Tiefenentspannt in Leipzig – eine WGT-Nachlese

So langsam schlägt er auch bei mir ein, der fiese post-WGT-Blues. Jetzt wo man realisiert daß die 4-5 Tage schon wieder vorbei sind, bevor man irgendwie im WGT-Gefühl voll eingetaucht ist. Ja, es war rasend schnell vorbei, viel zu schnell für meinen Geschmack, und jetzt sitze ich hier, schreibe diese Zeilen und kann es eigentlich kaum glauben daß man wieder ein Jahr warten muss.

Anders war das WGT in verschiedenster Hinsicht, aber auf jeden Fall ein gutes „anders“. Dinge gelegentlich einfach mal anders anzugehen, kann erfrischend sein und neue Blickwinkel geben. Was jedoch nicht anders war, war, entgegen meiner vorlauten Bekundungen im Vorfeld, meine Konzert-Frequenz. Zwei Stück an der Zahl in diesem Jahr, eine Steigerung um eines zum Vorjahr – aber wie wir alle wissen ist das WGT ja auch kein schnödes Festival, sondern ein Treffen. Sagt ja schon der Name.

Donnerstag gegen mittag machte sich die fränkische Aussenstelle für Gruftologie, Abteilung Rüschengrufti in Vertretung durch das Ehepaar Kalkleiste – Frau Wiegärtner und Herr Chalybeia mit offenem Cabrio-Verdeck und geballter Ladung gute-Laune Wave auf die Autobahn gen Leipzig. Wir kamen einwandfrei durch und landeten so wohlbehalten bei Annette, die uns auch in diesem Jahr liebenswerterweise aufnahm.

Das Gepäck fiel etwas handlicher aus und war schnell nach oben geschafft, wo die Katzen erstmal ausgiebigst an den Taschen und Kisten schnuffelten. Meine Androhung, dieses Mal keinen einzigen Rock, egal ob schmal oder Reifrock, mitzunehmen, habe ich durchgezogen. Zwar hatte ich die Befürchtung daß ich das spätestens wenn meine Freunde in großen Kleidern auflaufen, das bereuen würde, aber ganz im Gegenteil, der Wohlfühlfaktor lag ganz eindeutig auf Seite von Hosen, Fräcken und Zylindern – insofern war die Entscheidung goldrichtig. Also, nicht daß ich mich im Reifrock unwohl fühle – wäre dem so hätte ich schießlich nie einen angezogen 😉

schlange

beim Anstehen

Nach einem Ründchen quatschen wurden dann noch ein paar Besorgungen in der Stadt getätigt und sich in die schon gut angewachsene Schlange zum Bändchen abholen am Hauptbahnhof eingereiht. Eine geschlagene Stunde hatten wir zu warten, die verging zum Glück ganz zügig da wir mit Bekannten die sich dazu gesellten, angenehmen Zeitvertreib hatten.

Dann noch ein kleines Abendessen und kurz auffrischen, und los ging es zum Freiluft-Tanz der Blauen Stunde auf der Wiese hinter dem Parkschloß.

Wie im letzten Jahr war das ein hervorragender Auftakt, Grablichter, Fackeln, Feuerkörbe und Räucherstäbchen und um die „Tanzfläche“ scharten sich auch diesmal die Gäste auf Decken.

Recht schnell fanden mich Robert und Orphi, die beiden an dem Abend gleich zu treffen hat mich sehr gefreut. Daneben hatte ich mich auch mit anderen Leuten verabredet die ich bis dahin nur virtuell kannte und ganz gespannt darauf war selbige dann real kennenzulernen. Auch wenn manche vom Anreisestress etwas geplättet waren – was man ja auch verstehen konnte.

MINOLTA DIGITAL CAMERA

Mariell, Annette und Hester bei der Blauen Stunde

Markus Rietzsch vom Pfingstgeflüster war mit Edith auch da, und plötzlich hatte Robert dann noch ein Shooting angeleiert. Ja ein wenig paradox ist das ja schon, aber immerhin handelt es sich ja um das Pfingstgeflüster und nicht um einen dreisten Wildknippser der an der Agra im Gebüsch lauert …

Und so ging der Donnerstag dann auch vorbei.

Der Freitag erwies sich als der sonnigste und wärmste Tag. Und auch wenn es nach soviel mehr Stoff aussieht, ich kann nur sagen, als Kerl im Frack mit allem Drum und Dran wird einem schneller ganz schön warm als im Reifrockfummel.

Nach einem kurzen Abstecher an die Agra – bei dem Chris und mir beinah die Sicherungen durchbrannten weil auf der Bornaischen Strasse kurz vor der Agra *schon wieder* an der Brücke rumgebaut wurde, diese deswegen gesperrt war und uns einiges überflüssige Gegurke bescherte,  bis wir an einer Tram-Haltestelle das Auto stehen liesen um die letzten 5 Stationen dann noch mit der Bahn hinter uns zu bringen.

Entsprechend kurz blieb der erste Agra-Abstecher, der Photo-Termin war um 16:00 Uhr am Grassi Museum ausgemacht, wir waren zeitig da, und da Chris mich begleitete fragte Markus ihn postwendend auch ob er Lust hätte ebenfalls vor die Linse zu springen.

Gesagt getan, einige Bilder wurden vor den großartigen Wandmalereien des römischen Zimmers im Museum gemacht, einige draußen auf dem ehemaligen Johanna-Friedhof hinter dem Museum, und einige im Innenhof . Am Ende hätten wir uns auch beinahe verquatscht, doch der nächste Termin stand aus – wieder ein bekanntes Gesicht als  Shan Dark vom Schwarzen Planeten samt Begleitung durch das Tor kam um ebenfalls für das Magazin abgelichtet zu werden.

In meinem Fall ist das der dritte Auftritt im Pfingstgeflüster – 2007 hatte ich die Ehre mit Bild und Interview zum Thema selbstgeschneiderte Kleidung abgedruckt zu werden, 2012 mit einem Artikel zum Victorianischen Picknick, und eben dieses Jahr mit Besucherbild – in Frack, Zylinder und mit Gehstock, versteht sich.

Danach waren die ersten – und eben auch einzigen Konzerte des Treffens auf dem Plan. Der Weg führte und dafür gen Volkspalast, unbestreitbar eine der schönsten Konzert-Locations. Vor dem Gebäude trafen wir Annette und Hester – unsere Gastgeberinnen – wieder, die den Tag auf dem Victorianischen Picknick verbracht haben,wenn auch nur am Rande des Geschehens.

Im Nachhinein bin ich mehr als glücklich mich diesmal dagegen entschieden zu haben, nahzu alle Bekannten und Freunde die da waren, haben wenig Spaß gehabt angesichts der Aufmersamkeitssuchenden die (auf Nachfrage von Grabesmond !) sonst nichts mit Szene oder WGT zu tun hatten und allein als Photomotive dort rumstaksten. Naja, jedem das Seine, ich brauche das nicht, egal wie aufwendig und auffällig ich rumlaufen mag.

Auch Velvetrealm trafen wir dann vor der Halle, die etwas verspätet zum eigentlichen Einlasstermin dann geöffnet wurde. Wir waren recht weit vorne dabei und konnten so noch einen Tisch mit Sitzplätzen ergattern.

meine Wenigkeit, Annette und Hester warten auf Einlass im Volkspalast

meine Wenigkeit, Annette und Hester warten auf Einlass im Volkspalast

Camerata Mediolanense  hatte hauptsächlich ruhige Stücke im Gepäck, bis auf ein älteres Stück zum Abschluß das richtig energiegeladen nochmal die Atmosphäre elektrisierte. Kein schlechtes Konzert, nur durchgehend vielleicht etwas zu ruhig und auch zu kurz, denn nach gut einer halben Stunde war auch wieder Schluß. Danach leerte sich der Saal und wir nutzen die Gelegenheit in der einstündigen Zwischenpause noch mit Bekannten zu quatschen und unverhofft lernte ich auch noch die Künstlerin hinter Maskenzauber – Maren Söhnlein – von der Chris seinen absolut großartigen Dreispitz bekommen hat, kennen. Hat mich sehr gefreut, eine wirklich absolut sympathische Dame!

Wir wechselten zu einem Tisch mit besserer Sicht auf die Bühne, der vor uns freigeworden war,  nachdem ich das halbe erste Konzert zwei lange Kerle direkt vor der Nase stehen hatte, war das eine willkommene Gelegenheit für freien Blick auf die zweite Band.

Daemonia Nymphe aus Griechenland hatte ich bereits 2010 auf dem Festival Mediaval live gesehen, fand deren Auftritt in dem Rahmen aber wenig berauschend. Irgendwie ging die neoklassische Band mit Bezug zur griechischen Mythologie im raueren Ambiete von Mittelaterbands und Dudelsackquetschern ziemlich unter, was schade war da die Band eigentlich wirklich sehr gut ist.

Im Volkspalast mit den griechisch wirkenden Säulen und dem generellen Flair aber war das Konzert richtig bombig. Auch wenn sich einige Zuschauer schon wieder verzogen hatten, die Griechen schafften es die Stimmung regelrecht zu elektrisieren mit beeindruckenden Stimmen und hypnotischen Rythmen. Genial.

Leider gibt es keine Bilder vom Konzert da meine Kamera-Akkus schwächelten.

Danach wäre nach einer weiteren Stunde Wartezeit Actus  noch auf dem Programm gestanden, doch wir entschieden und zum Rückzug, Futtersuche in der Innenstadt und danach weiterziehen zum Städischen Kaufhaus, wo wir auf den Beginn des ersten Wedelabends zwar noch warten mussten, die Zeit wurde uns aber in netter Gesellschaft – Remo Sorge und Lisa Morgenstern hatten sich mit weiteren Bekannten dort niedergelassen –  auf der Terrasse des Restaurants über dem Kaufhaus  verkürzt – nicht zuletzt weil der Kellner sich gnadenlos verausgabte beim Tisch umstellen, servieren, Regenschirme zusammenkleben (da dann ein Regenschauer niederging) rumblödeln – mit dem Ergebnis daß er sich ein Loch in die Hose riß als er von einem wackligen Stuhl beinahe auf die Nase flog – und neben dem Beinkleid damit auch noch den Stuhl lädierte.

Im Kaufhaus legte Freitags dann Tom Manegold auf, in bewährter Göttertanz-Tradition. Musikalisch natürlich hervorragend, kann man sich nicht beschweren, es wurde wie zu Erwarten aber sehr schnell sehr voll und extrem warm.  Ich widerstand dennoch dem Drang aus dem Frack zu hüpfen (das macht mann nicht 😉 ) und bin einfach mal zwischendrin Luft schnappen gegangen. Gegen 3 Uhr hatten wir dann genug und machten uns auf den Rückweg. Hester nutzte ein blau ausgeleuchtetes Gebäude dann noch für ein paar wirklich gelungene Bilder.

urbane Lichtmalereien

urbane Lichtmalereien

Ohne Tee geht nix.

Ohne Tee geht nix.

Der Samstag morgen begann dann mit einem haarigen Katzen-Hintern in meinem Gesicht. Annettes Kater – Mii-tan – fand den Besuch dann doch ganz OK und hat sich morgens gleich mal laut schnurrend „aufgedrängt“ – da ich aber seid 5 Jahren chronisch unter-katzt bin, störte mich das nicht ganz so sehr 😀  also Kater durchflauschen zum Aufwachen, dann Frühstück, Netbook anwerfen und schauen was derweil so passiert ist in der Welt. Und danach in Schale werfen für den zweiten WGT Tag.

Ein besonderes Projekt hatte ich dazu in der Tasche, es ist noch lange nicht vollendet, aber ein Anfang ist gemacht, an geeigneter Stelle werde ich das noch einmal näher ausführen.

Auch wenn ich kurz davor war das Gewand daheim zu lassen – wie ich ehrlich gestehen muss – als ich dann das erste Mal komplett drin steckte, war ich durchaus überzeugt – Steampunk kennt man ja, Teslapunk eher nicht so, auch wenn es das als Literaturgattung schon gibt, an eine textile Umsetzung hat sich meines Wissens nach noch niemand gesetzt. Die Idee spukt tasächlich schon recht lange in meinem Kopf herum.

So ging es dann ins Grassi-Museum, zunächst wollten wir die Führung zu den historischen Klamotten da mitnehmen, haben uns das dann aber anders überlegt. Frau von Unruh schloß sich dann noch in ihrer mehr als genialen Data-Nüre an, damit terrorisierten dann schonmal zwei Nerds die Umgebung mit Gesabbel über Star Trek und Doctor Who 😀 – muss ja auch mal sein …

Beim Karten holen fürs Museum wurde ich auch gleich indirekt auf die Röhren an meinen Goggles angesprochen, war sehr witzig daß der Herr gleich einordnen konnte daß es sich um ein Modell für Verstärker handelte 😀 – entgegen der Annahme daß die Drähte an der Brille auch funktional waren, können meine Röhren leider nicht glimmen, ich hab die Kabel nur dekorativ verlegt. Auch der Ausschnitt eines Schaltplanes auf dem anderen Brillenglas wurde bemerkt, ich habe mir natürlich nicht wahllos irgend einen geschnappt – es handelt sich tatsächlich um den Schaltplan eines Theremins 😉

Tesla-Punk - nur echt mit richtigen Elektronenröhren auf der Rübe :P

Tesla-Punk – nur echt mit richtigen Elektronenröhren

In der Schuh-Ausstellung des Museums trafen wir wieder mal auf Freunde und Bekannte. Die Exponate waren aber auch sehr interessant bis skurril. Faszinierend wie andere Künstler gewisse Thematiken so umsetzen.

Danach sind wir nochmal gen Agra, ein paar Leute treffen – was auch sonst – eine Bowle schlürfen, etwas versumpfen. In der Stadt gemütlich ein Eis verputzen (den Kellner da hab ich auch lieb *g* – auch wenn Dani mir nochmal explizit sagen musste wie er mich angesprochen hat da ich es im ersten Moment garnicht realisiert hatte) – Blödsinn machen – ich sag nur Santär-Cyber – nein ich erkläre das jetzt nicht näher, aber auch in dem Fall wissen diejenigen die dabei waren worum es geht 😉 – dann weiter zur Abendgestaltung.

Auf Wedelparty am Abend hatte ich keine Lust, wir ziehen das seid 2008 die drei WGT-Abende durch, und so gern ich die Musik mag, besonders da ich weiß daß Remo und Lisa hervorragend auflegen – man muss auch mal was anderes sehen und hören.

Im Beyerhaus-Keller fand ich eine nette Wave-Party. Die Locations war göttlich, altes Kellergwölbe, nackte Backsteine, zusammengewürfelte Sofas, blanke Heizungsrohre und unverputze Kabel. Spitze. Und wenn man da ein Glas Wein bestellt bekommt man einen randvollen Plastikbecher … was dann auch den Rest des Abends ausgereicht hatte.

Musikmässig war die Auswahl schwer a la der hiesigen Grey Area. Viel Wave, viel weniger bekanntes, geiles Zeug, eine Spur Neofolk und Neoklassik und auch ein Hauch Industrial kam nicht zu kurz. Auch wenn ich nicht so viel zum Tanzen gekommen bin. Es war nicht überfüllt, genau richtig – womöglich ein Geheimtip den ich im nächsten Jahr gerne wieder besuchen möchte. Mal ganz unaufgeregt ohne perfektes Ambiente, hausgemacht, sympathisch, und der Keller ist sowieso ganz großartig.

Jetzt erst wird mir bewusst wie entspannt der Abend wirklich war, labern mit Annette und Hester, und abgesehen von Spontis Dennis keine bekannten Gesichter. Pikes über den Boden schieben im schummerigen Licht dieses Kellergewölbes – nein ich hab das sehr genossen.

Wir sind dann doch zeitig aufgebrochen, da wir uns mit dem Nightliner durschschlagen mussten war das auch ganz OK. Am Kaufhaus kamen wir vorbei und sind einigen angedüseltelten Freunden noch begegnet *g*  – Adrian und Grabesmond, ihr seid putzig wenn ihr voll seid 😀  – wir sind dann aber auch weitergezogen und glücklich ins Bett gefallen.

Sonntag früh hatte ich wieder Mii-Tans Hintern im Gesicht, aber so nem niedlichen Kater kann man da nicht böse  sein, ganz im Gegenteil  – dann übliche Prozedur – Katzen flauschen, Netbook anwerfen, gucken was los war und Facebook zuspammen,Tee,  Frühstück, auftakeln.

Neue Pluderhose ausführen und der einzige Tag in etwas Kalk.

Wir waren recht zeitig fertig und hatten vor dem Spontis-Treffen noch etwas Luft, weswegen wir uns zunächst Annette, Hester und Dani anschließen wollten die mit einer Freundin Bilder machen wollten, wegen leichter Koordinierungsprobleme lief am Ende die Zeit dann doch weg und wir zogen weiter. Im Schillerpark hatten sich bereits Markus und Edith ausgebreitet und nach und nach wurde die schwarze Runde dann auch größer. Unbestreitbarwar es ein großartiges Treffen, alte Bekannte und Freunde wiedersehen und neue Leute die man sonst nur so vom Lesen her „kannte“ dann live und in nicht-Farbe zu Gesicht zu bekommen war absolut spannend.

ein Teil des Spontis-Haufens beim depressiv aus der Wäsche schauen :D

ein Teil des Spontis-Haufens beim depressiv aus der Wäsche schauen

Wir haben es dann auch geschafft unseren Pikes-Rekord zu brechen – wo im letzten Jahr neun spitzbeschuhte Fußpaare zusammenkamen, sind wir dieses Mal bei satten 14 angelangt – ich bin mir sicher daß da im nächsten Jahr nochmal Luft nach oben ist.

Da Robert ganz sicher noch ausführlicher über das Treffen berichten wird, führe ich das jetzt ebenfalls nicht weiter aus.

Ich bin mir nicht mehr genau sicher, denke aber so gegen 18:00 Uhr löste sich die Runde dann auch endgültig auf. Eigentlich wollte ich später zu Konzerten in den Volkspalast, aber da Chris schon früher gen Agra abgewandert war, stand ich erstmal alleine da und folgte einigen anderen Freunden und Bekannten ebenfalls erstmal in diese Richtung. Und das war dann auch das Aus für die Konzerte – wen überraschts. Annette und Hester saßen ebenfalls am Bowlestand, unterwegs noch weitere Bekannte getroffen – nichts führt sicherer zum Versumpfen.

MINOLTA DIGITAL CAMERA

Annette und Hester (und links ein Stück Dani) beim Füße ausruhen

Witzige Sache am Rande – der Photograph der jährlich an der Agra steht und die Besucher nicht nur knippst, sondern liebenswerterweise große Ausdrucke an die – ich sags mal so – bekannteren Gesichter verteilt, sprach mich dann auch noch an und drückte mir ein Bild in die Hand. Da ich gestern mit meinem Tesla-Punk schon an ihm vorbei kam und lang und breit daneben stand als er Dani ihr Bild überreichte und sie ablichtete, musste ich schon etwas grinsen. Aber klar daß Leute die einen so nicht kennen und Reifrock mit Vollkalk erwarten, da stutzen – auf solche Reaktionen war ich unter Anderem auch tatsächlich aus. Überhaupt, das wirklich nervtötende Knippserpack blieb uns in diesem Jahr tatsächlich erspart.

Später wollten die Damen noch ein Eis in der Stadt, also zurück, Eiscafe suchen – bei der Gelegenheit hielten uns einige Passanten ihre Smartphones ins Gesicht, aber das war noch auf erträglichem Maß. Tatsächlich habe ich die Beobachtung gemacht daß einige der – im Gegensatz zu den Vorjahren – rar gesähten Knippser sich in der Tat primär auf meine bereifrockten und benürten Begleiterinnen stürzten und mich als Kerl dann links liegen liessen – nicht daß es mich stört, ganz im Gegenteil, das so zu beobachten amüsierte mich eigentlich doch eher und war auch irgendwie Teil des Experimentes 😀

Die Abendplanung führte uns schließlich wieder ins Kaufhaus zum Wedeln, obwohl ich kurz davor war mich nochmal in den Beyerhaus-Keller zu begeben, nur komplett alleine macht das auch wenig Freude.

Zinsi und Spinne sind ebenfalls seid den ersten Wedelparties auf dem WGT dabei, erwartungsgemäß ruhig – musikalisch gesehen – begann der Abend, wie üblich dauerte es eine gute Stunde bis die Musik dann auch tanzbar wurde, dann aber konnte man sich über die Auswahl wirklich nicht beschweren. Das einzige was ich bei den Beiden wirklich so garnicht ausstehen kann, sind die scheußlichen Coverversionen bekannter Wave-Klassiker die gelegentlich ausgepackt werden. Ich würde viel lieber die Originale hören, die passen auch hervorragend zu Wedelmusik, und so leid es mir tut das sagen zu müssen – bei diesen Neuverschlimmerungen schlafen mir die Arschbacken ein …

Wir hielten uns etwa bis 2 Uhr nachts, da sich langsam die anstrengenden WGT-Tage schon bemerkbar machten.

Der Montag morgen fing grau, kalt und erneut mit Katzenhaaren im Gesicht an. Keine guten Wetteraussichten für das geplante Picknick des sogenannten „grünen Forums“ – eine kleine Community für Historien-Schneider jeglicher Art. Eine Freundin schrieb noch via Facebook die Geschichte kurzerhand in ein Cafe umzuverlegen, doch wir hätten sicher nicht mehr alle erreicht, also blieben wir beim ursprünglichen Plan und steuerten das Parkschloß an.

Da der Boden von der verregneten Nacht noch naß war, liesen wir uns auf den Steinplatten davor nieder – was eigentlich ein sehr schöner Platz war, umrahmt von Beeten. Das Wetter hielt auch durch, sogar die Sonne zeigte sich. Allerdings blieben wir vier – Annette, Hester, Dani und ich – alleine, lediglich eine weitere Dame samt Begleitung sagte mal kurz Hallo und war dann auch wieder verschwunden. Schade eigentlich – der Rest hatte entweder Schiß wegen dem Wetter oder saß bei anderen Veranstaltungen fest. So oder so war es trotzdem schön.

2013.05.20 wgt Montag 016

die harten Hunde vom Kostümkram-Forum

Weit weg vom eigentlichen WGT-Geschehen ging es dann auch weiter, Dani hatte etwas von einem Flohmarkt gelesen den wir dann auch anpeilten. Wir kamen zwar kurz vor dem Ende erst, hatten aber dennoch noch genug Zeit zum genüsslichen Stöbern. Am Ende fand auch jeder was – meine Ausbeute belief sich auf einen Nietengürtel mit reichlich Kettenbehang, Manschettenknöpfe und silberne Uniform-Schulterstücke die schon fest für eine  neue Adam Ant Jacke verplant sind. Auch wenn ich danach an der Agra noch zwei Kleinigkeiten mitgenommen hatte – irgendwie sind WGT Montagseinkäufe auf Flohmärkten viel cooler als sein letztes Geld in der Shoppingmeile zu lassen. Nächstes Jahr bitte wieder so!

Der Rest verlief wie alle Jahre – Agra, Bowle, mit Leuten quatschen, weiterziehen zur Blauen Stunde. Die ersten Wehmutsanfälle weil es ja schon wieder Montags ist und dieser sich auch schon dem Ende entgegen neigt.

Auf der Blauen Stunde trafen wir nochmals auf Robert und Orphi, und noch ein paar andere Spontis waren anwesend. Die Stimmung war wie jedes Jahr wundervoll und wie jedes Jahr verfluchte ich die Flasche Met die ich zur Blauen Stunde mitbringe *lach*

Schade nur daß ich euch beide dann als wir gegangen sind, nicht mehr gesehen habe, ich hätte mich gerne noch verabschiedet, aber es war sehr voll und ich hab euch einfach übersehen am Schluß.

Der Rest ist dann auch schon WGT-Tradition – Dienstags ziemlich erledigt aus dem Bett steigen, die restlichen Sachen in die Taschen und Kisten zurück schütten, egal was in welches Eck gerät oder wie eingekrumpelt ist, hauptsache irgendwie verstaut. Nur meinem Zylinder schenkte ich mehr Sogfalt, der ist immerhin antik und seinen hervorragenden Zustand soll der ja noch lange behalten.

Autos beladen und alles zum Pushkin schleppen. Dort saßen am reservierten Tisch schon einige Leute mit sehr dicken Augenringen und hielten sich an riesigen Kaffeetassen fest.

MINOLTA DIGITAL CAMERA

Dani, das Geburtstagskind lies auf sich warten, immerhin hatte Annette extra Torte bestellt und diese noch liebevoll mit dem Umriss einer victorianischen Dame aus Marzipan verziert.

Das Cafe war randvoll mit schwarzen Gestalten, die eine Kellnerin nimmt es mit Humor, die andere ist sichtlich gereizt und ab und an regelrecht ungeniessbar.

Die Meute Frühstückt ausgiebig, einige haben noch recht lange Fahrtzeiten vor sich, da sind unsere zwei Stunden dann harmlos dagegen.  Wie jedes Jahr ist der Abschied fürchterlich 😉 – ich bin ja nicht so der emotionalduselige Mensch, aber als ich Annette dann doch loslassen muss, steckt mir ein Kloß im Hals.

Zum Abschluß dann noch ein paar Komplikationen mit Leipzigs Baustellen, insbesondere der kurz vor der Agra. Wir wollten Schatten da abholen, fanden aber die richtige Umleitung nicht und das Navi ist noch weniger hilfreich, also treffen wir uns am Hauptbahnhof, treffen Annette da nochmal und nach einem Tank-Zwischenstop gehts auf die Autobahn.

Die Fahrt verlief relativ ruhig, auch wenn Chris ziemlich im Eimer war. Mit zwei Zwischenstops ging es dann und ich bin gegen 17:00 Uhr wieder zuhause und fassungslos daß die letzten Tage so unglaublich schnell vergangen sind.

Fazit zum diesjährigen WGT: extrem entspannend. Da gilt mein großer Dank aber auch Annette und Hester für das Dach über dem Kopf. Bei guten Freunden das WGT zu verbringen ist nochmal um Längen schöner als im Hotel. Danke auch an alle neuen und alten Bekannten, solche Begegnungen machen das WGT ja eigentlich aus.

Auch daß wir so ziemlich alle Stressfaktoren umschifft haben war herrlich – kein victorianisches Picknick a.k.a Knipssnick, kein Knippserterror in welcher Form auch immer. Und Konzertmarathons sind einfach auch nicht mein Ding. Ich jedenfalls hab mich rundum wohl gefühlt – jetzt mal unabhängig ob es um Treffen, Freunde, Bekannte, Veranstaltungen oder die heurige Klamottenwahl geht. Es war wie gesagt anders, aber eben gut anders 🙂 – faszinierend war auch der andere Blickwinkel, bedingt durch den Rockverzicht – aber darüber könnte man einen eigenen Artikel schreiben.

In diesem Sinne – wir sehen uns im nächsten Jahr wieder, hoffentlich dann genauso entspannt wie in diesem 😉

hester2

Advertisements

Tournüren-Treffen in der Eremitage

Je älter man wird, umso schneller scheint die Zeit zu rasen – da wars doch erst September, und damit Schulbeginn, und jetzt ist das Jahr schon wieder so gut wie rum.
Doch auch blogtechnisch ist einiges liegen geblieben, Grund genug das jetzt in den Ferien mal nachzuholen.

Inzwischen ist nicht nur der Winter-Göttertanz schon wieder vorbei – den ich wegen des ungünstigen Termins nicht mal besuchen konnte – auch der Herbst-Göttertanz lag bis jetzt noch unkommentiert in der Warteschleife.

Als Anreiz für die weiter gereisten Herrschaften haben wir den Plan gefasst, die Göttertänze mit ein wenig Rahmenprogramm zu versehen. Im Sommer haben wir zu diesem Zwecke ein kleines Picknick in der Eremitage veranstaltet. Der Rahmen blieb mit rund zehn Teilnehmern zwar klein, aber gemütlich. Die ursprüngliche Idee, in größerem Stil dafür die Werbetrommel zu rühren wurde danach auch wieder verworfen, denn erfahrungsgemäß leidet mit steigender Teilnehmerzahl der Wohlfühlfaktor, also werden wir auch in Zukunft die Sache klein genug halten um sich angenehm unterhalten zu können. Denn das war der zweite Hintergedanke, da man im Club selbst nicht unbedingt so gut ins Gespräch kommen kann.

Sommer-Picknick

Auch für den September-Termin war ein Picknick geplant und sogar eine Fahrt mit einer historischen Dampflok. Für Ersteres war dann leider das Wetter zu schlecht, sodaß wir einen Tisch im Schlossgasthof der Eremitage reservierten und uns da zusammenfanden.

Eremitage Herbst

Natürlich versteht sich von selbst daß keine hingebungsvolle Nähtante eine Gelegenheit auslässt die großen Gewänder aus dem Schrank zu holen, und so hatten wir uns einheitlich auf Tournüren geeinigt. Daß das bei den übrigen Cafe-Besuchern auffiel braucht man eigentlich auch nicht mehr zu erwähnen 😉 – und wir hatten freilich auch unseren Spaß.

Eremitage Herbst

Später setzte der Regen dann zum Glück für ein Weilchen aus, und wir konnten den eigentlich geplanten Spaziergang durch die Eremitage doch noch gar wagen.
Und wie es der Zufall so wollte rauschten wir natürlich wieder einmal in eine Touristen-Gruppe die daraufhin erstmal fast vollständig die Knippsaparate zogen und uns danach mit den üblichen Fragen nach unseren Klamotten bombardierten – ob wir einen Auftritt hier hätten, welche Tracht das sei die wir da trügen … und oft hört man auch hinter vorgehaltener Hand murmeln daß man sich früher in den Klamotten ja nicht hinsetzen konnte, was man am besten mit dem demonstrativen Niederlassen auf dem nächsten Sitzmöbel kontert 😉

Eremitage Herbst

Ansonsten konnten wir ungestört flanieren. Nur unsere langen Röcke haben auf dem gut durchgeweichten Boden etwas gelitten, zum Glück war es aber nichts was mit einer Wäsche nicht zu beheben gewesen wäre.

Eremitage Herbst

Und da es offenbar ein ungeschriebenes Gesetz ist daß Schwarzromantiker-Treffen immer mindestens einen Photographen dabei haben, der dann auch seine Ausrüstung bei Hand hat, gibt es auch von dieser Aktion wieder richtig schöne Bilder, wie besipielsweise dieser „Bürzel-Vergleich“ 😀 .

Eremitage Herbst

Vielen Dank dafür an Michael Decker (inspire-mind.de) , der auch bei der Führung über den Friedhof am WGT 2010 mit Kamera dabei war.
Bis auf das Bild vom Sommer-Picknick zu Beginn dieses Artikels sind alle gezeigten Bilder hier von ihm.
Mehr davon und größer kann man diese auf der Homepage von Rebecca – seiner Freundin – ansehen, und zwar genau hier.

Der nächste Göttertanz-Termin wird dann Ende März sein, und wir hoffen daß wir dann wieder ein kleines Treffen vorher organisieren können. Je nach Wetterlage und Anzahl unserer Gäste – konkret ist derzeit noch nichts geplant, aber ich hoffe doch daß sich wieder ein feiner Kreis von Freunden zusammenfinden wird. Die eingangs erwähnte Dampflokfahrt steht im Übrigen immer noch aus und wird wohl im neuen Jahr, womöglich als Göttertanz-Rahmenprogramm, auf dem Plan stehen.

In diesem Sinne freue ich mich schon auf kommende Treffen, Veranstaltungen und Festivals, sage Danke an alle die ich im letzten Jahr kennenlernen durfte und freilich auch an „alte“ Freunde für viele schöne Stunden und Erinnerungen an das vergangene Jahr.

WGT 2010 – eine Nachlese

Und schon ist es wieder vorbei. Jedes Jahr scheinen die vier Tage des WGT schneller vorbei zu gehen. Und in jedem Jahr schlaucht die Geschichte ein bisschen mehr, zum Glück bin ich nach 12 Stunden durchschlafen und anständigem Frühstück wieder halbwegs ansprechbar gewesen. Auch wenn die Füße noch ein wenig länger brauchten bis sie wieder voll einsatzbereit sein wollen.

Ein wenig gedämpft war die Stimmung heuer leider, das richtige WGT-Feeling kam leider auch erst am Montag auf, und ausgerechnet bei den letzten Gläsern Bowle und der Blauen Stunde, die dafür wieder einmal absolut großartig war. Doch auch trotz einiger widriger Umstände bleibt auch dieses WGT eins der absoluten Höhepunkte des Jahres.
Was Konzerte angeht bin ich auch heuer nicht über zwei an der Zahl hinaus gekommen, obwohl ich mir eigentlich doch einige vorgenommen hatte, irgendwie läuft es bei mir zunehmend auf den Treffen-Aspekt der ganzen Sache heraus, und in dieser Hinsicht kann ich mich nicht beschweren, den ich habe wirklich viele alte und neue Bekannte und Freunde wieder getroffen oder überhaupt erst live sehen können. Und all denen gilt mein Dank für die schöne Zeit.

Los ging es gen Donnerstag, den 20. Mai, am Vormittag. Nach den letzten Jahren in denen wir am Freitag erst hochgefahren sind, war das so gleich ein ganzes Stück entspannter, da wir gemütlich auspacken konnten, Essen einkaufen sowie Bändchen holen. Natürlich sind wir bei letzterem am Hauptbahnhof gleich mal in die ersten Bekannten gerauscht, und konnten uns beim Unterhalten gleich mal die Wartezeit in der Schlange vertreiben.
Abends ging es dann ins Cafe Puschkin, wo wir uns bereits mit anderen Bekannten verabredet hatten. Und so ließen wir den ersten Abend ganz entspannt ausklingen bevor es an die doch recht anstrengenden WGT-Tage ging.

Invalidenkommando, Alwa und Eissenbeisser im Cafe Puschkin

Der Freitag startete dann erstmal mit dem victorianischen Picknick, das dieses Jahr nicht mehr auf der Wiese vor dem Parkschlösschen stattfand, sondern in den Clara-Zetkin-Park verlegt wurde. Wie erwartet wuchs die Teilnehmeranzahl auch heuer auf ein recht unbersichtliches Maß heran, unter die sich auch wieder diverse Photographen mischten die entweder im Auftrag verschiedener Magazine und Zeitungen unterwegs waren, nach sensationellen Bildmotiven suchten oder eben auch nur fürs private Vergügen Bilder machten. So wurde man immer wieder aus dem Gespräch mit Bekannten herausgerissen. Entsprechend war von Picknick recht wenig übrig, ich zumindest wollte heuer möglichst keinen übersehen und war in den 3-4 Stunden in denen wir anwesend waren fast nur am Rumlaufen, Leute suchen und in Objektive schauen.

Die Entschädigung dafür waren einige sehr nette Gespräche mit altbekannten und neubekannten Herrschaften, auch wenn diese mitunter etwas kurz ausfielen – zwei Picknickdecken weiter tauchte meist schon der oder die nächste auf.

Danach machten wir einen kurzen Abstecher zur Agra, für den ersten Becher Erdbeerbowle des WGTs. Da gab es dann auch schon den ersten Schreckmoment als ich nach einem schiefen Blick auf die Uhr befürchtete, das Konzert von Attrition verpasst zu haben – ein Glück daß dem nicht so war.
So schafften wir es noch rechtzeitig ins Schauspielhaus, welches sowieso meine Lieblings-Konzertlokalität ist, allerdings je nach Band durch die begrenzten Sitzplätze sehr überlaufen. Wir hatten Glück, wir kamen problemlos hinein, und auch das Konzert war mit vielleicht der Hälfte der zur Verfügung stehenden Sitzplätze eher schlecht besucht. Was das Konzert selbst angeht – da wird es einen gesonderten Artikel geben.

Der Abend-Ausklang war dann die erste von insgesamt drei Neoromantik-Parties die auch heuer im Spiegelzelt an der Kongresshalle stattfanden. Den Freitag bestritten heuer Zinsi und Spinne, doch leider muss ich sagen daß ich die Musikauswahl bis auf ein paar lichte Momente wenig gelungen fand.
Dafür hat es mich gefreut an dem Abend bereits Robert von Spontis-Blog kennenzulernen, ein Treffen war eh geplant, glücklicherweise lies er sich nebst Freundin in den Spiegelpalast lotsen, und so konnten wir dort bereits ein paar Worte wechseln.

Am Samstag ging es – wie jedes WGT – erstmal in den Schillerpark unweit der Moritzbastei, zum Treffen des Natron und Soda-Forums. Ich hatte eigentlich nicht vor hinzugehen, nachdem mich Franky noch gefragt habe ob ich da sein werde, hab ich mich dann doch dazu hinreißen lassen. Letztenendes habe ich mich dann wieder ganz gut unterhalten und nochmal ein paar Leute in real kennengelernt, unter anderem einen weiteren Photographen-Bekannten mit dem ich bislang auch nur übers Netz Kontakt hatte – dem NeuroGrapher.
Franky schreibt im übrigen für den Festivalhopper, und natürlich auch vom heurigen WGT sind wieder ein paar Bilder von ihm dabei – der geneigte Leser möge mir verzeihen daß ich mich ausnahmsweise hier auch in Pose geworfen habe 😉 beim Franky hatte ich da einfach nicht so die Skrupel 😉
Das Treffen endete dann in einem recht nerdigen Gespräch mit dem wahrscheinlich einzigen Programmierer der sich auf diesem Nähtanten-Treffen herumtrieb – aber vielleicht „riecht“ man das ja irgendwie *g*

Nach dem Forums-Treffen war ich nochmal mit Robert verabredet, der für seinen Blog ein „Interview“ machen wollte, das sich als recht angeregtes und interessantes Gespräch entwickelte. Ich denke, über manche Themen hätten wir noch weit länger reden können, umso mehr bin ich gespannt was aus der ganze Geschichte wird, und welches Lesefutter er uns in der nächsten Zeit so präsentiert.

Danach versuchte ich in der Moritzbastei Alwa und die von Übels wiederzufinden, doch die waren schon gen Agra unterwegs, umso dankbarer bin ich Gomizugami-Sama fürs Aufsammeln an der Moritzbastei.
Allerdings war ich am Überlegen, mir Roman Rain in der MB anzusehen, wenn ich schonmal da war. Musikalisch muss ich zwar zugeben daß mir nur wenige Stücke die ich bisher gehört habe, zusagen, allerdings wäre ich neugierig gewesen diesen doch optisch sehr markanten Menschen mal live zu sehen.
Ein paar liebe Bekannte die ich an der Moritzbastei noch getroffen habe meinten später daß das Konzert tatsächlich recht gut gewesen sein muss.

Auf dem Markt der Moritzbastein habe ich dann noch eine grandios riesige Strasstiara ergattert, die preislich auch ein ziemliches Schnäppchen war.
Danach habe ich erstmal auf Gomi, Dani und Gala gewartet, inzwischen wurde es richtig frisch und zu allem Überfluss habe ich dann noch meine Lieblingsfeder, die ich in der Frisur hatte, verloren *hmpf*
Zu meiner Überraschung streckte mir dann plötzlich ein Kamerateam die Linse ins Gesicht und bat mich um Beantwortung von ein paar Fragen. Zum Glück handelte es sich um einen Leipziger Sender, sonst wäre ich wohl wirklich geflüchtet, und sie hatten dazu noch den Überaschungseffekt auf ihrer Seite, da ich da einfach nur so saß, fror und auf meine Freunde wartend gedanklich an ganz anderen Stellen steckte.
Ich bin letztenendes aber dennoch recht erleichtert daß ich dann im fertigen Beitrag des Leipzig Fernsehens nicht auftauchte. Reden vor Kameras ist dann nicht grade meine Spezialität.

Zum Glück kamen kurz darauf meine Mädels an, und wir suchten uns in der Stadt ein Eiskaffee um was zu trinken und mal die Füße stillhalten zu können. Der Kellner im Cafe war ganz angetan von der Horde Reifrockmädels, und so konnten wir uns wirklich nicht über den Service beschweren *lach* – die Leipziger sind einfach toll, und das macht einen guten Teil der ganz besonderen WGT-Stimmung aus, wie ich finde.
Auch zwei jüngere Damen die sich vor dem cafe niedergelassen hatten, haben uns angesprochen, und in dem kleinen Gespräch sind sicher wieder ein paar Vorurteile abgebaut worden. Danke im Allgemeinen auch an die Leipziger, denn egal ob jung oder alt, alle Kontaktaufnahmen bisher waren toll, die Leute immer freundlich und interessiert.

Vor der zweiten Dunkelromantischen Tanznacht wollten wir noch einen schnellen Abstecher in die Agra machen, ein Glas Bowle schnappen und kurz durch die Verkaufsstände schlendern. Dabei kam es zu der herrlichen Situation, als die Gäste eines gut besetzten Strassencafes mit ansehen durften wie sich 4 Reifrockdamen (naja, – zwei Reifröcke, eine Tournüre und ein großes Panier in einen kleinen Fiat Seicento pressten – die ungläubigen bis staunenden Gesichter vergesse ich nicht zu schnell *g*)
Doch auf der Agra kamen wir nicht weit, da mich nach ein paar Metern eine Photographin erwischte, die mir dann noch von einem ihrer Photoprojekte erzählte. Da mir das Konzept das sie mir unterbreitete sehr gut gefiel, willigte ich natürlich ein da mitzumachen. Sobald es soweit ist, berichte ich näheres darüber, es wird jedenfalls für einen Bildband sein mit einem Konzept das mich einfach voll und ganz begeistert hat.

Leider verlief die Fahrt zum Spiegelpalast danach nicht ganz reibungslos, denn ein ziemlich tiefes Schlagloch in der Strasse machte uns einen Strich durch die Rechnung, sodaß wir bei recht frisch gewordenen Temperaturen noch auf den ADAC warten mussten. Glücklicherweise handelte es sich lediglich um eine Kerbe in der Felge, die die scharfe Kante des Schlagloches verursacht hatte, und nichts schlimmeres.
Ärgerlich war es eben dennoch, und so kamen wir erst gegen 01:00 Uhr am Spiegelpalast an, allesamt schon entnervt, was sich zum Glück schnell löste bei Musik und Stimmung der Tanznacht. Auch wenn am zweiten Abend die Musikauswahl meiner persönlichen Meinung nach ein wenig mehr Schwung hätte vertragen können.

Soviel für heute. Da ich bereits wieder einen halben Roman habe, verlege ich den zweiten Teil auf später. Da wird es dann auch ein wneig mehr Bilderfutter geben, ich bin noch nicht durch meine durch – auch wenn es eher wenige sind – manche müssen noch Begegnung mit Photoshop machen, da mir die DSLR fürs WGT eindeutig zu unhandlich ist. Gibt da eh genug Leute mit größeren Kameras …

Als Entschädigung derweil gibt es das WGT-Video von Novembersturm vom heurigen Jahr:

Kleine WGT-Einstimmung

Morgen um diese Uhrzeit bin ich unterwegs gen Leipzig, und da noch ein paar Dinge getan werden wollen – allen voran das möglichst platzsparendste Verpacken der riesigen Stoffmassen – fasse ich mich kurz und präsentiere eins der wohl schönsten Videos vom letzten Jahr, das grade für mich die WGT Stimmung gerade enorm steigen lässt, denn es erinnert mich zum Einen an die schönen Momente auf dem victorianischen Picknick, zum Anderen tummeln sich haufenweise liebe Freunde und Bekannte.
Ich freu mich so unendlich drauf euch schon bald wiederzusehen, und hoffentlich auch neue Leute kennenzulernen.
Und natürlich freue ich mich wieder auf das Picknick – hoffen wir, das Wetter meint es gut mit uns – und die Wedelparties im Spiegelpalast, sowie tolle Konzerte, den Bowlestand – a.k.a. Schwarzromantikersammelstelle *lach* und einfach eine tolle Zeit damit, 4 Tage am Stück mal hemmungslos man selbst sein zu dürfen.

Der gute Herr Novembersturm hat mich da auch erwischt, im Spiegelpalast, beim versuch mir sperrigen Fellärmeln halbwegs zu tanzen ohne nen Hitzschlag zu bekommen, und später an der Agra mit Hörnchen *g*