Gothic Friday Juli – Symbol und Sinnbild

So schnell kanns gehen – der Gothic Friday hat die Halbzeit erreicht und der Juli hat wieder ein sehr interessantes Thema abbekommen dem ich mich nun widmen möchte – Symbol und Sinnbild.
Dahinter versteckt sich die individuelle Geschichte der Symbole mit denen man sich schmückt. Dazu habe ich freilich viel zu sagen, Symbolik ist ein Thema das mich schon immer sehr interessiert hat, das was ich ständig um Hals, Finger oder sonstwo trage ist kein reiner Deko-Schmuck sondern hat seine eigene Bedeutung oder persönliche Geschichte.
Die persönliche Symbolik kann frelich auch in Form von Tätowierungen auf den Körper gelangen – aktuell bin ich noch gänzlich unbemalt 😉 doch es gibt Pläne die ich seit mehreren Jahren habe, immer noch gut finde und umgesetzt werden wollen wenn die Finanzen mal mitmachen, da zumindest ein Motiv eine größere Angelegenheit werden soll wozu ich dann natürlich auch einen richtig guten Künstler suchen möchte.

Doch über diese Motive auch noch zu reden würde wohl zu weit führen – also zurück zum Schmuck 😉 – was da Tag und Nacht an meinem Hals rumklimpert sind zwei lange Lederbänder, eines mit einem Regenbogen-Obsidian (der augenscheinlich schwarz ist und erst beim Drehen im Licht regenbogenartigen Schimmer zeigt), am anderen Band ein schwarzer Turmalin in einer Spirale sowie ein kleines Ankh aus Silber und eine Mondsichel mit keltischem Muster. Weiter oben in Halsnähe sitzt eine große Fledermaus aus Silber, eine Platine 😀 und – ein Pentagramm.

Zu jedem Stück kann ich freilich eine längere Geschichte schreiben, aber das Symbol das mich seit knapp 20 jahren begleitet ist schlicht und ergreifend das Pentagramm.

Als ich anfing mich für Esoterik, Okkultes und insbesondere Hexentum zu interessieren habe ich ganz bewusst angefangen mir dieses Symbol um den Hals zu hängen, aber schon vorher, als ich noch nicht mal wusste was es genau damit auf sich hatte, zog mich dieses Symbol schon an. Der erste Anhänger den ich besaß war selbstgemacht – ich muss etwa 13 gewesen sein – kleine Glasperlen auf feinen Silberdraht aufgezogen und in die richtige Form gelegt.
Bis ich etwa 14-15 war, war ich noch unschlüssig wie ich Religion – im Speziellen die Christliche – für mich bewerten sollte. So richtig viel anfangen konnte ich damit nicht, war aber bereit meinen eigenen Zugang dazu zu finden. Mein Standpunkt bildete sich dann am Tag meiner Konfirmation heraus, respektive in der Zeit davor in der man gezwungen wird regelmässig in der Kirche zu frieren und sich beim Konfirmandenunterricht zu langweilen. Den Zugang fand ich nicht, nur mechanisch abgespulte Rituale denen ich nichts abgewinnen konnte. Nichts „göttliches“ sprang über in den Predigten, alles tot und langweilig oder wahlweise grotesk-geschauspielert. Bei der Konfirmation schwieg ich zur Frage, ob man sich zu seiner Taufe bekennen würde und beantwortete sie innerlich mit „NEIN!“

Nach dem bewussten „Nein“ zum Christentum begann ich nach meinem eigenen Weltbild zu suchen, was mich zum Neuheidentum und in die Nähe des Wicca brachte. Hier erhielt das Pentagramm das mich vorher schon so förmlich magisch angezogen hatte, seine Bedeutung. Ich trug es damals auch bewusst als Symbol meiner spirituellen Ansichten, aber auch die Funktion als Schutzsymbol – als solches ist das Pentagramm schon seit vor der Antike bekannt – mit dem Kreis um den Stern. Und als Aussenseiter im kritischen Alter von 15-16 war mir auch unbewusst die Schutzfunktion doch willkommen. Unabhängig ob es tatsächlich Wirkung hat oder nicht – letztendendes zählt was einem selbst solche Symbole bedeuten.

Das Pentagramm da sich heute trage steht frei ohne Kreis und aufrecht – umgekehrt habe ich das Symbol nie getragen, was aber nicht daran liegt daß ich es in der Form für ein Teufels-Symbol halte. Sieht man genauer hin stößt man bei der Bedeutung des Pentagrammes auf eine unglaubliche Tiefe. Die die mir heute am sympathischsten ist stammt aus der Kabbala, zu der gehört unter Anderem auch die Numerologie.
„Penta“ ist griechisch für „Fünf“ – klar soweit, ein Pentagramm hat ja fünf Zacken 😛
Die Vier steht als Sinnbild für die Materie – beispielsweise in Form der vier Elemente. Gibt man zur Vier noch eins dazu – sagen wir mal, Geist oder Seele, so wird der unbelebten Materie Leben eingehaucht. Die Fünf ist also das Sinnbild für den Menschen. Beim aufrecht stehenden Pentagramm steht der Geist – man kann auch den Willen da hin setzen – über den vier Spitzen welche die Materie symbolisieren. Der Geist beherrscht die Materie! Ich selbst bin der Herr über mein persönliches Universum – so ist mein Pentagramm für mich auch Symbol dafür, in Zeiten wo man sich lieber eingraben lassen möchte, die A***backen zusammenzukneifen, dem Leben den Stinkefinger zu zeigen und sich weiter durchzubeißen. Auf die eigene Art und Weise. Riecht nach Thelema – stimmt irgendwo auch, wobei ich auf Crowleys thelemitisches Weltbild erst kurz danach gestoßen bin, und ich war überrascht wie es sich doch mit meinen Ansichten deckte.

Das Pentagramm ist in aufrechter Ausführung also auch ein sehr aktives, energiegeladenes Symbol.
Der Umkehrschluß ließe zu zu denken, die umgedrehte Ausführung sei „böse“ weil hier ja die Materie den Geist unterdrückt. Das ist freilich ein Aspekt des ganzen, aber eben nur einer 😉 – nichts ist nur „gut“ oder „böse“ , solche Begrifflichkeiten werden meist nur von einfältigen Gemütern verwandt.
Das umgedrehte Pentagramm – auch Drudenfuß genannt – hat auch den Aspekt des Empfangens, des Aufnehmens, des Ausruhens, was freilich auch in das „sich gehen lassen“ umschwingen kann, dafür hat die aufrechte Ausführung aber auch immer eine aggressiv-destruktive Komponente, so wie Feuer wärmen kann oder verbrennen.
An dem Böse-Symbol ist über mehrere Ecken, wenn man an das umgedrehte Pentagramm denkt – zwar schon etwas dran, man denke hier an den Aspekt daß der Verstand ganz zuunderst liegt, letztenendes ist das aber eben nur eine sehr oberflächliche und eingleisige Betrachtungsweise, die mehrfach fehlinterpretiert ist, denn das aufrecht stehende Pentagramm kann auch massiv destrukiv sein.

Meine liebste Darstellung des Pentagrammes geht auf Agrippa von Nettesheim zurück, und zeigt die Deutung des „Geistes über der Materie“ beziehungsweise den kabbalistischen Bezug zum Menschen am schönsten. Hier wird auch der Aspekt deutlich, daß jeder Mensch sein eigenes Universum besitzt dessen Zentrum er ist – will meinen, durch Charakter, Vorlieben, Weltbilder etc schafft jeder Mensch sich individuell seine Sichtweise auf die Welt und das bestimmt auch den Umgang mit der Umwelt. Und Angriffspunkte wo Mißverständnisse entstehen, denn wo sich zwei Weltbilder inkompatibel miteinander sind gibt es Reibungspunkte, insbesondere dann wenn sich der „Inhaber“ des Weltbildes nicht darüber im Klaren ist daß das Seine automatisch anders sein muss als das der Menschen in seinem Umfeld. Dazu muss man keine Eso-Tante anlabern, auch Psychologen teilen diese Meinung, wers nicht glaubt dem empfehle ich Paul Watzlawicks Werke. Und darauf beruht auch mein Begriff der Toleranz – ich kann akzeptieren daß andere Menschen ihre persönliche Sichtweise auf die Welt und Alles haben, teilen muss ich sie nicht, aber ich kann sie in ihrer Sichtweise sie selbst sein lassen, komme ich damit nicht klar, ziehe ich mich zurück und lasse deren Universum unangetastet, fordere aber im Gegenzug ein daß mein Universum für mich ebenso unangetastet bleibt. In der Praxis geht auch das nicht so reibungslos, aber wir sind (auch wenn man sich oft anders fühlt) auch nur Menschen 🙂

Noch suche ich nach einem wirklich schönen Anhänger mit dem Agrippa Pentagramm, da eben diese Darstellung für mich nochmal etwas besonderes ist 🙂

Das Pentagramm könnte Bände füllen wenn es um seine Bedeutung geht, besonders wenn man richtig in die Tiefe geht. Ich mag es auch nicht wenn sich jemand zu Modezwecken diesen Stern um den Hals hängt, auch das Abstempeln als „böses Symbol“ ist oberflächlich und unreflektiert. Christen hängen sich ein Kreuz um den Hals an dem ein junger Mann *festgenagelt* ist und sich über diesen Umstand sicher nicht gerade gefreut haben dürfte – für mich ist das weit negativer belastet …

Das Pentagramm habe ich auch in Form eines Silberringes den ich ständig trage, ich habe ihn als große Ohrringe in Einlegearbeit, als Druck auf dem Halstuch, aufgenäht aus Bändern auf Klamotten, händisch aufgestickt – teils verborgen in wieder anderen Symbolen, wie die fünfblättrige Tudor-Rose die ich auf meine Tasche gestickt habe, und die zusätzlich meine Begeisterung für das Zeitalter der Renaissance wiederspiegelt. Wo es Universalgelehrte wie Leonardo DaVinci gab, die Künstler und Wissenschaftler gleichermaßen waren (und so ein Idealbild für mich darstellen), wo John Dee am Hofe von Elizabeth I von einem Engel das System der Henochistischen Magie diktiert bekommen haben soll und der Königin die Zukunft weißsagte und alchemistische Studien verfolgte. Wo eine starke Frau als Königin einem ganzen Volk den Wohlstand brachte und zeigte daß sie genauso „Mann“ sein kann.

An dieser Stelle könnte man seitenweise weiter über das Symbol das quasi „meines“ ist – obwohl es von der schwarzen Szene doch sehr inflationär und oft unreflektiert verwendet wird – weiterquassewln, ich breche aber lieber mal hier ab und freue mich auf Kommentare und Rückmeldungen 🙂

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Warum eigentlich Schwarz?

So weitläufig und facettenreich die schwarze Szene heute ist – ein Detail zieht sich dennoch recht kontinuierlich durch alle Spielarten hindurch, und das ist die ausgeprägte Vorliebe für die (Nicht)-Farbe schwarz.
Grund für diesen Artikel war für mich letztenendes die Aussage eines jungen Mannes der im Rahmen einer WGT Doku, welche einer unserer geliebten Privatsender einst verbrochen hatte, in der besagter Herr sich unwissend zeigte, warum gerade schwarz, und die zweifelhafte Theorie aufstellte daß es genauso hätte gelb sein können.

Also, warum denn nun eigentlich schwarz?

Wer sich in dunkle Gewänder hüllt und sich in irgend einer Form zur schwarzen Szene zählt, sollte eigentlich wissen warum gerade schwarz und nicht gelb. Und nein, auch pink ist verdammt nochmal nicht das neue schwarz …

Als jemand der nach 4 Semestern von den Physikern geflüchtet ist, fange ich mal wissenschaftlich an, wenn auch nur als arg eingedampfter Abriss, Farbenlehre ist ein sehr weites Feld:
Farbe ist ein Phänomen das sich physikalisch gesehen durch die Wellenlänge auszeichnet. Schickt man einen weißen Lichstrahl durch ein Prisma, wird man am anderen Ende beobachten können wie der Strahl von rot zu violett über die bekannten Regenbogenfarben auffächert. Dieser Regenbogen wird als Spektrum bezeichnet, das weiße Licht besteht also aus allen Farben. Das Material des Prismas ist in der Lage den eintretenden Lichtstrahl zu brechen, der Brechindex des jeweiligen Materiels ins in der Regel abhängig von der Wellenlänge, was bedeuted daß die unterschiedlichen Wellenlängen die eben im weißen Licht enthalten sind, unterschiedlich stark gebrochen werden.
Licht ist eine elektromagnetische Welle, im physikalischen Sinne gibt es daher theoretisch unendlich viele Farben. Jedoch kann das menschliche Auge nur einen gewissen Ausschnitt aus dem kompletten elektromagnetischen Spektrum wahrnehmen, ca von 380 nm bis 780 nm, dabei wird das langwellige Licht als rot wahrgenommen, das kurzwellige Ende des sichtbaren Spektrums als violett.

Währen es Objekte gibt die Licht abstrahlen – wie die Sonne oder eine Glühbirne – reflektieren die Dinge um uns herum die wir mit den Augen wahrnehmen können Licht.
Dabei erscheinen die Objekte in verschiedenen Farben, auch wenn sie eigentlich mit weißen Licht beleuchtet wurden. Das liegt daran weil bestimmte Farbpigmente bestimmte Wellenlängen des Lichtes absorbieren, und quasi der Rest der dann noch übrig bleibt reflektiert wird. Die absorbierten Wellenlängen verschwinden dabei aber nicht (Energieerhaltungssatz!), sondern werden in Wellenlängen mit niedrigerer Energie umgewandelt – Infrarotstrahlung, das Ding wird mehr oder weniger warm, je nachdem wie viel absorbiert wird.

Schwarz erscheint ein Gegenstand der nahezu alle Wellenlängen absorbiert. Deswegen werden schwarze Gegenstände in der Sonne auch besonders warm. Ich sage „nahezu“ weil ein kleiner Teil trotzdem noch reflektiert wird, der perfekte schwarze Körper wäre überhaupt nicht sichtbar. Wie war das noch mit dem Spruch: „Ich trage solange schwarz bis etwas noch dunkleres erfunden wird“?

Weißes Licht ist ein Beispiel für die Additive Farbmischung, rühre ich allerdings aus dem Farbkasten alles zusammen was ich da drin finde, bekomme ich schwarz – ok, in der Praxis mehr oder weniger – das wäre dann die subtraktive Farbmischung. Sowohl schwarz als auch weiß zeichnen sich nicht durch eine Wellenlänge, und damit einen Platz im elektromagnetischen Spektrum aus, da liegt auch die Erklärung warum beide nicht zu den Farben gezählt werden – physikalisch gesehen natürlich, aus der Tube bekommt man sehr wohl schwarze Farbe zu kaufen.

Nachdem die wissenschaftliche Seite soweit abgeklärt ist, gehen wir weiter zur Symbolik. Natürlich sind nicht alle Assoziationen die dieser Farbe zugeschrieben haben relevant für das was innerhalb der Szene damit verbunden wird, wirft aber vielleicht auch ein Licht weswegen manche Aussenstehende das tragen ausschließlich schwarzer Kleidung als negativ betrachten.

Das erste was mit mit „schwarz“ wohl verbunden wird ist das übliche: Trauer, Tod, „das Böse“ *hust* – zumindest in der westlichen Kultur. Andere Kulturkreise verbinden mit diesen Themenbereichen eher die andere Nicht-Farbe – weiß. Einer Theorie zufolge soll die Wahl der Trauerfarbe darauf zurückgehen, welche Farbe den stärksten Kontrast zur Hautfarbe darstellt – in Kulturkreisen mit vorwiegend hellhäutigen Menschen also schwarz.1

Ausserdem glaubte man daß Geister kein schwarz sehen könnten, und kleidete sich angeblich deswegen bei einem Trauerfall eben schwarz, damit der Geist des Verstorbenen die Lebenden nicht sehen konnte.

Tote Biomasse wird schwarz – was einst eindrucksvoll von einer alten Freundin bewiesen wurde, durch die konsequente Ignoranz eines Salatkopfes im Kühlschrank *hüstel*

Weiter werden oft Leere, Depression, Passivität, Einsamkeit, damit in Verbindung gebracht – und letztenendes nicht zu vergessen: die Nacht. Der handelsübliche Grufti hat schließlich eine gewisse Affinität zur Nacht.

An diesem Punkt ist die Symbolik der schwarzen Farbe aber noch keineswegs ausgeschöpft.
So wird schwarz auch als erhaben, edel, elegant und als Symbol von Macht bezeichnet. In der Renaissance war schwarz eine beliebte Modefarbe, die mit zu den teuersten zählte, wer schwarz trug, hatte Geld. Stoffe richtig schön tiefschwarz zu färben war mit den damaligen Mitteln nicht unbedingt einfach, da es mehrere Färbegänge brauchte. Die Tiefe der schwarzen Kleiderfarbe war also ein Hinweis auf den Reichtum des Trägers.
Zudem bildeten die schwarzen Kleidungsstücke den perfekten Hintergund für Gold- und Silberstickereien, sowie Perlen und Juwelen – ebenfalls Zurschaustellung von Wohlstand und damit verbundener Macht2
Königin Elizabeth I wurde nachgesagt, neben weiß sei schwarz ihre Lieblingsfarbe gewesen, was an einer Aussage festgemacht wurde die sie 1564 gegenüber einem spanischen Botschafter gemacht hatte, schwarz und weiß galten ebenfalls als Symbol ewiger Jungfräulichkeit – etwas was Elizabeth I ebenfalls darstellte, unverheiratet und kinderlos bis zum Lebensende. 3

Schwarz repräsentiert aber auch Zurückhaltung, Verzicht, Seriosität, Ernsthaftigkeit, Strenge, wurde daher von den Protestanten als Farbe für schlichte, schmucklose Kleidung gewählt, was auch den englischen Puritanern nachgesagt wird. Wieder in der Renaissance zeichnet sich die strenge, hochgeschlossene spanische Mode durch die Verwendung unserer aller liebster Nicht-Farbe aus, hier sind wir im Land des strengen katholischen Glaubens und der Inquisition. Auch als Ordenskleidung ist und war schwarz die Farbe der Wahl.

Konträr dazu wird schwarz aber auch ebenfalls als negativ, schmutzig, unrein, sündig angesehen und ist in Sprichwörtern oft Ausdruck für Unheil und schlechte Ereignisse. Man sieht schwarz wenn man nichts gutes zu erwarten hat, schwarze Katzen bringen im Aberglauben Unglück. Auch Heimlichkeit und verbotene Dinge werden mit dieser Farbe in Verbindung gebracht, man denke an Schwarzhandel, schwarze Listen, wenn man gemein ist steckt man anderen einen schwarzen Peter zu, und schwarze Schafe stehen nicht gerade dafür, beliebt zu sein.

Schwarz wirkt auf den Betrachter abweisend, signalisiert Abgrenzung und den Wunsch, in Ruhe gelassen werden, in der Magie ist schwarz eine Schutzfarbe mit der man negative Energien und unliebsame Wesenheiten von sich fern hält, soll aber auch Oberflächlichkeit lösen, bei Meditation und Trancearbeit unterstützend wirken da diese Farbe die Konzentration fördert und den Blick auf die Inneren Welten fokussiert sowie für das seelische Gleichgewicht förderlich sein soll.
Schwarz wird dem Saturn zugeordnet, dem als Grundprinzipien Beschränkung, Konzentration, Härte, Einweihung, Konkretisierung, Erdung, Durchhaltevermögen, Weisheit, Detailtreue, Krankheit, Tod, Zeit (in dieser Funktion als Chronos bezeichnet), Strukturerzwingung zugeordnet werden 4 und der Zahl 8, die auf die Seite gelegt das Symbol für Unendlichkeit ergibt.
Schwarze Magie ist das zwar nicht, aber hätten wir der Vollständigkeit halber auch noch im Angebot.

Schwarz ist ausserdem Symbol von Individualismus und ist oft bevorzugte Kleidungsfarbe von Intellektuellen und Künstlern, Freidenkern, Anarchisten und vielen anderen verwandten Geistern. Schwarz fasziniert, wirkt geheimnisvoll, mystisch und unnahbar.

So, da haben wir doch schon einen ganzen Haufen der super mit dem Gruftisein vereinbar ist, oder nicht?

Die individuelle Bedeutung innerhalb der Szene ist so unterschiedlich wie es verschiedene Menschen in ihr gibt. Wichtig ist zusammenfassend gesagt aber auf jeden Fall die Abgrenzung, eine gewisse psychologische Schutzfunktion und Individualität – auch wenn oft kritisiert wird was Individuell daran sein soll wenn doch alle einheitlich in schwarz rumrennen. Doch wer sich selbst zur Szene zählt weiß, wie unterschiedlich und facettenreich schwarz sein kann.

Meine Begeisterung für diese Nicht-Farbe zeigte sich mit 12-13, damals ohne die gernigste Ahnung von einer schwarzen Szene, aber es hat mich als Kleidungsfarbe in den folgenden Jahren immer wieder begleitet, bis zu meinem bewussten Szeneeinstieg. Dann flogen die übrig gebliebenen farbigen Klamotten aus dem schrank – mit dem Ergebnis das die Anzahl der Schrankleichen drastisch abnahm. Ich denke das ist für sich gesehen bezeichnend.

Ich habe ganz sicher einige Details übersehen, letztenendes ist der Artikel schon so halbwegs umfangreich geworden, deswegen sind Ergänzungen in Kommentarform gerne gesehen. Und Gedanken dazu natürlich auch 😉

Wer mehr will kann aber auch mal hier reinschauen: Schwarz

So, wer jetzt noch behauptet daß gelb genauso möglich wäre, den hau ich …


1: Arte.tv – Die Welt der Papuas: Riten und Initiation: Symbolik der Farben
2: Costume – The journal of the Costume Society, Ausgabe 41, Jahrgang 2007, S. 28
3: Costume – The journal of the Costume Society, Ausgabe 41, Jahrgang 2007, S27
Anmerkung dazu: Es war üblich daß Könige und teilweise auch Adelshäuser Farben auswählten die ihre Repräsentanten kennzeichnen sollten, indem die entsprechende Kleidung trugen, dabei war die Symbolik der gewählten Farben natürlich ausschlaggebend, Elizabeth I trug natürlich auch selbst schwarz und weiß, aber das Zitat bezog sich nicht auf ihre eigene Garderobe, die eigentlich ein sehr großes Spektrum an Farben aufwies, die Aussage wurde aber oft so mißinterpretiert. Als erklärter Fan von Elizabeth I musste ich sie aber natürlich nennen, noch dazu da ich sie überheblicherweise auch als Stilvorbild betrachte *hüstel*

4: hagdise.de: Die Planetenkräfte in der Magie