Der Stand-Einstand am Strand – auf dem Biedermeier-Strandfest in Hayna

Noch beim WGT-Bericht schrub ich etwas von „neuen Erfahrungen“ – und hier ist gleich die nächste davon – nach knapp drei Jahren des selbstständigen Gewerbes in online-Form, zog es mich und mein Zeitreisendes Nähkästchen glatt mal in die freie Wildbahn. So ganz offline (in jeglicher Hinsicht) und – oh Grauen – unter Menschen!

Was das wohl werden würde, und überhaupt … man macht sich da im Vorfeld viele Gedanken, auch darüber was man mitnehmen könnte, wägt neue Sachen zum Verkauf ab und stürzt sich voller Tatendrang in die Produktion derselbigen.

Schleifchen ... Bild: Hester Thomas Photography

Schleifchen …
Bild: Hester Thomas Photography

Schon beim Online-Verkauf ist es bisweilen schwierig abzuschätzen, was die Leute so haben wollen, und tatsächlich ist es – je nach Plattform – ganz unterschiedlich. Nach dem Einen dreht sich auf DaWanda keiner auch nur ein zweites Mal um, und auf Etsy beispielsweise, verkauft man genau davon haufenweise … also abzuschätzen wie sich sowas im wahren Leben verhält, ist noch komplizierter …

Annette und ich hatten uns schon ein paarmal über einen Feldversuch mit eigenem Stand unterhalten, unter Anderem hatten wir den wunsiedlerischen Mittelaltermarkt „Collis Clamat“ schon im Auge, aber auch das „Victorian Village“ im Panometer zum WGT. Da sowas aber einiges an Vorlaufzeit braucht, kam es bislang nicht dazu – bis uns Birgit vom „Haynaer Strandverein“ fragte, ob wir Bock hätten, dort mit einem solchen Stand vertreten zu sein. Birgit kennen wir beide aus dem Kostümkram-Forum, und später traf man sich auch zum WGT regelmässig wieder.

Und da wir uns nicht um Stand-Equipment kümmern mussten oder Stellplatz-Gebühr zahlen, war die Gelegenheit eigentlich perfekt, um das Vorhaben „Offline-Verkaufen am eigenen Stand“ mal vorsichtig zu beschnuppern.

Der erse STand - fertig aufgebaut, jetzt müssen nur noch die Leute kommen. Bild: Florian Zwiener

Der erste Stand – fertig aufgebaut, jetzt müssen nur noch die Leute kommen.
Bild: Florian Zwiener

Soweit sogut, die Denkmurmel kochte ein wenig, auf der Suche nach Sachen, die sich hoffentlich gut verkaufen würden. Dabei spuckte die Nähkästchen-Werkstatt noch ein paar Hütchen und Fascinators aus, für die Jungs gab es Fliegen und Hals-Schleifen aus Jaquard und Seide, neue Blumen-Haarreifen und Kameen-Schmuck für die Damen, Mini-Capes und Rüschenkrägen wurden eingeplant und Frau Mutter beteiligte sich mit der Herstellung einiger gehäkelter Spitzen-Halsbänder.

Nur die schon zugeschnittenen und halb genähten „Unterbuxen“, a.k.a victorianische, lange Unterhosen, wollten partout nicht mehr fertig werden. Dann halt nächstesmal.

Hayna – das ist bei Leipzig, etwa 20 Autominuten stadtauswärts, und der besagte Biedermeierstrand am Schladitzer See. Da stellte sich dann plötzlich die Frage, wie hinkommen – zumindest nach Leipzig, wo Annette und Hester mir wieder einmal das Dach über dem Kopf anboten – wenn man haufenweise Hütchen und Dinge hat, aber kein Auto – Victoria fiel dann aus wegen einem Schaden an ihrem Auto, also musste ich mir was einfallen lassen.

Ein Teil der Nähkästchen-Auslage Bild: Hester Thomas Photography

Ein Teil der Nähkästchen-Auslage
Bild: Hester Thomas Photography

Montags vor dem Strandfest wurde also die Ware aus dem Lager der stahl’schen Werkstatt geräumt, katalogisiert und mit Preisschildchen versehen, und schließlich von meiner Versandabteilung – a.k.a Frau Mutter – fachgerecht in eine große Kiste verpackt, die sich dann erstmal allein auf den Weg gen Leipzig machen musste.

Mit etwas feuchten Handflächen beobachtete ich die Sendungsverfolgung – nachdem unsere gelben Freunde bei einer Lieferung zuvor schonmal richtig Mist gebaut hatte, war ich da etwas nervös, doch alles ging planmässig und die Kiste kam ganz und rechtzeitig da an wo sie hinsollte.

Es wurde also noch Kleinkram fertiggemacht, Dekoration gebastelt, ein kleiner Katalog mit Kleidern aus dem Nähkästchen gedruckt – immerhin war ich die Wochen zuvor auf Fotoshootings unterwegs, bei denen ich Kleider von mir dabei hatte, die die Damen nur zu gern vor der Kamera präsentierten, da gab es viel tolles neues Bildmaterial zu zeigen. Dinge erledigt, sich Gedanken gemacht und allgemein im Kreis gerannt. Naja, so ein „erstes Mal“ macht einen dann schon etwas nervös …

Freitag vormittag dann befüllte ich mein Köfferli mit der restlichen Ware, Dekorationsmaterial und passender Kleidung, stülpte mir meine Melone auf den Kopf und machte mich auf, per Zug gen Leipzig zu rollen.

Wir treffen alte Bekannte aus dem "grünen Forum" wieder - die Welt ist eben klein ;)

Wir treffen alte Bekannte aus dem „grünen Forum“ wieder – die Welt ist eben klein 😉

Versehentlich machte ich mich in dem Wagen breit, der in Gera stehengelassen werden sollte, und hechtete dann dort eiligst in den der weiterfahren wollte – der erwies sich als noch voller als der andere. Ich ignorierte also stoisch die Bierfahne sowie unerträgliche Musik, die beständig von meinem Nachbarn mit der tiefergelegten Hose,  zu mir hinüberwehte, und war gen 17:06 Uhr froh, aus dem Zug wieder an die frische Luft zu kommen.

Die Abendgestaltung blieb dann gemütlich, mit Animes und Katzen-flauschen.

Absinth-farbene Ohrringe Bild: Hester Thomas Photography

Absinth-farbene Ohrringe
Bild: Hester Thomas Photography

Am nächsten Tag brachen wir zeitig gen Hayna auf – der MDR wollte filmen, obwohl das Fest erst gen 15:00 Uhr losgehen sollte, fingen wir um 10:00 Uhr früh schon an, alles aufzubauen. Annettes kleines Auto war voll mit unseren Verkaufs-Sachen, irgendwie schafften wir es aber, die großen Kisten alle unterzukriegen. Ich war etwas müde, als nachtaktiver Mensch, der vormittags meist noch nicht zu einem geraden Gedankengang fähig ist, war es eine Herausforderung, auf den bereitgestellten Biertischen unter dem grünen Pavillion, eine ansehnliche Auslage mit den mitgebrachten Dingen zu fabrizieren. Dazu wollte der Wind uns persönlich ärgern – mehrere Male rannten wir unseren Artikeln hinterher, bis Hester genügend Steine am Ufer gesammelt hatte, um alles halbwegs windsicher auf dem Tisch festzunageln.

Live-Sendung vom Strand - den Link zum Beitrag gibts weiter unten. Bild: Florian Zwiener

Live-Sendung vom Strand – den Link zum Beitrag gibts weiter unten.
Bild: Florian Zwiener

Und kaum stand alles, kam schon der erste – ein älterer Herr mit Fahrrad stoppte, schaute- und hängte mir ein schier endloses Gespräch an. Ich weiß nicht woran es liegt, aber irgendwie landen sie alle bei mir – egal ob man nach Parkplätzen sucht, Programmauskunft wünscht, Annette einen Fuchsschwanz abkaufen möchte oder die Schuhgröße des durchschnittlichen, europäischen Sumpfhuhnes zu wissen wünscht – man frägt erstmal mich.

Der erste Verkauf ging dann an Annette, die im Auftrag ihrer Firma kleinere und auch ein paar größere Dinge aus Leder und Pelz dabei hatte, ich musste noch ein wenig warten, die meisten Leute waren auf Verkäufer garnicht eingestellt und hatten lediglich genug Geld für Eintritt, Kaffee und Kuchen bei sich, da blieb mir nur übrig, meine Flyer zu verteilen und auf meine Online-Shops bei Etsy, DaWanda und Palundu hinzuweisen.

Derweil auf der überdachten Bühne - Oliver Twist Bild: Florian Zwiener

Derweil auf der überdachten Bühne – Oliver Twist
Bild: Florian Zwiener

Interessant aber war, wie präsent das WGT in Leipzig auch unter dem Jahr ist, viele merkten an, mit meinen Sachen könne man sich ja aufs WGT wagen, andere gingen durchaus selbst hin, und schleichten, trotz der Beteuerung, eigentlich schon genug schwarze Dinge zu besitzen, um meine Auslagen herum. Eine freundliche, ältere Dame erzählte von ihrer elfjährigen Enkelin, die schon begeisterter „Gotik-Fan“ wäre, und ihr Taschengeld in passenden Kleidern und Schmuck anlegte, wenn sie nicht gerade Mangas las und Animes guckte. Die Dame fotografierte einige meiner Fascinators und schickte das postwendend weiter.

Während der Aufführung von „Oliver Twist“ auf der Bühne am Biedermeierstrand, wurde es sehr ruhig an den Ständen. Annette und Hester stärkten sich mit Kuchen von der gegenüber gelegenen „längsten Sammeltassenkaffeetafel“ – die wirklich sehr schön aufgezogen war, mit schöner Bestuhlung und lauter einzelnen Exemplaren besagter Sammeltassen. Im Gegensatz zu den Damen, die vom beständigen Blick auf den Kuchen, vom süßen Essen nicht genug kriegen konnten, führte das bei mir eher dazu, daß ich Hunger auf eine anständige „Worschdsemml“ bekam, doch auch der Imbiß-Stand etwas weiter unten, hatte nicht das was ich mir unter einer gepflegten „Worschdsemml“ so vorstellte.

Annette und Adrian am Stand

Annette und Adrian am Stand  Bild: Florian Zwiener

Dann war das Theaterstück auch schon aus, und endlich strömten wieder Leute an den Ständen vorbei – die freundliche ältere Dame mit ihrer Gotik-Fan-Enkelin kam nochmal vorbei und kaufte mir einen schwarz-silbernen Fascinator als Mitbringsel für die Kleine ab.

Ich wurde eine rote Jaquard-Schleife und ein paar Ohrringe los und freute mich über meine ersten Verkäufe.

Und dann war es bereits Zeit, alles wegzupacken. Nicht ohne die Nachzügler, die trotz allem noch zum schauen kommen wollen, aber das kennt man auch von der „anderen Seite“ gut genug – wenn man selbst gerade in den Einpackvorgang bei Märkten reinplatzt, aber noch was interessantes sieht.

Annette hat auch viele tolle Sachen dabei.

Annette hat auch viele tolle Sachen dabei.

Recht zügig war alles verstaut und in Annettes „Rennsemmel“ untergebracht, der letzte Programmpunkt des Abends war dann der „Biedermeier-Gesellschaftsball“, den Iris anleitete. Die Damen wechselten von schlichter bürgerlicher Kleidung auf farbenfrohere Abendgewänder, und dann ging es erstmal Richtung Ufer für ein paar gestellte Tanz-Bilder, bevor die eigentliche Action losging.

Historische Tänze sind nicht immer sonderlich schweißtreibend, doch gerade gen Ende des etwa zweieinhalb-stündigen Ball-Betriebes, packte Iris ein paar ziemlich schnelle Dinger mit reichlich Hüpferei aus, bei der nicht nur mir richtig warm wurde – eine dumme Bewegung später erinnerte ich mich wieder etwas unangenehm daran, daß ich mir einige Tage zuvor einen Muskel im Oberschenkel verrissen hatte … aber so mitten im Tanz bleibt einem dann auch nichts anderes übrig als Arschbacken zusammenkneifen und einfach weitermachen – ausserdem waren die flotteren Tänze viel zu spaßig, um dann wegen sowas aufzuhören 😉

Der Biedermeier-Ball Bild: Florian Zwiener

Der Biedermeier-Ball
Bild: Florian Zwiener

Der Ball wurde im Inneren des Bühnen-Pavillions abgehalten. Ein wirklich sehr liebevoller und detailreicher Bau mit Holz-Häuschen für alles notwendige. Als Kulisse hat man im Hintergrund den Schladitzer See – besonders bei Sonnenuntergang gibt das einen besonders malerischen Anblick ab. Daß sich der Strandverein damit richtig viel Mühe gegeben hat, sieht man auf den ersten Blick.

Gegen 22:00 Uhr kamen wir dann wieder bei Annette an, ließen die Kisten für den nächsten Tag natürlich gleich im Auto, und hauten uns wenig später dann auch aufs Ohr.

Da wir am Sonntag  nicht so früh vor Ort sein mussten, schliefen wir aus, machten frühstück und warfen uns dann gemütlich in Schale. Ich hielt mich ein wenig britisch – mit Melone, Kniebundhose und Kniestrümpfen, samstags noch schwarzweiß-geringelt, am Sonntag aber stilecht mit Rautenmuster 😀 – Annette und Hester trugen ihre bezaubernden, gestreiften Empire-Roben, sonntags blieb Hester daheim und Susi von „Cupid und Psyche“ schloß sich uns an – in einem sehr schönen Hausmädchen-Gewand.

Die schön aufgemachte Kaffeetafel mit den Sammeltassen. Bild: Florian Zwiener

Die schön aufgemachte Kaffeetafel mit den Sammeltassen.
Bild: Florian Zwiener

Der Stand war zügiger aufgebaut, wir wussten ja schon in etwa was wir wo hinlegen wollten. Annette bekam dann auch bald einen begeisterten Stamm-Kunden, der erst ausgiebig alle Pelz-Bommeln untersuchte, und schließlich die Waschbären-Pfote fand – ganz zum Mißfallen seiner Mutter …

Die gab schließlich dann doch nach, was dazu führte daß bald der ganze Festplatz von seiner neuen Errungenschaft wusste 😉 .

Bei mir gingen noch einige Ohrringe mit Kameen über den Ladentisch, ansonsten fiel der zweite Tag deutlich umsatz-ärmer aus. Wie vorher schon erwähnt, waren viele Leute einfach nicht auf die Anwesenheit von Ständen gefasst – was aber kein großes Problem war, denn beim ersten Stand kann mans ruhig angehen lassen, und ich werde beim nächsten mal auch ein paar andere Dinge mitnehmen, mehr als einmal wurde ich beispielsweise nach weißen, historischen Häubchen gefragt – die ich tatsächlich bei den Vorbereitungen noch in Betracht gezogen hatte, aber dann – entschied ich mich anders. Wie ebenfalls gesagt, ist es nicht einfach, einzuschätzen, was gefragt ist und was nicht, wenn man das Publikum so garnicht kennt.

Die längste Sammeltassenkaffeetafel Bild: Florian Zwiener

Die längste Sammeltassenkaffeetafel
Bild: Florian Zwiener

 

Ein paar Auftrags-Anfragen habe ich noch mitgenommen – ein Glück daß ich wenigstens noch daran gedacht hatte, meine Maßbänder einzustecken, denn für ein Korsett konnte ich vor Ort dann schonmal Maße mitnehmen.

Und so ging auch das Strandfest zuende, und wir packten das letzte Mal ein.

Die Pavillions wurden abgebaut und alle halfen zusammen, die Biertische noch wegzuräumen – schnell wurde es dann leer. Wir plauderten noch mit Iris und ihrem Mann, begutachteten noch das eigens eingerichtete „Biedermeier-Zimmer“ und verabschiedeten uns dann.

Das Biedermeier-Zimmer - mit originalen Möbeln hergerichtet. Bild: Florian Zwiener

Das Biedermeier-Zimmer – mit originalen Möbeln hergerichtet.
Bild: Florian Zwiener

Da es zu spät war, sich am Sonntag abend noch auf die Heimreise zu machen, blieb ich noch einen Tag, Annette und Hester mussten zwar montags arbeiten, aber das war kein großes Problem, Annette lies mir den Schlüssel da, also schlief ich aus, packte meine Kiste nochmal ordentlich und meinen Koffer, flauschte die Katzen ausgiebigst durch (bei dem Kampfschmus-Kater hatte ich auch keine andere Wahl) und begab mich dann nochmal gen Innenstadt. So ganz ohne WGT-Trubel, mal gemütlich etwas die Läden begutachten. Doch das WGT ist ja nie weit weg in Leipzig, der erste Laden erregte nur durch einige schwarze Teile mit Nietenbehang meine Aufmerksamkeit, ansonsten wäre der Damen-Bekleidungsladen links liegen geblieben. Und tatsächlich – an einer Wand hingen ausgeblichene Bilder von vergangenen WGTs, und die Werbung für WGT-Ansichtskarten. Alles dekoriert mit Nietengürteln und diversem metallhaltigen Leder-Schmuck. Eine schwarzgekleidete Dame probierte sich auch gerade durch das Angebot an der Wand, für mich persönlich aber blieb es beim gucken, eine Jungs-Abteilung gab es nicht 😉

Fasinators

Fascinators

 

Ein paar Läden weiter – hauptsächlich Stoff-Läden  und der Saturn am Hauptbahnhof, holte ich mir an letzterem noch eine Sushi-Box und machte mich auf den Rückweg. Mii-tan, der Kampfschmuser rammte mir beim Sojasoße-in-die-Schale-kippen den Kopf so überraschend in den Rücken daß ich die Wohnzimmertisch-Auflage unwillkürlich mit ein paar Flecken dekorierte. Ich habe ihm aber nichts von meinem Fisch abgegeben, dafür gabs hinterher nochmal ausgiebige Flauschs, die dann von Annettes Rückkehr unterbrochen wurden.

Wir haben uns dann die MDR-Sendung zum Haynaer Strandfest in der Mediathek angesehen – komisch daß man auch da das WGT erwähnte, obwohl das ja nun absolut nichts damit zu tun hatte – dann luden wir die frisch gepackte Kiste ein, stoppten bei einer naheliegenden Post-Stelle, und etwas knapp aber noch rechtzeitig quetschte ich mich in den Zug heimwärts, in dem die Leute bei meiner Ankunft schon wie die Ölsardinen im Gang stramm standen. Und dann verputzte ein langhaariger Typ mit verbeulten Strohhut auch noch sage und schreibe drei (!) Subway-Sandwiches mit extra viel Zwiebeln drauf im Durchgang, kurz nach der Abfahrt …

Mehr Ohrring-Details - diese sind noch nicht verkauft worden bislang ;) Bild: Hester Thomas Photography

Mehr Ohrring-Details – diese sind noch nicht verkauft worden bislang 😉
Bild: Hester Thomas Photography

Zwei Haltestellen weiter stand ein älteres Paar auf und bot mir einen ihrer Sitzplätze an. In dem Fall nahm ich gerne an und war froh etwas im Frischluft-Durchzug zu sitzen, da mir Eau de menschliche Ausdünstung in dem Moment dann wirklich zu viel war. Und so rollte ich doch noch ganz entspannt wieder in Hof ein.

Und so ging das Abenteuer des ersten eigenen Standes zu Ende.

Verkauft habe ich nicht viel, aber das macht nichts. Leipzig ist immer einen Ausflug wert, auch weil da Annette und Hester wohnen, und ich bekanntlich die zwei unglaublich gerne hab.

Zum Strandfest komme ich auch nächstes Jahr gerne wieder, die Örtlichkeit ist richtig schön, und die Leute dort sind herzlich und voll dabei, und für historische Tänze kann man mich eh immer begeistern. Die Besucher dürften jetzt ja vorgewarnt sein, und jeder weiß sicher auch, was man beim nächsten mal vielleicht etwas anders angehen könnte. Ich werde auch jeden Fall selbst Werbung dafür machen – ich war zu beschäftigt um mich darum auch noch zu kümmern – und vielleicht mal in die Runde fragen, ob es spezielle Wünsche gibt. Vielleicht auch ein wenig passender zum Thema „Biedermeier“ einige Kleinteile herstellen.

Und damit bin ich nun gespannt was sich generell in Sachen „Stand in echt und überhaupt“ so noch tun wird – geplant ist einmal auf dem kommenden WGT im Victorian Village entsprechend anwesend zu sein, sollte es dazu kommen, werde ich diesmal rechtzeitig die Werbetrommel rühren, und auch hier gilt – wer da sein wird und bestimmte Wünsche hat – die dürfen sehr gerne auch jetzt schon genannt werden!

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Neujahrs-Gewinnspiel – und ein blöder Jahresrückblick ;)

Hoppla – schon wieder ein Jahr vorbei? Wie konnte das passieren …

Und da sitzt man nun vor dem Bildschirm und fragt sich, wo das letzte so schnell denn nun wieder hingekommen sein mag …

Muss man da schon wieder einen Rückblick schreiben? Nun, müssen – sicher nicht, aber wisst ihr was – ich tue es dennoch!

Wie auch im Jahr davor ist zum schönen, altmodischen Bloggen einfach keine Zeit übrig geblieben, für dieses Jahr nehme ich mir schonmal vor, etwas öfter den Staub von diesem alten Ding abzuklopfen. Und so geht es gleich mal mit einem Gewinnspielchen in die Vollen.

Eigentlich geplant zum 1000sten „Like“ der Facebook-Seite des Zeitreisenden Nähkästchens, wird jetzt aus einfach nachvollziehbaren Gründen eine Neujahrs-Verlosung draus.

Und zu gewinnen gibt es den nachfolgend abgebildeten Mühlsteinkragen aus violetter Baumwolle, mit reichlich schwarzer Spitze und einer gestickten Bordüre aus vierblätterigen Kleeblättern – die dem/der Gewinner/in im neuen Jahr ordentlich Glück bringen sollen!

Zur Teilnahme habt ihr dazu zwei einfache Möglichkeiten:

Der Facebook-Seite des Nähkästchens ein „Like“ verpassen (wenn nicht sowieso schon passiert)

– dort den Post mit dem Bild auf dem eigenen Profil teilen – öffentlich sichtbar (sonst kann ich den geteilten Beitrag nicht sehen – als Nachweis daß geteilt wurde)

– optional: lasst mir ein paar Grüße auf meiner Seite da 🙂

Alternativ – für die Facebook-losen:

— weiterpetzen auf eurem eigenen Blog

– und dann hier kommentieren mit Link zu betreffendem Beitrag.

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Soviel zum „wirksamen“ Teil – jetzt kommt die lange Textwüste. Aber keine Sorge, es gibt auch Bildchen 😉

Tja, was ist passiert im letzten Jahr.

Einiges. Und wenig. Klingt komisch, ist aber so. Eins der absoluten Highlights war unbestreitbar der London-Trip im April, den ich vor allem Vicktoria zu verdanken habe – und nochmals an dieser Stelle lieben Dank dafür, ich denke immer wieder gern dran zurück und freue mich auch jetzt noch darüber 🙂 – was wir da so alles gemacht haben, kann man sogar im Blog nachlesen.

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Blaue Kiste am Earl’s Court

Danach folgten knapp vier Monate saisonaler Job am hiesigen Theater – den Luisenburg Festspielen. Natürlich im Kostüm. Also, in der gleichnamigen Abteilung, nicht komisch angezogen (wobei das natürlich immer im Auge des Betrachters liegt …)

Ich möchte dazu eigentlich nicht viel mehr schreiben, da man Bände füllen könnte mit Anektödchen und Geschichtchen, und nachdem ich imstande wäre, das auch zu tun, ersticke ich den Drang einfach mal im Keim, und sage – ich erzähl euch gerne mal was wenn wir uns persönlich treffen, beim WGT, oder sonstwo.

Es war auf jeden Fall eine ziemlich interessante, wenn auch teilweise harte und stressige Zeit

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Die Schneiderei auf der Luisenburg

WGT ist ein gutes Stichwort, oder bessergesagt, ein schlechtes, denn wegen oben genanntem Job fiel das, nach ganzen zehn Jahren in Folge, das erste Mal aus für mich. In diesem Jahr bin ich aber wieder dabei, und freue mich dafür umso mehr darauf!

Ein weiteres, ganz tolles Jahres-Highlight war am 24. und 25. Oktober dann die TimeLash – die erste deutsche Doctor Who Convention überhaupt. Diese fand in Kassel statt, und hätte eigentlich auch einen ganz eigenen Beitrag verdient gehabt, nur bin ich – wie zu anderen Gelegenheiten eben auch – irgendwie nicht dazu gekommen. Jedenfalls war es eine wunderbare, kleine und sehr freundlich-familiäre Angelegenheit mit tollen Gästen und einem Haufen gutgelaunter Besucher. Auch hier hatte man Gelegenheit, Leute die man sonst nur virtuell kannte, mal live und in Farbe zu sehen. Ein paar andere habe ich vor Ort garnicht erkannt – sollte sich da jemand angesprochen fühlen: es tut mir fürchterlich leid. Ehrlich. Ich bin kacke im Gesichter-erkennen und sage den Leuten meistens, sie sollen mich anlabern, da die Chancen sehr gut stehen, daß ich an ihnen einfach vorbeilaufe.

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Blaue Kiste in Kassel – und diesmal passend im 11. Doctor-Gewand

Trotzdem war die „Trefferquote“ relativ hoch an dem Wochenende, es gab einen Haufen schöner Gespräche, die oft dazu führten daß wir die Panels ganz verpassten (Memo an mich – eine Con ist kein WGT … oder? Irgendwie vielleicht doch, nur für Who-Fans, statt für Schwarzkittel. Naja, manchmal auch für letztgenannte, der Anteil anwesender Grufties war dann doch ganz stattlich), ein Cosplay-Wettbewerb bei dem ich Teil der Jury sein durfte, und bei dem wir Juristen wirklich hart geschwitzt haben bei der Preisvergabe.

Glücklicherweise wird es eine zweite Ausgabe geben, und zwar am 15. und 16. Oktober diesen Jahres – ich freu mich schon drauf und bin gespannt, welche Gäste dann (noch) eingeladen sein werden.

Amy (aber nicht "Pond") auf der TimeLash in ihrem maßgefertigten TARDIS-Kleid - vom Nähkästchen, natürlich :)

Amy (aber nicht „Pond“) auf der TimeLash in ihrem maßgefertigten TARDIS-Kleid – vom Nähkästchen, natürlich 🙂

Und natürlich darf man nicht vergessen – die Unterschlupfmöglichkeit bei BB in Kassel (schaut euch auch mal auf ihrer Seite um – es handelt sich nämlich auch um eine sehr liebe Kollegin) . Das machte das Wochenende gleich nochmal besser als es eh schon war – samt der Dreiergruppe jugendlicher Kater, die nachts nicht nur rumliegende Leute als Bett benutzten, sondern in ihrer Spielwut sogar ganze Daleks von den Tischen räumten 😀

Kater … ach bin ich heute gut im Überleitungen schreiben … ja, einen Kater habe ich nun auch wieder. Nein, natürlich nicht den von Neujahr, sondern schwarzweiß, flauschig, auf vier Pfoten und dauerhungrig.

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Findus – so heißt er – wohnte eigentlich bei den Nachbarn, doch wie das Katzen manchmal so machen, entschied er sich, das Zuhause zu wechseln. Das kürzt eine längere Geschichte jetzt zwar ziemlich ab, aber am Ende lief es eben auf das hinaus. Und in diesem Moment liegt der Flauschball, seines Zeichens Hauskatz-Maine Coon-Mischling (man beachte die winzigen Luchsohrpinselchen, die hat eine Hauskatze nämlich sonst nicht), friedlich auf dem Wohnzimmersessel und pennt.

So im Ganzen fällt auf – kein sehr „gruftiges“ Jahr, leider. Aber zum Abschluß gab es dann wenigstens doch noch einmal einen Göttertanz – nach drei Jahren Pause von meiner Seite – einerseits aus verschiedenen, persönlichen Gründen, andererseits auch oft genug unfreiwillig. Wie auch immer – es war ein phänomenaler Abend, die neue Örtlichkeit habe ich auch das erste Mal gesehen, und finde sie wirklich großartig. Viele altbekannte Gesichter aus den guten Top Act-Zeiten, aber auch komplett neue Leute, und die schöne, entspannte, freundliche Stimmung ist auch erhalten geblieben. Danke dafür, jetzt freue ich mich wieder auf die Göttertänze die da noch kommen mögen!
Für Bilder könnt ihr mal auf die Seite des Göttertanzes schauen.

Was fehlt noch?

Ach ja – Eumelchen. Wie konnte ich das vergessen …

Nach gut 15 Jahren verschlug es mich wieder zu einem alten Hobby – die Astronomie, und nach den ersten Spechtelversuchen mit der „alten“ Ausrüstung – einem Fernglas auf Stativ und mehreren Himmels-Atlanten, war klar – ein Teleskop muss (wieder) her.

Anno 1999 latschte ich noch, auf dem Weg zur totalen Sonnenfinsternis, mit einem „kleinen“90/900er Refraktor über die Schulter geworfen, und die Montierung unter den Arm geklemmt, durch Bayreuth. Mit Eumelchen, so fürchte ich, haut das nicht mehr hin – das ist nämlich etwas größer.

Aber nur ein ganz kleines bisschen.

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250/1250 GSO Dobson-Spiegelteleskop

Wirklich nur ein kleines bisschen … *hust*

Auch wenn das Wetter bislang nicht oft mitgespielt hat, und daher das gute Stück erst ganze viermal zum Einsatz kam, bin ich natürlich stolz wie Bolle auf das Teil. Also bleibt zu hoffen daß 2016 noch viele weitere klare Nächte bieten kann.


 

 

Tja, damit ist 2015 offiziell abgeschlossen.  Natürlich gibt es für das kommende Jahr wieder genug Pläne, wie WGT und die TimeLash und sicher auch andere Veranstaltungen.

Wie immer bin ich für Näh-Aufträge auch 2016 zu haben, zusätzlich werden aber auch die Shops auf Etsy und DaWanda mit fertigen Sachen weiter bestückt. Schaut einfach auch da mal vorbei, sagt es weiter, abonniert die Shops … auch ein kleiner Klick hilft dem Nähkästchen weiter 🙂

Ein wenig neues Gebiet betreten wir, indem einige Sachen auch zum Leih verfügbar sein werden – also nicht nur, wie bis jetzt nur für Models und Photographen die ich schon kenne, sondern offiziell gegen Leihgebüren. Wer sich das ansehen mag, sollte sich mal mein Profil auf Wishrent ansehen – da wird natürlich auch noch aufgestockt.

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Bild: Hadie van Bilderflut Model: Mimi Geißler

Für Fragen und Anregungen bin ich natürlich jederzeit offen – scheut euch also nicht, mir zu sagen, falls ihr etwas besonderes haben möchtet, oder sehen wollt. Vermisst ihr gewisse Farben, Größen oder Modelle in den Shops? Habt ihr Verbesserungsvorschläge?

Und wenn jemand gute Gelegenheiten hat, Flyer an den Mensch bringen zu können und auch zu wollen – Nachricht genügt, egal über welchen Kanal, ich schicke euch gerne welche zu oder nutze die Gelegenheit natürlich auch auf Veranstaltungen, bei denen ich selbst da bin, welche abzuwerfen (danke an der Stelle an Hannes für die spontane Auslage beim Göttertanz 🙂 )

Weiterhin sitze ich immernoch auf meiner Dauerbaustelle – der Homepage des Nähkästchens. Die soll heuer auch endlich mal angegangen werden. Also auch im kommenden Jahr viel zu tun, auch wenn es erstmal nach nicht so viel aussieht.

Der Blog soll ebenfalls wieder etwas häufiger genutzt werden, nicht nur für die üblichen Veranstaltungsberichte, sondern auch für Einblicke in die Werkstatt des Nähkästchens und was hier so alles entsteht. Vergesst den Blog also bitte nicht und schaut einfach mal wieder vorbei!

Ich hoffe natürlich auch, die Photoaktivität wieder etwas steigern zu können – meine eigene Photo-Seite kommt oft immer etwas kurz, zum Urbexen muss ich auch mal wieder kommen, und mit Leuten habe ich im vergangenen Jahr leider nur bei einem Shooting arbeiten können – dafür mit wirklich schönen Ergebnissen, denn Hika, eine liebe Kollegin vom Theater, wollte Gewand von mir gemacht, vor meiner Kamera ausführen.

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Danke dafür 🙂 – auch wenn ich noch ein paar Bilder schuldig bin zu bearbeiten ..

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein tolles, granatiges 2016 – haut anständig rein, habt Glück und Erfolg und alles was ihr euch noch so wünscht – und clear skies für die gleichgesinnten Astronomen, gut Licht für die Photo-Kollegen und alles was sonst noch so fehlt 🙂