Androiden in der Pfalz – das Science Fiction Treffen in Speyer, 2018

Wieder einmal liegt ein grandioses Wochenende hinter mir, und wieder einmal versuche ich dem Con-Blues beizukommen, indem ich meine Erinnerungen zu virtuellem Papier bringe, damit ich sie mit euch teilen kann!

Daß die Con-Geherei Spaß macht merkt man wohl spätestens dann, wenn mans ich denkt – zwischen zwei Terminen ist so ne lange Zeitspanne, wie soll man das nun aushalten – da muss noch irgendwas rein!

So erging es mir zumindest heuer, nach der FedCon (den Bericht gibts hier) war ich im siebten Nerd-Himmel und heiß auf mehr – im weiteren Jahresverlauf waren noch die Comic Con in Stuttgart im Terminkalender vermerkt sowie die TimeLash, die vor vier Jahren mein Einstieg ins Con-Leben war und ich seitdem auch nicht mehr missen möchte.

Ich befragte also ein bisschen das Internet und meine Mit-Nerds auf Facebook, was es denn noch so alles gäbe, und so fiel die Wahl letztenendes auf das Science Fiction Treffen im schönen Speyer.

Gesagt getan ging ich wieder schnurstracks auf Pennplatz- und Zugverbindungs-Suche. Dieses Mal würde ich wieder alleine unterwegs sein, aber es waren ja genug Bekannte von vergangenen Cons anwesend – da sollte man immer mal Anschluß oder eine Gelegenheit zu Quatschen finden …

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Antonov 22 – Transportflugzeug, eines der größten Exponate

Zugegeben, das Programm des Treffens war für meinen Geschmack eher dürftig – überwiegend Star Wars und dazwischen versteckt zwei kleine Highlights für den geneigten Trekkie, denn mit Mark Allen Shepherd wurde der Schauspieler angekündigt, der in Deep Space Nine die kleine und stumme Rolle des Morn innehatte – der aber seinerzeit schnell zu einem Fan-Liebling wurde. Und dazu Lieven L. Litaer, seines Zeichens Klingonisch-Lehrer – selbst wenn ich nicht vor rund vier Wochen angefangen hätte, mich ernsthaft mit dieser Sprache zu befassen (und meine Lern-App sagt, ich könne schon gut 60 Wörter 😀 ), so wäre das ein hochinteressanter Programmpunkt geworden. Leider aber sagte er ein paar Wochen vorher dann ab … damit fiel ein ganzes Drittel meiner Programmpunkte schon flach, aber gut – bei solchen Gelegenheiten trifft man ja, wie gesagt – Freunde und Bekannte, und dann war da noch die Örtlickeit – das Technikmuseum in Speyer versprach gar exorbitant interessant zu sein, und das konnte es auch voll und ganz halten …

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Beim Füßevertreten am Freitag abend konnte ich das Museum schon ausfindig machen

Aber zurück zum Anfang – Freitag gegen Mittag zog ich los, wie immer schlug ich mich via Zug durch die Landschaft. Bis Speyer sollte ich laut Plan um die fünfeinhalb Stunden brauchen, aber – da haste die Rechnung wieder mal ohne die Jungs von der Bahn gemacht … zum Glück kam nur eine halbe Stunde tatsächlicher Verspätung dabei raus, während der Fahrt hatte ich der Tochter meines dortigen Vermieters Bescheid gegeben, die die Schlüsselübergabe für ihren Vater machen sollte. Ganz spontan antwortete sie mir, als ich fast schon angekommen war – ich hol dich ab, bis zur Wohnung sind das ja 15 Minuten zu Laufen!

Und da wurde mir wieder bewusst daß Speyer so groß nicht sein kann, denn je größer eine Stadt umso weniger empfindlich sind die Bewohner bei den Distanzen – in meinem Heimatkaff setzen sich die Leut schon für die sprichwörtlichen paar Meter in ihre Karossen – während ich der Meinung bin, das nächstgrößere Kaff ist auch mit dem Rad noch absolut in vertretbarer Reichweite …

Trotzdem war ich ganz froh um den netten Taxi-Service und so kamen wir bei der kurzen Fahrt zur Wohnung schon überraschend angeregt ins Gespräch …

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Da oben ist das Bett – unglaublich gemütlich … 

Die Wohnung war für einen einzelnen Menschen ziemlich großzügig, und recht witzig hergerichtet, irgendwie mit dem Charme eines Altbau-Mini-Lofts irgendwo zwischen „modern renoviert“ und kitschigen Dekoteilen in Form von Mini-Ritterrüstungen und ähnlichem. Das Bad – ausgestattet mit Regendusche und zwei Stufen hoch zum stillen Örtchen – das somit wahrlich einem Thron aus Porzellan gleichkam 😀
Ich hab mich sofort wohl gefühlt – bei meinen Alleingang-Trips hab ich bisher entweder das Sofa bei Freunden belegt oder mir solche Wohnungen gesucht. Das gefällt mir um Längen besser als Hotels. Bei Freunden hat man einfach mehr Zeit die man mit Freunden verbringen kann, da man die sonst nicht so oft sieht, und die Wohnungen sind einfach viel größer, gemütlicher und tolliger als ein knappes Hotelzimmer, in dem es nie richtig still ist.

 

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Spot fusselt schonmal das geräumige Sofa voll … 

Mein Highlight war das Bett, dazu hatte man über dem Eingang nämlich einen kleinen abgetrennten Vorraum gebaut und obendrüber einfach ein – sogar recht großes – Hochbett eingerichtet. Verdammt gemütlich. Ich kann nie die erste Nacht schlafen, wenn ich in einem fremden Bett bin, aber Hochbetten scheinen eine Ausnahme zu bilden – ich kippte nämlich sofort weg, und das obwohl ich 5 Stunden vor meiner normalen Nachteulen-Zeit schon unter die Decke gekrochen war .. faszinierend!

 

Dafür klingelte der vorsorglich gestellte Wecker morgen erbärmlich früh … für Grufties sind solche Veranstaltungen nicht grade freundlich, zumindest nicht für die die auch primär in der Nacht auf den Füßen sind – ich versuchte also beim Abstieg aus dem Bett nicht allzu abrupt der Schwerkraft zu folgen und machte mich daran, am Wasserkocher rumzufummeln. Da braucht man ordentlich Tee … den Kühlschrank hatte ich beim vorabendlichen Füßevertreten schon etwas gefüllt, die Innenstadt lag nämlich nur wenige Minuten zu Fuß weg, und der Dom war dann auch sofort in Sichtweite – ich beschloss also, solange noch Licht war, mal ein Auge drauf zu werfen, und als ich am Dom war, blitzte auch schon die riesige Boeing 747, die im Technikmuseum ausgestellt ist, keck über einige Büsche, daher beschloss ich, doch mal weiter in diese Richtung zu gehen, und nicht lange drauf hatte ich das Museum auch schon gefunden.

Alles recht überschaubar in Speyer …

Nachdem ich hinreichend wach war, fing ich an mich in Data zu verwandeln, für das Wochenende hatte ich nur ihn mitgenommen, Data macht mir einfach besonders viel Spaß … allerdings muss ich die alte Uniform wirklich in Rente schicken, die war um die Arme rum eh schon etwas knapp bemessen, der Sport der vergangenen Monate hat das Problem aber noch ziemlich verschärft – Oberarme anspannen ist eine doofe Idee und zu meiner Überraschung wars auch an den Unterarmen teilweise regelrecht schmerzhaft eng geworden … hilft jetzt nichts, Augen zu und durch …

Etwas später als geplant verlies ich dann meine Unterkunft gen Museum – natürlich mit Spot auf dem Arm 😀

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Englische Kunstflug-Maschine, passenderweise kopfüber unters Dach gehängt 😀

Das Museum war auf den ersten Blick schon faszinierend, und beim Ausgang der Lillerhalle ins Freigelände, standen die ersten Händler – da ich etwas bestimmtes suchte, stöberte ich gleich mal, wurde dann aber jäh von der Seite unterbrochen, da mir jemand einen Barren goldgepresstes Latinum andrehen wollte. Komisch, seine Ohren waren viel zu klein, dafür der Kerl zu lang für einen Ferenghi 😀 – wie auch immer, Androiden haben keinen Bedarf für so materielle Dinge … das sah er dann auch irgendwie ein …

Das Freigelände ist eine einzige Spielwiese für Flugzeugverrückte. Für gewöhnlich vergesse ich es immer, bei Veranstaltungen Fotos zu machen – oder mache nur recht wenige, aber hier schaffte ich rund 150 Bilder – ich bin selbst ganz erstaunt. Allerdings könnt ihr euch überwiegend auf Bilder von Flugzeugen und Autos, in verschiedensten Ansichten und Winkeln, freuen …

Zum Freigelände wollte ich aber später zurück, denn zunächst konnte ich dort niemanden finden der mir bekannt vorkam.
Es stapelten sich aber überall tonnenweise Star Wars-Kostümierte, von allen erdenklichen Fraktionen … und man muss sagen daß die Mehrheit auch verdammt gut war – kein Wunder, denn diese Mehrheit dürfte zur „German Garrison“ gehören, einem Kostümverein mit recht hohen Ansprüchen.

Die Anzahl anwesender Trekkies war jedoch überschaubar, dafür begrüßte man einander so ziemlich jedesmal – vom höflichen Sich-Zunicken unter Starfleet-Offizieren bis zum enthusiastischen High Five mit einer sehr grünen aber auch sehr netten Orionerin, war alles dabei …

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Die Raumfähre Buran – in voller Pracht

Meine nächste Station war die Raumfahrt-Halle, in der auch einige Autos und Motorräder standen, Kernstück aber ist die russische Antwort auf das amerikanische Space Shuttle – die Raumfähre Buran – russisch für „Schneesturm“.

Ein beeindruckendes Teil, ich bin an dem gesamten Wochenende mehrmals die Treppe hochgegangen um in das Innere zu gucken, einmal als kaum jemand mit mir oben stand, hab ich mir besonders viel Zeit gelassen – sowas zu sehen ist schon was wirklich besonderes und ich glaube, ich bin ein wenig verliebt 😀

Die Buran hatte es über das Teststadium leider nie hinausgebracht, die einzige Fähre die es zu Testzwecken bis ins Weltall geschafft hatte, bei einem unbemannten Flug, wurde 2002 in Bajkonur zerstört, als das Dach des Hangars einbrach.

Bei dem in Speyer ausgestellten Modell handelte es sich um die OK-GLI, die 1984 als Prototyp für das Start- und Landesystem gebaut wurde. Sie konnte genau wie ein Flugzeug eigenständig von einer Startbahn abheben – etwas was ihre amerikanische Kollegin nicht schafft. In diesem beeindruckenden Video sieht man das gute Stück im Flug, und wenn man das Gerät in echt und voller Größe gesehen hat, dann sind diese Bilder noch Erfurcht erweckender als sie es so schon sind.

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Blick in die Buran – die Ausmaße lassen sich schwer wiedergeben

Das Museum bietet aber so noch weitere Dinge, wie ein Stück echtes Gestein vom Mond, Kleidung und Anzüge von Astronauten und Kosmonauten, diverse Ausrüstungsgegendstände, bis hin zu originalen, eingeschweißten Essensrationen – die stellenweise sogar schon mit im All waren 😀

Meine Bekannten hatte ich bis dahin immernoch nicht gesehen, also wanderte ich wieder aufs Aussengelände und widmete mich dort den mehr terrestrischen Fluggeräten.

Allen voran ist dort die Boeing 747 „Schleswig-Holstein“, ehemaliger Vorzeige-Vogel der altehrwürdigen Lufthansa, die zweite Sensation. Den gesamten Apparat hat man auf eine gewaltige Plattform verfrachtet, wohin man über eine lange Wendeltreppe gelangt.

Dort oben ist es windig, und mit einigem Ärger merkte ich wie meine sorgfältig in Reih und Glied geklebte Androiden-Frisur langsam zum natürlichen, chaotischen Zustand zurückkehren wollte … verdammte Axt … die Freude am Flugzeug nahm das aber dennoch nicht. Das Gelände füllte sich zunehmend mit Gästen, und darunter waren auch reguläre Besucher die garnicht speziell zum SciFi Treffen wollten. Aber auch unzählige Familien, deren Nachwuchs offenbar voll auf „Star Wars“ war – ich habe irgendwann mal aufgehört zu zählen, wie viele kleine Sturmtruppler oder plastiklichtschwertschwingende Mini-Vaders  in vollem Enthusiasmus gegen meine Schienbeine rannten …

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Boeing 747 „Schleswig-Holstein“ – auf ihrem Podest

Jedenfalls machte das den Andrang in den Fluggeräten nicht besser. So wurde man meistens etwas durchgeschoben, gerne hätte ich mir etwas Zeit gelassen, ich liebe den Geruch von Technik am Morgen 😀 – und Flugzeuge haben da wieder ihre ganz eigenen Aromen. Passagierflugzeuge riechen ganz anders als militärische Maschinen, die Antonov 22 die sich weiter hinten befindet hat mehr was metallisches, während die alten russischen Hubschrauber nach Öl und anderen Schmiermitteln riechen .. ab-so-lut herrlich!
Und da wähnte ich mich kurz eines Momentes wunderbarer Einsamkeit in einer Maschine, als hinter mir eine Dame durch die Luke kroch,  kurz innehielt und laut feststellte – „Bah, hier drin stinkts aber!“
Banausen! Wissen einfach nicht was gut ist …

Ich schob mich also wieder ins Freie und nahm Kurs auf den nächsten begehbaren Vogel.

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Boeing 747 – Blick in die Innereien – der Laderaum ohne Verkleidungen

An der Boeing traf ich dann endlich auch mal Bekannte – nämlich Jeanette, die Mit-Moderatorin des Orville-Podcastes ist, samt Begleitung. Wir verquatschten uns reihum und zogen dann zu viert weiter – nochmal zur Buran, da war ich zwar schon drin, aber nochmal schadet nicht … und dann fanden wir die Star Trek-Ecke – bisschen unglücklich ins Abseits hatte man die Gruppen gestellt, doch man kam sofort ins Gespräch – klar, das gemeinsame Interesse ist schwer übersehbar gewesen 😀

Meine Begleiter zog es dann schon bald zur Nahrungsaufnahme, zunächst schloß ich mich an, erinnerte mich dann aber daran daß ich noch einen Programmpunkt eingeplant hatte und es doof wäre den sausen zu lassen, wenn die eh rar gesäht waren, also verabschiedete ich mich vorläufig und machte mich auf in den Vortragssaal.

Dort sprach Nikolai Budarin, russischer Kosmonaut, über seine Arbeit und seine Erfahrungen bei insgesamt zwei Missionen auf der Mir, sowie einer zur ISS. 444 Tage verbrachte er dabei im All und über 44 Stunden bei Aussenbord-Einsätzen.

Durch die live-Übersetzung aus dem Russischen war der Vortrag anfangs etwas gemächlich, doch Budarin kam dann schnell in Fahrt und hatte massenweise Bilder und Aufnahmen von seinen Missionen dabei. Auch wenn er ein recht ruhiger Typ Mensch zu sein scheint, so sprühte seine Begeisterung durch jedes Wort und jede Zeile.

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Dieser Stein stammt tatsächlich vom Mond

Interessant auch die Geräuschkulisse die einige der Aufnahmen untermalt, denn auf den Raumstationen herrscht beständig ein durchdringender Lärm, der sich dadurch erklärt daß man in so einer Station oder einem Space Shuttle ja nicht einfach so die Maschinen vor dem Schlafengehen mal abschalten kann – Ventilatoren halten die Luft in Bewegung, da es natürlich keinen Wind gibt der die frische Luft verteilt, und unzählige andere Geräte müssen ebenso ständig in Betrieb bleiben. Eine zusätzliche Belastung zu der Enge, der Schwerelosigkeit und der Tatsache daß einen nur wenige Meter von einer unglaublich kalten und luftlosen Umgebung trennen.
So erzählte Budarin auch wie es ihm erging als er für seine erste Mission ausserhalb der Station, „nur“ im Raumanzug im Weltall schwebte – wie er minutenlang erstmal so dahing und nach Luft rang, bis er sich an die unendliche Schwärze des Weltalls gewöhnt hatte und sein Körper vom Panikmodus endlich wieder runterkam.

Und wie man ihn nach der Landung aus der Kapsel holte und ihn fragte ob er alleine stehen könne – mit den Originalaufnahmen dieses Augenblickes untermalt – und er heldenhaft meinte, ja, er könne schon laufen, es aber sofort bereute als sein Kreislauf dann nach wenigen Schritten kurz mal aufgab. Mehrere Stunden würde es dauern, bis man nach der Landung wieder stehen, geschweige denn Laufen könne, da der Kreislauf sich erstmal wieder an die Schwerkraft gewöhnen müsse.

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Das Cockpit der Buran. Recht beengt, trotz der Größe des gesamten Schiffes.

Und mit solchen Einblicken ging die Zeit zu schnell herum. Nikolai Budarin meinte selbst, er könnte noch stundenlang weitermachen, und ich hätte ihm sehr gerne auch noch weitere Stunden dabei zugehört …

Draussen fand ich meine Bekannten erstmal nicht mehr, also widmete ich mich den restlichen Exponaten – weiter hinten standen noch die U9 – ein deutsches U-Boot, und das Schiff das in den 90ern von der Kelly Family bewohnt wurde – ein antiker Coaster Baujahr irgendwas 1920 … leider konnte man nicht durchs Innere gehen – nur auf dem Deck entlanglaufen.
Wasser ist absolut nicht mein Element, daher sind Schiffe nicht so sehr mein Ding, auch wenn die paar Exponate natürlich trotzdem sehr sehenswert sind. U-Boote sind vielleicht Ausnahmen von dieser persönlichen Regel – die sind wieder äusserst spannend, leider wurde man auch durch die U9 dank massivem Andranges nur so durchgeschoben. Als witziges Detail am Rande hatte man eine Figur aufs „stille Örtchen“ gesetzt und spielte durchaus sehr malerische Darmgas-Geräusche als Hintergrundbeschallung dazu sein, die für reichlich Gelächter bei den Besuchern sorgten …

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Maschinenraum der U9

Auf dem Aussengelände fand ausserdem die Kostümparade statt, die am Samstag den Gruppen vorbehalten war – also primär Star Wars. Da die Qualität der Kostüme wirklich hervorragend war, wars ziemlich interessant anzusehen – besonders Mandalorianer, muss ich sagen, gefallen mir ziemlich gut, vielleicht weil deren Rüstungen immer bisschen was abgeranztes, abgeschabtes und damit sehr endzeitiges haben … leider war die Moderation etwas dröge, passende Musikuntermalung fehlte irgendwie auch – so musste ich mal kurz in mich hineingrinsen, als von irgendeinem Stand auf dem Gelände laut das Deep Space Nine-Theme rüberschallte (das meine absolute Lieblings-Trek-Titelmelodie ist) – während vor uns ein großer Haufen Sturmtruppler in Reih und Glied strammstanden.

Kurz ertappte ich mich bei dem Gedanken, was ich wohl machen würde, würde ich auf die seltsame Idee kommen, was aus Star Wars zu cosplayen … hmm, gute Frage – kein Sturmtruppler, ich wäre ein Han Solo, oder ein junger Luke Skywalker – ooder ein Mando .. aber nope, auf so komische Ideen würde ich eigentlich niemals kommen 😀 – einmal Trekkie, immer Trekkie!

Daß ich damit zur anwesenden Minderheit gehörte, bewies mir ein weiteres Mal die Dame neben mir, die ihrem Nachwuchs mit erstaunlicher Zielsicherheit jeden vorbeilaufenden Charakter nennen konnte – bis sich am Ende der Parade eine kleine Star Trek Truppe anschloß zu der auch Andorianer gehörten – da verliesen sie ihn ganz spektakulär – „Guck mal Schatz – das sind … ähm .. blau angemalte Leute!“

Das Phänomen begegnete mir an dem Wochenende aber noch ein paarmal, so rief man mir ein paarmal „Spock“ hinterher, und im Gespräch mit einem Bekannten, der lediglich ein Fan-Shirt in TOS-gelb mit dem Aufdruck des Starfleet-Deltas trug – also absolut kein Kostüm, kam ein Cosplayer dazwischen und unterbrach uns mit den Worten „Ihr gehört doch zum gleichen Universum oder?“
Vorbeirollende Büsche … mein Bekannter und ich gucken uns an und suchen beide nach passenden Worten.

„Naja, das Symbol da, das ist bei beiden von euch doch voll ähnlich .. oder?“

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Detail des Cockpits der Boeing 747

Etwas später fand ich meine Bekannten von vorhin auch wieder, doch wir hatten nicht viel Zeit nochmal zusammen durch die Hallen zu schlendern, die Autogrammstunde wurde nämlich wieder aufgebaut. Die Schlange war schon lang, dennoch stellte ich mich mit an, denn nur an diesem Termin war Nikolai Budarin auch beim Signieren, und die Chance wollte ich ergreifen.

Es gibt eines was ich am Anstehen bei Cons absolut lieben gelernt habe – man kommt zwangsweise mit seinem vor- oder Hintermenschen ins Gespräch. Und so kams dann auch hier. Zuerst mit der Dame vor mir, dann kam noch die Dame hinter uns dazu, und bald hatten wir ein großartiges Gespräch über allemöglichen Serien und Fandoms am Laufen. Am Ende stellte sich heraus daß wir eine geschlagene Stunde und fast 15 Minuten angestanden hatten. Ohne es zu merken .. und dann waren wir fast an der Reihe – plötzlich eine Ansage – Nikolai Budarin wäre jetzt schon weg.

Verdammte Kacke …

Naja, wenn ich schonmal da bin – Mark Allen Shepherd saß ja noch, und den wollte ich sowieso und auf jeden Fall erwischen!

Bitte mit Bild-machen-dürfen … ich fischte nach meinem Telefon und erschrak gar heftig als ich das Teil ziemlich warmgelaufen aus der Tasche zog. Ich hatte bei den letzten Flugzeugen vergessen die Kamera auszumachen, jetzt war der Akku leer und das Drum ein wunderbarer Fingerwärmer. Verdammte Kacke – zweites Kapitel. Mit extra viel Mist dekoriert …

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Die Mondlandschaft mit den Autogrammtischen – links unten: Mark Allen Shepherd

Ich war also dran und steuerte „Morns“ Tisch an, die Assistentin verstand meinen Namen nicht – oder war vielleicht verwundert weil der männlicher klang als ich für sie womöglich aussah … also beschriftete ich den Zettel selbst, der kam auf ein wunderbares Bild von Morn und wurde durchgereicht. Es war kaum Andrang da wir mit die Letzten waren, meine Begleiterinnen hielten sich bei den Synchronsprechern von Luke und Leia auf, die ebenfalls da waren – Morn und Deep Space Nine kannten sie nicht – und dann gings wieder mal schnell, diesmal aber ganz unnötig. Mark Allen Shepherd meinte nur grinsend – „Oh, Data’s better half!“ ich lachte nur nervös, guckte beim Signieren zu, sagte brav Danke und daß es schön wäre ihn getroffen zu haben – und dann verschwand ich wieder und verfluchte mein entleertes und immernoch leicht warmes Telefon – das wäre wenigstens ein Aufhänger gewesen, nach dem Bild zu fragen .. aber vielleicht fehlt mir auch nur noch die Con-Erfahrung, später schaffe ichs eventuell auch mal, nem Schauspieler ein Gespräch aufzuhängen …

Innerlich etwas angefressen wartete ich noch auf meine neuen Bekanntschaften, die fröhlich mit den beiden Sprechern palaverten, und Fotos machten … aber ich hätte es etwas unhöflich gefunden, mich nun einfach aus dem Staub zu machen, wo wir uns ja schon so gut unterhalten hatten.

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Spacelab-Modul – in der Nähe der Star Trek-Ecke (wie man sehen kann)

Gefühlte Ewigkeiten später kamen beide, eine verabschiedete sich überschwenglich, die andere kam mit zum Ausgang. Meine Uhr sagte 18:15 und gute 10000 abgelaufene Schritte .. ein paar mehr werdens bis zur Unterkunft noch werden. Das Mädel legte mir noch Nahe den Bus bis in die Stadtmitte zu nehmen .. sie kam aus Speyer. Aber mal ehrlich – auf den Bus zu warten und sich dann hochkutschieren lassen hätte wohl länger gedauert und solang mir die Füße noch nicht abgefallen sind, geht das alles …

Kurz darauf kam ich auch in meinem temporären Domizil an, schälte mich aus den verdammtnochmal zu eng gewordenen Uniform-Ärmeln irgendwie raus und hüpfte unter die tolle Regendusche.

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker abermals unangenehm früh … versuche wieder, die Leitersprossen zu treffen, Wasserkocher an, Tee einfüllen, und loslegen.

Danach haue ich eine Extraportion Haarlack auf meine sorgfältig gelegte Androiden-Frisur, denn diesmal hatte ich keinen Bock daß mir wieder alles um die Ohren fliegt, sobald etwas Wind kommt, und dann wieder Farbe ins Gesicht und Goldpuder drauf – inzwischen hat das Waschbecken schon eine dezente aber kaum übersehbare Schicht Glitzer abbekommen.

Dann nochmal in die zu kleine Uniform gezwängt, Spot auf den Arm gesetzt, und los gehts wieder.

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Nochmal die Lillerhalle von der Empore aus überblickt

Heute hatte ich auch nicht mehr vor als gestern, das Panel von Mark Allen Shepherd war um halb drei auf dem Programm, enttäuschenderweise mit nur einer halben Stunde angesetzt. Um drei Uhr war die zweite Kostümparade, die auch für Besucher zum Mitmachen wäre, aber – Morn ist mir viel wichtiger, ich hatte kurz sinniert, mitzulaufen – die Star Trek Fraktion unterstützen, doch das wird ohne zweimal nachzudenken von der geistigen Liste gestrichen.

Im Museum angekommen inspizierte ich die Exponate der Lillerhalle mal ausgiebiger, am Vortag hatte ich mir kaum Zeit genommen. Danach stattete ich den Ständen am Ende der Halle nochmal einen Besuch ab und nehme das mit wonach ich am Vortag schon gesucht hatte – ein kleines, farbig emailliertes klingonisches Abzeichen (fürs Revers des Alltags-Jacketts), eine größere Variante in altsilberner Optik und einen klingonischen Communicator-Pin.

Wenn man schon klingonisch lernt, ist die logische Konsequenz, auch passendes G’wand mal im Schrank zu haben …

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Meine Mitbringsel

Auf dem Aussengelände mustere ich den Stand von Bresser nochmal, der mir am Vortag schon aufgefallen war. Die Jungs hatten einen Dobson dabei, im gleichen Ausmaß wie mein Eumelchen, und ein kleinerer Newton stand dahinter auf Montierung, mit Nachführung … zu einem Spottpreis – da musste ich nachfragen, denn Eumelchen soll über lang auch zum Fotos-machen herhalten, das geht dann ohne die Nachführung nicht .. ich komme also mit einem der Herren am Stand ins Gespräch, wir fachsimpeln etwas, am Ende stellt sich heraus – der nette Herr verkauft zwar Bresser-Optiken, ist aber privat kein Fan davon und hat da ganz anderes Zeug im Garten stehen. Solle ich „Eumelchen“ mal entsprechend umrüsten wollen, so meint er hinter vorgehaltener Hand, so möge ich zu nem anderen Hersteller greifen, und ja – diese Montierungen und Nachführungen kosten dann deutlich mehr, weil die dann auch viel stabiler sind.
Ich wusste da gibts nen Fallstrick bei dem Preis … er überlegte kurz ob er mir ein Prospekt geben soll, lässt es nach dem vorangegangenen Gespräch aber doch und legt mir den Besuch eines Teleskoptreffens nahe, um da mal bei Hobby-Astro-Kollegen die ganzen Möglichkeiten direkt zu testen, dafür wären diese Treffen immerhin da.
Ich danke ihm, und ziehe mit Spot auf dem Arm von dannen …

In der Raumfahrthalle entdeckte ich nun endlich einen weiteren Bekannten – und schon sind wir angeregt im Gespräch. Babylon 5, Star Trek, Requisitenbau mit LEDs .. so ganz normales Zeug eben … wenn sich auf Verwandtschaftsgeburtstagen die Leute eher über sowas unterhalten würden, als über – wer jetzt welche Krankheit wieder hat und wer nun schon wieder gestorben ist, dann würde ich mich um keinen mehr drücken 😀

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Im Inneren der Antonov

Dann wage ich mich nochmal in die Star Trek Ecke und bin schon wieder im Gespräch – die Gruppe „Starfleet Operations“ steht da – Live-Rollenspiel … ich bin mies im Rollenspiel und war dafür berüchtigt sogar beim Pen&Paper der perfekte Antagonist zur notwendigen Spontanität zu sein. Trotzdem wollten mich in unregelmässigen Abständen Leute dazu überreden, mal auf eine Live-Sache mitzukommen, ich fürchte nur, es kam nie gut an wenn ich darum bat einen Charakter spielen zu dürfen der kaum etwas sagt aber dafür allen eins aufs Maul geben darf … OK, da ist vielleicht doch irgendwo ein bisschen Klingone versteckt 😀
Jedenfalls aber – die Gruppe ist extrem gut ausgestattet und organisiert, also – mal sehen, wäre dann die nächste neue Erfahrung, und bei Star Trek kenn ich mich immerhin aus … das musste ich dann einen Stand weiter gleich beweisen, als man mir da den „Test zur Aufnahme an die Starfleet-Akademie“ überreicht – drei Bögen mit unterschiedlichen Fragen zu Star Trek, als kleines Spielchen für die Besucher. Hah – ein Leichtes!

Bei der Auswertung wär ich auch – ganz Data-Like – beinahe fehlerfrei durchgekommen, hätte ich nicht bei der Dauer des Gesamtwerkes aller Star Trek-Serien- und Filme am Stück danebengeraten, und mich bei der Frage nach dem TNG-Charakter mit den Angststörungen ins Bockshorn des Flüchtigkeitsfehlers jagen lassen, da auch der Name des Schauspielers dastand … verdammte Axt 😀 – dabei gehört Barclay zu meinen Lieblingscharakteren – ehrlich. Immerhin kann ich seine Probleme gut nachvollziehen und finde es großartig wie im Lauf der Serie damit umgegangen wurde.

Zur Belohnung gab es einen Aufkleber der USS Danubia – der kommt in mein Klingonisch-Vokabelbuch. Die Fan-Gruppe ist aus Regensburg und dürfte der Club sein der mir noch gerade so am nächsten ist .. OK, auch nicht ums Eck, aber eftunell – mal schaun.

Noch eins weiter laden mich zwei Herren von den SciFi Days in Grünstadt zu ihrem Trek-Dinner ein, das ist mal garnicht in Reichweite aaber – wer weiß. Ich bin inzwischen reisefreudig und für weitere Ausflüge mehr als nur bereit! Und die Veranstaltung in Grünstadt wäre heuer auf meiner Liste gewesen – wenn sie heuer stattgefunden hätte. Aber gut – nächstes Jahr ist auch noch ein Jahr …

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Jetzt taten mir allerdings die Füße ordentlich weh, und hinter der Buran war gerade eine Bank komplett frei – bis zum Panel von Mark Allen Shepherd lies ich mich da nieder und schmachtete die Fähre an … irgendwie aber erregte ich dort trotzdem Aufmerksamkeit. Also halte ich mittendrin immer mal mit Spot auf den Beinen für ein Bild still, manchmal setzen sich Erwachsene daneben, danach ein kleiner Kylo Ren mit dem obligatorischen Plastik-Laserschwert … wie schon in meinem FedCon Beitrag gesagt, ist die Foto-Frage bei solchen Veranstaltungen angenehmer als beim WGT – und natürlich freut man sich wenn die Leute einem was nettes zum eigenen Kostüm sagen oder einem dann sagen daß das auch deren Lieblingscharakter ist – das größte „Kompliment“ aber machte mir ein junger Mann etwas später, der plötzlich etwas verdattert neben mir stand, sich dann wieder fing und meinte, er dachte tatsächlich, ich wäre „der Echte“ – weswegen er kurz wie vom Donner gerührt dastand.

Und dann war es Zeit für Morns Panel.

Die Halle war spärlich gefüllt, allerdings weiß ich nicht wieviele hinter mir noch reingekommen sind, ich bekam relativ weit vorne einen Platz und hatte ausnahmsweise auch mal keinen von der Sorte „hatte als Kind zu viel Dünger in den Socken“- vor mir.

Bevor es losgeht wechseln sich ein paar Bilder auf der Videoleinwand ab, darunter ein großartiges Fan-Art von Morn, das ich gleich abknippsen musste. Und dann betretenen Mark Allen Shepherd und der Moderator die Bühne.

Fan Art für Morn

Fan Art für Morn

Letzterer gibt ohne Umschweife zu, sich mehr bei Star Wars auszukennen und wer Morn ist hätte er sich auch erstmal anlesen müssen – aha, wieder einer … trotzdem macht er die Sache ganz gut, die meiste Zeit aber erzählt sowieso „Morn“.

Mark Allen Shepherd war selbst immer großer Trekkie und meldete sich natürlich sofort als die Ausschreibungen für Deep Space Nine bekannt wurden. Dabei hängte er sich stundenlang ans Telefon, die Leitung war nämlich dauerbesetzt und mittendrin komplett überlastet, mit etwas Hartnäckigkeit jedoch gelang es ihm, einen Termin zum Casting zu bekommen. Daß die Rolle die ihm zugedacht wurde, eine Vollmaske beinhalten würde, schreckt die meisten Schauspieler eigentlich immer ab, denn wiedererkannt zu werden ist oft nicht ganz unwichtig – in der Hoffnung daß sich mit steigender Bekanntheit so natürlich auch weitere Jobs ergeben. Shepherd aber war glücklich bei Star Trek dabeisein zu dürfen, auch wenn man sein Gesicht nie sah (bis auf einmal). Einer Eingebung folgend, erschien er dann zum ersten Drehtag, obwohl man ihm vehement sagte, er wäre da garnicht im Drehplan vorgesehen gewesen, auch am Set wollte man ihn wieder heimschicken, bis Michael Westmore – der Chef-Maskenbildner – ihn sah und zu einem Eck dirigierte in dem sein Kostüm und seine Maske schon bereit lagen. Irgendwer hatte einen Fehler beim Drehplan gemacht und wäre Shepherd seiner Eingebung nicht  gefolgt, so hätten wir Morn womöglich nie zu Gesicht bekommen  …

Auch daß seine Figur für die ganzen sieben Jahre in denen DS9 lief, fester Bestandteil werden würde, konnte er anfangs nicht ahnen, Morn aber wurde schnell zu einem Fan-Liebling und war aus dem Quarks natürlich nicht wegzudenken. So wurde extra für ihn in der 6. Staffel mit „Who mourns for Morn“ eine Episode geschrieben, die sich allein um Morn dreht – und in der man Mark Allen Shepherd einmal kurz ohne Maske sehen kann – er war der Bajoraner den Quark auf den Stammplatz des vermeintlich verblichenen Morn setzte.

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Mark Allen Shepherds Panel

Mark Allen Shepherd ist neben der Schauspielerei aber auch ein Künstler, so führte eine flapsige Bemerkung seinerseits dazu daß mehrere seiner Gemälde im Set-Design der Raumstation auftauchten. Es gab nämlich ein Coverbild auf einer Zeitschrift, auf dem Morn mit Quark und einigen Dabo-Mädchen posierte, daraufhin wurde Shepherd von einer Dame aus der Aufnahmeleitung scherzhaft als „Coverboy“  angesprochen, der dann konterte, er wäre ja nicht nur ein tolles Model, sondern auch ein Künstler – falls sie mal seine Arbeiten sehen wollen würde … und sie war dann so begeistert daß die Bilder eben in den Quartieren der Siskos, Dax und weiteren Charakteren, zu sehen waren.

Er erzählte dann noch wie es dazu kam daß er nach Deutschland zog – 2001 nämlich lernte er seine spätere Frau auf einer deutschen Convention kennen und ein Jahr später wanderte er dann aus. Shepherd redete auch teilweise deutsch in seinem Panel. Zum Schluß gab es noch ein paar Zuschauerfragen, und ich wäre das erste Mal drauf und dran gewesen in einem Panel mal selbst aufzustehen, doch leider fiel mir keine wirklich gute Frage ein.
Den kleinen Vortag beendete Morn dann mit der Darbietung seines umgetexteten Songs „Morn to be wild“

Draussen war die Kostümparade dann fast schon durch, das Panel war dann doch länger als angesetzt war, was mich natürlich gefreut hatte, denn eine halbe Stunde wäre bei den ganzen schönen Anektoden ja viel zu wenig gewesen.

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Welten treffen aufeinander … 

Ich besuchte ein paar Flugzeuge nochmal und ging ein letztes Mal in die Buran. Der Tag war zwar noch nicht zuende, aber das Gelände wurde langsam leerer, also überlegte ich ob ich auch zeitig abhauen sollte und nochmal eine Runde durch Speyer drehen.
Hinten bei der Mondlandschaft baute man die letzte Autogramm-Session auf und die ersten stellten sich schon an. Oder sollte ich auch nochmal, und mein Foto nachholen? Ob das OK wäre?
Aber die Schlange war dann bereits wieder zu lange und nochmal eine Stunde stehen wollte ich nun nicht mehr.
Ich entdeckte dafür noch einen Teil des Museums, den ich bislang übersehen hatte und durchforstete zum Abschluß den Museums-Shop .. die schönsten Modelle der Buran waren leider derbe teuer, ein Bausatz des amerikanischen Space-Shuttles hatte ich danach aber schon in der Hand, entschied aber den später mal zu bestellen, denn im Zug wollte ich die doch nicht ganz so handliche Schachtel nicht rummanövrieren.

Und dann machte ich mich auf den Weg zurück, schrubbte mir die Farbe aus dem Gesicht und war danach viel zu erledigt um nochmal nach draussen zu gehen. Die Wohnung war mit Glotze ausgestattet, also ertappte ich mich dabei, wie ich tatsächlich „Star Wars – Epsiode IV“ anmachte und dabei feststellte, daß ich den Film trotz allem schon verdammt oft gesehen hatte … versteht mich nicht falsch, ich finde die „Feindschaft“ zwischen den beiden Lagern eigentlich doof, ich schaue mir Star Wars auch wirklich gerne an, nur ein Fan bin ich nicht. Das ist primär Sache des persönlichen Geschmacks. Star Trek hingegen hat mich von Anfang an gepackt und egal wie das klingt – es bedeutet mir recht viel, da ich die Grundphilosophie, miteinander anständig umzugehen und Lösungen für Probleme auf friedlichem, intelligentem Wege zu finden, für ziemlich erstrebenswert halte – im ganz alltäglichen Leben.

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Die Anfänge der Telekommunikation – Telefonnetz-Schaltzentrale aus den 50ern

Ich bin auch ganz bewusst zu diesem Treffen gefahren obwohl ich wusste daß mich primär StarWars-lastiges Programm erwartete, hätte es mich wirklich gestört, dann hätte ich vom Besuch natürlich abgesehen …

Am nächsten Morgen verstaute ich meine Dinge wieder zurück in meinen großen Army-Rucksack, putzte mein restliches Essen weg, sowie den Goldstaub aus dem Bad, und dann war ich fertig zum Aufbruch …

Mit nicht völlig guter Laune, denn die Bahn-App meldete schonwieder Störungen auf meiner Strecke – sauber, das dauert dann wieder länger als vorgesehen … glücklicherweise aber fuhr der verspätete ICE auf der Strecke einiges raus, sodaß ich mit einer flotten Renneinlage den letzten Zug erwischte – ein Hoch auf die Abwesenheit des blöden Rollkoffers – leider bekomme ich nicht immer alles in meinen Army-Rucksack rein sodaß ich das dämliche Ding ab und zu leider auch mal mit mir rumschleppen muss.
Wenigstens hatte ich diesmal daran gedacht, Sitzplätze zu reservieren, also konnte ich auch mal Leute von meinem Platz aufscheuchen, statt wie sonst selbst gescheucht zu werden .. und so kam ich ganz planmässig nachmittags um 4 Uhr wieder in heimischen Gefilden an.

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Vielen Dank und bis nächstes Mal!

Mein Fazit: ich hatte ein wirklich entspannendes Wochenende, auch wenn ich diesmal größtenteils alleine unterwegs war, so war das in dem Fall nicht so schlimm. Persönlich bin ich immens froh daß ich mit jedem Ausflug wieder ein Stück mehr davon zurückerobere, wie schon paarmal angedeutet, habe ich über 10 Jahre so meine Problemchen gehabt, zu denen auch Angststörungen zählen – Hallo Reg Barclay, reich mir die Pfote, Bruder …

Das Museum bietet viel Anschauungsmaterial, sodaß es einem auch alleine garantiert nicht langweilig wird, und eben auch wenn das Programm nicht unbedingt viel aus dem eigenen Fandom zu bieten hat, so hat sich der Besuch dennoch absolut gelohnt. Das SciFi Treffen ist auch durchaus kinderfreundlich, da die Kostümgruppen auch immer Aktionen für Mini-Fans machen und das Gelände auch so für Kinder einiges parat hat.

Im nächsten Jahr setze ich Speyer wieder mit auf die Liste, denn auch wenn es wieder viel Star Wars geben sollte, so könnte ich im Zweifelfsall auch endlich Speyer selbst gar anschauen gehen, ausserdem bekommt das Museum laufend neue Exponate, sodaß man in 12 Monaten sicher wieder einiges zu bestaunen hat. Und auch wenn sich einiges verläuft, so sind dennoch Freunde und Bekannte da die man dann gerne wiedersieht. Meine Wohnung würde ich dann, so sie dann frei ist – wieder buchen, da die Lage einfach ideal ist und ich mich auch sehr wohlgefühlt habe.

Ausserdem würde ich das Museum gerne nochmal in Ruhe besuchen – ausserhalb des Treffens, und zwar so daß auch sonst möglichst wenig andere Besucher da sind – und dann die große Kamera mitnehmen, denn die Möglichkeiten einer Handyknippse sind eben nicht das Wahre.
Nächster Stop ist dann die TimeLash in Kassel, und danach wirds wohl daran gehen sich nach den Terminen fürs nächste Jahr umzusehen … und Data eine neue Uniform verpassen 😀

 

 

 

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Mein Bekenntnis zum Nerdtum

Wenn man mitten in der Nacht aus dem Fernsehschlaf aufwacht, der einen erfolgreich davon abhielt den Film zuende zu sehen, dann mag das zwar ein Anzeichen dafür sein daß man langsam etwas alt wird – aber wenn dann der Rechner noch an ist und man versehentlich auch bei Facebook noch eingeloggt ist, dann hat das zumindest einen Vorteil: man stolpert über die Statusmeldung eines Bekannten, welche einen auf eine nicht ganz uninteressante Blogparade aufmerksam macht.

Zugegeben, bis dahin kannte ich den Blog der Geek-Sisters noch nicht, doch dem Aufruf zu dieser Parade möchte ich gerne folgen – und wenns allein zu dem Zwecke ist, noch ein paar Leuten welche mich vielleicht nur mit meinen historisch(en) (inspirierten) Riesenfummeln kennen, die Gesichtszüge entgleisen zu lassen 😉

Also pusten wir mal den Staub vom Blog ab und verfassen das Bekenntnis zum Nerdtum :

Drei Fragen sollen hierzu beantwortet werden:

1. Was macht Dich zum Geek?

Oh goth, wo fang ich da an … einmal sicher mein Science Fiction-Fimmel. Das sieht man auch recht deutlich am Bücher- und DVD-Regal. Klassiker nehmen da auch relativ viel Raum ein – da thront beispielsweise auch die limitierte Alphabox von Raumpatroullie Orion die neben den Folgen der Kult-Serie und dem später zusammengeschnittenen Film auch Soundtrack, GSD-Shirt und Aufnäher, Postkarten und einiges mehr beinhaltet 😉

„Klassiker“ ist ein gutes Stichwort – Star Trek war einst mit die Einstiegsdroge, und auch wenn der Erstkontakt via Next Gen erfolgte, so hat es ein Jahr später erst mit Classic richtig eingeschlagen. Da war ich 12-13 und nervte umgehend meine Mutter, mir eine Uniform zu nähen. Auch wenn ich alle Ableger recht gerne sehe, Classic wird immer mein Favorit bleiben, zwar bin ich heute nicht mehr ganz so der Hardcore-Trekkie (ernsthaft, ich war früher *wirklich* schlimm ^^)- in meinem Kleiderschrank hängt noch immer eine romulanische Uniform und ein rotes Uniform-Kleidchen das ich nach Originaler Schnittführung (auffindbar in dem Buch – ist sogar die Ausgabe die ich selbst habe) vor über 10 Jahren genäht hatte.

Mich begeistert aber insbesondere auch eher düstere SciFi ausserordentlich, da hat es mir das Cyberpunk-Genre sehr angetan – nicht umsonst ist mein Lieblingsfilm „Matrix“ (man möge aber die Sequels bittschön unerwähnt lassen 😉 ) – und „Neuromancer“ einer meiner liebsten Romane.

Respektive gerne auch Zeugs das undurchsichtig quer durch verschiedene Realitätsebenen geht oder schön vertrackt „wibbly-wobbly, timey-wimey“ ist 😉 – je schräger und hirnwindungsverdrehender, umso besser.

Einen gewissen Computerfimmel kann man mir auch unterstellen – ich bin durchaus imstande so ein Teil komplett zusammenzuschrauben und ich habe während des Studiums sowie kurz danach jeweils für etwa ein Jahr als Programmierer gearbeitet. Einmal als Nebenjob, einmal voll. Und ich habe eine Homepage die von Grund auf selbstgemacht ist. Nicht nur die Graphiken sind allesamt selbst gebastelt (bis hin zum „Ausgangsmaterial“ dafür), ich habe auch alles von Hand gecoded. Zugegeben, inzwischen bräuchte sie eine gründliche Überarbeitung – man müsste die Zeit dazu eben haben …
Und: ich trage eine Platine aus einer Druckerpatrone meines allerersten Rechners um den Hals, in meinem Schmuckkasten sind auch noch ein paar andere Teile zu finden die ich einmal aus elektronischen Bauteilen selbst gebastelt hatte – lange bevor sowas kommerziell angeboten wurde oder „Nerd“ in irgend einer Weise „in Mode“ gekommen ist.

Ich liebe Logikrätsel und bringe mir gerne Sachen selbst bei.

Und natürlich mein Interesse an wissenschaftlichem Kram – immerhin kann ich auch einige Semester Physik-Studium vorweisen, sowie einige mehr in Ingenieurwissenschaften.

Zählt das Interesse für historische Kleidung auch? Wenn ja – das begleitet mich jetzt seid 2005, neben Anlehnungen an die alten Kleiderformen finde ich es durchaus auch spannend, historische Nähtechniken zu erforschen und auszuprobieren (d.h. stundenlang mit Handnähnadel und Seidenfaden dasitzen um ein Kleid komplett ohne Maschinengebrauch auf die damals übliche Art herzustellen) sowie Living History und Reenactment (auch wenn ich da momentan nur am Rande auch aktiv bin).

2. Wie bist Du zum Geek geworden?

Ich denke, ich bin einfach so auf die Welt gekommen. Auch wenn am SciFi Fimmel meine Mutter nicht ganz unschuldig ist – sie hat selbst immer gern Star Trek, Orion und andere SciFi Serien gesehen, Star Wars war ihrer Aussage nach damals das Beeindruckenste was sie im Kino erlebt hatte – der Rest ist irgendwie durch Veranlagung und Neugier entstanden.
Seid ich 12-13 war (so zu Beginn der 90er) war ich als Jugendliche Stammgast in der Bücherei. Ich hab mir meine Freizeit viel lieber mit Lesen um die Ohren geschlagen anstatt mit den Dingen die ein pubertierendes Mädel sonst im Normalfall so tut. Daß ich irgendwie anders war, war mir damals sehr bewusst, ich war damals aber schon immer stolz drauf, irgendwie seltsam zu sein.

Neben SciFi Romanen trug ich auch allerhand Wissenschaftliches nach Hause – Physik, Astronomie (war damals ein großes Hobby von mir – ich sollte mich mal wieder damit befassen … ), Technik … als ich mit 14 ein Buch über Elektronik der Dame an der Theke zum abstempeln überreichte, sah sie mich ungläubig an und meinte daß sowas doch nur was für Jungs sei oO

Als Kind bereits habe ich die legendäre Knoff Hoff Show geradezu verschlungen und viele Winternächte habe ich mir den Hintern auf dem Dachboden abgefroren beim Beobachten des Sternenhimmels (und schlappte 1999 mit meinem Refraktor-Teleskop über die Schulter geworfen durch die bayreuther Innenstadt als wäre es das selbstverständlichste auf der Welt – ich war unterwegs zu Freunden, mit denen ich tags drauf ein Stück gen Süden fahren wollte um die Sonnenfinsternis damals zu beobachten).

Mich haben aber auch einige Serienhelden sehr inspiriert, maßgeblich waren das Spock und MacGyver. Beides großartige Wissenschaftler – wenn auch auf unterschiedliche Weise, aber sie hatten genug Eindruck auf mich gemacht, daß mein Interesse daran wie die Welt funktioniert in jedem Gang zur Bücherei präsent war, und sie haben mich dazu gebracht, in der 7. Klasse den Entschluß zu fassen, Astrophysik zu studieren.

Nun, dazu kam es nicht ganz. Nach dem Abitur habe ich mich erstmal für Physik eingeschrieben und bin nach 4 Semestern zu den Ingenieuren abgehauen. Auch wenn ich heute etwas völlig anderes mache – das Interesse ist natürlich noch da und die „Bild der Wissenschaft“ flattert regelmässig in den Briefkasten.

3. Wie wirkt sich Dein Geektum auf Dein Leben aus?

Einmal ganz klassisch – die Bitte, den Computer anderer Leute zu reparieren. Einmal hatte ich via Facebook einem Bekannten um 3 Uhr nachts assistiert, seinen Rechner zusammenzuschrauben und wenn ich meine Eltern besuche kann ich drauf warten daß ich entweder den neuen DVD Player anstöpseln darf oder nachsehen muss, was mit Papas Uralt-Handy mal wieder nicht stimmt.

Mein Humor ist wohl auch nicht ganz alltäglich – ich kann mich bei Physik(er)witzen scheckich lachen, dafür grüble ich bei manchen allgemein üblicheren Witzen nach, was daran so komisch sein soll – ich denke daß mich gerade deswegen manche Leute auch für ziemlich humorlos halten 😉 – aber eigentlich muss man meine Tasse Tee nur als Brown’schen Molekularbewegungs-Generator bezeichnen …

Es kam schon vor daß ich, während im Fernsehen „Big Bang Theory“ lief und irgendwas über Star Trek Classic gesagt wurde, ich mich beim Vorbeigehen umdrehte um dem Fernseher zu sagen, daß die Jungs falsch liegen da ich betreffende Szene auswendig kenne.
Überhaupt – was genau diese Serie so sympathisch macht ist, daß viele Klischees war völlig überzeichnet sind, aber nicht ganz aus der Luft gegriffen, schlimmer noch, aus dem realen Leben an der Uni durchaus bekannt sind und stellenweise auf mich selbst genauso gut passen *hust*

Meinen Tee schlürfe ich aus einer Alienkopf-Tasse und in meinem Schrank sind einige Shirts mit eindeutig-nerdbekennenden Aufdrucken zu finden. Generell ist meine Alltagsgarderobe auch mal mehr, mal weniger deutlich nicht nur von historischen Einflüßen, sondern auch von SciFi inspiriert und mein Lieblings Star Trek-T-Shirt habe ich seid ich 13 bin 😉 – nicht zu vergessen der bereits erwähnte Schmuck aus Platinen und anderen elektronischen Bauteilen.

Ich kann den ganzen Tag und die halbe Nacht am Rechner verbringen und im Internet rumhängen – meistens passiert das wenn ich irgend etwas, das mich grade besonders fasziniert, recherchieren möchte (was in gewisserweise die früher regelmässigen Büchereigänge ersetzt hat) und „idealerweise“ gerade eh in einer sozialinkompatiblen Stimmung bin.

Ich ziehe jeden SciFi Streifen ohne mit der Wimper zu zucken absolut jeder Schnulze vor und bei Historienstreifen hab ich einenm höllischen Spaß dabei, jegliche historische Inkorrektheit der Klamotten ausfindig zu machen und mich darüber aufzuregen.
Und ich grüble gerade ob ich mein altes Fahrrad TARDIS-blau oder im Dalek-Design umlackieren soll.

Was mich dazu bringt daß ich zum Frühstück gerne eine Folge Classic Doctor Who schaue und ich mich neulich sehr geärgert habe, daß ich Patrick Throughton in einer Folge von „Die Zwei“ nicht erkannt habe oO

Und auch wenn Zockertum zu meinen nerdigen Eigenschaften eher nicht zählt, so sind gelegentliche Abende des Diablo-Spielens unter Pizza-Konsum im Netzwerk mit meinem Freund trotzdem ein ins Bild passendes Symptom 😉

Lange Rede, kurzer Sinn – das wäre dann mein persönliches Nerd-Bekenntnis.

Den Aufruf zu dieser Blogparade gibt es im Übrigen hier zu sehen, und gewinnen kann man auch was, nämlich einen Einkaufsgutschein beim Onlineshop für echte Nerds – getDigital.

Gothic Friday August – Top of the Goth (2)

Folgt man den ein­schlä­gi­gen Sze­ne­ab­hand­lun­gen, so ist Lesen eine der Lieb­lings­be­schäf­ti­gun­gen der Gothics. – so schreibt Herr Spontis im Artikel, der zum August-Gothic-Friday aufruft, und ja, das Klischee kann ich doch auch ganz gut erfüllen. Nur was wählt man aus wenn man ein gut gefülltes Bücherregal hat? Die Qual der Wahl ist da nicht einfach …

Sachbücher stehen hier selbstverständlich auch rum, aber ich verschone meine Leser lieber mit dem Sammelsurium aus Physik-Lehrbüchern, mathematischen Formelsammlungen, „Handbücher“ der Ingenieurwissenschaften (die man entgegen der handlich klingenden Bezeichnung besser nicht an den Kopf geworfen haben mag), Computerkrempel, Bücher über Astronomie sowie solche über Modegeschichte, Korsetts, Zeichnen und Malerei oder Schnittkonstruktion. Da ist die Okkultkram-Bibliothek im Sinne von „Gruftigkeit“ wahrscheinlich interessanter, doch ich will mich hier dann lieber auf die Romane beschränken – das ist an sich schon genug Arbeit 😉

Bücher stehen hier sowohl auf deutsch als auch auf englisch im Regal – auch wenn mein Freund den größeren Fimmel in Sachen Bücher im Original lesen hat als ich, so greif ich auch immer mal wieder zu sowas. Denn manch sprachliche Spitzfindigkeit geht in der Übersetzung oft flöten – abgesehen davon ist meine ganze Fachliteratur über historische Klamotten eh nur auf englisch erhältlich.

Ich bin ein Science Fiction Fan. Mit Fantasy kann ich mich eher weniger anfreunden. Ausnahmen sind manche Terry Pratchett Bücher die mir mein Freund im Laufe der letzten Jahre immer mal wieder rübergereicht ha. Die habe ich auch gern gelesen, nur ziehe ich Douglas Adams vor – wer eine heiße Tasse Tee als Brown’schen Molekularbewegungs-Generator bezeichnet, trifft einfach den scheußlichen Nerd-Humor eines verhinderten Physikers 😀 – und Tee-Liebhabers! Gerade diese vielen wissenschaftlichen Anspielungen mit denen Adams in seinen Büchern um sich wirft machen die für mich nochmal ein ganzes Stück witziger als sie eh schon sind. Dazu furztrockener britischer Humor. „Per Anhalter durch die Galaxis“ ist wegen dieser Mischung ein Buch das ich mir immer wieder antun kann – genauso wie den Rest der „Anhalter“-Reihe, aber auch die übrigen, wenn auch wenigen Bücher von Adams. Ich spare mir eine Zusammenfassung des Inhaltes, ich denke den meisten wird das Buch irgendwie bekannt sein, und wenn es nur durch die letzte Verfilmung ist – die ich im Übrigen nur durchwachsen finde. Das was Adams in den Büchern raushaut lässt sich einfach nicht so einfach in einen Film verpacken.

Zitat: 42 (stellvertretend für ein ganzes Buch voller zitierendwerter Stellen 😉 )

So ab und an habe ich es schonmal erwähnt – ich bin ein großer Fan des Cyberpunks – egal ob in filmischer Form oder in gedruckter. Nix mit Neon oder Gartenschlauchhaarteilen – abgewetztes Leder und ne Menge richtig kaputter Typen im Endzeitszenario. Das eigentliche Nummer Eins Buch auf meiner Liste ist eigentlich „Neuromancer“ von William Gibson – der Typ der den Cyberpunk in gewissem Sinne erfunden hat.
Sprachlich pendelt das Meisterwerk zwischen rauem Umganston der Protagonisten und gnadenlosen Computer-Gebabbel. Deswegen vielleicht nicht allzu leicht zu lesen, Gibson schlägt auch gerne Haken in der Story die einen manche Passagen zwei-dreimal lesen lassen bis man den Zusammenhang hinkriegt, doch die Geschichte ist auch heute, etwa 25 Jahre nach der Veröffentlichung noch immer fesselnd, immerhin war Gibson wegweisend und beeinflußte das Genre nachaltig. Schiebt man sich heute die „Matrix“ in den DVD Player, so steckt da im Grunde viel Gibson-Einfluß drin. Der Autor wurde von vielen anderen Science-Fiction werken mal mehr und mal weniger auffällig zitiert, in „Hackers“ wird der Super-Großcomputer als „Gibson“ bezeichnet und der Autor hat auch die Drehbücher für zwei der besten Akte X Folgen überhaupt geschrieben, nachdem sich Gibson und Chris Carter zufällig im Flugzeug begegnet waren. Im kongenialen TV-Mehrteiler „Wild Palms“ taucht er in einer Gastrolle als er selbst ebenfalls auf.
Man kann getrost sagen, Neuromancer hat die Welt verändert – und mit dem Internet leben wir heute ja auch shcon irgendwie in der Matrix.
In „Neuromancer“ trifft ein junger aber schon recht abgewrackter Hacker auf einen weiblichen Strassensamurai, zusammen mit weiteren zwielichtigen Gestalten bekommen sie einen Auftrag der weit in Verwicklungen rund um künstliche Intelligenzen und noch viel mehr führt.

Zitate:Der Himmel über dem Hafen hatte die Farbe eines Fernsehers, der auf einen toten Kanal geschaltet war.

„Cyberspace“. Eine Konsens-Halluzination, tagtäglich erlebt von Milliarden zugriffsberechtigter Nutzer ind allen Ländern, von Kindern denen man mathematische Begriffe erklärt … Eine grafische Wiedergabe von Daten aus allen BAnken sämtlicher Computer im menschlichen System. Unvorstellbare Komplexität. Lichtzeilen im Nicht-Raum des Verstandes, Datencluster und -konstellationen. Wie das zurückweichende Licht einer Stadt.

Den nächsten Platz belegt „Der Wüstenplanet“ von Frank Herbert. Ein Science-Fiction Klassiker, geschrieben 1965, dessen Universum an Tiefe und Komplexität mit einem „Herr der Ringe“ locker mithalten kann. Faszinierend daran ist auch, daß die Technik-Verherrlichung die dem SciFi-Genre sonst so typisch ist, hier ganz anders behandelt wird: intelligente Maschinen sind verboten, die einzige Kultur die in Sachen Technik eine gewisse Neugier hegt, wird mit Unbehagen beäugt – die sitzen auf dem Planeten IX (witzigerweise gibt es ein Computermagazin das genauso heißt 😀 )- statt Computern werden Menschen mit besonderen geistigen Fähigkeiten zu Mentaten ausgebildet, Reisen im Raum geht hier nicht über Raumschiff-Antriebe, sondern Navigatoren die kein normaler Mensch zu Gesicht bekommt weil sie unter lebenslangem Drogeneinfluß entstellt sind, falten mit ihrer geistigen Kraft den Raum so daß das Raumvehikel da landet wo es hin soll. Und diese Droge die das Universum in Atem hält ist das „Spice“ – das es nur auf einem Planeten gibt – Arrakis, auch genannt der Wüstenplanet. Wer Arrakis beherrscht, beherrscht das Universum. Und das wird von einem Feudalsystem regiert in dem verschiedene Adelshäuser Ränke schmieden. Und im Hintergrund zieht der Orden der Bene Gesserit, die den Adligen als Hellseher dienen, die Fäden in der Hand um den „Kwisatz Haderach“ – den Auserwählten – hervorzubringen. Wenn nicht Jessica, die Frau des Herzogs Leto Atreides aus Liebe den Befehl, nur Mädchen zu gebähren, ignoriert hätte – was den Plan der Bene Gesserit aus den Fugen geraten lässt.

Klingt alles nach einem ordentlichen Fantasy-Einschlag, aber Herbert weiß die eigentlich wenig technischen Zusammenhänge so schlüssig darzulegen daß auch die eher esoterischen Ansätze völlig logisch und durchdacht sind. Ich möchte sogar so weit gehen zu sagen daß in der Philosphie die in den Büchern dargelegt wird viele auch in der Realität brauchbare Ansätze hergibt – man denke da an die „Litanei gegen Furcht“
Mein erster Zusammenstoß mit dem Wüstenplanet-Universum war 1995, da drückte mir unser damaliger Nachbar (der mir auch die ersten Schritte in Computerdingen beibrachte) das Video der 1986er Verfilmung von David Lynch in die Hand. Was mich nachhaltig beeindruckt hat. Kurz darauf hatte ich, als ich damals in den Sommerferien faul im Garten rumlag, den Stapel der Wüstenplanet-Bücher in die Hand gedrückt bekommen. Ich las sie am Stück durch und war am Ende so geflasht daß ich beim Freibad-Besuch das wahnsinnig viele Wasser im Becken ehrfürchtig bestaunt habe – war eine irgendwie komische Situation, zumindest für mein Umfeld *kicher*

Mein Exemplar des Wüstenplaneten ist vom häufigen Gebrauch sichtlich gekennzeichnet, obwohl ich mit meinen Büchern wirklich sehr sorgsam umgehe 😉

Zitat: Ich darf keine Angst haben. Die Angst tötet das Bewußtsein. Sie führt zu völliger Zerstörung. Ich werde ihr ins Gesicht sehen. Sie soll mich völlig durchdringen. Und wenn sie von mir gegangen ist, wird nichts zurückbleiben. Nichts außer mein Selbst.

Ein weiteres Universum das mich schon bei den ersten Zeilen in den Bann gezogen hat ist der „Dunkle Turm“ von Stephen King. Durch Zufall bin ich ebenfalls Mitte der 90er auf die Serie gestoßen. Damals habe ich systematisch unsere kleine Stadtbibliothek „durchgelesen“, als kein Sci-Fi Buch mehr übrig war das ich noch nicht kannte, wagte ich mich ins Horror-Genre vor und nach „Langoliers“ war „Schwarz“ – das erste Buch des Dunklen Turms mein zweites Werk von King – die Reihe hatte damals erst drei Bände. „Langoliers“ fand ich eher halbgar, doch die Welt des dunklen Turm, in der Roland, der hagere letzte Revolvermann dem schwarzen Mann nachjagt, ist grandios. Auch daß das Werk so schwer genremässig einzuordnen ist, finde ich genial. Da mischt sich Western (und ich mag eigentlich Western so garnicht) mit finsterer Fantasy, Science Fiction und Horror. Da formt sich vor dem geistigen Auge eine ziemlich kranke, verdrehte Welt – großartig! Auch die Folgebücher sind spannend und spinnen das was in „Schwarz“ angefangen wurde richtig gut weiter. Lediglich das letzte Buch, in dem Roland dann auch tatsächlich den Dunklen Turm erreicht und alles aufgelöst wird, wirkt mehr krampfhaft hingebogen. Aber ich mag Geschichten mit offenem Ende, wo das Hirn genug Raum hat sich seinen Teil dazu zu spinnen, vielleicht gefällt mir deswegen das Abschluß-Buch auch weniger 😉
Die Buchreihe stellt sowas wie Kings zentrales Universum dar, so nimmt er in etlichen anderen Bücher immer wieder Bezug zum Dunklen Turm. Auch sind Anspielungen auf andere Inspirationsquellen quer über die insgesamt 7 Bände verteilt.
Ich bin kein Stephen King Fan, alles andere was ich sonst von ihm gelesen habe war nett, aber nie so 100% mein Ding, abgesehen vom Dunklen Turm eben.

Zitat: „Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste, und der Revolvermann folgte ihm.“

Das nächste Buch ist wieder astreiner Science Fiction. Es war wohl überhaupt eines meiner ersten das ich aus dem genre je gelesen hat, Grund genug um es an dieser Stelle mit zu erwähnen – „Rendezvous mit 31/439“ von Arthur C Clarke. Von diesem Autor dürfte „2001 – Oddysee im Weltraum“ wohl das bekanntere Werk sein, vor allem nachdem dieses Buch ja von Stanley Kubrick recht episch verfilmt wurde.
Ich muss zugeben, für einen brillianten Autor halte ich Clarke nicht – ich mag Autoren die mit Sprache richtig gut umgehen können, Clarke’s Texte empfinde ich als arg einfach gestrickt und meistens veranlasst mich sowas, ein Buch dann doch eher wegzulegen.
Trotzdem lese ich das Buch immer wieder gerne – was einfach der der Story liegt.
Diese spielt im 22. Jahrhundert, ein eigenartiges Flugobjekt verirrt sich in unser Sonnensystem, eine Mannschaft von Atsronauten wird losgeschickt sich das offenbar künstlich geschaffene Objekt näher anzusehen. Sie bahnen sich ein Weg ins Innere des gigantischen Zylinders und finden dort eine fremde Welt vor die ihnen noch mehr Rätsel aufgibt die nicht aufgelöst werden können als das Objekt sich wieder aus dem Sonnensystem verabschiedet und die Astronauten sich deswegen zurückziehen müssen.

Dabei gibt es Anspielungen auf die Ausserirdischen die das Objekt gebaut haben, nie tauchen diese Lebewesen aber auf. Keine Bilder oder Aufzeichnungen finden die Astronauten die erklären könnten wozu der Zylinder erbaut wurde und was die ganzen Dinge die sie in der fremdartigen Welt vorfinden eigentlich sein sollen. Nur Spekulationen und ein dickes offenes Ende.
Auch dieses Buch sollte verfilmt werden, die Pläne wurden 2008 aber auf Eis gelegt. In diesem Fall kann ich mir aber einen richtigen Film sogar sehr gut vorstellen, so in einer ähnlichen Grundstimmung wie Contact – welcher ja auch auf einem großartigen Buch basiert.
Filmstudenten haben sich der Geschichte in einem Kurzfilm aber schon angenommen, den ich auch recht gelungen finde:

Zitat: Das rätselhafte Objekt, das die Astronomen auf den Namen Rama tauften, gab allen Rätsel auf. Es war noch weit entfernt, deutlich außerhalb der Jupiter-Umlaufbahn. Etwas, das auf eine solch große Entfernung auf dem Radar erschien, musste gigantisch groß sein. Während das Objekt durch das Sonnensystem raste, zeigte sich bald, dass es geformt war wie ein perfekter Zylinder.
Offenbar stand die Menschheit im Begriff, ihren ersten Besucher von den Sternen zu empfangen …

Ob das eine repräsentative Top 5 für mich darstellt – schwer zu sagen. Zu viel liegt noch im Regal das ich an der Stelle genauso hätte auflisten können, deswegen gibt es noch eine kleine Liste mit Empfehlungen aus meinem Bücherregal – auch nicht-Science Fiction ist hier dabei 😉 :

Ray Bradbury – Das Böse kommt auf leisen Sohlen
Isaac Asimov – Die Foundation-Trilogie
Phillip K. Dick – Die VALIS – Trilogie
Robert A. Wilson – Illumninatus!
Anthony Burgess – Uhrwerk Orange
Dashiell Hammett – Der Malteser Falke
Raymond Chandler – Der lange Abschied