Goth on the rocks – das WGT2016

Eine neue Erfahrung ist immer gut zur eigenen Horizonterweiterung und kann oftmals interessante neue Blickwinkel geben, nach 10 Jahren WGT, bei dem im letzten Jahr die Erfahrung „ein Pfingsten ohne das WGT“ erfolgte und als nicht wiederholungswürdig eingestuft wurde, gab es heuer das Experiment „WGT ohne Bändchen“.

Genau das.

Genau das.

Inwiefern man das als Empfehlenswert einstufen kann, zeigt die intensive Versuchsauswertung, deren Bericht ich an dieser Stelle für alle zugänglich machen möchte, damit kann jeder seine Schlußfolgerungen ziehen und gerne in Form eines Kommentars unter das hier vorliegende Versuchsprotokoll setzen.

Die erste Aufgabenstellung war – wie komme ich nach Leipzig. Da meine langjährige Reisegefährtin Victoria heuer ausfiel und ein eigenes Auto nur bedingt vorhanden ist, gab des da die Option „Zug“, welche sich nach dem diesjährigen Ausflug zur Buchmesse als erstaunlich angenehm herausstellte, dennoch gab es da das Problem „Gepäck“, das zum WGT ja bekanntlich doch etwas unhandlicher ausfällt. Zum Glück kennt man ja doch ein paar Leute, und so meldete sich auf meinen Hilferuf eine weitere Victoria, die mit ihrem Mann von Augsburg zum WGT anreiste und Platz für mich samt Gepäck hatte. An der A9 wurde ich aufgelesen und in zügigen und angenehm verquatschten anderhalb Stunden befanden wir uns auch bereits im Landeanflug auf die Grufti-Hauptstadt.

Unsere Route führte uns am Belantis vorbei, wo heuer die Eröffnungsveranstaltung stattfinden sollte, erstaunt und auch etwas entsetzt beobachteten wir da Massen, die den Platz vor dem Freizeitpark tiefschwarz einfärbten.

Am Bahnhof wurde ich abgesetzt und ein paar Meter weiter von Annette eingesammelt – alles erstaunlich perfekt und reibungslos. Faszinierend.

Der Donnerstag-Abend wurde dann traditionsgemäß mit dem Tanz auf der Wiese beim Parkschloß, veranstaltet von der Blauen Stunde, schön stimmungsvoll und gemütlich angegangen. Es war deutlich weniger los als in den Vorjahren, woran womöglich das Wetter und die Belantis-Veranstaltung Schuld gewesen sein mögen. Wir können nur spekulieren …

Entsprechend wenig bekannte Gesichter fanden wir, Dani, eine auch schon recht langjährige WGT-Freundin gesellte sich zu uns und Kathi, eine der jüngeren Spontis-Leserinnen, kam dann auch auf ein kleines Gespräch zu uns auf die Decke.

Gegen 1 Uhr trieb uns die Kälte und die Müdigkeit dann erstmal nach Hause.

Tage bei Annette und Hester fangen immer mit einem laut schnurrenden, schmusewütigen Kater an, und so rammte mir der feline Mitbewohner der beiden erstmal genüsslich den Kopf zwischen die Rippen, um sich von oben bis unten durchflauschen zu lassen. Auch der Prozess des Anziehens wird immer wieder mal katzbotiert, bevorzugt kurz nachdem man sich das Samt-Beinkleid an den Allerwerstesten gezogen hat, dann ist das in einem so unerträglich frischen Zustand daß man durch intensives Anschmusen erstmal gleichmässig Haare überall darauf verteilen muss.

Flausch mich!

Flausch mich!

Wir zogen zeitig los um zu einem Treffen am Panometer, wo heuer zum zweiten Mal das „Victorian Village“ stattfand, zu gelangen. Das „victorianische Dorf“ ist seit dem letzten Jahr quasi die weiterführende Veranstaltung des vormaligen victorianischen Picknicks, das auch ich durch den starken Andrang von Zaungästen und fotowütigen Zeitgenossen leider zunehmend ungemütlich fand. Das Picknick blieb dennoch ein Selbstläufer und findet wie gewohnt an alter Stelle statt, das Interesse, sich den Rudel-Abschuß anzutun war aber auch heuer genauso groß wie in den Jahren davor, daher war ich auf das Panometer gespannt.

Vor dem Victorian Village fand dann erstmal das „Lolita Treffen“ statt – eigentlich ist das ja nun nicht gerade mein persönliches Interessengebiet, und nein, natürlich wird der Adrian auf seine alten Tage jetzt nicht ganz wunderlich und fängt an, selbst kurze Rüschenkleidchen tragen zu wollen 😀 – Hester und Annette haben an dem Thema Gefallen gefunden, und ich halte das einfach nach dem Prinzip – immer schön neugierig bleiben und sich alles mal anschauen, vielleicht findet sich ja auch in dem Bereich ein neuer Kundenkreis, und wenn nicht, bestimmt einige nette Leute zum neu kennenlernen.

Lolita.Treffen am Panometer - und dazwischen lugt eine einsame Kalkleiste hervor ...

Lolita-Treffen am Panometer – und dazwischen lugt eine einsame Kalkleiste hervor …

Letztenendes war es so dann auch – ein paar meiner Flyer wanderten weiter und die anwesenden Mädels waren allesamt richtig nett und liebenswürdig. Ich habe versucht mich als männliches Gegenstück ein klein wenig anzupassen und klemmte mir für ein bisschen „Ouji-Style“* noch ein Krönchen schräg ins weiße Zweithaar. Das mit dem Kalk im Gesicht hätte ich zur Not auch ganz japanisch als „Shiro nuri“** verkaufen können – also, hätte jemand ob meiner Erscheinung komisch geguckt. Hat aber keiner.
Ganz im Gegenteil.

Im Panometer angekommen.

Im Panometer angekommen.

Vor dem Panometer machten wir noch ein paar Erinnerungsbilder für uns, und wanderten dann geschlossen nach Innen. Dort löste sich die Gruppe aber auch schon weitestgehend wieder auf, mit ein paar anderen kam man hingegen noch ganz angeregt ins Gespräch.

Das Victorian Village gefiel uns allen richtig gut, nicht überlaufen und kein permanentes Blitzlichtgewitter. Man konnte recht gemütlich unter sich die Szenerie genießen und sich unterhalten, rings herum waren die Stände kleiner Designer und Kunsthandwerker aufgebaut, von denen einige auch teils schon langjährige Bekannte und nun Kollegen sind, sodaß man die eine oder andere Fachsimpelei austauschen konnte. Im nächsten Jahr werden Annette und auch ich voraussichtlich ebenfalls mit Stand dort vertreten sein – auch wenn es noch hin ist bis dort – ihr könnt gerne schonmal kund tun, was ihr so sehen wollen würdet, dann kann ich schonmal anfangen, ein paar Sachen dafür einzuplanen.

Füße auf dem Südfriedhof

Füße auf dem Südfriedhof

Danach verschlug es uns erstmal in die Innenstadt, beim DM die obligatorisch-vergessenen Nachlackier-Hilfsmittel besorgen, eine Kleinigkeit zu Beißen suchen (Bäcker-Pizza, keine Jungfrauen – auch wenn das jetzt enttäuschend sein mag 😉 ) und hausgemachten Eistee in der „Milchbar“ einfüllen. Die Programmzusammenstellung der Gruppe „WGT ohne Bändchen“ spuckte uns dann noch eine Führung mit Vortrag zu Fledermäusen auf dem Südfriedhof aus, also wechselte ich schnell von Pikes auf meine ausgelatschten Anzugtreter, da die ramponierten Füße wegen längerer Pikes-Abstinenz ein paar Einwände einzubringen hatten.

Hester und Annette gehen auf Tauchstation im Gras

Hester und Annette gehen auf Tauchstation im Gras

Zu besagter Führung fanden sich aber so viele Leute ein, daß man keine Chance hatte, mehr als nur ein gelegentliches „Fledermaus“ aus dem Stimmengewirr herauszuhören, wir beschlossen also, alleine noch ein wenig auf dem Südfriedhof herumzulaufen und die Chance zu nutzen, ein paar Bilder zu machen – immerhin ist Hester eine tolle Hobby-Photographin. Generell haben wir das Wochenende recht intensiv zum Bildermachen für uns genutzt.

Manch schönes Bild sieht aus einer anderen Perspektive reichlich albern aus ...

Manch schönes Bild sieht aus einer anderen Perspektive reichlich albern aus …

Gegen zehn Uhr erklärten wir den Freitag auch schon für beendet – also ungewöhnlich früh für so ein WGT, was irgendwo schade war, andererseits aber auch recht entspannt, ich nutzte die Gelegenheit, den Kalk besonders gründlich aus jeder Pore des Gesichtes herauszuschrubben – wenn man das sonst immer im Halbschlaf und völlig platt, nachts um halb vier machen muss, schätzt man die ausreichende Zeit dafür durchaus.

Wir sichteten also unsere Bilder-Ausbeute, quatschten noch ein wenig und stöberten in der Programmauflistung für die Bändchen-losen. Um Mitternacht lagen wir dann schon flach und schnarchten dem nächsten Tag entgegen.

Während das Freitagswetter noch nahezu ideale Bedingungen bot – also nicht zu kalt und nicht zu warm, und lediglich ein kurzer Regenschauer – zeigte sich der Samstag von einer besonders ekligen Seite. Aprilwetter mit Regen, ja sogar Graupel, naßkaltem Wind und definitiv zu tiefen Temperaturen.

ungruftiges Rumblödeln auf dem Spielplatz Bild von Steffi Baumann

ungruftiges Rumblödeln auf dem Spielplatz
Bild von Steffi Baumann

Unsere erste Anlaufstelle war eine Freundin von Annette und Hester, die von uns im Friedenspark ein paar Bilder machen wollte. Nachdem sowas irgendwann immer in Albernheiten ausartet, gabs erstmal eine Aufwärmrunde auf dem Spielplatz – irgendwo in meiner linken Pikes-Spitze müsste noch Sand sein …

Die Damen bekamen dann spontan Hunger auf Nudeln mit Käsesoße, also flüchteten wir in der Innenstadt zu einem italienischen Restaurant vor der Kälte und leiteten noch ein paar Freunde dorthin um.

Aufwärmen beim Italiener - mit Käse-Nudeln (die sind aber fotoscheu ;) )

Aufwärmen beim Italiener – mit Käse-Nudeln (die sind aber fotoscheu 😉 )

Um 16:00 Uhr wäre dann ein Konzert gewesen, welches als Nicht-Bändel-Besitzer besuchbar gewesen wäre, und da es sich um das Industrial-Urgestein namens „Test Dept.“ handelte, welches auch Dauergast auf Göttertanz-Playlists ist, hatten wir uns das eigentlich auch vorgenommen.

Eigentlich.

Wir hielten uns zu lange im Lokal auf, auch weil die Bedienung aufgrund des WGT-typischen Andrangs relativ zäh verlief und verpassten in alter Tradition eins der wenigen Konzerte auf dem Plan selbstredend haushoch. wir stellen also fest: auch ohne das Ticket schafft man Konzerte verpassen ganz ohne sich anzustrengen.

Die Abendgestaltung sollte dann im heidnischen Dorf stattfinden, auch mit einem Konzert – Estampie.

Ihr dürft raten.

Genau.

Diesmal war der Hinderungsgrund aber die Kälte und die immer wieder drohenden Regenschauer, wir flüchteten also durchgefroren nach Hause, und während Hester nochmal zu einer J-Rock Party weiterzog,  wärmte ich mich erstmal mittels ausgiebigsten Entkalkungs-Maßnahmen unter der heißen Dusche auf, warf einen Blick auf Facebook an Annettes Rechner (ich bin schließlich Mobilinternetverweigerer!), schickte noch ein paar Infos an Leute raus die ich die folgenden Tage noch treffen wollte, und sich trotz der Warnungen via Facebook gemeldet hatten.

Sonntag morgen – das Wetter wurde nicht viel besser, der Kater verteilte weiterhin fleißig Haare auf Ausgehklamotten und hat mich schon längst als dritten Dosenöffner akzeptiert – und die Damen beschlossen, hauptsächlich aufgrund des erstgenannten Umstandes, das von den beiden organisierte historische Tanzen im Park ausfallen zu lassen.

Die Regenschauer wurden zwar weniger, trotzdem ist so ein durchgefeuchteter Untergrund nicht grade Tanztauglich. Ich wechselte noch ein paar SMS mit einer Photographin die ich an diesem Tag treffen wollte, dann steuerten wir das Grassi-Museum an.

Vier frieren vor dem Grassi-Museum

Vier frieren vor dem Grassi-Museum

Vor dem Eingang tummelte sich schon eine schwarze Menge, zu der sich bald ein paar Bekannte von uns dazugesellten, die uns auch darüber aufklärten, daß der Auflauf die „Weinverkostung zum WGT“ war. Also, jeder brachte Wein mit, der dann gemeinschaftlich vor dem Museum vernichtet wurde.

Wir froren fleißig vor uns hin, während wir auf weitere Freunde warteten, auch meine Photographin lies dann nicht mehr zu lange auf sich warten, allerdings mussten wir erstmal vor einem Regenguß ins Innere des Museums flüchten, dort rannte ich nochmal in Freunde aus Bayreuth, man verquatschte sich bis das Wetter wieder besser wurde und wir uns in den anschließenden Johannispark für die geplanten Bilder bewegen konnten. Dort hatten wir dann Glück, für längere Zeit war der Himmel sogar wolkenfrei und der schwarze Pelz wärmte sich im Sonnenlicht endlich mal schön angenehm auf.

Im Grassi-Museum hing die Pfingstgeflüster-Ausstellung von Markus Rietzsch, auch von mir war eine der Aufnahmen aus den Vorjahren dabei, im ganzen Gewühl habe ich es selbst aber nicht mehr in die Ausstellung geschafft, also berichtete mir Hester, welches Bild von mir dort zu sehen war.

Nach der Bilder-Aktion waren wir aber trotz der Sonne wieder einmal durchgefroren, also suchten wir uns vier Wände mit Dach drüber und schlenderten durch die Ausstellung des Labels „Lucardis Feist“ im noblen Fürstenhof. Dort rauschte ich in eine weitere Bekannte und Kundin, dummerweise schlug da meine Gesichtsblindheit voll zu und ich stand erstmal komplett verwirrt vor ihr.

Wir run mal so, also wäre von oben nicht schon genug Wasser gekommen ...

Wir run mal so, also wäre von oben nicht schon genug Wasser gekommen …

Inzwischen bin ich zwar recht gut darin, meine Unfähigkeit, Leute zu erkennen, zu überspielen, bis im Gespräch dann genug Anhaltspunkte zu Wort kommen, an denen ich mein Gegenüber identifizieren kann – nur manchmal klappt das eben auch nicht … es tut mir wirklich fürchterlich leid, aber ich kann nichts dafür  – ich hoffe ihr nehmt es mir nicht übel.

Jedenfalls verabredeten wir uns noch für den folgenden Tag, warteten einen weiteren Regenguß im Hotel ab und wanderten dann los um etwas gegen das aufkommende, kollektive Magenknurren zu unternehmen.

Kurz vor der Innenstadt hüpften wir noch ein wenig Bilderschießend um ein paar Springbrunnen herum, und es kam wie es kommen musste – Passanten zückten die Handykameras und fragten einer nach dem anderen nach einem Bild. Naja, es nahm immerhin nicht überhand und man zeigte sich auch recht interessiert an der Szene und dem Ganzen, ein Mann fragte mich ausgiebigst, wie „wir“ uns organisieren, und wie das alles so abliefe, setzte dann noch hinzu daß es sicher auch toll sein müsse, wenn man sich dann einmal im Jahr so schön „verkleiden“ könne und dann aus dem Alltag so ausbrechen könne – wie zu erwarten erntete ich einen erstaunten Gesichtsaudruck auf meine Aussage hin, daß ich – wie viele andere aus der Szene eben auch – recht konsequent auch alltags schwarz trage, und eben auch ausserhalb des WGTs andere Veranstaltungen sind auf denen man sich trifft und Gelegenheit hat „etwas mehr“ als Alltagsüblich in die Malerkiste zu greifen – ohne daß man das aus Gründen der „Verkleidung“ tut, sondern eben weil es Teil der persönlichen Szene-Identifikation und Ausdrucksmittel ist.

Einen schönen Kommentar zu Kleidung und Verkleidung gibt es von Dunja Brill auf den MDR-Seiten zum WGT den man sich unbedingt in dem Zusammenhang mal anhören sollte.

Man könnte fast meinen, es wäre schönes Wetter gewesen.

Man könnte fast meinen, es wäre schönes Wetter gewesen.

Ich muss aber auch sagen daß ich, jetzt wo ich auch in der Cosplay-Szene (die natürlich garnichts mit WGT und Goth-Tum zu tun hat) ein wenig herumgegeistert bin, ein paar Ideen habe, woran diese Verkleidungs-Aussenwahrnehmung der Szene noch liegen könne (als Ergänzung vielleicht zu dem was ja schon länger Gegenstand der Diskussion ist) – doch dem werde ich dann einen eigenen Artikel widmen.
Dort gibt es nach Veranstaltungen nämlich ganz ähnliche Reaktionen wie „hat uns jemand photographiert, schickt uns bitte die Bilder!“ – nur der Umgang damit ist deutlich ein Anderer. Vielleicht verwechseln Aussenstehende beide Szenen auch gerne mal?

Doch weiter im Programm – fürs Essen-Fassen haben wir uns an diesem Tag für Sushi entschieden. Und damit gab es für dieses WGT ein weiteres Novum für mich – ich rationalisiere bei solchen Veranstaltungen die Nahrungsaufnahme oft so ziemlich weg, ich bin an sich kein Fan von Essen-Gehen, und wenns dann anders nicht mehr geht, inhaliert man eher schnell an einer Ecke etwas von einer Imbiß-Bude und verkriecht sich dabei in irgend ein dunkles Eck um sogut wie möglich dabei seine verdammte Ruhe zu haben.

Der Haufen in der Sushi-Bar - nur echt mit im Kreis fahrendem Essen!

Der Haufen in der Sushi-Bar – nur echt mit im Kreis fahrendem Essen!

Doch die schon angesprochene Kälte macht irgendwo drinnen sitzen einfach angenehmer, und ich bin inzwischen auch deutlich entspannter, ausserdem fielen durch das Nichtvorhandensein des Bändchens einige andere Ausgaben weg, eingekauft habe ich sowieso nur eine David Bowie-Kachel im „Victorian Village“, da kann man sich dann auch an anderer Stelle mal was gönnen.

Ich war noch nie in einem Sushi-Restaurant in dem das Essen auf mittig platziertem Förderband an den Gästen vorbeizieht. Wir bestellten also asiatischen, hausgemachten Eistee und legten dann los. Es war tatsächlich ziemlich lustig und sollte definitiv wiederholt werden, wir waren alle viere am Ende auf rollbarem Niveau voll mit Sushi und anderem asiatischen Essen, daß es nicht schaffte, schnell genug an uns vorbeizufahren.

eine Miso-Suppe passt noch irgendwie rein ...

eine Miso-Suppe passt noch irgendwie rein …

Zur allgemeinen Verdauung hatten wir noch einen kleinen Spaziergang zurück zum Auto, mitten durch die Innenstadt vor uns – ein paar Photographen und Passanten mit Handykameras kamen noch an uns vorbei, aber im Großen und Ganzen war die Stadt um die Zeit dann schon fast leergefegt.

Da wir die Tage zuvor zeitig zuhause waren, und die Wedel-Parties, die nun seit 2008 fest im WGT-Programm sind, ohne Bändchenbesitz diesmal nicht besuchbar waren, sind wir in Sachen abendliche Party bis dahin leer ausgegangen, doch heuer waren die Wave-Abende im Beyerhaus-Keller wieder vorhanden und auch gegen Entgeld zugänglich, daher wollten wir wenigstens einen Tanz-Abend mitnehmen, ausserdem fand ich 2013 den Beyerhaus-Keller optisch und ambientig einfach großartig, und auch die Musikauswahl war vor drei Jahren eigentlich richtig granatig.

Wir fuhren also zuerst einmal kurz in die Wohnung, luden die warmen Umhänge und Schirme ab, und ich tauschte die weiße Kontaktlinse aus und entledigte mich des grau-weißen Zweithaares. Damit wären wir bei einem weiteren WGT-Novum: Perücken mochte ich eigentlich nie, irgendwie fanden dann aber für Cosplay doch ein paar dieser Dinger ihren Weg in meinen Schrank, also dachte ich mir mal – weiße Haare sind schon irgendwie cool, ich probiers mal aus.

Und ja – ich muss zugeben, das Endprodukt mit Zweithaar gefiel mir dann ausserordentlich gut – aus diesem Grund rannte ich dann drei Tage in Folge mit dem Ding auf dem Kopf herum. Nur am Abend des dritten welchen war ich dann auch froh um das erstaunlich zugige Gefühl auf dem Kopf. Eine Erfindung des WGT-Wochenendes war daher dann auch der Perücken- und Haarteil-Kratzer  – ähnlich wie der Rückenkratzer, nur kleiner eben. Alle Herrschaften aus unserem Bekanntenkreis, die ebenfalls Perücken oder Haarteile oder größeren Kopfschmuck tragen waren sich einig – wir müssen damit in Produktion gehen!

Der Beyerhaus-Keller - hier noch recht leer

Der Beyerhaus-Keller – hier noch recht leer

Zurück zum Beyerhaus-Keller. Wir standen zeitig vor der Tür, und als wir dann auch den Eingang fanden (der vor drei Jahren woanders war), saßen wir erstmal relativ alleine drinnen, lauschten den Soundchecks und beobachteten wie einige Techniker noch an Teilen der Beleuchtung herumfummelten. Annette und Hester fummelten derweil an ihren Handies herum – aber um ein paar Ambiente-Bilder von der Umgebung zu machen und Detailaufnahmen von diversen Scheinwerfern und Lichtspielen an Wänden und Personen.

Dabei entstand auch der folgende psychedelische Wave-Adrian, nur echt mit der Laser-Show auf der gesichtsgelegenen Kalk-Leinwand:

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Die Musikauswahl war wie vor drei Jahren formidabel, auch Herrn von Karnsteins Stimme, in Form seines Wave-Musikprojektes „Farblos“ war zu belauschen, gegen 12 Uhr füllte sich der Saal dann auch merklich, leider tat das der Stimmung ausnahmsweise den Abbruch schlechthin. Menschen die mitten auf der Tanzfläche Nachrichten in ihre Schlaufons tippten und laute, trotz des Wetters leicht bekleidete Damen, die sichtlich mehr als genug Alkohol intus hatten und fröhlich am Bar-Tresen vor sich hinschwankten … Hester schlief eh schon fast – sie war ja am Vorabend schon lange aus gewesen, daher brachen wir gen halb zwei Uhr auch wieder auf.

Und damit näherten wir uns auch schon dem letzten Tag des WGTs. Ich zupfte ein paar Katzenhaare von meinen neuen, gestreiften Pluderhosen, gab aber recht schnell wieder auf, und machte mich an die Details der gruftigen Kriegsbemalung.

Malerearbeiten in Arbeit - ich brauche noch ein "Vorsicht - frisch gestrichen!" - Schild :D

Malerarbeiten im Gange – ich brauche noch ein „Vorsicht – frisch gestrichen!“ – Schild 😀

Wir verabredeten und am Südplatz mit Freunden, einmal Susi, ebenfalls aus Leipzig, die via Tram zu uns stieß, und Anita nebst Freund – die ich am Vortag im Fürstenhof so grandios nichterkannt habe. Wir wanderte zu einer nahegelegenen Grünfläche und plauderten, ich nahm Maß für einen Kleider-Auftrag und zeigte Stoffproben her, die ich extra für meine Kundin mitgebracht hatte. Da Anita auch zur bildermachenden Fraktion gehört, nutzten wir auch ein halbes Stündchen für ein paar Bilder – als selbstständiger Schneider brauche ich natürlich auch zu Werbezwecken Augenfutter, denn ohne Bildmaterial keine Aufträge. Ganz logisch …

Schon wieder Bilder machen ...

Schon wieder Bilder machen … diesmal mit Anita Stellmacher

Wir trennten uns dann kurz und trafen uns beim inzwischen auch schon obligatorischen Spontis-Treffen nahe der Moritzbastei wieder – und dort tummelte sich eine schwarze Masse an Pikes-Trägern, Iros und wavigen Wuschelfrisurbesitzern. Das Treffen ist jedes Jahr immer wieder schön, man sieht alte Bekannte wieder die teils auch zu Freunden wurden im Laufe der Zeit, sowie neu hinzugekommene Leser von Roberts Blog, welcher unter spontis.de zu finden ist.

Wie immer unterhält man sich vorzüglich, hat andererseits aber auch wieder zu wenig Zeit um längere Gespräche zu führen, man wuselt vom Einen zum Anderen , und natürlich ist der Pikes-Kreis, der Jahr um Jahr an Umfang zunimmt, ein Muss.

Sicher wird sich Robert auch nochmal zu dem Treffen äussern – und wie immer gab es auch den Spontis-Treffen-Button sowie das kleine Magazin zum Blog, das von Jahr zu Jahr ein Stück professioneller wird.

Platzierungen für den Pikes-Kreis werden eingenommen

Platzierungen für den Pikes-Kreis werden eingenommen

Die Gruppe löste sich dann tröpfchenweise auf, und als nur noch eine schwarze Pfütze übrig war, verabschiedete ich auch mich, da ich meine Damen nicht weiter warten lassen wollte.

Wir steuerten dann auf das Umaii in der Innenstadt zu – ein weiteres japanisches Restaurant das sich hauptsächlich auf Ramen spezialisiert hatte.

Bis auf einen etwas verunglückten Heim-Versuch bei dem auch nicht alle Zutaten auftreibbar waren, hatte ich noch keine anständigen Ramen getestet – also eine weitere neue Erfahrung.

Bei dem immernoch anhaltenden Pisswetter war so eine warme, japanische Nudelsuppe genau perfekt, auf den stilgerechten Suppen-Schlürf-Vorgang habe ich aber verzichtet, das hätte der Kalk dann doch nicht ganz ausgehalten …

Ramen Nicht meine, sondern Annettes ...

Ramen
Nicht meine, sondern Annettes …

Das Lokal war jedoch reichlich leergefressen, beim Nachtisch-ordern waren eine ganze Reihe Dinge nicht mehr verfügbar, und Bekannte von uns, die gerade kamen als wir gingen, berichteten am nächsten Tag daß bei deren Bestellung noch weniger Zutaten vorhanden waren als bei uns noch.

Wir setzten dann Susi bei ihr zuhause ab, durch einen glücklichen Zufall hatte sie ein Paar Pikes übrig daß sie nicht trug, und wir noch dazu die gleiche Schuhgröße – und so wanderte ein weiteres Paar in meinen Besitz über.

Die Agra hatten wir die Tage über nicht angesteuert, da wir ohne Band eh nicht aufs Gelände konnten, jedoch wollten wir später zur Abschlußveranstaltung der Blauen Stunde, und das Haus ist von der Agra nicht weit entfernt, daher wickelten wir uns erstmal in alle Kleidungsstücke ein die wir dabei hatten und setzten uns noch ein Weilchen vor das Messegelände, in der Hoffnung daß noch ein paar unserer Bekannten vorbeikamen, die wir bislang nicht gesehen hatten.

Bedingt durch das Wetter und unser sonstiges Fernbleiben von der Agra sind uns die Massen der Besucher weitestgehend entgangen, doch unser Eindruck war, daß man Cyber kaum mehr sieht und der generelle Trend wieder ein Stückweit mehr zu klassischen Wave-Matten, Pikes und Pluderhosen gegangen ist als noch in den Vorjahren. Wer da aber andere Eindrücke hat, darf die sehr gerne in den Kommentaren mitteilen.

Vor der Agra hatten wir tatsächlich noch wen getroffen – das Pärchen kannte ich bislang zwar nicht, dafür Hester und Annette, doch relativ schnell landeten wir wieder beim Rumblödeln – besonders unser Einfall von einem der Vortage – das Grufti-Yoga für Morgenmuffel mit den Übungen „die Grabplatte“ und „der schlappe Zombie“ sorgten für einiges an Erheiterung und hemmungsloses Weiterspinnen der Idee. Auch der „Sanitär-Cyber“ hatte eine erneute Erwähnung und wurde noch etwas fachgerecht ausstaffiert.

Die Blaue Stunde

Die Blaue Stunde

Wir zogen dann weiter zum Haus der Blauen Stunde und konnten unser Stamm-Sofa, im Wohnzimmer gleich im Eck hinter dem großen Tisch, wieder besetzen. Dani traf nebst Freund etwas später ein, und so konnte man in Ruhe das WGT ausklingen lassen, während vom Nebenzimmer „Bauhaus“ hereindrang.

Das Haus füllte sich bald, aber nie übermässig, ich kam noch ins Gespräch mit ein paar Leuten die sich für victorianische Kleidung interessierten, machte erste Beratungen und erklärte den Aufbau und verteilte meine restlichen Flyer. Frank von der Blauen Stunde zeigte mir ein Plätzchen an dem ich den letzten Rest dann auslegen konnte, auf dem Tisch platzierte ich auch ein paar, die kurz darauf interessiert studiert wurden.

Samstags im heidnischen Dorf kam auch jemand auf Florentine zugestürmt – die an dem Tag Tournüre trug – mit der Frage wo man solche Kleider herbekommt. Mein Einsatz!

Und jetzt bin ich natürlich ganz gespannt was sich aus spontanen Beratungen, Plaudereien und Flyer-Verteilen noch so ergibt …

Die Blaue Stunde verließen wir um ein Uhr, also auch vergleichsweise zeitig, Dani rief vor Ort noch im Puschkin an, an dem dienstags unser obligatorisches Voll-im-Arsch-Frühstück stattfindet, nur wurde diesmal vergessen, daß wir dazu einen Tisch reservieren wollten, zum Glück lies sich das so kurzfristig aber noch regeln.

Dienstage nach WGTs sind immer so eine Sache, man ist müde und hängt durch und ist entsetzt daß vier Tage Treffen schon wieder so unglaublich schnell vergangen sind.

Mii-tan – Annettes Kater – kam dreimal ins Bett hochgekrochen und verlangte Krauleinheiten – und irgendwie war er da wieder, der schlappe Zombie 😀

Irgendwann  hatte das Katertier mich wach genug daß ich mich schonmal ins Bad schlich und die Dusche besetzte um Kalkreste und Haarlack vom Vortag gar abzuschrubben.

Der Koffer wurde neu geschichtet – da ich zur Anreise schon alles reingepresst hatte was ich reinbekommen habe, war „reinwerfen und zumachen“ diesmal keine Option, jeder Quadratmillimeter musste ausgenutzt werden.

Das Puschkin war gut gefüllt, wie gewohnt, doch auch hier gab es weniger Andrang als in manchen Vorjahren.

Alwa und Mike saßen da schon, ich habe mich riesig gefreut die beiden endlich mal wieder sehen zu können, freitags sind wir uns im Panometer schon begegnet, doch ein bisschen genauer quatschen über diverse Dinge war dann im Puschkin einfach besser.

Die Frühstücksrunde fiel wesentlich kleiner aus als in manch anderen Jahren, neben Alwa, Mike, Hester, Annette, Dani und ihrem Freund Severin sowie mir, kam noch ein Paar aus Hamburg dazu das wir seit vielen Jahren am WGT wiedertreffen, der Erstkontakt war hier auch, wie bei sehr vielen Bekannten und inzwischen guten Freunden, über das sogenannte „grüne Forum“ in dem man sich über historische Kleidung austauschen kann. Ich bin jedoch schon seit Jahren dort nicht mehr aktiv, man hält aber den Kontakt heutzutage vornehmlich über Facebook weiter.

Gegen zwei Uhr war es dann Zeit für das große Verabschieden, mein Gepäck luden wir in Danis Auto um, das Severin fachgerecht umschlichtete, Dani hatte als erfahrene Tournürendame natürlich einiges an Stoff bei sich – im eigenhändig vernähtem Zustande natürlich – aber noch war genug Platz für einen schmalen Kerl und seinen Dreispitz.

In großzügigen anderhalb Stunden kamen wir auch schon an meiner Abwurfstelle an der A9 vorbei, in einer weiteren halben Stunde war ich dann wieder in den eigenen vier Wänden, wo mein eigener Kater die Taschen, ob der ungewohnten Gerüche, die natürlich auch von den zwei Katzen (Chi, das Mädel ist ziemlich scheu, im Gegensatz zu ihrem brutalschmusigen Bruder), die bei Annette und Hester wohnen, herrührten, ausgiebigst abschnuffelte.

Und damit ist ein weiteres WGT leider schon wieder Geschichte …

Fazit des Ganzen: WGT ohne Bändchen ist möglich und es finden sich genug Programmpunkte die man problemlos mitnehmen kann. Ob ich das jedoch wiederhole ist eine andere Geschichte, die Agra hat mir ein wenig gefehlt – weniger wegen der *hust* Atmosphäre da und noch weniger wegen den Konzerten, auch die Verkaufshalle brauche ich nicht zwingend, in den letzten Jahren habe ich sowieso nur Ringelsocken gekauft dort. Aber als Treffpunkt an dem sich früher oder später alle Bekannten die man im Lauf von gut zehn Jahren WGT nun so alle kennengelernt hat, ist die Agra einfach ein Teil davon. Natürlich bleibt mehr als fraglich ob das Agra-Abhäng-Kriterium die Geldausgabe für die Karte rechtfertigen würde – denn das tut es definitiv nicht, also warten wir bis es im nächsten Jahr mit dem Programm soweit ist daß man absehen kann, ob es sich generell lohnen würde.

Wäre das Wetter insgesamt besser gewesen, hätte man auch sicher noch einige Aktivitäten mehr mitnehmen können, doch für das Wetter kann man nunmal nichts.

Viele Bändchenverweigerer begründeten ihre Entscheidung ja auch mit der Band-Auswahl, in der Hinsicht aber muss ich sagen daß ich eigentlich recht viele Bands gefunden hatte, die ich durchaus hätte sehen wollen, und bei der Dreckskälte wäre die Motivation, sich in einen Konzertsaal zu begeben, sicher auch höher gewesen als bei den warmen bis heftig heißen WGTs der Vorjahre, wo man leichter mal draußen versumpfen konnte. Trotzdem hatten wir unseren Spaß und auch wenn die Bändchenlosigkeit das Ganze ein wenig seltsam gemacht hatte, so war es wieder ein tolles WGT – aber warten wir mal auf das nächste Jahr mit der Entscheidung, ob dann wieder richtig und mit Karte, oder doch wieder ohne.

Nur das Wetter möge bitte deutlich besser werden …

*Ouji = japanisch für „Prinz“, ein Begriff der unter anderem für das männliche Gegenstück zu Lolita verwendet wird, ist ebenfalls inspiriert von victorianischer Kleidung.

*Shironuri = japanisch für „weiß angemalt“ – bezieht sich auf das weiße Make-Up, ein gesonderter Artikel folgt.

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Gothic Friday 2016 Mai – von Kalkleisten und Stoffbergen

Der Fluch des Selbstständigen – manchmal hat man Wartezeiten zwischen Aufträgen, manchmal überrennt einen die Arbeit förmlich, Und genau deswegen habe ich die letzten beiden Beiträge absolut nicht geschafft, der Plan, jeden Tag ein paar Sätze zu schreiben, ging dann auch nicht auf, da ich irgendwie dann mit dem Gesamttext unzufrieden war, und nochmal anfing.

Auch nicht der Sache dienlich, daher gibts ab jetzt „Augen zu und durch“.

Zwar lauert die Arbeit jetzt nach dem WGT weiterhin auf mich, immerhin habe ich von dort in Form von neuen Kunden-Maßen auch wieder neue mitgenommen, doch noch sitzt die WGT-Wehmut schwer in den Knochen – was ich mir gleich zunutze mache, um mich dem aktuellen Gothic Friday Thema zu widmen.

Es geht um Stil, Optik, Haare, Make-Up .. also das ganze Zeug was gern mal unter „Oberflächlich“ unter Naserümpfen abgetan wird, aber nunmal dennoch einen wichtigen Teil der Szene-Identifikation ausmacht.

Die Bandbreite ist groß, manche fühlen sich am wohlsten wenn T-Shirt und Jeans zumindest eingeschwärzt sind, andere treiben weitaus mehr Aufwand. Ich muss zugeben daß mir die Diskussion um Styling und (vermeintliche) Oberflächlichkeiten in letzter Zeit vermehrt auf den Sack gegangen ist, besonders sofern man auf Facebook in die große WGT-Gruppe schaut. Ich möchte das an der Stelle nicht näher vertiefen, nur dazu sagen daß mir wumpe ist, wer wie rumrennt, solange man sich versteht und sich jeder in seiner Haut wirklich wohl fühlt, mache ich Sympathie nicht an Äusserlichkeiten fest – das war nie so und wird ganz sicher auch nie so sein.

Genau das.

Genau das.

Was mir persönlich gefällt und was ich garnicht mag, hat ebenso mit der Person darunter nichts zu tun, sondern sind nur rein ästhetische Präferenzen, nicht mehr und nicht weniger

Aber hier geht es ja um den eigenen Stil, daher nach den einleitenden Worten endlich zur Sache.

Meine zentrale Inspirationsquelle sind die New Romantics der 80er und natürlich auch der frühe Wave-Stil – der ja nicht immer sauber vom New Romantic trennbar ist. Dazu historische Mode aus allen Epochen, und so allmählich schleichen sich auch ein paar extravagantere, japanische Einflüsse bei mir ein – was mich selbst überrascht da ich für den Japan-Hype zu alt bin und eigentlich selbst lang genug die Nase darüber gerümpft habe.

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2013 „Dandy Strange“ – irgendwann früh um halb fünf nach dem Club-Besuch – aber der Kalk, der sitzt noch

Gerade die New Romantics waren damals ja auch verschrieen, nichts als aufmerksamkeitsgeile Poser zu sein, doch finde ich daß das dem Ganzen auch etwas unrecht tut, da hier viele äusserst kreative Menschen ihre ersten Schritte gemacht haben und von da aus in sehr kreative Berufe weitergegangen sind. Und die ganze Geschichte kommt im Grunde genommen ja aus dem Punk, die damals schon ausgesaugte „Ästhetik des Hässlichen“ wurde nochmal auf den Kopf gestellt, um etwas Neues daraus zu machen. Ganz zu Anfang habe ich mangels Geld auch genommen was ich finden konnte, und es zu Schmuck und Accessoires umgebaut und zweckentfremdet, alte Damastvorhänge zu Kleidern verarbeitet, Schmuck aus 1-Euro Läden auseinandergebaut und neu verbraten und geschaut daß ich mit quasi kaum Budget das schönste rausbekomme, was irgendwie möglich ist. Ich bin also nun wirklich kein Hobby-Adeliger, sondern doch eher irgendwie Punk und sehe in der Beziehung einfach persönliche Parallelen zu den New Romantics.

Personen aus dem Umfeld die mich schon immer inspiriert haben sind an erster Stelle definitiv David Bowie, und seinen zahlreichen Bühnen-Personas mit denen er sich auch auf optischem Wege Ausdruck verliehen hat. Gerade auch durch seine androgyne und oft alienhafte Erscheinung war er schon immer einer der ganz Besonderen und „heiligen“ (so man das so ausdrücken kann) Vorbilder für mich.

Dazu gesellen sich noch Adam Ant, Thomas Dolby (als schrulliger, altmodischer Wissenschaftler), teilweise Steve Strange und im Allgemeinen die sehr androgyne Ästhetik der frühen 80er.

Anna-Varney Cantodea muss ich – als gestandene Kalkleiste – auch zu den Inspirationsquellen zählen, und ich wage zu behaupten daß so ziemlich jeder der sich wandweiß anlackiert, ein gewisses Faible für diese Ausnahmekünstlerin hegen dürfte.

Das mit der Kalkerei betreibe ich nun auch schon seit mehr als zehn Jahren, so schrittweise wurde die Gesichtsfarbe zu Festivals und an Clubabenden immer weißer, einhergehend mit immer präziseren und komplexeren Malereien darauf. Für mich hat das wenig mit „Make-Up“ zu tun, denn tatsächlich mit Malerei – von Schminken hab ich eigentlich kaum Ahnung, wenn es sich nicht grade auf derart hart übertriebene Bemalung bezieht. „Natürlich“ kann ich nicht, will ich nicht, brauch ich alltags erstrecht nicht und finde ich öde.

2012

2013

Sogar als ich noch versucht habe, irgendwie als Frau durchzugehen, war meine Alltagsbemalung mit harten, aufgemalten Eyeliner-Augenbrauen und extremem Lidstrich. Und jetzt wo ich mich dem Druck auch nicht mehr aussetze, als Mädl rumrennen zu müssen, ist Alltags-Schminken für mich sowieso irrelevant, und auch davor führte alles was „natürlich-weiblich“ war, für mich einfach nur zu heftigem Unwohlsein in meiner  eigenen Haut – was ich lange Zeit einfach nur auf die Bevorzugung gruftiger Ästhetik schob, heute bin ich mir aber sicher daß die Gründe andere waren.

2012 - ein paar Monate später war das ausgewucherte Zeugs auf dem Kopf endlich Geschichte

2012 – ein paar Monate später war das ausgewucherte Zeugs auf dem Kopf endlich Geschichte

Das extrem künstlich wirkende „Kalken“ hat aber gerade auch als Ausdrucksform für mich auch heute noch einen großen Reiz, da man sich mehr als lebendes Kunstwerk herrichtet – losgelöst von Geschlecht, egal ob biologisch oder der Eigen-Identifikation nach. Ähnlich wie ich die extremen Bemalungen der New Romantics eben ziemlich faszinierend finde und mich  immer wieder davon inspirieren lasse.

Ein etwas pragmatischer Grund fürs Kalken ist die Haltbarkeit – ein Tag 40 Grad am WGT und nachts noch bis zum Morgengrauen unterwegs – der Kalk hält. Unerschütterbar. Auch bei schlechterem Wetter ist das Zeug, sofern man seinen Gimpel nicht voll in die Witterung streckt, zuverlässig bis zum bitteren Ende. Normale Produkte hat man dann oft in kürzester Zeit in den Kniekehlen hängen und muss nachlackieren – bis auf ab und an mal Lippen neu tünchen, hält der Scheiß einfach da wo man ihn platziert. Jedes WGT denk ich mir am Montag spätestens – jetzt könnteste mal nen Tag aussetzen. Aber sofern ich nicht völlig auf Malerei verzichten will, schiebe ich den Gedanken dann auch meist ganz schnell wieder weg.

WGT 2009 Das "Hörndl-G'Wand" (wie Alwa dazu immer sagt) ist - trotz Rock immernoch eins meiner Liebsten - auch wen ichs nicht mehr trage.

WGT 2009
Das „Hörndl-G’Wand“ (wie Alwa dazu immer sagt) ist – trotz Rock immernoch eins meiner Liebsten – auch wen ichs nicht mehr trage.

Wer sich mal ansehen möchte wie das mit dem Kalken von einem echten Make-Up Artist gemacht wird, dem lege ich das folgende Video von einem lieben Bekannten aus München ans Herz:

 

Nur die Kleider von früher habe ich entweder abgeworfen oder sehr weit in den Kleiderschrank zurückgeschoben, stattdessen kommen nun Rüschenhemden und Brokat.Westen zum Einsatz, wenns mehr die schwarzromantische Ecke sein soll. Ich habe auch erstmal überlegt ob ich hier noch alte Reifrock-Bilder von mir einfügen soll, da ich die gerade aus persönlichen Wohlfühlgründen immer weiter aus dem Netz nehme, dennoch gehören sie ja irgendwie dazu, und ich vertraue auch auf das Verständnis meiner Leser.

WGT 2008 Bild von Frankon

WGT 2008
Bild von Frankon

Spitziges Schuhwerk gehörte seit den ersten Schrankinhalt-Einschwärzungen dazu, auch wenn es anfangs noch keine echten Pikes waren. Und tausend silberne Klimperarmreifen, mehrreihige Nietengürtel und drei Nummern zu große Hemden zu Röhrenhosen – später dann auch Pluderhosen, nachdem ich rausgefunden hatte wie der Schnitt für sowas aussieht.

2012 Bilder machen im Schloßpark Fantaisie - ja, das war stellenweise Alltagsaufzug bei mir.

2012
Bilder machen im Schloßpark Fantaisie – ja, das war stellenweise Alltagsaufzug bei mir.

Das gehörte lange Zeit aber mehr zu meinem Alltags-schwarz, ab und an auch mit einem historischen Kleidungsstück dazu. Im Gegenzug haben sich irgendwann aber auch mal diese Elemente stilbrechend in Reifrock-Outfits und verwandtes mit eingeschlichen. Pikes und zerfetzte Strumpfhosen unter dem riesigen Rüschenkleid gehörten immer dazu, und sorgten bei denen für Verwunderung, die nur die gekalkte Person in Reifröcken kannten, und daher wohl den Eindruck „Hobby-Adel“ hatten.

Und bei der Mischung bin ich jetzt im Moment im Wesentlichen, der klassische Waver ist schon längst auch deutlich in die Ausgehgarderobe eingezogen, die Rüschenhemden kann ich aber nicht sein  lassen – genauso wenig wie eben das Kalken.

Meine Szene-Anfänge hingegen waren erstmal von Lack, Nieten und Bondage-Klamotten geprägt, aber zumindest kann ich mit gewissem Stolz behaupten, daß davon kein Teil gekauft war – lag auch am Budget, der Bondage-Rock wurde aus einer schlecht geschnittenen Cargo-Hose umgenäht und den Lack hortete Frau Mutter in ihrem Stoffschrank und benutze ihn selbst doch nie, daher wurde er irgendwann, als ich endlich die Möglichkeit hatte, mich in schwarzen Clubs rumzutreiben, zu Ausgehklamotten vernadelt.

2004 Kurz darauf wurde aus dem Lack schwarze Rüschen

2004
Kurz darauf wurde aus dem Lack schwarze Rüschen

Lang bin ich aber nicht bei der Lack-und Bondagerock-Fraktion geblieben, das schwenkte dann doch recht schnell zu historisch inspirierten Kleidern und den ersten 80er-Anleihen über und entwickelte sich so über all die Jahre.

Zwangsläufig stellt sich da auch immer wieder die Frage: wenn man so extrem auffällig rumläuft, dann muss man doch ein stückweit richtig scharf drauf sein, gesehen zu werden oder?

Jein, ich finde die Schlußfolgerung „Auffällig ist zwangsweise dumm, oberflächlich und nichts was was mit der Szene zu tun hat“ seinerseits nicht grade weit gedacht, da man damit die Person ja wieder auf die reine Optik reduziert, ich denke, für ein Urteil sollte man vielleicht dann schon ein paar Worte mit den Leuten gewechselt haben, die Extremstyler gab es seit den Szeneanfängen genauso wie die unauffällig schlicht-schwarzen, und sicher auch eine große Bandbreite an Leuten die sich aus sehr unterschiedlichen Gründen in der Szene rumtrieben – von denen einige sicher auch damals nicht superszenepassend waren.

WGT 2011 Beim Spontis-Treffen

WGT 2011
Beim Spontis-Treffen

Bei mir war das so – am Anfang war es schon ein schönes Gefühl, wenn die Leute schön fanden was man da tat – halt mal ein paar nette Worte neben der Tanzfläche oder auf dem Festivalgelände. Harmlos eigentlich.

ANT-Style 2010

ANT-Style
2010 – Bild von Photo&Magic

 

Dann kamen die Sensationsknippser, vornehmlich zum WGT, und in dem Maße ist und bleibt das eine sehr unangenehme Sache, besonders wenn denen jeglicher Anstand abgeht da man auch hier im Grunde auf das Äussere herunterreduziert wird – man ist ja nicht nur Kleidung und Make-Up sondern ein kompletter Mensch. Doch auch das Thema ist hinreichend diskutiert worden.

Gargoyle WGT 2014 Bild von Crescentia Moon

Gargoyle
WGT 2014
Bild von Crescentia Moon

Ja, ich mache auch Photoshootings, und das schon seit 2003. Eine reine Hobbysache, ich finde es ganz schön von sich Bilder zu haben und so ein aufgetakeltes Gesamtbild als Kunstwerk auch für bildnerische Kunstwerke zur Verfügung zu stellen. Es ist wie mit Filmen – bei einem solchen Medium kann man Geschichten erzählen die die Wirklichkeit verlassen, und sich selbst als Teil dazu zu machen ist auch eine Form von Abstand zum Alltagsleben – nicht als Realitätsflucht, sondern auf eine Art, weswegen andere Menschen sich vielleicht drei Wochen Karibikurlaub gönnen. Mal abschalten eben.

"Dandy Strange" Bild von Pam Meier

„Dandy Strange“
Bild von Pam Meier

Inzwischen gebe ich aber auch schamlos zu daß ich die Aufmerksamkeit auch etwas bewusster forcieren möchte. Der Grund ist logisch-pragmantisch: ich bin selbstständig, und das in einem Bereich in dem man sich sehr, sehr schwer tut, wahrgenommen zu werden, und vor allem – auch ein Bereich der nunmal sehr an Optik und Style hängt. Ohne Werbung kann ich meinen Laden einstampfen – da das aber mein ganz großer Traum ist und ich natürlich als Mensch aus der Szene für die Szene hier und in meinem eigenen Atelier herstelle, tue ich alles* um genug Aufmerksamkeit zu bekommen, daß die Leute Kleidung von mir gemacht haben möchten. Viele haben den Bezug nicht dazu, was es heißt sich mit einem eigenen Gewerbe durchhauen zu müssen, ohne die Sicherheit eines „normalen“ Jobs mit nur acht Stunden am Tag, immerhin würde ich gerne mal genug rausbekommen um zumindest sorgenfrei alleine meine Semmeln bezahlen zu können, daher bin ich ganz ehrlich und sehe nichts verwerfliches darin das frei rauszusagen – die Leute sollen mich sehen und auf mich zukommen, und mich ansprechen, wenn etwas hilft daß ich ohnehin für mich gerne mache – umso besser, so fügt sich im Grunde alles zu einem großen Ganzen, in dem ich nicht für einen Job zurückstecken muss (was nichts schlimmes ist – ich verstehe sehr gut wenn man als Angestellter da einfach die Dinge anders handhaben muss) – sondern alles fließend ineinander übergeht.

WGT 2013 Mad Scientist /Tesla Punk Bild von Hester Thomas

WGT 2013
Mad Scientist /Tesla Punk
Bild von Hester Thomas

Damit nähere ich mich dem Ende des heutigen Beitrages – trotz des vermeintlich „oberflächlichen“ Themas bin ich dann doch in viel philososchwafligen Text abgeglitten – ganz einfach weil Optik für mich immer ein nonverbales Ausdrucksmittel war, an dem ich nichts schlimmes finden kann, sodenn Substanz dahintersteckt. Für die Szene-Ästhetik ist eben auch der Punkt einer den man sich öfters mal bewusst machen sollte – daß man mit Optik in hohem Maße auch kommuniziert, beispielsweise „Lass mich in Ruhe“ oder „Ich gehöre nicht zu euch“ oder – sucht euch was aus. ich denke, im Grunde schlägt sich jede Szene-Philosophie irgendwie sehr wohl im Kommunikationsmittel „Style“ nieder – eben jeder auf seine ganz eigene Art.

*liebe RTL und Pro7 Fernsehteams: Nein!

Gothic Friday Oktober – Interview mit einem Goth

Den Teilnehmern des Spontis-Family-Treffens zum heurigen WGT dürfte meine Interviewpartnerin zumindest vom Sehen her bekannt sein.
Es handelt sich um einen lieben Menschen den ich getrost als Freundin bezeichnen mag, auch wenn wir einige Jahre recht weit voneinander entfernt wohnten und uns nur selten im Jahr real gesehen haben.
Zum WGT 2008 haben wir uns dann von Angesicht zu Angesicht kennengelernt und uns eine Unterkunft geteilt, waren zusammen unterwegs und haben festgestellt daß wir auch im echten Leben doch ganz ähnlich ticken.

Ich darf meinen werten Lesern also Annette aka Gomizugami-sama vorstellen:

Annette

Annette mag neben historisch inspirierten Kleidern und allerlei schwarzromantischen Dingen auch Autos – ihres ganz besonders 🙂

Meine Interviewfragen hat sie ausführlich beantwortet – und hier kommen sie samt Antworten:

1.Warum trägst Du schwarz?

Ich gehe immer in einem Gepflegtem Schwarz aus dem Haus Als ich angefangen habe, die Schwarze Szene kennen zu lernen, war es eigentlich eher ein Protest, gehen die Außenwelt. Gegen dass „Normale“ mit dem ich mich nie wirklich Identifizieren konnte. Nach eine weile wurde es dann eher zum Accessoire und es kamen noch andere Farben dazu. Hauptsächlich blau und lila. Aber als ich dann meinen jetzigen besten Freund kennengelernt habe, habe ich die richtigen tiefen Abgründe einer Seele kennengelernt und seit dem ist das Schwarz zu einem Teil meines Lebens geworden. Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, ohne die Kleidung aus dem Haus zu gehen. Und Farbige Kleidung habe ich so gut wie gar nicht mehr. Es ist so als wäre die Kleidung mit mir verschmolzen und ich wundere mich sehr, wenn mich die Leute auf der Straße anstarren, weil ich immer wieder denke, ich sehe so normal aus wie die!

2. Hast Du viele Freunde, die auch »schwarz« sind oder bewegst Du Dich eher in einem »bun­ten« Umfeld?

Definitiv JA!
Sehr viel, allein schon durch das nähen und durch die Musik. Ich sehe zB auch kein Fern und höre keine Musik aus dem Radio. Wenn ich mal neue Menschen kennenlerne, über die Arbeit, Forums-Treffen und der gleichen, merke ich ganz schnell das ich mich sehr gut verstehe mit den Menschen die irgendwie in die Schwarze Szene verwickelt sind. Weil einfach die Lebenseinstellung meiner viel näher ist. Ich habe gerade erst wieder diese Erfahrung auf der neuen Arbeit gemacht, das ich mit den Personen schnell gut zurecht kam, die nicht so perfekt ins normale Gesellschaftsbild passen. Und sie haben was mit der schwarzen Szene zu tun. Wenn ich recht überlege, habe ich so gut wie gar keine Freunde aus der Normalen Welt

3. Besucht du außer­halb von Fes­ti­vals oder Kon­zer­ten auch andere kul­tu­relle Ver­an­stal­tun­gen mit schwar­zem Cha­rak­ter (Lesun­gen, Aus­stel­lun­gen, Museen), oder steht für Dich nur die Musik im Vordergrund?

Die Frage ist ein bisschen schwieriger, für mich zu beantworten. Ich besuche natürlich sehr gern Veranstaltungen, Orte, und der Gleichen bei denen es irgend ein Kulturellen Hintergrund gibt. Das ist auch ein Grund warum wir uns Leipzig als neue Heimat gewählt haben. Weil einfach so viel alte „Dinge“ in Leipzig und Umgebung sind. Und wenn man sich nur die Verlassenen Häuser ansieht. Wenn sich mein Geldbeutel vom Umzug wieder ein bisschen erholt hat, werden wir uns auch die Museen und der Gleichen ansehen. Und uns auch mal ein bisschen mit der näheren Umgebung befassen, wie Dresden, Prag und was sich noch so findet. Wenn es Themen gibt, die in Richtung der Verdrehten Weltanschauung, oder wir betrachten die Dinge einfach mal von innen nach Außen. Dann nehme ich das sehr gern in Anspruch, denn ich finde das ist ein großer Teil des Denkens in der schwarzen Szene und kommt mir sehr entgegen. Denn ich finde es schön mich mit solchen Sachen zu befassen und da durch dazu zu lernen. Mit Lesungen tue ich mich leider ein bisschen schwer, aber wenn es um die Richtung Themen geht, bin ich gern dabei! Wie zum Beispiel; Psychologie, Surrealismus, Mystik, Spirituell, Geisteswissenschaften, Themen in denen es eben auch um den Tod geht.

4. Siehst Du Dich selbst als Goth(ic)?

Also Gothic nicht unbedingt. Ich sehe mich eher als Grufti. Für mich sind das zwei sehr unterschiedliche Dinge. Gothic, sehe ich eher als eine Art Modeerscheinung. Ich habe die Leute die ganz frisch in die Szene kamen immer so bezeichnet. Mich übrigens auch Ich finde es ist auch ein unterschied in der Musik. Gruftis hören oft sehr alte schwarze Musik und auch Interpreten, die sogar nur sehr wenige in der schwarzen Szene kennen. Man könnte was denken, man muss sich erst „up leveln“ zum Grufti, und wenn am da angekommen ist, kommt man nie wieder weg:)

5. Warum magst Du historisch inspirierte Gewänder? Inwiefern passen diese für Dich in Dein Verständnis von „Schwarz-Sein?“

Naja, ich wollte schon immer eine Prinzessin sein, wäre gelogen… Ich weiß gar nicht genau wie das kam. Kleidung ist großartig! War sie schon immer!!! Nur ich konnte meine langen Röcke und die vielen Rüschen und weiten Ärmel, nirgends hin anziehen! Bis ich die schwarze Szene entdeckt habe. Ich war mit meiner Schulkameradin (ein Grufti, ich noch kein Grufti) in der Stadt und wir entdecken einen Laden mit Grufti-Klamotten! „Wunderschön! aber wo soll ich das anziehen?“ sagte ich und sie sagte:“ Na, in unseren Discos!“ Das war eigentlich so einer dieser Augenblicke der mich der schwarzen Szene sehr viel näher gebracht hat. Zu historischen Kleider kam ich über das WGT. Da habe ich die Kleider das erst mal so richtig gesehen und wollte auch eins. Dann fing ich an mich mehr und mehr damit zu beschäftigen! Für mich ist die Mischung aus den Historischen Kleidern und der Schwarzen Szene, mit seiner düster Romantik perfekt! Man kann so würdevoll, elegant und prachtvoll herumlaufe wie man will und kann es vor allem mit anderen Teilen! Naja, und es ist eben ein großes Stück Kultur, was, wie ich finde, in der normal Gesellschaft immer mehr in Vergessenheit gerät. Und hier finde ich die richtigen Menschen, die das auch so sehen, es lieben und schätzen und vor allem die arbeit dahinter verstehen und es deshalb richtig würdigen können!

6. Welche Sparten dunkler Musik bevorzugst Du, welche Künstler insbesondere und warum genau diese?

hmm, besonders mag ich natürlich alles was irgendwie neo-romantisch ist. Musik kann am besten die tiefsten Gefühle ausdrücken!“ Das finde ich auch! Sehr sogar. Die Musik in der schwarzen Szene ist so tief, das es mir regelmäßig noch eine Gänsehaut abjagt! Alles was sich irgentwie auf Klassig aufbaut.
Da ich sehr schlecht bin im Musik-Sparten bezeichnen, zähle ich einfach die wichtigsten Künstler auf
Ataraxia / Dead Can Dance / Dernière Volonté / Die verbannten Kinder Eva’s / Goethes Erben / Malice Mizer / Rosa Crux / Sieben / Sopor Aeternus & The Ensemble of Shadows /The Moon Lay Hidden Beneath a Cloud /Wim Mertens / Michael Nyman / Gaë Bolg / Ich habe bestimmt einige vergessen, aber es sind auch einfach so viele…
Ohne Musik, kann man einfach nicht mehr leben !!!

7. Gibt es typische Gothic-Klischees die auf Dich zutreffen?

Ha, bestimmt! Ich bin aber schon so in der Szene verwachsen, das ich schon vergessen habe, welche die typischen Klischees sind:) Aber ich versuche es mal.
hmm; bleich bin ich sehr, ich gehe auch nur sehr ungern in die Sonne. Habe natürlich nur schwarze Kleider und einen echtes Skelett von einem Vogel habe ich auch zu Hause… Auf Friedhöfen halte ich mich sehr gern auf. Man hat da seine Ruhe und schöner als in normalen Parks ist es auch. Was noch? hmm… Ich habe auch Grabschleifen im Haus, die Dinger sind sau teuer, wenn man die so kaufen würde und wo gibt es schon so große Bänder mit schönem Druck in schwarz! Ich höre düster schwere Musik und beschäftige mich mit dem Tod. Und mag es sehr in Nacht in der Stadt rum zu laufen… (wenn da nicht immer so viele düstere Gestalten rum laufen würden) ;D

8. Was wür­dest du Dir in oder für die schwarze Szene wün­schen, damit sie (noch mehr) dei­nen Vor­stel­lun­gen ent­spricht? Was stört Dich, was fehlt?

Ich glaube ich bin sehr zufrieden mit der Schwarzen Szene, zumindest mit dem teil an Menschen die ich kenne. Die sind alle super lieb und aufgeschlossen! Manchmal wünschte ich mir sie würden alle ein bisschen mehr auf einander zu konnen. Aber daran muss ich selber arbeiten! Was mich aber ganz besonders stört ist, das alle so weit weg wohnen Aber ich glaube das lässt sich am schwersten andern Bis hier hin, das Antworten auf die Fragen hat mir sehr viel Freude gemacht und ich hoffe es macht auch Freude meine Antworten zu lesen:) Vielen Dank!

Gothic Friday März: Schwarzer Fächer der Passionen

Und weiter geht es mit dem nächsten Beitrag zum Gothic Friday.
Ein ganz schön saftiges Thema haben sich die Herrschaften Shan Dark und Robert diesmal ausgedacht. Hat mich einiges an Nerven gekostet und wieder mal abertausende von bereits getippsten Worten, die dann doch ungelesen von anderen ins Datennirvana verschwinden mussten.
Einen Vorteil hat das digitale Tippen – man läuft nicht in Gefahr in den zugeschriebenen, zerknüllten Schreibmaschinenblättern unterzugehen *gg*

Im März geht es um Leidenschaften und Passionen – Bilder sind bis aufs erste Anklickbar und damit in groß ladbar 🙂

optische Rückkopplung

Szenemitgestaltung war nie ein bewusstes Ansinnen am Anfang, doch wenn man sich zur Szene zählt, wird man früher oder später auch seinen Teil dazu beitragen, da man selbst ja Teil des Ganzen ist – wie auch immer das im einzelnen Fall aussehen mag.
Alles was mir wichtig war, war ein Platz an dem ich ich sein kann. Ein Platz an dem meine exzentrischen Auswüchse ihren Freiraum bekommen dürfen, und den Platz habe ich einst in der Szene gefunden.
Anfangs lässt man sich von den Leuten inspirieren die man in den Clubs sieht, später sieht man sich an dem Punkt wo man selbst Inspirationsquelle für andere geworden ist. Doch das sind Dinge die sich im Laufe der Zeit irgendwie so ergeben haben.
Wie ich schon im Januar-Beitrag schrieb war ich als Kind schon etwas eigenartig, als Jugendliche der Aussenseiter. Meinen Weg damit umzugehen habe ich gefunden, und der hies: bewusste Abgrenzung durch eins der wenigen Signale die man als wortkarges Mädel zur Verfügung hat: man schreibe sich das anders sein für alle sichtbar auf den Leib, durch andere Klamotten, einen anderen Stil den sonst keiner hat, ich ging den Weg in die optische Offensive und versteckte mich nicht vor den Angriffen, sondern suchte die Provokation und schrie leise hinaus wie sehr ich mich „anders“ fühlte.

Klamotten sind Audruck der eigenen Persönlichkeit, wer nur der Mode hinterherrennt und auf „angesagte“ Marken fixiert ist, wo ist dann die eigene Persönlichkeit erkennbar?
Äusserlichkeiten sind unbestreitbar für mich eine wichtige Sache, aber nicht in dem Kontext möglichst „trendy“ und „stylish“ zu sein, sondern in dem Zusammenhang daß ich so ein Stück von mir nach aussen sichtbar trage. In gewissen Sinne mag es eine oberflächliche Komponente durchaus enthalten, doch unter der Oberfläche gibt es rund um Kleidung, den persönlichen Stil und Bezug dazu viel mehr, ich wage sogar zu behaupten daß der eigene Bezug zu Kleidung eine gewisse philosophische Komponente besitzt. Eine sehr individuelle allerdings.
Ich bin ein relativ visuell veranlagter Mensch, mich faszinieren Leute die etwas andersartiges an sich haben, was genau kann ich nicht benennen. Meiner erfahrung nach sind Exzentriker auch oft faszinierende Persönlichkeiten, doch ich würde deswegen nicht den Umkehrschluss wagen und alle die sich schlichter wohler fühlen, als Langweiler zu bezeichnen, letztenendes ist wichtiger wie authentisch ein Mensch ist, und da unterhalte ich mich dann auch viel lieber mit dem schlichten Typen, der so wie er ist einfach er selbst ist, statt mit Karnevalisten. Aber „man selbst sein“ kann eben genauso gut eine etwas schrägere sache sein, und „Natürlichkeit“ muss nicht immer heißen daß man ungeschminkt und in Schlabberklamotten man selbst ist, es kann auch die bewusste „Unnatürlichkeit“ weißer Schminke und ausladender Reifröcke ein Stück persönliche Natürlichkeit sein.
Nahezu alle Menschen verändern ihren Körper nach ihren Idealbild, das fängt beim Haarefärben an, geht über Schmuck und Schminke bis hin zu Tätowierungen, Piercings und extremeren Körpermodifikationen, und auch Kleidung ist ein ganz wichtiger und eigentlich elementarer Teil dieses Selbstausdruckes.

The Watcher

Darauf beruht meine vielleicht größte Leidenschaft – das Schneidern. Etwas das vor 11 Jahren als Hobby begann, mit dem ich meine spinnigen Klamottenwünsche endlich selbst verwirklichen wollte ist über die Jahre sichtlich gewachsen, in einem Ausmaß daß ich jetzt sogar auf dem Weg bin diese Leidenschaft zum Beruf zu machen, im vollen Wissen daß man als Schneider heutzutage kein Vermögen verdienen kann, doch mir war die große Kohle nie wichtig. Leben sollte man freilich davon können, und vielleicht nicht auf Strich Null am Monatsende, aber Statussymbole sind mir nicht wichtig. Im Gegensatz zu der Lebensform die nach meinen eigenen Maßstäben die Ideale ist.
Jetzt kommt das Ganze an den Wendepunkt wo die bewusste Szenemitgestaltung auch ein wichtiges Thema wird, denn ich hoffe meine spätere Kundschaft in der Szene zu finden, mit dem Angebot auf individuelle Klamotten, auch wen die großen Roben dabei ein Hauptfokus sein sollen, ich könnte mir auch gut vorstellen für den Alltagsgebrauch und für Leute die sich nicht so gern mit mehreren Stoffballen behängen wollen, einzigartige Teile zu entwerfen.
Vielseitigkeit ist mir wichtig, auch wenn man mich selbst fast nur im Romantikfummel kennt, die Interessen darunter sind weitläufig und gelegentlich auch mal scheinbar konträr zum Äusseren. Aber wer wird denn schon Menschen nach seinem Aussehen aburteilen, nicht? 😉

 Die Diva

Um diese zentrale Leidenschaft – die Schneiderei – ringen sich noch einige andere Interessen die mit dem Nähen ganz gut Hand in Hand gehen.
Zum Einen wäre da das Malen und Zeichnen – man sagt, Talent überspringt eine Generation, so ging meine Mutter leider leer aus, während mein Opa, seinerzeit Porzellanmaler – mir da wohl ein bisschen was von abgegeben haben muss. Im Übrigen ist das auch sehr nützlich beim Entwürfe für neue Klamottenideen zu Papier zu bringen – denn später will der Kunde ja auch erstmal ein paar Ideen sehen bevor es ans Nähen geht.
Aber auch unabhängig vom Nähen greife ich gern mal zur Leinwand oder dem Bleistift, wobei das Hobby gelegentlich aus Zeitmangel auch mal untergeht. Und fatal ist auch daß ich am besten Malen kann wenns mir so richtig mies geht. Blöde Voraussetzungen das …

Renaissance1

Durch die Schneiderei bin ich freilich auch auf das Interesse an Geschichte gestoßen, mit Living History mal in eine andere Zeit abtauchen, oder in Selbstversuchen ausprobieren, wie es ist nur mit Hand und Seidenfaden ein Kleid zu nähen – genauso wie es vor der Erfindung der Nähmaschone gemacht wurde.
Dabei gilt mein besonderes Interesse dem späten 16. Jahrhundert, zur Zeit von Elizabeth I.
Und beim Reenactment muss es auch nicht der große oberprotzige Fummel sein, da darf es auch mal grobes Leinen und Wolle sein, für eine bürgerliche Darstellung.
Das Dumme ist allerdings nur, daß es für meine Lieblingszeit in Deutschland kaum Living History Veranstaltungen gibt und aktuell bin ich ausbildungsbedingt auch nicht so flexibel um mich dem Hobby intensiver zu widmen. Aber alles zu seiner Zeit …

Shooting

Ein anderes Interesse ist freilich auch die Photographie. Angefangen hat das mit Bildbearbeitereien, vor Jahren. Spielereien mit eher wenig bekannten Programmen waren die Anfänge, Graphiken für die ersten Versionen meiner Homepage.
Dann die ersten Gehversuche vor der Kameralinse – rein zufällig fragte mich ein Mitarbeiter des Lehrstuhles für polymerer Werkstoffe – wo ich einen kleinen HiWi-Job hatte damals – er war Hobbyphotograph und hatte einen kleinen AUftrag für eine Mediendesignerin, wofür er wen brauchte der halbwegs beweglich war. Mein erster (und einziger) Pay-Job *lach*
Ich fands lustig, lies mich später noch in meinen ersten Tournürenkleidern ablichten, und fand das „Modeln“ als weiteres Ausdrucksmittel interessant. Wobei ich mich nicht als Model sehe, ich will mich durch dieses Hobby ausprobieren, Facetten ausloten und zeigen. Bei guten Photographen die nicht einfach nur abdrücken lernt man da auch oft ein wenig über sich selbst. Sieht oin den Bildern wie andere Leute einen sehen …
Und freilich bekomme ich gute Bilder von meinen Kleidern *lach* – nein, im Ernst, Eigenwerbung muss auch sein wenn man selbstständig als Schneider durchkommen will, und so ist das Bildermachen inzwischen auch etwas mehr zum Werbezweck geworden, denn der Mensch ist ein Augentier und reagiert auf ein schönes Photo anders als auf ein – wenn auch handwerklich perfektes – Kleid das vor der heimischen Schrankwand auf der Puppe abgelichtet wurde.

Chris Fantaisie

Die Bildbearbeitung habe ich dann bei etlichen Shootingbildern selbst übernommen und Spaß daran gefunden, und da ich leider viel zu leicht zu begeistern bin, habe ich auch schon des Öfteren selbst zur Kamera gegriffen. Und werde es wieder tun 😉 einfach weil die Möglichkeiten der Photographie interessante Dinge bieten, insbesondere im Zusammenspiel mit der Nachbearbeitung. Auch hier will ich keine kostümierten Leute vor der Kamera haben, sondern solche die authentisch sie selbst sind, egal ob schwarzromantisch oder schlicht.

Doch damit ist das Thema noch nicht ausgeschöpft. Bei weitem noch nicht, Nur würde es dem umfang sprengen an dieser Stelle noch viel weiter zu gehen. Zu meinen Interessensgebieten kommt noch: Computerkram, Astronomie, Physik, Webdesign und damit meine eigene Homepage, Science Fiction und Cyberpunk, Tanz (von historisch über Ballett bis Jazzdance), Kampfsport, Lost Places, und freilich Musik.

Und damit beende ich die kleine Reise in meine Hobbies und Leidenschaften 🙂 – sonst werd ich ja nie fertig …

Nachtrag: auf Orphis Anmerlung hin muss ich noch hinzu setzen daß sich das Schreiben auch in meinen Kreis der Interessen einsortieren lässt. Eigentlich ganz ungruftig habe ich früher viele Science Fiction Kurzgeschichten geschrieben, die neueren Werke sind da danna ber oft auch finsterer ausgefallen, Klischeeuntypischerweise kann ich mit Gedichten nicht umgehen, aber das geschriebene Wort ist auch ein wunderbares Ventil um Frust abzulassen, und als solches Ventil auch eines das mir wichtig ist.
In letzter Zeit bin ich jedoch kaum dazu gekommen.
Ausnahme ist – weil Robert es noch angemerkt hat 😉 – wohl mein Blog hier, doch da schreibe ich aus anderen Gründen und generell auch nicht so wie ich es in Kurzgeschichten tue.
Ich habe auch schon Lesungen mit meinen Werken abgehalten, zwei an der zahl, zusammen mit meiner ehemaligen Ballettlehrerin, die diese Idee eigentlich erst hatte. Das ist zwar auch shcon wider fast 10 Jahre her, doch es war eine tolle Erfahrung.
Wer neugierig ist – meine Geschichten gibt es auf meiner Homepage 🙂

So, jetzt ist aber wirklich Schluß 😉

Gothic Friday: Januar – Wie bist Du in die Szene gekommen?

„Wie bist Du in die Szene gekommen?“ lautet das Thema der ersten Runde des Gothic-Fridays bei spontis.de. Eine einfache Frage, nur die Antwort darauf brachte mich halb zur Verzweiflung, denn wo sollte ich anfangen, was ist relevant, was nicht? Ziemlich viel Text ist dabei entstanden, und vieles davon auch wieder gelöscht worden.

Einen Einstieg kann man freilich ganz gerade heraus am ersten Club-Besuch festmachen, oder an der bewussten Farbreduzierung des Kleiderschrankinhaltes, doch das ist eben nur die Spitze des Eisberges. Jede Geschichte ist etwas sehr persönliches, und oft recht untrennbar mit der persönlichen Entwicklung verbunden.

Ich bin 1980 auf die Welt gekommen, erlebte die 80er also schon, aber eben mit den Augen eines Kindes, Schlagworte wie Kalter Krieg und Waldsterben kenne ich noch von den damaligen Diskussionen der Erwachsenen, doch auch eine Katastrophe wie der Tschernobyl-Zwischenfall ärgert eine 6-Jährige nur damit, daß Schwammerln-Sammeln im Wald und deren Auftauchen auf dem Mittagstisch dann erstmal nicht mehr drin sind.

Die stärkste Erinnerung aus der Zeit die ich wohl getrost zur Gruft-Werdung zählen kann, ist die Musik. Als kleines Kind schon saß ich bei den Spritztouren von Opa und Papa mit im Auto und lauschte dem was da aus den Lautsprechern kam.
Ich erinnere mich auch noch an die alte, klobige Stereoanlage mit den riesigen analogen Anzeigenadeln die im Takt der Musik ausschlugen, und die einzige Lichtquelle im Wohnzimmer meiner Eltern war, nachdem mein Vater eine Platte auflegte und aus den Lautsprechern daraufhin „Maid of Orleans“ drang.

Ich mochte Hexen, verschlang alles an Filmen und Büchern was mit Hexen zu tun hatte und verlies ab und an das aus auch nicht ohne den selbstgebastelten Hexenbesen. Meine Mutter erfüllte mir als ich 10 war einen großen Wunsch zu Fasching und machte mir ein Hexenkostüm, leider nicht ganz nach meinen Vorstellungen, denn sie fand, ein bodenlanges, komplett schwarzes Gewand ist für eine Zehnjährige nichts *gg*

Die 80er gingen, und mit 12-13 kam ich wie die meisten Kinder in das Alter in dem man sich beginnt auszuprobieren und sich selbst bewusster wahrnimmt. Die heranwachsende Rosa war eine Traumtänzerin, schüchtern und ziemlich klein, daher ein willkommenes Mobbingopfer für die anderen Kinder als ich von der Grundschule ins Gymnasium wechselte.
Zunächst versuchte ich mich anzupassen, steckte mich in angesagte Klamotten in denen ich mich kein Stück wohl fühlte, doch wenn man mal die Rolle des Fußabtreters hat, ändert sich da so schnell nichts dran. Ich erkannte daß Anpassen nichts brachte, ausser daß ich mich nicht mal mehr in meiner Haut wohl fühlte, also lies ich das mit der albernen Verkleidung und fing an, auf optischem Wege zu rebellieren.
Verbal zurückschlagen konnte ich nicht, Reden war nie so mein Ding, und verbal schlagfertig bin ich auch heute noch nicht wirklich.

Jedenfalls wählte ich den Weg mich bewusst abzugrenzen durch mein Aussehen. Gothic war das damals aber noch nicht, ich wuchs in einer Kleinstadt auf in der es eh keine Grufties gab, geschweige denn andernweitig Aussergewöhnliches. Internet gab es ebenfalls noch nicht, dafür setzten sich massig fiese Klischees in meinem Kopf fest über das was ich vor dem Hintergrund damals für „Gothic“ hielt.

Ich war nicht nur optisch anders, auch meine Interessen wichen bald von dem ab was meine Mitschüler so mochten. Ich blieb am Wochenende lieber daheim, deckte mich mit Büchern aus der naheliegenden Bibliothek ein und las. Alles was ich in die Finger bekam. Science Fiction, später auch ein wenig Horror, Sachbücher über Physik, Astronomie, Elektronik, Computer.
Streber war ich aber keineswegs, die fand ich auch scheiße, und durch die Schule kam ich mit Minimalaufwand, das ging einmal schief und ich musste eine Klasse wiederholen, doch ich machte mir da wenig draus. Was ich wissen wollte brachte ich mir selbst bei.
Ausgehen interessierte mich nicht, wir hatten eh nur Dorfdissen und Bierzeltfeste, Jungs interessierten mich nicht, Mädels – wider der kursierenden Gerüchte über mich – aber auch nicht die Bohne. Ich hatte gern meine Ruhe mit meinen Büchern und zog mich ab und zu auf „meinen“ Baum weiter oben am Berg zurück, wo man die ganze doofe Kleinstadt überblicken konnte, und man von Menschen mal so richtig seine Ruhe hatte.
Einen kleinen Freundeskreis hatte ich zu der Zeit dann auch, wir blieben die ganze Schulzeit über zusammen und waren alle irgendwie Aussenseiter.

Mit der christlichen Religion konnte ich nach persönlicher Auseinandersetzung damit nicht wirklich etwas anfangen, ich begann mich für Esoterik und Okkultes zu interessieren, eine zeitlang dachte ich, im Wicca die passende Weltanschauung gefunden zu haben, doch auch der Weg war mir bald zu eingeengt.

Die Farbe schwarz faszinierte mich mit 13 schon, weswegen konnte ich nicht genau sagen. Es fühlte sich einfach gut an, vertraut. Ich griff allmählich immer öfter morgens zu komplett schwarzen Klamotten, doch völlig eingeschwärzt war meine Garderobe freilich noch nicht, ich probierte mich weiter fröhlich aus, bediente mich bei dem was meine Eltern – Mama wie Papa – aus dem Schrank rausräumten, seidene Hemden, ein Nadelstreifenanzug,Schmuck, Blusen und Stiefel aus den 70ern und 80ern … nervte meine Mutter, gelernte Näherin, mit Klamottenentwürfen und verwüstete regelmässig das Bad mit Batikfarbe.
Was neu eingekauft wurde kam aus der Herrenabteilung genauso wie aus der Damenabteilung, verwirrte die Leute durch das Tragen von Schlips, Hemd, Anzug, Trenchcoat und Hut und scherte mich einen Dreck um das was gerade „in“ war. Ich lief mal rum wie Luke Skywalker mit engen Hosen und langen Stiefeln zu weißem Herrenhemd und breitem Gürtel darüber, entdeckte dann den Edelhippie mit schneeweißen Schlaghosen und weißer Rüschenbluse, gefolgt von irgendwas punkigem mit löchrigen Jeans und bewusst schlampigem Lagenlook von mehreren ultraweiten Shirts, bemalte eine Jeans mit Sternkarten und Galaxien, zeichnete altägyptische Malereien auf Seide, mit der eine alte 80er Jeansjacke meiner Mutter verschönert wurde. Strickte ausgefallene Pullovermodelle und bastelte Schmuck aus elektronischen Bauteilen.
Mehr und mehr wurde mir egal was andere von mir oder meinem Stil dachten, ich fühlte mich wie ein Alien, ein Exot, und begann Spaß daran zu haben. Ich war anders und wollte das allen zeigen! Meine jugendliche Rebellion richtete sich weniger gegen die Eltern, mehr gegen die „Normalos“ um mich herum, die die alle irgendwie gleich aussahen und das gleiche mochten.

Von Gothic hatte ich freilich noch immer keine Ahnung, ausser daß ich mir sicher war daß das was mit Satanisten zu tun haben musste, oder irgendwas krass-asoziales, und ich die Musik sicher ganz arg scheußlich finden müsste, dabei wusste ich garnicht mal was Grufties so hören, ich war mir nur sicher daß ich keiner war.
In den 90ern mochte ich Techno. Nicht den Krempel wie Scooter oder dergleichen, es durfte gerne etwas kruder und experimenteller sein, und das Zeug was eigentlich sonst keiner kannte war eh das beste. Damals schon hätte ich einiges gegeben um mich selbst mal am Synthie zu versuchen, und meine Klamotten waren zu dem Zeitpunkt auch eindeutig am knalligsten.

Die elektronischen Klänge liessen mich nie wirklich los, und mit 16-18 entdeckte ich das Zeug aus den 80ern wieder, zuerst in Form einer alten Kassette die mein Vater ausgrub, da war viel von OMD drauf, auch Maid of Orleans, das ich vom Hören freilich sofort wiederkannte, aber bis dahin keinen Namen zu den Klängen hatte. Die CD-Sammlung wurde erweitert, bis ich jedes OMD Album hatte, ich wühlte in den Platten meiner Eltern, schnitt alles auf Kassetten zusammen was ich mochte und begann, ein 80er Fan zu werden. Depeche Mode fand ich freilich auch super, dann kam Alphaville. Über Joy Division stolperte ich dann auch, holte mir ein Best-Of und rümpfte beim ersten Hören dann gleich mal die Nase. Ja ihgitt, Gitarren – mir kamen schließlich nur Synthieklänge in den CD Player!

Die Gitarrenabneigung legte sich dann als ich auf Sisters of Mercy stieß, ich wunderte mich über mich selbst daß mir das gefiel – Gitarren! – ich, der eingefleischte Synthieklang-Fan! Aber ich musste mir dann doch eingestehen daß das Zeug ziemlich geil war 😀 – und Joy Division mag ich inzwischen auch wirklich sehr gerne, diese Musik brauchte nur eine zweite Chance in meinem Gehörgang.

Trotzdem, mit Gothic brachte ich nichts von dem in Verbindung, was „die“ hörten war mir noch immer unklar, ausser daß ich es selbstverständlich nicht mögen würde …

Die ersten „echten“ Grufties hab ich dann auch gesehen, in Nürnberg liefen etliche davon rum. Ich fand den Stil großartig – und wäre gerne auch so rumgelaufen, doch Grufties waren für mich noch immer Typen die irgendwie krass drauf waren, keine Ahnung wie, aber ganz sicher nicht so wie ich! Deswegen lies ich es bleiben mich genauso anzuziehen, denn ich war ja kein Grufti und fand es blöd einen Stil zu kopieren hinter dem ich nach meinen damaligen Ansichten nicht voll und ganz stand.
Trotzdem führte der Ausflug ins Wicca und das Interesse an okkulten Dingen immer mehr zu einem Stil a la schwarzer Hippie, mit klobigem indischen Silberschmuck, bestickten Tuniken mit Spiegelchen, Rüschenblusen und bodenlangen Röcken. Was da freilich schon gut aufs schwarze Auge passte, empfand ich aber keineswegs als Gothic, das war einfach schlicht und ergreifend ich.

Die Jahrtausendwende kam, ich verlies die miefige Kleinstadt und zog nach Bayreuth um Physik zu studieren. Bayreuth war in den 90ern schon sowas wie ne kleine Grufti-Metropole, da gab es den Club namens Etage in dem sich Das Ich und Goethes Erben formierten. Wusste ich natürlich erstmal nicht.
Die übelsten Klischeevorstellungen über Grufties wichen so langsam aus meinem Hirn, aber ich zählte mich freilich trotzdem noch lange nicht dazu. Witzig war zu der Zeit daß mich viele Bekannte und Kumpels aber schon in die Schublade einordneten, und ganz offenbar nur schwarze Klamotten an mir wahrnahmen. Dabei trug ich nur gelegentlich schwarz, nur einmal wurde ich etwas stutzig als ein Kumpel mich direkt fragte ob ich „halt so ein Gothic“ sei, ich vehement abstritt, dann aber erst wahrnahm daß ich mit meinem spitzigen Schuhwerk, dem Ledermantel und dem Nieten-Ketten-Gürtel ja schon arg nach Goth aussah.
Mit dem gleichen Bekannten fuhr ich 2001 auf die Loveparade, daß die längst nicht mehr das war was sie mal gewesen ist war mir zwar klar, ich wollte es aber mal miterlebt haben.
Auf der Autofahrt hatten wir freilich eine gute Ausstattung an elektronischer Musik bei uns, und ein Musikstück das irgendwie nicht so richtig Techno war, faszinierte mich – so brachte mich ein Bekannter der eigentlich das völlige Gegenteil von Gothic war auf Project Pitchfork, und wir bretterten mit „Equilibrium“ in der Anlage, auf voller Lautstärke durch die Chemnitzer Innenstadt.

Zwei Jahre darauf lernte ich meinen Freund kennen. Durch ihn kam ich das erste mal in einen schwarzen Club. Ich war sehr neugierig darauf, über Pichfork kam ich weiter auf dunkelelektronische Musik, Covenant, Suicide Commando und solche Geschichten. Ich hatte mir aus einer schlecht sitzenden Army-Hose einen Bondage-Rock genäht, auf Ebay bin ich mal über sowas gestolpert und fand es schön, aber von der Stange war freilich langweilig.
Ich möbelte mich für den ersten Abend freilich anständig auf, hatte aber auch irgendwie Angst daß man mich als Nicht-Goth „entlarven“ konnte, irgendwie waren dann doch noch ein paar Restklischees übrig geblieben. Wir betraten den Club – das Top Act in Zapfendorf – und das erste mal in meinem Leben fiel ich nicht auf! Und das war in dem besonderen Fall ein tolles Gefühl, ich stand blöde grinsend auf der Tanzfläche und fühlte mich einfach nur wohl, bei den Leuten, in meiner Haut, bei der Musik, denn ich kannte ja schon fast alles was da lief. Und ich musste feststellen daß Grufties eigentlich ganz genauso drauf waren wie ich, es waren verwandte Seelen in gewissem Sinne. Sondern genauso Querdenker und Leute die eben „anders“ waren – wie ich auch!
Und damit kam die Erkenntnis – verdammt, du bist also doch ein Grufti, jahrelang sagten dir das Bekannte und Freunde schon immer nach, und jetzt endlich hab ichs dann auch gar kapiert gg

Meine Szeneanfänge waren optisch mehr die Richtung Lackbienchen und Elektromieze. Cyber gabs noch nicht, und den ganz fiesen Dunkeltechno ebenfalls noch nicht, ich mutierte zum Feindflug-Fan und ärgerte mich beim Anfertigen neuer Abendgarderobe über Lack und Kunstleder unter der Nadel. Der schwarze Versandhandel war für mein Studentenbudget eh zu teuer, und Selbermachen war für mich einfach eh Ehrensache. 2000 habe ich mir das Nähen beigebracht, und wusste damals noch nicht wohin das mal führen sollte …

Die Reifrockfraktion fand ich optisch toll, und über die Lakaien und etwas elektronischere Vertreter der Schwarzromantischen Musik bin ich allmählich mehr in diese Richtung gegangen. Wolftribes von Sephiroth bohrte sich sofort tief in meinen Gehörgang, und bei Dead Can Dance stand ich irgendwann auch bei den Reifrockmädels und entschied, Lackmini ist viel zu wenig Textilie um auf sowas angemessen tanzen zu können.

Mein erster Reifrock war ein gebrauchtes Braut-Dingens vom Internet-Autionshandel, die Überklamotten freilich selbstgenäht. Doch Reifröcke trugen sie ja eigentlich alle, und die Suche nach was was zu dem Zeitpunkt noch keine hatte, führte mich zur victorianischen Mode der späten Tournürenzeit. Das Make-Up wurde von Wochenende zu Wochenende heller, die Gesichtsmalereien präziser, die Reifrockfraktion machte sich Jahr um Jahr rarer in den Clubs, und am Ende blieb ich übrig, die letzte Kalkleiste und Reifrocktante für 2-3 Jahre, bis der Stil wieder einen Aufschwung erfuhr.
Aber das ist eine andere Geschichte.

Ich interessierte mich mehr für die Szene an sich, wo das herkam, und da wurde mir bewusst daß meine geliebten 80er garnicht so irrelevant sind. Ich entfernte mich vom Elektro a la Feindflug und entdeckte gerade durch die Schwarzromantische Seite den Dark Ambient, Ritual, echten Industrial, Powerelectronics und damit den ruppigen, kratzigen, aggressiven Gegenpol zur meiner dunkelromantischen Seite. Kam durch Neofolk, Neoklassik und Co über Umwege wieder in die 80er zurück, in denen diese Stilrichtungen im Postpunk-Umfeld ebenfalls entstanden sind, und bin nun hier angekommen, gut gekalkt, mit Pikes unterm Reifrock und durchaus auch mit Freude an echtem industriellen Lärm *gg*

Und hier endet mein Beitrag zu ersten Gothic-Friday 🙂

Tournüren-Treffen in der Eremitage

Je älter man wird, umso schneller scheint die Zeit zu rasen – da wars doch erst September, und damit Schulbeginn, und jetzt ist das Jahr schon wieder so gut wie rum.
Doch auch blogtechnisch ist einiges liegen geblieben, Grund genug das jetzt in den Ferien mal nachzuholen.

Inzwischen ist nicht nur der Winter-Göttertanz schon wieder vorbei – den ich wegen des ungünstigen Termins nicht mal besuchen konnte – auch der Herbst-Göttertanz lag bis jetzt noch unkommentiert in der Warteschleife.

Als Anreiz für die weiter gereisten Herrschaften haben wir den Plan gefasst, die Göttertänze mit ein wenig Rahmenprogramm zu versehen. Im Sommer haben wir zu diesem Zwecke ein kleines Picknick in der Eremitage veranstaltet. Der Rahmen blieb mit rund zehn Teilnehmern zwar klein, aber gemütlich. Die ursprüngliche Idee, in größerem Stil dafür die Werbetrommel zu rühren wurde danach auch wieder verworfen, denn erfahrungsgemäß leidet mit steigender Teilnehmerzahl der Wohlfühlfaktor, also werden wir auch in Zukunft die Sache klein genug halten um sich angenehm unterhalten zu können. Denn das war der zweite Hintergedanke, da man im Club selbst nicht unbedingt so gut ins Gespräch kommen kann.

Sommer-Picknick

Auch für den September-Termin war ein Picknick geplant und sogar eine Fahrt mit einer historischen Dampflok. Für Ersteres war dann leider das Wetter zu schlecht, sodaß wir einen Tisch im Schlossgasthof der Eremitage reservierten und uns da zusammenfanden.

Eremitage Herbst

Natürlich versteht sich von selbst daß keine hingebungsvolle Nähtante eine Gelegenheit auslässt die großen Gewänder aus dem Schrank zu holen, und so hatten wir uns einheitlich auf Tournüren geeinigt. Daß das bei den übrigen Cafe-Besuchern auffiel braucht man eigentlich auch nicht mehr zu erwähnen 😉 – und wir hatten freilich auch unseren Spaß.

Eremitage Herbst

Später setzte der Regen dann zum Glück für ein Weilchen aus, und wir konnten den eigentlich geplanten Spaziergang durch die Eremitage doch noch gar wagen.
Und wie es der Zufall so wollte rauschten wir natürlich wieder einmal in eine Touristen-Gruppe die daraufhin erstmal fast vollständig die Knippsaparate zogen und uns danach mit den üblichen Fragen nach unseren Klamotten bombardierten – ob wir einen Auftritt hier hätten, welche Tracht das sei die wir da trügen … und oft hört man auch hinter vorgehaltener Hand murmeln daß man sich früher in den Klamotten ja nicht hinsetzen konnte, was man am besten mit dem demonstrativen Niederlassen auf dem nächsten Sitzmöbel kontert 😉

Eremitage Herbst

Ansonsten konnten wir ungestört flanieren. Nur unsere langen Röcke haben auf dem gut durchgeweichten Boden etwas gelitten, zum Glück war es aber nichts was mit einer Wäsche nicht zu beheben gewesen wäre.

Eremitage Herbst

Und da es offenbar ein ungeschriebenes Gesetz ist daß Schwarzromantiker-Treffen immer mindestens einen Photographen dabei haben, der dann auch seine Ausrüstung bei Hand hat, gibt es auch von dieser Aktion wieder richtig schöne Bilder, wie besipielsweise dieser „Bürzel-Vergleich“ 😀 .

Eremitage Herbst

Vielen Dank dafür an Michael Decker (inspire-mind.de) , der auch bei der Führung über den Friedhof am WGT 2010 mit Kamera dabei war.
Bis auf das Bild vom Sommer-Picknick zu Beginn dieses Artikels sind alle gezeigten Bilder hier von ihm.
Mehr davon und größer kann man diese auf der Homepage von Rebecca – seiner Freundin – ansehen, und zwar genau hier.

Der nächste Göttertanz-Termin wird dann Ende März sein, und wir hoffen daß wir dann wieder ein kleines Treffen vorher organisieren können. Je nach Wetterlage und Anzahl unserer Gäste – konkret ist derzeit noch nichts geplant, aber ich hoffe doch daß sich wieder ein feiner Kreis von Freunden zusammenfinden wird. Die eingangs erwähnte Dampflokfahrt steht im Übrigen immer noch aus und wird wohl im neuen Jahr, womöglich als Göttertanz-Rahmenprogramm, auf dem Plan stehen.

In diesem Sinne freue ich mich schon auf kommende Treffen, Veranstaltungen und Festivals, sage Danke an alle die ich im letzten Jahr kennenlernen durfte und freilich auch an „alte“ Freunde für viele schöne Stunden und Erinnerungen an das vergangene Jahr.