Frage nach dem TNG-Charakter mit den Angststörungen ins Bockshorn des Flüchtigkeitsfehlers jagen lassen, da auch der Name des Schauspielers dastand … verdammte Axt 😀 – dabei gehört Barclay zu meinen Lieblingscharakteren – ehrlich. Immerhin kann ich seine Probleme gut nachvollziehen und finde es großartig wie im Lauf der Serie damit umgegangen wurde.

Zur Belohnung gab es einen Aufkleber der USS Danubia – der kommt in mein Klingonisch-Vokabelbuch. Die Fan-Gruppe ist aus Regensburg und dürfte der Club sein der mir noch gerade so am nächsten ist .. OK, auch nicht ums Eck, aber eftunell – mal schaun.

Noch eins weiter laden mich zwei Herren von den SciFi Days in Grünstadt zu ihrem Trek-Dinner ein, das ist mal garnicht in Reichweite aaber – wer weiß. Ich bin inzwischen reisefreudig und für weitere Ausflüge mehr als nur bereit! Und die Veranstaltung in Grünstadt wäre heuer auf meiner Liste gewesen – wenn sie heuer stattgefunden hätte. Aber gut – nächstes Jahr ist auch noch ein Jahr …

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Jetzt taten mir allerdings die Füße ordentlich weh, und hinter der Buran war gerade eine Bank komplett frei – bis zum Panel von Mark Allen Shepherd lies ich mich da nieder und schmachtete die Fähre an … irgendwie aber erregte ich dort trotzdem Aufmerksamkeit. Also halte ich mittendrin immer mal mit Spot auf den Beinen für ein Bild still, manchmal setzen sich Erwachsene daneben, danach ein kleiner Kylo Ren mit dem obligatorischen Plastik-Laserschwert … wie schon in meinem FedCon Beitrag gesagt, ist die Foto-Frage bei solchen Veranstaltungen angenehmer als beim WGT – und natürlich freut man sich wenn die Leute einem was nettes zum eigenen Kostüm sagen oder einem dann sagen daß das auch deren Lieblingscharakter ist – das größte „Kompliment“ aber machte mir ein junger Mann etwas später, der plötzlich etwas verdattert neben mir stand, sich dann wieder fing und meinte, er dachte tatsächlich, ich wäre „der Echte“ – weswegen er kurz wie vom Donner gerührt dastand.

Und dann war es Zeit für Morns Panel.

Die Halle war spärlich gefüllt, allerdings weiß ich nicht wieviele hinter mir noch reingekommen sind, ich bekam relativ weit vorne einen Platz und hatte ausnahmsweise auch mal keinen von der Sorte „hatte als Kind zu viel Dünger in den Socken“- vor mir.

Bevor es losgeht wechseln sich ein paar Bilder auf der Videoleinwand ab, darunter ein großartiges Fan-Art von Morn, das ich gleich abknippsen musste. Und dann betretenen Mark Allen Shepherd und der Moderator die Bühne.

Fan Art für Morn

Fan Art für Morn

Letzterer gibt ohne Umschweife zu, sich mehr bei Star Wars auszukennen und wer Morn ist hätte er sich auch erstmal anlesen müssen – aha, wieder einer … trotzdem macht er die Sache ganz gut, die meiste Zeit aber erzählt sowieso „Morn“.

Mark Allen Shepherd war selbst immer großer Trekkie und meldete sich natürlich sofort als die Ausschreibungen für Deep Space Nine bekannt wurden. Dabei hängte er sich stundenlang ans Telefon, die Leitung war nämlich dauerbesetzt und mittendrin komplett überlastet, mit etwas Hartnäckigkeit jedoch gelang es ihm, einen Termin zum Casting zu bekommen. Daß die Rolle die ihm zugedacht wurde, eine Vollmaske beinhalten würde, schreckt die meisten Schauspieler eigentlich immer ab, denn wiedererkannt zu werden ist oft nicht ganz unwichtig – in der Hoffnung daß sich mit steigender Bekanntheit so natürlich auch weitere Jobs ergeben. Shepherd aber war glücklich bei Star Trek dabeisein zu dürfen, auch wenn man sein Gesicht nie sah (bis auf einmal). Einer Eingebung folgend, erschien er dann zum ersten Drehtag, obwohl man ihm vehement sagte, er wäre da garnicht im Drehplan vorgesehen gewesen, auch am Set wollte man ihn wieder heimschicken, bis Michael Westmore – der Chef-Maskenbildner – ihn sah und zu einem Eck dirigierte in dem sein Kostüm und seine Maske schon bereit lagen. Irgendwer hatte einen Fehler beim Drehplan gemacht und wäre Shepherd seiner Eingebung nicht  gefolgt, so hätten wir Morn womöglich nie zu Gesicht bekommen  …

Auch daß seine Figur für die ganzen sieben Jahre in denen DS9 lief, fester Bestandteil werden würde, konnte er anfangs nicht ahnen, Morn aber wurde schnell zu einem Fan-Liebling und war aus dem Quarks natürlich nicht wegzudenken. So wurde extra für ihn in der 6. Staffel mit „Who mourns for Morn“ eine Episode geschrieben, die sich allein um Morn dreht – und in der man Mark Allen Shepherd einmal kurz ohne Maske sehen kann – er war der Bajoraner den Quark auf den Stammplatz des vermeintlich verblichenen Morn setzte.

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Mark Allen Shepherds Panel

Mark Allen Shepherd ist neben der Schauspielerei aber auch ein Künstler, so führte eine flapsige Bemerkung seinerseits dazu daß mehrere seiner Gemälde im Set-Design der Raumstation auftauchten. Es gab nämlich ein Coverbild auf einer Zeitschrift, auf dem Morn mit Quark und einigen Dabo-Mädchen posierte, daraufhin wurde Shepherd von einer Dame aus der Aufnahmeleitung scherzhaft als „Coverboy“  angesprochen, der dann konterte, er wäre ja nicht nur ein tolles Model, sondern auch ein Künstler – falls sie mal seine Arbeiten sehen wollen würde … und sie war dann so begeistert daß die Bilder eben in den Quartieren der Siskos, Dax und weiteren Charakteren, zu sehen waren.

Er erzählte dann noch wie es dazu kam daß er nach Deutschland zog – 2001 nämlich lernte er seine spätere Frau auf einer deutschen Convention kennen und ein Jahr später wanderte er dann aus. Shepherd redete auch teilweise deutsch in seinem Panel. Zum Schluß gab es noch ein paar Zuschauerfragen, und ich wäre das erste Mal drauf und dran gewesen in einem Panel mal selbst aufzustehen, doch leider fiel mir keine wirklich gute Frage ein.
Den kleinen Vortag beendete Morn dann mit der Darbietung seines umgetexteten Songs „Morn to be wild“

Draussen war die Kostümparade dann fast schon durch, das Panel war dann doch länger als angesetzt war, was mich natürlich gefreut hatte, denn eine halbe Stunde wäre bei den ganzen schönen Anektoden ja viel zu wenig gewesen.

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Welten treffen aufeinander … 

Ich besuchte ein paar Flugzeuge nochmal und ging ein letztes Mal in die Buran. Der Tag war zwar noch nicht zuende, aber das Gelände wurde langsam leerer, also überlegte ich ob ich auch zeitig abhauen sollte und nochmal eine Runde durch Speyer drehen.
Hinten bei der Mondlandschaft baute man die letzte Autogramm-Session auf und die ersten stellten sich schon an. Oder sollte ich auch nochmal, und mein Foto nachholen? Ob das OK wäre?
Aber die Schlange war dann bereits wieder zu lange und nochmal eine Stunde stehen wollte ich nun nicht mehr.
Ich entdeckte dafür noch einen Teil des Museums, den ich bislang übersehen hatte und durchforstete zum Abschluß den Museums-Shop .. die schönsten Modelle der Buran waren leider derbe teuer, ein Bausatz des amerikanischen Space-Shuttles hatte ich danach aber schon in der Hand, entschied aber den später mal zu bestellen, denn im Zug wollte ich die doch nicht ganz so handliche Schachtel nicht rummanövrieren.

Und dann machte ich mich auf den Weg zurück, schrubbte mir die Farbe aus dem Gesicht und war danach viel zu erledigt um nochmal nach draussen zu gehen. Die Wohnung war mit Glotze ausgestattet, also ertappte ich mich dabei, wie ich tatsächlich „Star Wars – Epsiode IV“ anmachte und dabei feststellte, daß ich den Film trotz allem schon verdammt oft gesehen hatte … versteht mich nicht falsch, ich finde die „Feindschaft“ zwischen den beiden Lagern eigentlich doof, ich schaue mir Star Wars auch wirklich gerne an, nur ein Fan bin ich nicht. Das ist primär Sache des persönlichen Geschmacks. Star Trek hingegen hat mich von Anfang an gepackt und egal wie das klingt – es bedeutet mir recht viel, da ich die Grundphilosophie, miteinander anständig umzugehen und Lösungen für Probleme auf friedlichem, intelligentem Wege zu finden, für ziemlich erstrebenswert halte – im ganz alltäglichen Leben.

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Die Anfänge der Telekommunikation – Telefonnetz-Schaltzentrale aus den 50ern

Ich bin auch ganz bewusst zu diesem Treffen gefahren obwohl ich wusste daß mich primär StarWars-lastiges Programm erwartete, hätte es mich wirklich gestört, dann hätte ich vom Besuch natürlich abgesehen …

Am nächsten Morgen verstaute ich meine Dinge wieder zurück in meinen großen Army-Rucksack, putzte mein restliches Essen weg, sowie den Goldstaub aus dem Bad, und dann war ich fertig zum Aufbruch …

Mit nicht völlig guter Laune, denn die Bahn-App meldete schonwieder Störungen auf meiner Strecke – sauber, das dauert dann wieder länger als vorgesehen … glücklicherweise aber fuhr der verspätete ICE auf der Strecke einiges raus, sodaß ich mit einer flotten Renneinlage den letzten Zug erwischte – ein Hoch auf die Abwesenheit des blöden Rollkoffers – leider bekomme ich nicht immer alles in meinen Army-Rucksack rein sodaß ich das dämliche Ding ab und zu leider auch mal mit mir rumschleppen muss.
Wenigstens hatte ich diesmal daran gedacht, Sitzplätze zu reservieren, also konnte ich auch mal Leute von meinem Platz aufscheuchen, statt wie sonst selbst gescheucht zu werden .. und so kam ich ganz planmässig nachmittags um 4 Uhr wieder in heimischen Gefilden an.

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Vielen Dank und bis nächstes Mal!

Mein Fazit: ich hatte ein wirklich entspannendes Wochenende, auch wenn ich diesmal größtenteils alleine unterwegs war, so war das in dem Fall nicht so schlimm. Persönlich bin ich immens froh daß ich mit jedem Ausflug wieder ein Stück mehr davon zurückerobere, wie schon paarmal angedeutet, habe ich über 10 Jahre so meine Problemchen gehabt, zu denen auch Angststörungen zählen – Hallo Reg Barclay, reich mir die Pfote, Bruder …

Das Museum bietet viel Anschauungsmaterial, sodaß es einem auch alleine garantiert nicht langweilig wird, und eben auch wenn das Programm nicht unbedingt viel aus dem eigenen Fandom zu bieten hat, so hat sich der Besuch dennoch absolut gelohnt. Das SciFi Treffen ist auch durchaus kinderfreundlich, da die Kostümgruppen auch immer Aktionen für Mini-Fans machen und das Gelände auch so für Kinder einiges parat hat.

Im nächsten Jahr setze ich Speyer wieder mit auf die Liste, denn auch wenn es wieder viel Star Wars geben sollte, so könnte ich im Zweifelfsall auch endlich Speyer selbst gar anschauen gehen, ausserdem bekommt das Museum laufend neue Exponate, sodaß man in 12 Monaten sicher wieder einiges zu bestaunen hat. Und auch wenn sich einiges verläuft, so sind dennoch Freunde und Bekannte da die man dann gerne wiedersieht. Meine Wohnung würde ich dann, so sie dann frei ist – wieder buchen, da die Lage einfach ideal ist und ich mich auch sehr wohlgefühlt habe.

Ausserdem würde ich das Museum gerne nochmal in Ruhe besuchen – ausserhalb des Treffens, und zwar so daß auch sonst möglichst wenig andere Besucher da sind – und dann die große Kamera mitnehmen, denn die Möglichkeiten einer Handyknippse sind eben nicht das Wahre.
Nächster Stop ist dann die TimeLash in Kassel, und danach wirds wohl daran gehen sich nach den Terminen fürs nächste Jahr umzusehen … und Data eine neue Uniform verpassen 😀

 

 

 

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Tiefenentspannt in Leipzig – eine WGT-Nachlese

So langsam schlägt er auch bei mir ein, der fiese post-WGT-Blues. Jetzt wo man realisiert daß die 4-5 Tage schon wieder vorbei sind, bevor man irgendwie im WGT-Gefühl voll eingetaucht ist. Ja, es war rasend schnell vorbei, viel zu schnell für meinen Geschmack, und jetzt sitze ich hier, schreibe diese Zeilen und kann es eigentlich kaum glauben daß man wieder ein Jahr warten muss.

Anders war das WGT in verschiedenster Hinsicht, aber auf jeden Fall ein gutes „anders“. Dinge gelegentlich einfach mal anders anzugehen, kann erfrischend sein und neue Blickwinkel geben. Was jedoch nicht anders war, war, entgegen meiner vorlauten Bekundungen im Vorfeld, meine Konzert-Frequenz. Zwei Stück an der Zahl in diesem Jahr, eine Steigerung um eines zum Vorjahr – aber wie wir alle wissen ist das WGT ja auch kein schnödes Festival, sondern ein Treffen. Sagt ja schon der Name.

Donnerstag gegen mittag machte sich die fränkische Aussenstelle für Gruftologie, Abteilung Rüschengrufti in Vertretung durch das Ehepaar Kalkleiste – Frau Wiegärtner und Herr Chalybeia mit offenem Cabrio-Verdeck und geballter Ladung gute-Laune Wave auf die Autobahn gen Leipzig. Wir kamen einwandfrei durch und landeten so wohlbehalten bei Annette, die uns auch in diesem Jahr liebenswerterweise aufnahm.

Das Gepäck fiel etwas handlicher aus und war schnell nach oben geschafft, wo die Katzen erstmal ausgiebigst an den Taschen und Kisten schnuffelten. Meine Androhung, dieses Mal keinen einzigen Rock, egal ob schmal oder Reifrock, mitzunehmen, habe ich durchgezogen. Zwar hatte ich die Befürchtung daß ich das spätestens wenn meine Freunde in großen Kleidern auflaufen, das bereuen würde, aber ganz im Gegenteil, der Wohlfühlfaktor lag ganz eindeutig auf Seite von Hosen, Fräcken und Zylindern – insofern war die Entscheidung goldrichtig. Also, nicht daß ich mich im Reifrock unwohl fühle – wäre dem so hätte ich schießlich nie einen angezogen 😉

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beim Anstehen

Nach einem Ründchen quatschen wurden dann noch ein paar Besorgungen in der Stadt getätigt und sich in die schon gut angewachsene Schlange zum Bändchen abholen am Hauptbahnhof eingereiht. Eine geschlagene Stunde hatten wir zu warten, die verging zum Glück ganz zügig da wir mit Bekannten die sich dazu gesellten, angenehmen Zeitvertreib hatten.

Dann noch ein kleines Abendessen und kurz auffrischen, und los ging es zum Freiluft-Tanz der Blauen Stunde auf der Wiese hinter dem Parkschloß.

Wie im letzten Jahr war das ein hervorragender Auftakt, Grablichter, Fackeln, Feuerkörbe und Räucherstäbchen und um die „Tanzfläche“ scharten sich auch diesmal die Gäste auf Decken.

Recht schnell fanden mich Robert und Orphi, die beiden an dem Abend gleich zu treffen hat mich sehr gefreut. Daneben hatte ich mich auch mit anderen Leuten verabredet die ich bis dahin nur virtuell kannte und ganz gespannt darauf war selbige dann real kennenzulernen. Auch wenn manche vom Anreisestress etwas geplättet waren – was man ja auch verstehen konnte.

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Mariell, Annette und Hester bei der Blauen Stunde

Markus Rietzsch vom Pfingstgeflüster war mit Edith auch da, und plötzlich hatte Robert dann noch ein Shooting angeleiert. Ja ein wenig paradox ist das ja schon, aber immerhin handelt es sich ja um das Pfingstgeflüster und nicht um einen dreisten Wildknippser der an der Agra im Gebüsch lauert …

Und so ging der Donnerstag dann auch vorbei.

Der Freitag erwies sich als der sonnigste und wärmste Tag. Und auch wenn es nach soviel mehr Stoff aussieht, ich kann nur sagen, als Kerl im Frack mit allem Drum und Dran wird einem schneller ganz schön warm als im Reifrockfummel.

Nach einem kurzen Abstecher an die Agra – bei dem Chris und mir beinah die Sicherungen durchbrannten weil auf der Bornaischen Strasse kurz vor der Agra *schon wieder* an der Brücke rumgebaut wurde, diese deswegen gesperrt war und uns einiges überflüssige Gegurke bescherte,  bis wir an einer Tram-Haltestelle das Auto stehen liesen um die letzten 5 Stationen dann noch mit der Bahn hinter uns zu bringen.

Entsprechend kurz blieb der erste Agra-Abstecher, der Photo-Termin war um 16:00 Uhr am Grassi Museum ausgemacht, wir waren zeitig da, und da Chris mich begleitete fragte Markus ihn postwendend auch ob er Lust hätte ebenfalls vor die Linse zu springen.

Gesagt getan, einige Bilder wurden vor den großartigen Wandmalereien des römischen Zimmers im Museum gemacht, einige draußen auf dem ehemaligen Johanna-Friedhof hinter dem Museum, und einige im Innenhof . Am Ende hätten wir uns auch beinahe verquatscht, doch der nächste Termin stand aus – wieder ein bekanntes Gesicht als  Shan Dark vom Schwarzen Planeten samt Begleitung durch das Tor kam um ebenfalls für das Magazin abgelichtet zu werden.

In meinem Fall ist das der dritte Auftritt im Pfingstgeflüster – 2007 hatte ich die Ehre mit Bild und Interview zum Thema selbstgeschneiderte Kleidung abgedruckt zu werden, 2012 mit einem Artikel zum Victorianischen Picknick, und eben dieses Jahr mit Besucherbild – in Frack, Zylinder und mit Gehstock, versteht sich.

Danach waren die ersten – und eben auch einzigen Konzerte des Treffens auf dem Plan. Der Weg führte und dafür gen Volkspalast, unbestreitbar eine der schönsten Konzert-Locations. Vor dem Gebäude trafen wir Annette und Hester – unsere Gastgeberinnen – wieder, die den Tag auf dem Victorianischen Picknick verbracht haben,wenn auch nur am Rande des Geschehens.

Im Nachhinein bin ich mehr als glücklich mich diesmal dagegen entschieden zu haben, nahzu alle Bekannten und Freunde die da waren, haben wenig Spaß gehabt angesichts der Aufmersamkeitssuchenden die (auf Nachfrage von Grabesmond !) sonst nichts mit Szene oder WGT zu tun hatten und allein als Photomotive dort rumstaksten. Naja, jedem das Seine, ich brauche das nicht, egal wie aufwendig und auffällig ich rumlaufen mag.

Auch Velvetrealm trafen wir dann vor der Halle, die etwas verspätet zum eigentlichen Einlasstermin dann geöffnet wurde. Wir waren recht weit vorne dabei und konnten so noch einen Tisch mit Sitzplätzen ergattern.

meine Wenigkeit, Annette und Hester warten auf Einlass im Volkspalast

meine Wenigkeit, Annette und Hester warten auf Einlass im Volkspalast

Camerata Mediolanense  hatte hauptsächlich ruhige Stücke im Gepäck, bis auf ein älteres Stück zum Abschluß das richtig energiegeladen nochmal die Atmosphäre elektrisierte. Kein schlechtes Konzert, nur durchgehend vielleicht etwas zu ruhig und auch zu kurz, denn nach gut einer halben Stunde war auch wieder Schluß. Danach leerte sich der Saal und wir nutzen die Gelegenheit in der einstündigen Zwischenpause noch mit Bekannten zu quatschen und unverhofft lernte ich auch noch die Künstlerin hinter Maskenzauber – Maren Söhnlein – von der Chris seinen absolut großartigen Dreispitz bekommen hat, kennen. Hat mich sehr gefreut, eine wirklich absolut sympathische Dame!

Wir wechselten zu einem Tisch mit besserer Sicht auf die Bühne, der vor uns freigeworden war,  nachdem ich das halbe erste Konzert zwei lange Kerle direkt vor der Nase stehen hatte, war das eine willkommene Gelegenheit für freien Blick auf die zweite Band.

Daemonia Nymphe aus Griechenland hatte ich bereits 2010 auf dem Festival Mediaval live gesehen, fand deren Auftritt in dem Rahmen aber wenig berauschend. Irgendwie ging die neoklassische Band mit Bezug zur griechischen Mythologie im raueren Ambiete von Mittelaterbands und Dudelsackquetschern ziemlich unter, was schade war da die Band eigentlich wirklich sehr gut ist.

Im Volkspalast mit den griechisch wirkenden Säulen und dem generellen Flair aber war das Konzert richtig bombig. Auch wenn sich einige Zuschauer schon wieder verzogen hatten, die Griechen schafften es die Stimmung regelrecht zu elektrisieren mit beeindruckenden Stimmen und hypnotischen Rythmen. Genial.

Leider gibt es keine Bilder vom Konzert da meine Kamera-Akkus schwächelten.

Danach wäre nach einer weiteren Stunde Wartezeit Actus  noch auf dem Programm gestanden, doch wir entschieden und zum Rückzug, Futtersuche in der Innenstadt und danach weiterziehen zum Städischen Kaufhaus, wo wir auf den Beginn des ersten Wedelabends zwar noch warten mussten, die Zeit wurde uns aber in netter Gesellschaft – Remo Sorge und Lisa Morgenstern hatten sich mit weiteren Bekannten dort niedergelassen –  auf der Terrasse des Restaurants über dem Kaufhaus  verkürzt – nicht zuletzt weil der Kellner sich gnadenlos verausgabte beim Tisch umstellen, servieren, Regenschirme zusammenkleben (da dann ein Regenschauer niederging) rumblödeln – mit dem Ergebnis daß er sich ein Loch in die Hose riß als er von einem wackligen Stuhl beinahe auf die Nase flog – und neben dem Beinkleid damit auch noch den Stuhl lädierte.

Im Kaufhaus legte Freitags dann Tom Manegold auf, in bewährter Göttertanz-Tradition. Musikalisch natürlich hervorragend, kann man sich nicht beschweren, es wurde wie zu Erwarten aber sehr schnell sehr voll und extrem warm.  Ich widerstand dennoch dem Drang aus dem Frack zu hüpfen (das macht mann nicht 😉 ) und bin einfach mal zwischendrin Luft schnappen gegangen. Gegen 3 Uhr hatten wir dann genug und machten uns auf den Rückweg. Hester nutzte ein blau ausgeleuchtetes Gebäude dann noch für ein paar wirklich gelungene Bilder.

urbane Lichtmalereien

urbane Lichtmalereien

Ohne Tee geht nix.

Ohne Tee geht nix.

Der Samstag morgen begann dann mit einem haarigen Katzen-Hintern in meinem Gesicht. Annettes Kater – Mii-tan – fand den Besuch dann doch ganz OK und hat sich morgens gleich mal laut schnurrend „aufgedrängt“ – da ich aber seid 5 Jahren chronisch unter-katzt bin, störte mich das nicht ganz so sehr 😀  also Kater durchflauschen zum Aufwachen, dann Frühstück, Netbook anwerfen und schauen was derweil so passiert ist in der Welt. Und danach in Schale werfen für den zweiten WGT Tag.

Ein besonderes Projekt hatte ich dazu in der Tasche, es ist noch lange nicht vollendet, aber ein Anfang ist gemacht, an geeigneter Stelle werde ich das noch einmal näher ausführen.

Auch wenn ich kurz davor war das Gewand daheim zu lassen – wie ich ehrlich gestehen muss – als ich dann das erste Mal komplett drin steckte, war ich durchaus überzeugt – Steampunk kennt man ja, Teslapunk eher nicht so, auch wenn es das als Literaturgattung schon gibt, an eine textile Umsetzung hat sich meines Wissens nach noch niemand gesetzt. Die Idee spukt tasächlich schon recht lange in meinem Kopf herum.

So ging es dann ins Grassi-Museum, zunächst wollten wir die Führung zu den historischen Klamotten da mitnehmen, haben uns das dann aber anders überlegt. Frau von Unruh schloß sich dann noch in ihrer mehr als genialen Data-Nüre an, damit terrorisierten dann schonmal zwei Nerds die Umgebung mit Gesabbel über Star Trek und Doctor Who 😀 – muss ja auch mal sein …

Beim Karten holen fürs Museum wurde ich auch gleich indirekt auf die Röhren an meinen Goggles angesprochen, war sehr witzig daß der Herr gleich einordnen konnte daß es sich um ein Modell für Verstärker handelte 😀 – entgegen der Annahme daß die Drähte an der Brille auch funktional waren, können meine Röhren leider nicht glimmen, ich hab die Kabel nur dekorativ verlegt. Auch der Ausschnitt eines Schaltplanes auf dem anderen Brillenglas wurde bemerkt, ich habe mir natürlich nicht wahllos irgend einen geschnappt – es handelt sich tatsächlich um den Schaltplan eines Theremins 😉

Tesla-Punk - nur echt mit richtigen Elektronenröhren auf der Rübe :P

Tesla-Punk – nur echt mit richtigen Elektronenröhren

In der Schuh-Ausstellung des Museums trafen wir wieder mal auf Freunde und Bekannte. Die Exponate waren aber auch sehr interessant bis skurril. Faszinierend wie andere Künstler gewisse Thematiken so umsetzen.

Danach sind wir nochmal gen Agra, ein paar Leute treffen – was auch sonst – eine Bowle schlürfen, etwas versumpfen. In der Stadt gemütlich ein Eis verputzen (den Kellner da hab ich auch lieb *g* – auch wenn Dani mir nochmal explizit sagen musste wie er mich angesprochen hat da ich es im ersten Moment garnicht realisiert hatte) – Blödsinn machen – ich sag nur Santär-Cyber – nein ich erkläre das jetzt nicht näher, aber auch in dem Fall wissen diejenigen die dabei waren worum es geht 😉 – dann weiter zur Abendgestaltung.

Auf Wedelparty am Abend hatte ich keine Lust, wir ziehen das seid 2008 die drei WGT-Abende durch, und so gern ich die Musik mag, besonders da ich weiß daß Remo und Lisa hervorragend auflegen – man muss auch mal was anderes sehen und hören.

Im Beyerhaus-Keller fand ich eine nette Wave-Party. Die Locations war göttlich, altes Kellergwölbe, nackte Backsteine, zusammengewürfelte Sofas, blanke Heizungsrohre und unverputze Kabel. Spitze. Und wenn man da ein Glas Wein bestellt bekommt man einen randvollen Plastikbecher … was dann auch den Rest des Abends ausgereicht hatte.

Musikmässig war die Auswahl schwer a la der hiesigen Grey Area. Viel Wave, viel weniger bekanntes, geiles Zeug, eine Spur Neofolk und Neoklassik und auch ein Hauch Industrial kam nicht zu kurz. Auch wenn ich nicht so viel zum Tanzen gekommen bin. Es war nicht überfüllt, genau richtig – womöglich ein Geheimtip den ich im nächsten Jahr gerne wieder besuchen möchte. Mal ganz unaufgeregt ohne perfektes Ambiente, hausgemacht, sympathisch, und der Keller ist sowieso ganz großartig.

Jetzt erst wird mir bewusst wie entspannt der Abend wirklich war, labern mit Annette und Hester, und abgesehen von Spontis Dennis keine bekannten Gesichter. Pikes über den Boden schieben im schummerigen Licht dieses Kellergewölbes – nein ich hab das sehr genossen.

Wir sind dann doch zeitig aufgebrochen, da wir uns mit dem Nightliner durschschlagen mussten war das auch ganz OK. Am Kaufhaus kamen wir vorbei und sind einigen angedüseltelten Freunden noch begegnet *g*  – Adrian und Grabesmond, ihr seid putzig wenn ihr voll seid 😀  – wir sind dann aber auch weitergezogen und glücklich ins Bett gefallen.

Sonntag früh hatte ich wieder Mii-Tans Hintern im Gesicht, aber so nem niedlichen Kater kann man da nicht böse  sein, ganz im Gegenteil  – dann übliche Prozedur – Katzen flauschen, Netbook anwerfen, gucken was los war und Facebook zuspammen,Tee,  Frühstück, auftakeln.

Neue Pluderhose ausführen und der einzige Tag in etwas Kalk.

Wir waren recht zeitig fertig und hatten vor dem Spontis-Treffen noch etwas Luft, weswegen wir uns zunächst Annette, Hester und Dani anschließen wollten die mit einer Freundin Bilder machen wollten, wegen leichter Koordinierungsprobleme lief am Ende die Zeit dann doch weg und wir zogen weiter. Im Schillerpark hatten sich bereits Markus und Edith ausgebreitet und nach und nach wurde die schwarze Runde dann auch größer. Unbestreitbarwar es ein großartiges Treffen, alte Bekannte und Freunde wiedersehen und neue Leute die man sonst nur so vom Lesen her „kannte“ dann live und in nicht-Farbe zu Gesicht zu bekommen war absolut spannend.

ein Teil des Spontis-Haufens beim depressiv aus der Wäsche schauen :D

ein Teil des Spontis-Haufens beim depressiv aus der Wäsche schauen

Wir haben es dann auch geschafft unseren Pikes-Rekord zu brechen – wo im letzten Jahr neun spitzbeschuhte Fußpaare zusammenkamen, sind wir dieses Mal bei satten 14 angelangt – ich bin mir sicher daß da im nächsten Jahr nochmal Luft nach oben ist.

Da Robert ganz sicher noch ausführlicher über das Treffen berichten wird, führe ich das jetzt ebenfalls nicht weiter aus.

Ich bin mir nicht mehr genau sicher, denke aber so gegen 18:00 Uhr löste sich die Runde dann auch endgültig auf. Eigentlich wollte ich später zu Konzerten in den Volkspalast, aber da Chris schon früher gen Agra abgewandert war, stand ich erstmal alleine da und folgte einigen anderen Freunden und Bekannten ebenfalls erstmal in diese Richtung. Und das war dann auch das Aus für die Konzerte – wen überraschts. Annette und Hester saßen ebenfalls am Bowlestand, unterwegs noch weitere Bekannte getroffen – nichts führt sicherer zum Versumpfen.

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Annette und Hester (und links ein Stück Dani) beim Füße ausruhen

Witzige Sache am Rande – der Photograph der jährlich an der Agra steht und die Besucher nicht nur knippst, sondern liebenswerterweise große Ausdrucke an die – ich sags mal so – bekannteren Gesichter verteilt, sprach mich dann auch noch an und drückte mir ein Bild in die Hand. Da ich gestern mit meinem Tesla-Punk schon an ihm vorbei kam und lang und breit daneben stand als er Dani ihr Bild überreichte und sie ablichtete, musste ich schon etwas grinsen. Aber klar daß Leute die einen so nicht kennen und Reifrock mit Vollkalk erwarten, da stutzen – auf solche Reaktionen war ich unter Anderem auch tatsächlich aus. Überhaupt, das wirklich nervtötende Knippserpack blieb uns in diesem Jahr tatsächlich erspart.

Später wollten die Damen noch ein Eis in der Stadt, also zurück, Eiscafe suchen – bei der Gelegenheit hielten uns einige Passanten ihre Smartphones ins Gesicht, aber das war noch auf erträglichem Maß. Tatsächlich habe ich die Beobachtung gemacht daß einige der – im Gegensatz zu den Vorjahren – rar gesähten Knippser sich in der Tat primär auf meine bereifrockten und benürten Begleiterinnen stürzten und mich als Kerl dann links liegen liessen – nicht daß es mich stört, ganz im Gegenteil, das so zu beobachten amüsierte mich eigentlich doch eher und war auch irgendwie Teil des Experimentes 😀

Die Abendplanung führte uns schließlich wieder ins Kaufhaus zum Wedeln, obwohl ich kurz davor war mich nochmal in den Beyerhaus-Keller zu begeben, nur komplett alleine macht das auch wenig Freude.

Zinsi und Spinne sind ebenfalls seid den ersten Wedelparties auf dem WGT dabei, erwartungsgemäß ruhig – musikalisch gesehen – begann der Abend, wie üblich dauerte es eine gute Stunde bis die Musik dann auch tanzbar wurde, dann aber konnte man sich über die Auswahl wirklich nicht beschweren. Das einzige was ich bei den Beiden wirklich so garnicht ausstehen kann, sind die scheußlichen Coverversionen bekannter Wave-Klassiker die gelegentlich ausgepackt werden. Ich würde viel lieber die Originale hören, die passen auch hervorragend zu Wedelmusik, und so leid es mir tut das sagen zu müssen – bei diesen Neuverschlimmerungen schlafen mir die Arschbacken ein …

Wir hielten uns etwa bis 2 Uhr nachts, da sich langsam die anstrengenden WGT-Tage schon bemerkbar machten.

Der Montag morgen fing grau, kalt und erneut mit Katzenhaaren im Gesicht an. Keine guten Wetteraussichten für das geplante Picknick des sogenannten „grünen Forums“ – eine kleine Community für Historien-Schneider jeglicher Art. Eine Freundin schrieb noch via Facebook die Geschichte kurzerhand in ein Cafe umzuverlegen, doch wir hätten sicher nicht mehr alle erreicht, also blieben wir beim ursprünglichen Plan und steuerten das Parkschloß an.

Da der Boden von der verregneten Nacht noch naß war, liesen wir uns auf den Steinplatten davor nieder – was eigentlich ein sehr schöner Platz war, umrahmt von Beeten. Das Wetter hielt auch durch, sogar die Sonne zeigte sich. Allerdings blieben wir vier – Annette, Hester, Dani und ich – alleine, lediglich eine weitere Dame samt Begleitung sagte mal kurz Hallo und war dann auch wieder verschwunden. Schade eigentlich – der Rest hatte entweder Schiß wegen dem Wetter oder saß bei anderen Veranstaltungen fest. So oder so war es trotzdem schön.

2013.05.20 wgt Montag 016

die harten Hunde vom Kostümkram-Forum

Weit weg vom eigentlichen WGT-Geschehen ging es dann auch weiter, Dani hatte etwas von einem Flohmarkt gelesen den wir dann auch anpeilten. Wir kamen zwar kurz vor dem Ende erst, hatten aber dennoch noch genug Zeit zum genüsslichen Stöbern. Am Ende fand auch jeder was – meine Ausbeute belief sich auf einen Nietengürtel mit reichlich Kettenbehang, Manschettenknöpfe und silberne Uniform-Schulterstücke die schon fest für eine  neue Adam Ant Jacke verplant sind. Auch wenn ich danach an der Agra noch zwei Kleinigkeiten mitgenommen hatte – irgendwie sind WGT Montagseinkäufe auf Flohmärkten viel cooler als sein letztes Geld in der Shoppingmeile zu lassen. Nächstes Jahr bitte wieder so!

Der Rest verlief wie alle Jahre – Agra, Bowle, mit Leuten quatschen, weiterziehen zur Blauen Stunde. Die ersten Wehmutsanfälle weil es ja schon wieder Montags ist und dieser sich auch schon dem Ende entgegen neigt.

Auf der Blauen Stunde trafen wir nochmals auf Robert und Orphi, und noch ein paar andere Spontis waren anwesend. Die Stimmung war wie jedes Jahr wundervoll und wie jedes Jahr verfluchte ich die Flasche Met die ich zur Blauen Stunde mitbringe *lach*

Schade nur daß ich euch beide dann als wir gegangen sind, nicht mehr gesehen habe, ich hätte mich gerne noch verabschiedet, aber es war sehr voll und ich hab euch einfach übersehen am Schluß.

Der Rest ist dann auch schon WGT-Tradition – Dienstags ziemlich erledigt aus dem Bett steigen, die restlichen Sachen in die Taschen und Kisten zurück schütten, egal was in welches Eck gerät oder wie eingekrumpelt ist, hauptsache irgendwie verstaut. Nur meinem Zylinder schenkte ich mehr Sogfalt, der ist immerhin antik und seinen hervorragenden Zustand soll der ja noch lange behalten.

Autos beladen und alles zum Pushkin schleppen. Dort saßen am reservierten Tisch schon einige Leute mit sehr dicken Augenringen und hielten sich an riesigen Kaffeetassen fest.

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Dani, das Geburtstagskind lies auf sich warten, immerhin hatte Annette extra Torte bestellt und diese noch liebevoll mit dem Umriss einer victorianischen Dame aus Marzipan verziert.

Das Cafe war randvoll mit schwarzen Gestalten, die eine Kellnerin nimmt es mit Humor, die andere ist sichtlich gereizt und ab und an regelrecht ungeniessbar.

Die Meute Frühstückt ausgiebig, einige haben noch recht lange Fahrtzeiten vor sich, da sind unsere zwei Stunden dann harmlos dagegen.  Wie jedes Jahr ist der Abschied fürchterlich 😉 – ich bin ja nicht so der emotionalduselige Mensch, aber als ich Annette dann doch loslassen muss, steckt mir ein Kloß im Hals.

Zum Abschluß dann noch ein paar Komplikationen mit Leipzigs Baustellen, insbesondere der kurz vor der Agra. Wir wollten Schatten da abholen, fanden aber die richtige Umleitung nicht und das Navi ist noch weniger hilfreich, also treffen wir uns am Hauptbahnhof, treffen Annette da nochmal und nach einem Tank-Zwischenstop gehts auf die Autobahn.

Die Fahrt verlief relativ ruhig, auch wenn Chris ziemlich im Eimer war. Mit zwei Zwischenstops ging es dann und ich bin gegen 17:00 Uhr wieder zuhause und fassungslos daß die letzten Tage so unglaublich schnell vergangen sind.

Fazit zum diesjährigen WGT: extrem entspannend. Da gilt mein großer Dank aber auch Annette und Hester für das Dach über dem Kopf. Bei guten Freunden das WGT zu verbringen ist nochmal um Längen schöner als im Hotel. Danke auch an alle neuen und alten Bekannten, solche Begegnungen machen das WGT ja eigentlich aus.

Auch daß wir so ziemlich alle Stressfaktoren umschifft haben war herrlich – kein victorianisches Picknick a.k.a Knipssnick, kein Knippserterror in welcher Form auch immer. Und Konzertmarathons sind einfach auch nicht mein Ding. Ich jedenfalls hab mich rundum wohl gefühlt – jetzt mal unabhängig ob es um Treffen, Freunde, Bekannte, Veranstaltungen oder die heurige Klamottenwahl geht. Es war wie gesagt anders, aber eben gut anders 🙂 – faszinierend war auch der andere Blickwinkel, bedingt durch den Rockverzicht – aber darüber könnte man einen eigenen Artikel schreiben.

In diesem Sinne – wir sehen uns im nächsten Jahr wieder, hoffentlich dann genauso entspannt wie in diesem 😉

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Tournüren-Treffen in der Eremitage

Je älter man wird, umso schneller scheint die Zeit zu rasen – da wars doch erst September, und damit Schulbeginn, und jetzt ist das Jahr schon wieder so gut wie rum.
Doch auch blogtechnisch ist einiges liegen geblieben, Grund genug das jetzt in den Ferien mal nachzuholen.

Inzwischen ist nicht nur der Winter-Göttertanz schon wieder vorbei – den ich wegen des ungünstigen Termins nicht mal besuchen konnte – auch der Herbst-Göttertanz lag bis jetzt noch unkommentiert in der Warteschleife.

Als Anreiz für die weiter gereisten Herrschaften haben wir den Plan gefasst, die Göttertänze mit ein wenig Rahmenprogramm zu versehen. Im Sommer haben wir zu diesem Zwecke ein kleines Picknick in der Eremitage veranstaltet. Der Rahmen blieb mit rund zehn Teilnehmern zwar klein, aber gemütlich. Die ursprüngliche Idee, in größerem Stil dafür die Werbetrommel zu rühren wurde danach auch wieder verworfen, denn erfahrungsgemäß leidet mit steigender Teilnehmerzahl der Wohlfühlfaktor, also werden wir auch in Zukunft die Sache klein genug halten um sich angenehm unterhalten zu können. Denn das war der zweite Hintergedanke, da man im Club selbst nicht unbedingt so gut ins Gespräch kommen kann.

Sommer-Picknick

Auch für den September-Termin war ein Picknick geplant und sogar eine Fahrt mit einer historischen Dampflok. Für Ersteres war dann leider das Wetter zu schlecht, sodaß wir einen Tisch im Schlossgasthof der Eremitage reservierten und uns da zusammenfanden.

Eremitage Herbst

Natürlich versteht sich von selbst daß keine hingebungsvolle Nähtante eine Gelegenheit auslässt die großen Gewänder aus dem Schrank zu holen, und so hatten wir uns einheitlich auf Tournüren geeinigt. Daß das bei den übrigen Cafe-Besuchern auffiel braucht man eigentlich auch nicht mehr zu erwähnen 😉 – und wir hatten freilich auch unseren Spaß.

Eremitage Herbst

Später setzte der Regen dann zum Glück für ein Weilchen aus, und wir konnten den eigentlich geplanten Spaziergang durch die Eremitage doch noch gar wagen.
Und wie es der Zufall so wollte rauschten wir natürlich wieder einmal in eine Touristen-Gruppe die daraufhin erstmal fast vollständig die Knippsaparate zogen und uns danach mit den üblichen Fragen nach unseren Klamotten bombardierten – ob wir einen Auftritt hier hätten, welche Tracht das sei die wir da trügen … und oft hört man auch hinter vorgehaltener Hand murmeln daß man sich früher in den Klamotten ja nicht hinsetzen konnte, was man am besten mit dem demonstrativen Niederlassen auf dem nächsten Sitzmöbel kontert 😉

Eremitage Herbst

Ansonsten konnten wir ungestört flanieren. Nur unsere langen Röcke haben auf dem gut durchgeweichten Boden etwas gelitten, zum Glück war es aber nichts was mit einer Wäsche nicht zu beheben gewesen wäre.

Eremitage Herbst

Und da es offenbar ein ungeschriebenes Gesetz ist daß Schwarzromantiker-Treffen immer mindestens einen Photographen dabei haben, der dann auch seine Ausrüstung bei Hand hat, gibt es auch von dieser Aktion wieder richtig schöne Bilder, wie besipielsweise dieser „Bürzel-Vergleich“ 😀 .

Eremitage Herbst

Vielen Dank dafür an Michael Decker (inspire-mind.de) , der auch bei der Führung über den Friedhof am WGT 2010 mit Kamera dabei war.
Bis auf das Bild vom Sommer-Picknick zu Beginn dieses Artikels sind alle gezeigten Bilder hier von ihm.
Mehr davon und größer kann man diese auf der Homepage von Rebecca – seiner Freundin – ansehen, und zwar genau hier.

Der nächste Göttertanz-Termin wird dann Ende März sein, und wir hoffen daß wir dann wieder ein kleines Treffen vorher organisieren können. Je nach Wetterlage und Anzahl unserer Gäste – konkret ist derzeit noch nichts geplant, aber ich hoffe doch daß sich wieder ein feiner Kreis von Freunden zusammenfinden wird. Die eingangs erwähnte Dampflokfahrt steht im Übrigen immer noch aus und wird wohl im neuen Jahr, womöglich als Göttertanz-Rahmenprogramm, auf dem Plan stehen.

In diesem Sinne freue ich mich schon auf kommende Treffen, Veranstaltungen und Festivals, sage Danke an alle die ich im letzten Jahr kennenlernen durfte und freilich auch an „alte“ Freunde für viele schöne Stunden und Erinnerungen an das vergangene Jahr.

WGT 2010 – eine Nachlese

Und schon ist es wieder vorbei. Jedes Jahr scheinen die vier Tage des WGT schneller vorbei zu gehen. Und in jedem Jahr schlaucht die Geschichte ein bisschen mehr, zum Glück bin ich nach 12 Stunden durchschlafen und anständigem Frühstück wieder halbwegs ansprechbar gewesen. Auch wenn die Füße noch ein wenig länger brauchten bis sie wieder voll einsatzbereit sein wollen.

Ein wenig gedämpft war die Stimmung heuer leider, das richtige WGT-Feeling kam leider auch erst am Montag auf, und ausgerechnet bei den letzten Gläsern Bowle und der Blauen Stunde, die dafür wieder einmal absolut großartig war. Doch auch trotz einiger widriger Umstände bleibt auch dieses WGT eins der absoluten Höhepunkte des Jahres.
Was Konzerte angeht bin ich auch heuer nicht über zwei an der Zahl hinaus gekommen, obwohl ich mir eigentlich doch einige vorgenommen hatte, irgendwie läuft es bei mir zunehmend auf den Treffen-Aspekt der ganzen Sache heraus, und in dieser Hinsicht kann ich mich nicht beschweren, den ich habe wirklich viele alte und neue Bekannte und Freunde wieder getroffen oder überhaupt erst live sehen können. Und all denen gilt mein Dank für die schöne Zeit.

Los ging es gen Donnerstag, den 20. Mai, am Vormittag. Nach den letzten Jahren in denen wir am Freitag erst hochgefahren sind, war das so gleich ein ganzes Stück entspannter, da wir gemütlich auspacken konnten, Essen einkaufen sowie Bändchen holen. Natürlich sind wir bei letzterem am Hauptbahnhof gleich mal in die ersten Bekannten gerauscht, und konnten uns beim Unterhalten gleich mal die Wartezeit in der Schlange vertreiben.
Abends ging es dann ins Cafe Puschkin, wo wir uns bereits mit anderen Bekannten verabredet hatten. Und so ließen wir den ersten Abend ganz entspannt ausklingen bevor es an die doch recht anstrengenden WGT-Tage ging.

Invalidenkommando, Alwa und Eissenbeisser im Cafe Puschkin

Der Freitag startete dann erstmal mit dem victorianischen Picknick, das dieses Jahr nicht mehr auf der Wiese vor dem Parkschlösschen stattfand, sondern in den Clara-Zetkin-Park verlegt wurde. Wie erwartet wuchs die Teilnehmeranzahl auch heuer auf ein recht unbersichtliches Maß heran, unter die sich auch wieder diverse Photographen mischten die entweder im Auftrag verschiedener Magazine und Zeitungen unterwegs waren, nach sensationellen Bildmotiven suchten oder eben auch nur fürs private Vergügen Bilder machten. So wurde man immer wieder aus dem Gespräch mit Bekannten herausgerissen. Entsprechend war von Picknick recht wenig übrig, ich zumindest wollte heuer möglichst keinen übersehen und war in den 3-4 Stunden in denen wir anwesend waren fast nur am Rumlaufen, Leute suchen und in Objektive schauen.

Die Entschädigung dafür waren einige sehr nette Gespräche mit altbekannten und neubekannten Herrschaften, auch wenn diese mitunter etwas kurz ausfielen – zwei Picknickdecken weiter tauchte meist schon der oder die nächste auf.

Danach machten wir einen kurzen Abstecher zur Agra, für den ersten Becher Erdbeerbowle des WGTs. Da gab es dann auch schon den ersten Schreckmoment als ich nach einem schiefen Blick auf die Uhr befürchtete, das Konzert von Attrition verpasst zu haben – ein Glück daß dem nicht so war.
So schafften wir es noch rechtzeitig ins Schauspielhaus, welches sowieso meine Lieblings-Konzertlokalität ist, allerdings je nach Band durch die begrenzten Sitzplätze sehr überlaufen. Wir hatten Glück, wir kamen problemlos hinein, und auch das Konzert war mit vielleicht der Hälfte der zur Verfügung stehenden Sitzplätze eher schlecht besucht. Was das Konzert selbst angeht – da wird es einen gesonderten Artikel geben.

Der Abend-Ausklang war dann die erste von insgesamt drei Neoromantik-Parties die auch heuer im Spiegelzelt an der Kongresshalle stattfanden. Den Freitag bestritten heuer Zinsi und Spinne, doch leider muss ich sagen daß ich die Musikauswahl bis auf ein paar lichte Momente wenig gelungen fand.
Dafür hat es mich gefreut an dem Abend bereits Robert von Spontis-Blog kennenzulernen, ein Treffen war eh geplant, glücklicherweise lies er sich nebst Freundin in den Spiegelpalast lotsen, und so konnten wir dort bereits ein paar Worte wechseln.

Am Samstag ging es – wie jedes WGT – erstmal in den Schillerpark unweit der Moritzbastei, zum Treffen des Natron und Soda-Forums. Ich hatte eigentlich nicht vor hinzugehen, nachdem mich Franky noch gefragt habe ob ich da sein werde, hab ich mich dann doch dazu hinreißen lassen. Letztenendes habe ich mich dann wieder ganz gut unterhalten und nochmal ein paar Leute in real kennengelernt, unter anderem einen weiteren Photographen-Bekannten mit dem ich bislang auch nur übers Netz Kontakt hatte – dem NeuroGrapher.
Franky schreibt im übrigen für den Festivalhopper, und natürlich auch vom heurigen WGT sind wieder ein paar Bilder von ihm dabei – der geneigte Leser möge mir verzeihen daß ich mich ausnahmsweise hier auch in Pose geworfen habe 😉 beim Franky hatte ich da einfach nicht so die Skrupel 😉
Das Treffen endete dann in einem recht nerdigen Gespräch mit dem wahrscheinlich einzigen Programmierer der sich auf diesem Nähtanten-Treffen herumtrieb – aber vielleicht „riecht“ man das ja irgendwie *g*

Nach dem Forums-Treffen war ich nochmal mit Robert verabredet, der für seinen Blog ein „Interview“ machen wollte, das sich als recht angeregtes und interessantes Gespräch entwickelte. Ich denke, über manche Themen hätten wir noch weit länger reden können, umso mehr bin ich gespannt was aus der ganze Geschichte wird, und welches Lesefutter er uns in der nächsten Zeit so präsentiert.

Danach versuchte ich in der Moritzbastei Alwa und die von Übels wiederzufinden, doch die waren schon gen Agra unterwegs, umso dankbarer bin ich Gomizugami-Sama fürs Aufsammeln an der Moritzbastei.
Allerdings war ich am Überlegen, mir Roman Rain in der MB anzusehen, wenn ich schonmal da war. Musikalisch muss ich zwar zugeben daß mir nur wenige Stücke die ich bisher gehört habe, zusagen, allerdings wäre ich neugierig gewesen diesen doch optisch sehr markanten Menschen mal live zu sehen.
Ein paar liebe Bekannte die ich an der Moritzbastei noch getroffen habe meinten später daß das Konzert tatsächlich recht gut gewesen sein muss.

Auf dem Markt der Moritzbastein habe ich dann noch eine grandios riesige Strasstiara ergattert, die preislich auch ein ziemliches Schnäppchen war.
Danach habe ich erstmal auf Gomi, Dani und Gala gewartet, inzwischen wurde es richtig frisch und zu allem Überfluss habe ich dann noch meine Lieblingsfeder, die ich in der Frisur hatte, verloren *hmpf*
Zu meiner Überraschung streckte mir dann plötzlich ein Kamerateam die Linse ins Gesicht und bat mich um Beantwortung von ein paar Fragen. Zum Glück handelte es sich um einen Leipziger Sender, sonst wäre ich wohl wirklich geflüchtet, und sie hatten dazu noch den Überaschungseffekt auf ihrer Seite, da ich da einfach nur so saß, fror und auf meine Freunde wartend gedanklich an ganz anderen Stellen steckte.
Ich bin letztenendes aber dennoch recht erleichtert daß ich dann im fertigen Beitrag des Leipzig Fernsehens nicht auftauchte. Reden vor Kameras ist dann nicht grade meine Spezialität.

Zum Glück kamen kurz darauf meine Mädels an, und wir suchten uns in der Stadt ein Eiskaffee um was zu trinken und mal die Füße stillhalten zu können. Der Kellner im Cafe war ganz angetan von der Horde Reifrockmädels, und so konnten wir uns wirklich nicht über den Service beschweren *lach* – die Leipziger sind einfach toll, und das macht einen guten Teil der ganz besonderen WGT-Stimmung aus, wie ich finde.
Auch zwei jüngere Damen die sich vor dem cafe niedergelassen hatten, haben uns angesprochen, und in dem kleinen Gespräch sind sicher wieder ein paar Vorurteile abgebaut worden. Danke im Allgemeinen auch an die Leipziger, denn egal ob jung oder alt, alle Kontaktaufnahmen bisher waren toll, die Leute immer freundlich und interessiert.

Vor der zweiten Dunkelromantischen Tanznacht wollten wir noch einen schnellen Abstecher in die Agra machen, ein Glas Bowle schnappen und kurz durch die Verkaufsstände schlendern. Dabei kam es zu der herrlichen Situation, als die Gäste eines gut besetzten Strassencafes mit ansehen durften wie sich 4 Reifrockdamen (naja, – zwei Reifröcke, eine Tournüre und ein großes Panier in einen kleinen Fiat Seicento pressten – die ungläubigen bis staunenden Gesichter vergesse ich nicht zu schnell *g*)
Doch auf der Agra kamen wir nicht weit, da mich nach ein paar Metern eine Photographin erwischte, die mir dann noch von einem ihrer Photoprojekte erzählte. Da mir das Konzept das sie mir unterbreitete sehr gut gefiel, willigte ich natürlich ein da mitzumachen. Sobald es soweit ist, berichte ich näheres darüber, es wird jedenfalls für einen Bildband sein mit einem Konzept das mich einfach voll und ganz begeistert hat.

Leider verlief die Fahrt zum Spiegelpalast danach nicht ganz reibungslos, denn ein ziemlich tiefes Schlagloch in der Strasse machte uns einen Strich durch die Rechnung, sodaß wir bei recht frisch gewordenen Temperaturen noch auf den ADAC warten mussten. Glücklicherweise handelte es sich lediglich um eine Kerbe in der Felge, die die scharfe Kante des Schlagloches verursacht hatte, und nichts schlimmeres.
Ärgerlich war es eben dennoch, und so kamen wir erst gegen 01:00 Uhr am Spiegelpalast an, allesamt schon entnervt, was sich zum Glück schnell löste bei Musik und Stimmung der Tanznacht. Auch wenn am zweiten Abend die Musikauswahl meiner persönlichen Meinung nach ein wenig mehr Schwung hätte vertragen können.

Soviel für heute. Da ich bereits wieder einen halben Roman habe, verlege ich den zweiten Teil auf später. Da wird es dann auch ein wneig mehr Bilderfutter geben, ich bin noch nicht durch meine durch – auch wenn es eher wenige sind – manche müssen noch Begegnung mit Photoshop machen, da mir die DSLR fürs WGT eindeutig zu unhandlich ist. Gibt da eh genug Leute mit größeren Kameras …

Als Entschädigung derweil gibt es das WGT-Video von Novembersturm vom heurigen Jahr:

Kleine WGT-Einstimmung

Morgen um diese Uhrzeit bin ich unterwegs gen Leipzig, und da noch ein paar Dinge getan werden wollen – allen voran das möglichst platzsparendste Verpacken der riesigen Stoffmassen – fasse ich mich kurz und präsentiere eins der wohl schönsten Videos vom letzten Jahr, das grade für mich die WGT Stimmung gerade enorm steigen lässt, denn es erinnert mich zum Einen an die schönen Momente auf dem victorianischen Picknick, zum Anderen tummeln sich haufenweise liebe Freunde und Bekannte.
Ich freu mich so unendlich drauf euch schon bald wiederzusehen, und hoffentlich auch neue Leute kennenzulernen.
Und natürlich freue ich mich wieder auf das Picknick – hoffen wir, das Wetter meint es gut mit uns – und die Wedelparties im Spiegelpalast, sowie tolle Konzerte, den Bowlestand – a.k.a. Schwarzromantikersammelstelle *lach* und einfach eine tolle Zeit damit, 4 Tage am Stück mal hemmungslos man selbst sein zu dürfen.

Der gute Herr Novembersturm hat mich da auch erwischt, im Spiegelpalast, beim versuch mir sperrigen Fellärmeln halbwegs zu tanzen ohne nen Hitzschlag zu bekommen, und später an der Agra mit Hörnchen *g*