Die Stimme aus dem Äther

Irgendwie hat mich die elektronische Klangerzeugung schon immer fasziniert, bin aber noch nie tiefer in dieses Gebiet eingetaucht da ich so schon genug Zeit-Totschlag Maßnahmen betreibe und um ehrlich zu sein … wenns drum geht selbst aktiv Musik auf solche Art machen zu wollen – da fehlt einfach Kleingeld und auch Platz für die ganzen Gerätschaften. Hie und da lese ich ein bisschen rum, aber meist doch weit davon entfernt um mit den aufgeschnappten Informationsfetzen was brauchbares anstellen zu können.

Und überhaupt, sebst Musik machen halte ich nicht grade für ein Talent von mir, ich hab als Kind mal die obligatorische Blockflöte gelernt, was mich nach 3 Jahren aber angeödet hatte und ich es aufgegeben habe. danach habe ich mich nie wirklich mehr dafür interessiert irgend ein Instrument erlernen zu wollen. Hätte ich die Möglichkeit und vielleicht gleichfalls Interessierte, dann könnte ich mir vorstellen daß das rumspielen mit Sythie und Co mein Interesse wecken könnte. Aber das sind alles theoretische Gedankenspiele, und nicht mehr.

Durch Zufall stieß ich vor ein paar Tagen beim rumlesen im Netz auf ein Musikinstrument das faszinierender nicht sein kann: das Theremin.

Der Begriff kam mir vage bekannt vor, wusste aber nicht woher, und gehört hatte ich irgendwann schonmal von so einem Instrument, aber ohne mich näher dafür zu interessieren damals.

Das Theremin wurde benannt nach seinem Erfinder, dem russischen Physiker Lev Sergejewitsch Termen, später in den USA als Leon Theremin bekannt. Das von ihm im Jahre 1919 erfundene Instrument bezeichnete man auch als Thereminvox, Termenvox oder Aetherophon bzw Ätherwellengeige. Es gilt als das erste Musikinstrument das Klänge elektronisch erzeugt und eine weitere Besonderheit ist die Tatsache daß man es ohne Berührung spielt. Ausserdem sind die Tonhöhen fließend, es gibt keine Markierungen welcher Ton wo sitzt – denn das ist ebenfalls von Gerät zu Gerät und Kalibrierung verschieden, man spielt also nach Gehör.
Robert Moog entwickelte im folgenden das Theremin weiter, und bei Moog Music sind noch immer hochwertige Instrumente erwerbbar.

Das Theremin besitzt zwei Antennen, eine vertikal angebrachte für die Tonhöhen – je näher man sich an dieser Antenne befindet, umso höher der Ton – und einer meist schlingenförmigen Antenne die seitlich angebracht ist und über die die Lautstärke des Tones gesteuert werden kann – je weiter man die Hand von der Schlinge entfernt, umso lauter.
Da die Tonhöhen sich kontinuierlich ändern wenn man die Hand von der vertikalen Antenne hin- und herbewegt kann man klare, einzelne Töne nur erreichen indem man die Lautstärke verringert bis man mit der Hand beim nächsten Ton angekommen ist – was dieses Instrument ziemlich kompliziert zu erlernen macht wenns drum geht erkennbare, klare Melodien zu spielen. Schräge Soundeffekte hingegen sollte man ohne große Übung hinbekommen *g*
Ausserdem muss man möglichst still stehenbleiben, denn das Theremin reagiert nicht allein auf die Hände des Spielenden, sondern auf alles was sich den Antennen nähert, da kann sogar die Bewegung die der Körper beim Atmen ausführt den Ton beeinflussen.

Wie also funktioniert das Ding?
Kurz angerissen: die Antennen sind mit Schwingkreisen verbunden und senden so elektromagnetische Strahlen aus, welche beeinflusst werden indem man Materie – zB eine Hand – in diese Felder bringt. Der gleiche Effekt tritt beispielsweise auf wenn man der Antenne eines alten Radios zu nahe kommt und aus den Lautsprechern ein Brummen hörbar wird.
Weiter will ich auf die Technik auch nicht eingehen, wer an mehr Infos interessiert ist kann sich durch die Links am Ende des Artikels durchgraben.

Besonders beliebt war das Theremin für Filmmusik und Soundeffekte bei Horror- und Science-Fiction Filmen in den 40er-60er Jahren, wegen seines schauerlichen, seltsamen Klanges.
In den Händen erfahrener Thereministen zeigt das Instrument eine fast menschenähnliche Stimme die einfach nur wunderschön ist:

Zu den berühmtesten Musikern zählt Clara Rockmore die direkt von Leon Theremin gelernt hatte.

Ich muss gestehen, das ist ein Instrument das ich zu gern lernen würde. Und das meine ich ernst.
Allerdings dürfte das kein einfaches Unternehmen werden, ob es wirklich durchführbar ist ist natürlich ziemlich fraglich. Und wenn man bedenkt wie wenige wirklich geniale Thereministen es gibt … aber Hornviech ist Hornviech. Falls es überhaupt soweit kommt glaub ich auch kaum daß ich groß umwerfend werde *g* die meisten die sich heutzutage mit dem Instrument beschäftigen und wirklich gut sind haben bereits einen musikalischen Hintergrund, das reißen meine 3 Jahre Blockflöte zu Grundschulzeiten natürlich nicht raus. Aber wurscht, ganz im Sinne des Punk – wenn ich mal an sowas rankomme (und ich spiele auch schon mit dem Gedanken für erste Testzwecke mal selbst zum Lötkolben zu greifen) dann wirds probiert, vielleicht kommt dann ja irgend wann mal eine ulkige Form von Ambient dabei raus *g*
Die Faszination des Theremin ist für mich einfach die Art wie es gespielt wird, frei in der Luft ohne Kontakt zu irgendwelchen Tasten oder Saiten, die Stimme … hach.

Und wer jetzt auch neugierig auf mehr ist, hier gibts weiterführende Links mit noch mehr zum Thema Theremin:

http://www.thereminvox.com
http://www.thereminworld.com
http://www.moogmusic.com/

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