Gothic Friday 2016 – Warum bist Du immer noch in der Szene?

Es war einmal ein Blog-Projekt welches da hies „Gothic Friday“, und zu dem die Schwarzgewandeten aller Länder zusammengekommen waren, um ihren Teil des Ganzen beizutragen … und wenn sie nicht gestorben sind, dann finden sie sich auch nun wieder zusammen …

Oder so ähnlich.

Der „Gothic Friday“ ist natürlich kein Märchen, es gab ihn anno 2011 schonmal, und gestorben ist, wider der Annahmen manch „bunter“ Menschen, die sich für besonders witzig halten, wenn sie uns, ob der finsteren Kleidungs-Farbwahl auf ein derartiges Ereignis anzusprechen meinen müssen, dann eigentlich auch nicht.

Fünf Jahre sind eine lange Zeit, trotzdem scheint es manchmal, als wäre es neulich erst gewesen. Es schien vielen so ergangen zu sein, denn die Stimmen wurden lauter, die ganze Aktion einfach doch nochmal neu aufzulegen.

Damals riefen dieses ziemlich interessante Projekt Robert von Spontis und Shan Dark vom schwarzen Planeten ins Leben. Einmal pro Monat wurde an einem Freitag ein Thema gestellt, zu dem sich Gruft-Blogger und Sympathisanten in Textform äussern konnten. Dabei wurde eine Vielzahl von Anektoden, Erlebnissen, Meinungen und Ansichten zusammengetragen, die auch heute noch spannend zu lesen sind.

Die zweite Runde wurde am 5. Februar – natürlich ein Freitag – neu eingeleitet, es wird hierbei keine Wiederholung sein, sondern mehr eine Fortführung, da neue Themen ausgewählt wurden, einsteigen kann aber dennoch jeder der Spaß daran hat, man muss also nicht schon bei der ersten Runde dabei gewesen sein.

Selbstredend wird der Nähkästchen-Blog auch diesmal mit von der Partie sein, jedoch nicht nur als Teilnehmer – dem Fahndungsausfruf nach Mit-Tätern bin ich auch gefolgt  – verraten wird natürlich noch nichts, außer höchstens daß wir viele sehr interessante Themen zusammengetragen haben.

Das Einstiegsthema ist für alle neu dazugekommenen – als einzige Ausnahme – dann doch eine Wiederholung, nämlich die Frage danach, wie man eigentlich in die Szene gekommen ist. Damit die Teilnehmer der ersten Runde sich dabei aber nicht langweilen müssen, gibt es die Alternativ-Aufgabe – „Warum bist Du noch immer in der Szene?“ – und genau dieser Frage möchte ich mich im Folgenden nun widmen.

Auch Schwarzvolk altert, längst ist die Subkultur über den Status der reinen Jugendkultur hinausgewachsen und nicht alle die schon seit den Anfängen in den frühen 80ern dabei waren, haben sich mit fortschreitendem Alter von der vermeintlichen „Jugendsünde“ abgewandt. Es folgten neue Generationen die von den vorherigen mit gerümpfter Nase beäugt wurden, und die letztenendes selbst irgendwann über das Teenie-Alter hinaus kamen – und ebenfalls überzeugt schwarz blieben.

Man sieht die altersmässige Durchmischung ganz gut an jedem schwarzen Club-Abend und an jedem Festival.

WGT 2014 man trifft sich sogar schon selbst ;)

WGT 2014 man trifft sich sogar schon selbst 😉

Ich selbst zähle mich zur zweiten Generation – die der frühen 90er. Auch wenn mein aktiver Szene-Einstieg erst um 2000 herum seinen Lauf nahm, so waren meine ersten Begegnungen mit dem „schwarz“ in den Anfängen der 90er. In Nürnberg und Bayreuth, da liefen „sie“ in den Innenstädten herum, und irgendwann überwand die Faszination das mulmige Gefühl, und ich fand mich im nürnberger „Underground“ wieder. Gekauft habe ich da nie etwas, aber es führte dazu daß ich Frau Mutter, ihrezeichens selbst vom Fach des textilverarbeitenden Handwerkes, mit Pannesamt und Tüllspitze vor der damals noch etwas irritierten Nase herumwedelte (ich habe zu der Zeit noch nicht selbst genäht – nur wenn die Bude sturmfrei war und niemand sehen konnte daß ich mich an der Nähmaschine zu schaffen mache). Auch wenn die komplette Einschwärzung noch ein wenig auf sich warten lies, der „schwarze Faden“ zeigte sich schon seit meiner Kindheit immer wieder mal, daher war das Endergebnis nicht so verwunderlich, lediglich das Aufwachsen in einer beknackten Kleinstadt, in Zeiten vor dem Internet und nicht vorhandenen Transportmöglichkeiten, zögerten einige Dinge dann unweigerlich etwas hinaus.

Doch das ist jetzt auch schon ein Weilchen her.

In den letzten zwei bis drei Jahren habe ich mich etwas rar gemacht, was aber an vielen verschiedenen Dingen lag, der hinderlichste ist wohl der, daß ich – nicht wirklich freiwillig, wie ich dazu sagen muss – nun wieder in der Kleinstadt festsitze, die ich nach meinem Abitur nur zu gern verlassen hatte. Von hier aus irgendwohin schwarz weggehen ist ein halber Staatsakt – die Story vom letzten Göttertanzbesuch von hier aus wäre beispielsweise ein Roman für sich … trotzdem, manchmal hat man auch allgemein weniger das Bedürfnis nach Weggehen, oder es halten einen stressige Saisonjobs am Theater vom Besuch des Lieblingsfestivals ab – deswegen kehrt man dem schwarz ja nun nicht den Rücken, denn in den eigene vier Wänden läuft immernoch die gleiche Musik und der Kleiderschrankinhalt hat nichts vom heimeligen schwarz eingebüßt, auch wenn die Pikes einen leichten Staubfilm angesetzt haben – denn in der hauseigenen Keller-Werkstatt macht man sich logischerweise eher selten die Mühe, zu Kajal und Toupierkamm zu greifen.

Halbwegs aktuell - April 2015

Halbwegs aktuell – April 2015

Was mich immer in der Szene gehalten hat, war – natürlich neben der Musik, die Leute. Selbst wenn es immer wieder bunte Ausnahmen gab und sicher weiterhin geben wird, welche die sprichwörtliche Regel bestätigen, so ist die Wahrscheinlichkeit, in der Szene auf Leute zu treffen, bei denen die Wellenlänge im Weitesten die Gleiche ist, einfach doch um einiges höher. Bei meinem ersten, richtigen Schwarzclub-Besuch gab es dieses überwältigende Gefühl des „Daheim-angekommen-seins“, und dieses Zuhause wurde im Laufe der Jahre dann auch mit immer mehr Leuten angefüllt, die man sehr wohl als die eigene schwarze Familie bezeichnen kann und mit denen man nicht selten sehr tiefe und tolle Freundschaften entwickelt hat.

Man sollte natürlich nicht drüber hinwegsehen daß es auch in der Szene Idioten und Arschlöcher gibt und daß sicher nicht alle neueren Entwicklungen zum Guten hin sind, doch als generelle Wohlfühlumgebung sind mir schwarze Veranstaltungen einfach um Längen lieber, schonmal deswegen weil die ganze Grundstimmung eine völlig andere ist. Aus der dennoch auch vorhandenen Erfahrung mit handelsüblichen Diskos heraus resümiert, kann ich aber sagen daß mich allein schonmal die Musik dort tierisch nervt, und dann die kreischend-laute Habgefälligstspaß-Partystimmung – nein Danke. Dazu kommt noch allgegenwärtiges, penetrantes Balzverhalten unter Einfluß übermässigen Alkohol-Konsums, was auch gern mal in aggressiven Auswüchsen endet. Und ja, solche Episoden habe ich schon vor beinahe 15 Jahren tatsächlich live miterlebt – von schwarzen Parties kenne ich sowas in der Regel garnicht, auch Balzverhalten ist meistens subtiler und respektvoller und keinesfalls der scheinbar einzige Grund, sich in ein nächtliches Getümmel mit irgendwie tanzbar gearteter Musik zu stürzen. Es ist also nur eine logische Konsequenz, etwas zu meiden das einem nicht nur keinen Spaß macht, sondern stellenweise auch regelrecht auf den Zeiger geht. Wenns um das Thema „Party“ geht, habe ich bei normalen Leuten nicht selten schnell den Ruf weg, zu reserviert und spaßbremsig-distanziert zu sein – naja, dann ist das halt so – es macht aber doch schließlich keinen Sinn, sich durch was durchzuquälen was man im Grunde nicht ausstehen kann.

People_1714Mir sagt auch durchaus die sehr androgyne Grund-Ästhetik der Szene im Allgemeinen, ziemlich zu. Früher noch war mir das nicht so bewusst daß ich es auch formulieren hätte können, heute ist man dem eigenen Wesenskern wieder ein stückweit näher gekommen, und versteht, nach einiger Selbstreflexion auch eher, wieso die Szene ein stückweit auch zu einem sicheren Ort geworden ist. Hier ist das Überschreiten von binären Geschlechtergrenzen nicht nur eine Mode-Erscheinung, sondern für viele auch ein wichtiges Ausdrucksmittel ihrer selbst. Und da lässt man einander auch sein, wie und wer man ist. Tatsächlich ist der Großteil meiner Freunde und Bekannten irgendwo in der queeren Buchstabensuppe verortet, alle auf ihre eigene Art – und allein schon der Austausch persönlicher Geschichten und Ansichten ist ziemlich spannend, im Alltag gestaltet sich sowas weit schwieriger, bin ich ja selbst nicht grade ein Mensch der sich mit seinen biologisch vorgegebenen Voraussetzungen so richtig identifzieren kann, ich würde auch soweit gehen daß die Szenezugehörigkeit erstmal den nötigen Freiraum für Selbsterkenntnis überhaupt gegeben hat, und an einem gewissen Punkt auch den Mut, mehr und mehr davon an die eigene Oberfläche durchsickern zu lassen – was eine immens befreiende Angelegenheit ist, wenn man eine weitere unnötige Fassade (auch wenn die einem lange genug selbst nicht wirklich so bewusst war) endlich beiseite schieben kann. Diesen speziellen Freiraum sucht man im normalen Umfeld auch oft vergebens, oder man beißt auf verschiedenst geartetes Gestein …

 

Wie schon angedeutet – Kritik kann man auch an der Szene genügend loswerden, und nicht alles was „schwarz“ ist, ist deswegen auch jedergrufts Freund, in diesem Umfeld. Letztenendes treiben sich überall nur Menschen herum, ob man sich weiterhin da zuhause fühlt, oder weiterziehen möchte, ist die Entscheidung eines jeden selbst, angebrachte – oder auch manchmal weniger passende – Kritik hin oder her, das Feld zu räumen würde mir nie in den Sinn kommen, auch nicht dann wenn ich mich mal rar mache – schwarz bleibt nämlich schwarz!

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Neujahrs-Gewinnspiel – und ein blöder Jahresrückblick ;)

Hoppla – schon wieder ein Jahr vorbei? Wie konnte das passieren …

Und da sitzt man nun vor dem Bildschirm und fragt sich, wo das letzte so schnell denn nun wieder hingekommen sein mag …

Muss man da schon wieder einen Rückblick schreiben? Nun, müssen – sicher nicht, aber wisst ihr was – ich tue es dennoch!

Wie auch im Jahr davor ist zum schönen, altmodischen Bloggen einfach keine Zeit übrig geblieben, für dieses Jahr nehme ich mir schonmal vor, etwas öfter den Staub von diesem alten Ding abzuklopfen. Und so geht es gleich mal mit einem Gewinnspielchen in die Vollen.

Eigentlich geplant zum 1000sten „Like“ der Facebook-Seite des Zeitreisenden Nähkästchens, wird jetzt aus einfach nachvollziehbaren Gründen eine Neujahrs-Verlosung draus.

Und zu gewinnen gibt es den nachfolgend abgebildeten Mühlsteinkragen aus violetter Baumwolle, mit reichlich schwarzer Spitze und einer gestickten Bordüre aus vierblätterigen Kleeblättern – die dem/der Gewinner/in im neuen Jahr ordentlich Glück bringen sollen!

Zur Teilnahme habt ihr dazu zwei einfache Möglichkeiten:

Der Facebook-Seite des Nähkästchens ein „Like“ verpassen (wenn nicht sowieso schon passiert)

– dort den Post mit dem Bild auf dem eigenen Profil teilen – öffentlich sichtbar (sonst kann ich den geteilten Beitrag nicht sehen – als Nachweis daß geteilt wurde)

– optional: lasst mir ein paar Grüße auf meiner Seite da 🙂

Alternativ – für die Facebook-losen:

— weiterpetzen auf eurem eigenen Blog

– und dann hier kommentieren mit Link zu betreffendem Beitrag.

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Soviel zum „wirksamen“ Teil – jetzt kommt die lange Textwüste. Aber keine Sorge, es gibt auch Bildchen 😉

Tja, was ist passiert im letzten Jahr.

Einiges. Und wenig. Klingt komisch, ist aber so. Eins der absoluten Highlights war unbestreitbar der London-Trip im April, den ich vor allem Vicktoria zu verdanken habe – und nochmals an dieser Stelle lieben Dank dafür, ich denke immer wieder gern dran zurück und freue mich auch jetzt noch darüber 🙂 – was wir da so alles gemacht haben, kann man sogar im Blog nachlesen.

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Blaue Kiste am Earl’s Court

Danach folgten knapp vier Monate saisonaler Job am hiesigen Theater – den Luisenburg Festspielen. Natürlich im Kostüm. Also, in der gleichnamigen Abteilung, nicht komisch angezogen (wobei das natürlich immer im Auge des Betrachters liegt …)

Ich möchte dazu eigentlich nicht viel mehr schreiben, da man Bände füllen könnte mit Anektödchen und Geschichtchen, und nachdem ich imstande wäre, das auch zu tun, ersticke ich den Drang einfach mal im Keim, und sage – ich erzähl euch gerne mal was wenn wir uns persönlich treffen, beim WGT, oder sonstwo.

Es war auf jeden Fall eine ziemlich interessante, wenn auch teilweise harte und stressige Zeit

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Die Schneiderei auf der Luisenburg

WGT ist ein gutes Stichwort, oder bessergesagt, ein schlechtes, denn wegen oben genanntem Job fiel das, nach ganzen zehn Jahren in Folge, das erste Mal aus für mich. In diesem Jahr bin ich aber wieder dabei, und freue mich dafür umso mehr darauf!

Ein weiteres, ganz tolles Jahres-Highlight war am 24. und 25. Oktober dann die TimeLash – die erste deutsche Doctor Who Convention überhaupt. Diese fand in Kassel statt, und hätte eigentlich auch einen ganz eigenen Beitrag verdient gehabt, nur bin ich – wie zu anderen Gelegenheiten eben auch – irgendwie nicht dazu gekommen. Jedenfalls war es eine wunderbare, kleine und sehr freundlich-familiäre Angelegenheit mit tollen Gästen und einem Haufen gutgelaunter Besucher. Auch hier hatte man Gelegenheit, Leute die man sonst nur virtuell kannte, mal live und in Farbe zu sehen. Ein paar andere habe ich vor Ort garnicht erkannt – sollte sich da jemand angesprochen fühlen: es tut mir fürchterlich leid. Ehrlich. Ich bin kacke im Gesichter-erkennen und sage den Leuten meistens, sie sollen mich anlabern, da die Chancen sehr gut stehen, daß ich an ihnen einfach vorbeilaufe.

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Blaue Kiste in Kassel – und diesmal passend im 11. Doctor-Gewand

Trotzdem war die „Trefferquote“ relativ hoch an dem Wochenende, es gab einen Haufen schöner Gespräche, die oft dazu führten daß wir die Panels ganz verpassten (Memo an mich – eine Con ist kein WGT … oder? Irgendwie vielleicht doch, nur für Who-Fans, statt für Schwarzkittel. Naja, manchmal auch für letztgenannte, der Anteil anwesender Grufties war dann doch ganz stattlich), ein Cosplay-Wettbewerb bei dem ich Teil der Jury sein durfte, und bei dem wir Juristen wirklich hart geschwitzt haben bei der Preisvergabe.

Glücklicherweise wird es eine zweite Ausgabe geben, und zwar am 15. und 16. Oktober diesen Jahres – ich freu mich schon drauf und bin gespannt, welche Gäste dann (noch) eingeladen sein werden.

Amy (aber nicht "Pond") auf der TimeLash in ihrem maßgefertigten TARDIS-Kleid - vom Nähkästchen, natürlich :)

Amy (aber nicht „Pond“) auf der TimeLash in ihrem maßgefertigten TARDIS-Kleid – vom Nähkästchen, natürlich 🙂

Und natürlich darf man nicht vergessen – die Unterschlupfmöglichkeit bei BB in Kassel (schaut euch auch mal auf ihrer Seite um – es handelt sich nämlich auch um eine sehr liebe Kollegin) . Das machte das Wochenende gleich nochmal besser als es eh schon war – samt der Dreiergruppe jugendlicher Kater, die nachts nicht nur rumliegende Leute als Bett benutzten, sondern in ihrer Spielwut sogar ganze Daleks von den Tischen räumten 😀

Kater … ach bin ich heute gut im Überleitungen schreiben … ja, einen Kater habe ich nun auch wieder. Nein, natürlich nicht den von Neujahr, sondern schwarzweiß, flauschig, auf vier Pfoten und dauerhungrig.

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Findus – so heißt er – wohnte eigentlich bei den Nachbarn, doch wie das Katzen manchmal so machen, entschied er sich, das Zuhause zu wechseln. Das kürzt eine längere Geschichte jetzt zwar ziemlich ab, aber am Ende lief es eben auf das hinaus. Und in diesem Moment liegt der Flauschball, seines Zeichens Hauskatz-Maine Coon-Mischling (man beachte die winzigen Luchsohrpinselchen, die hat eine Hauskatze nämlich sonst nicht), friedlich auf dem Wohnzimmersessel und pennt.

So im Ganzen fällt auf – kein sehr „gruftiges“ Jahr, leider. Aber zum Abschluß gab es dann wenigstens doch noch einmal einen Göttertanz – nach drei Jahren Pause von meiner Seite – einerseits aus verschiedenen, persönlichen Gründen, andererseits auch oft genug unfreiwillig. Wie auch immer – es war ein phänomenaler Abend, die neue Örtlichkeit habe ich auch das erste Mal gesehen, und finde sie wirklich großartig. Viele altbekannte Gesichter aus den guten Top Act-Zeiten, aber auch komplett neue Leute, und die schöne, entspannte, freundliche Stimmung ist auch erhalten geblieben. Danke dafür, jetzt freue ich mich wieder auf die Göttertänze die da noch kommen mögen!
Für Bilder könnt ihr mal auf die Seite des Göttertanzes schauen.

Was fehlt noch?

Ach ja – Eumelchen. Wie konnte ich das vergessen …

Nach gut 15 Jahren verschlug es mich wieder zu einem alten Hobby – die Astronomie, und nach den ersten Spechtelversuchen mit der „alten“ Ausrüstung – einem Fernglas auf Stativ und mehreren Himmels-Atlanten, war klar – ein Teleskop muss (wieder) her.

Anno 1999 latschte ich noch, auf dem Weg zur totalen Sonnenfinsternis, mit einem „kleinen“90/900er Refraktor über die Schulter geworfen, und die Montierung unter den Arm geklemmt, durch Bayreuth. Mit Eumelchen, so fürchte ich, haut das nicht mehr hin – das ist nämlich etwas größer.

Aber nur ein ganz kleines bisschen.

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250/1250 GSO Dobson-Spiegelteleskop

Wirklich nur ein kleines bisschen … *hust*

Auch wenn das Wetter bislang nicht oft mitgespielt hat, und daher das gute Stück erst ganze viermal zum Einsatz kam, bin ich natürlich stolz wie Bolle auf das Teil. Also bleibt zu hoffen daß 2016 noch viele weitere klare Nächte bieten kann.


 

 

Tja, damit ist 2015 offiziell abgeschlossen.  Natürlich gibt es für das kommende Jahr wieder genug Pläne, wie WGT und die TimeLash und sicher auch andere Veranstaltungen.

Wie immer bin ich für Näh-Aufträge auch 2016 zu haben, zusätzlich werden aber auch die Shops auf Etsy und DaWanda mit fertigen Sachen weiter bestückt. Schaut einfach auch da mal vorbei, sagt es weiter, abonniert die Shops … auch ein kleiner Klick hilft dem Nähkästchen weiter 🙂

Ein wenig neues Gebiet betreten wir, indem einige Sachen auch zum Leih verfügbar sein werden – also nicht nur, wie bis jetzt nur für Models und Photographen die ich schon kenne, sondern offiziell gegen Leihgebüren. Wer sich das ansehen mag, sollte sich mal mein Profil auf Wishrent ansehen – da wird natürlich auch noch aufgestockt.

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Bild: Hadie van Bilderflut Model: Mimi Geißler

Für Fragen und Anregungen bin ich natürlich jederzeit offen – scheut euch also nicht, mir zu sagen, falls ihr etwas besonderes haben möchtet, oder sehen wollt. Vermisst ihr gewisse Farben, Größen oder Modelle in den Shops? Habt ihr Verbesserungsvorschläge?

Und wenn jemand gute Gelegenheiten hat, Flyer an den Mensch bringen zu können und auch zu wollen – Nachricht genügt, egal über welchen Kanal, ich schicke euch gerne welche zu oder nutze die Gelegenheit natürlich auch auf Veranstaltungen, bei denen ich selbst da bin, welche abzuwerfen (danke an der Stelle an Hannes für die spontane Auslage beim Göttertanz 🙂 )

Weiterhin sitze ich immernoch auf meiner Dauerbaustelle – der Homepage des Nähkästchens. Die soll heuer auch endlich mal angegangen werden. Also auch im kommenden Jahr viel zu tun, auch wenn es erstmal nach nicht so viel aussieht.

Der Blog soll ebenfalls wieder etwas häufiger genutzt werden, nicht nur für die üblichen Veranstaltungsberichte, sondern auch für Einblicke in die Werkstatt des Nähkästchens und was hier so alles entsteht. Vergesst den Blog also bitte nicht und schaut einfach mal wieder vorbei!

Ich hoffe natürlich auch, die Photoaktivität wieder etwas steigern zu können – meine eigene Photo-Seite kommt oft immer etwas kurz, zum Urbexen muss ich auch mal wieder kommen, und mit Leuten habe ich im vergangenen Jahr leider nur bei einem Shooting arbeiten können – dafür mit wirklich schönen Ergebnissen, denn Hika, eine liebe Kollegin vom Theater, wollte Gewand von mir gemacht, vor meiner Kamera ausführen.

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Danke dafür 🙂 – auch wenn ich noch ein paar Bilder schuldig bin zu bearbeiten ..

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein tolles, granatiges 2016 – haut anständig rein, habt Glück und Erfolg und alles was ihr euch noch so wünscht – und clear skies für die gleichgesinnten Astronomen, gut Licht für die Photo-Kollegen und alles was sonst noch so fehlt 🙂

Gothic Friday Dezember – Subkultur in eurer Stadt

Das Jahr 2011 ist nicht mehr, und damit nimmt auch das „Gothic-Friday“-Blogprojekt, das viele interessante Themen und Artikel zu eben jenen hervorbrachte, ein Ende .

Das Dezember-Thema wurde per Vorschlag der Teilnehmer und Leser und anschließender Abstimmung darüber entschieden.
So machte – wenn auch knapp – die Vorstellung der Subkultur in der eigenen Stadt respektive Region das Rennen.

Seit guten 11 Jahren lebe ich in Bayreuth. Eine kleine Stadt die wohl am Bekanntesten für die alljährlichen Wagner-Festspiele sein sollte. Doch auch in den Kreisen der schwarzen Szene ist Bayreuth ein nicht gerade unbeschriebenes Blatt.

In den 90ern gab es hier den szene-berühmten Club „Etage“, von dem ich leider nur von Geschichten gehört habe, denn das war dann ein paar Jährchen vor meiner eigenen Zeit als Bayreuther.

Wenn man jedoch von Bayreuth über die B303 gen Fichtelgebirge fährt, so liegt auf dem Gelände eines Schrotthändlers der eigentlich hauptsächlich Autoteile besitzt, gut von der Straße aus sichtbar eine große, schwarz gestrichene Platte auf der in kantigen, pinken Buchstaben gut lesbar „ETAGE“ steht. Ein Überrest des Clubs? Mal sehen ob sich dem nachgehen lässt …

Bilder aus der alten Etage gibt es im Netz wenig zu finden, lediglich folgende Impressionen konnte ich ausfindig machen:

http://www.wuff.net/claudia/etage/index.html
http://www.wuff.net/claudia/etage/etage.html

„Goethes Erben“ und „Das Ich“ formierten sich hier, ab und an steht Oswald Henke im Supermarkt vor einem an der Kasse an. Die Plattenlabels „Danse Macabre“ (Bruno Kramm) und „Etage-Music“ (Jochen Schobert) sind in der bayreuther Region ansässig.

In Bayreuth wird man gelegentlich sogar von Normalvolk auf der Strasse angesprochen (sofern diese im „richtigen“ Alter sind) ob man die alte Etage gekannt hatte – zuletzt geschehen am Bahnhof als eine Dame erst minutenlang auf die Spitzen meiner Pikes starrte um mich schließlich dann doch anzusprechen.
Daraus wurde dann ein angeregtes Gespräch bei dem sich herausstellte daß die Dame zu Etage-Zeiten wohl bei einem Taxi-Unternehmen gearbeitet hatte das direkt beim Club sein Büro hatte. Und an Abenden mit wenig Betrieb sei man in die Etage hinüber gegangen um ein wenig mit den Grufties zu feiern. Überhaupt fand sie daß diese Leute ausnehmend freundlich und offen seien und sie sich sehr freut daß ihre jugendliche Tochter auch immer mehr in diese Richtung gehen würde.

Der erste schwarze Club den ich in Bayreuth betreten habe war das „ID2“. Das knappe Jahr in dem dieser Club so irgendwie überlebt hatte war eine tolle Zeit, entsprechend weh getan hatte sein Ableben, und den allerletzten Abend dort vergesse ich auch sicher nicht – dieser allein würde Stoff für einen eigenen Artikel bieten.
Zu der Zeit war die Kneipe mit dem schön-gruffelichen Namen „Fledermaus“ auch ein willkommener Treffpunkt für allerlei Schwarzgewandete. Leider wechselte die ziemlich häufig den Pächter, stand mittendrin mehr oder weniger lang leer.
Die eine oder andere Nacht sind wir da drin versumpft, haben mit dem damals aktuellen Inhaber (der meines Wissens erste und einzige Grufti der die Fledermaus bewirtschaftete – man kannte sich *hust*) die Tische weggerückt um Platz zum Tanzen zu haben bis die Sonne aufging.

In einem Anfall von Nostalgie wäre ich gern wieder mal hingegangen, doch sowie ich gehört habe heißt der Laden nun „Stereo-Bar“ und ist mehr Anlaufstätte für Publikum ganz anderer Art. Sehr schade, das historische Kellergewölbe und die Fledermaus-Lampen (die keineswegs kitschig waren sondern richtig stilvoll designt) waren perfekt …

Scheint als wäre nach dem Jahrtausendwechsel Bayreuth kein allzu gutes Fleckchen mehr für schwarzes Volk. Ein weiterer Club hielt sich ebenfalls nicht sehr lange. Dann war es eine Weile sehr still.

In etwa zeitgleich mit dem ID2 entdeckte ich das Top Act in Zapfendorf, ein beschauliches Nest irgendwo mitten im fränkischen Hinterland, trotzdem hält sich der Laden schon recht lange.
Es gibt eine große Zahl an schwarz-genre-sortierten Veranstaltung, angefangen von der „Dienstältesten“ – der La Nuit Obscure – die einmal quer durch alle schwarzen Stile führt. Im Lauf der vergangenen Jahre wurde das Konzept – je nach DJ – mal mehr und mal weniger eingehalten.
Daneben gibt es mehr batcave-lastigere Abende, mehr Elektronischere. Neben Metal-Abenden gab es auch schon Goa-Parties.
Einige Party-Konzepte wurden im Lauf der Jahre aufgegeben, andere kamen hinzu. Neben dem etablierten 80er-Abend (der aber nicht ganz so häufig auf dem Terminzettel steht) ist zuletzt mit der „Wave to the Past“ eine musikalisch hochgradige Veranstaltung dazu gekommen die auf allerlei Altes setzt – von echten Klassikern bis hin zu mehr oder weniger neuen Projekten die an den 80er Sound anknüpfen.

Auf keinen Fall vergessen sollte man den „Göttertanz„, welcher Vierteljährlich veranstaltet wird. Mit ca 10 Euro Eintritt eine etwas teurere Geschichte, aber die wird durch Begrüßungssekt und durchgehend Buffet wieder relativiert. Musikalisch wird hier alles abgedeckt was das schwarzromantische Herz gern hört – von Pagan Folk über Ritual, Neofolk, Heavenly Voices, Neoklassik und alles was noch dazu gehört. Die Gäste geben sich bei Gewand und Make-Up meist sehr viel Mühe und so ist diese Veranstaltung auch schon lange zu einem Treffpunkt für die Rüschenfraktion geworden 😉

Neben Zapfendorf bin ich auch gerne mal in Nürnberg unterwegs, wegen der Strecke (die mit einer Stunde Fahrtzeit zwar noch im Rahmen ist, aber dennoch eben eine ganze Stunde ist …) kommt das aber nicht ganz so häufig vor.
Zugegeben, wochenends Weggehen ist im letzten Jahr deutlich zurück gegangen bei mir, und bis zum Sommer schätze ich auch daß sich da erstmal nicht viel mehr tun wird …

Jedenfalls, das Cult bietet einmal im Monat die „Grey Area“ – eine musikalisch sehr feine Geschichte mit allerhand schwarzen Klassikern, etwas Neofolk und recht viel aus dem Umfeld des waschechten Industrials.
Der Club selbst ist eine eher überschaubare, alte Industriehalle mit kargem Charme, etwas abseits gelegen. Passend zum musikalischen Angebot. Veranstalter ist der Verein XHPonozon der auch feine, und spezielle Geschichten wie die „Waid Noises“ (hier mein Artikel zur letzten Veranstaltung) und „1654 The Cave“ organisiert – welche auch eine etwas längere Anfahrt lohnend machen da Location (eher im letzteren Fall – eine Burgruine mitten im Nirgendwo) oder das Programm an sich meilenweit vom schwarzen Mainstream entfernt ist.
Um schwarzromantische Bälle handelt es sich hier aber nicht, die aussergewöhnlichen Locations verlangen nach manövrierbarerer Montur da man sich erstmal durch ein wenig Natur durchschlagen muss, dafür ist man aber relativ abgeschieden – was auf eine kargere Art wieder sehr romantisch ist.
Der letzten Cave fielen beispielsweise ein Paar meiner Pikes zum Opfer *schnöffz* weil um 3 Uhr in der Nacht über der Ruine ein übler Gewitterschauer niederging der erhebliche Mengen Wasser durch die eh schon löchrigen Sohlen meiner Pikes trieb …

Ebenfalls einmal im Monat – üblicherweise an einem Freitag – findet die „We want Revenge“ im Cult statt – viel Wave und Postpunk, gepaart mit Indie. Eine ganz schöne Mischung bei der man sich sozusagen an der Tanzfläche fest-„saugen“ 😉 kann. Leider war ich nur ein paarmal da – Freitags sind längere Wege zu Parties derzeit für mich etwas ungünstig.

Ausgesprochen fein ist auch die Depeche Mode Party auf der Mississippi Queen in Nürnberg. Bisher war ich nur einmal da, das Unterdeck war brechend voll und ich war stellenweise sogar mit platzsparendem schwarzen Anzug und Jasons irgendwie im Weg – aber das Schiff hat was als Veranstaltungsort und kommt faste in wenig steampunkig rüber, die Musik war grundgenial ausgewählt. Leider kein billiges Partyvergnügen dank hoher Eintritts- und Getränkepreise, aber doch recht aussergewöhnlich.

In Bayreuth selbst ist – wie gesagt – nicht mehr ganz so viel los wie noch in den 90ern zur Zeit der Etage.

Für einen Kneipenbesuch bietet sich immer das „Kanapee“ an, eigentlich eine Metaller-Kneipe. Obwohl nicht meine Musiksparte bin ich immer ganz gern dort gewesen – neben günstigen Preisen hat die Örtlichkeit einen sympathisch-trashigen Charakter.
Zugegeben, ich bin schon lange nicht mehr dort gewesen, früher aber hatten wir einige sehr amüsante Abende in dem Laden verlebt.

Die „Rosenau“ ist berüchtigt für Studentenparties denen man als Mensch mit Vorliebe für schwarze Klamotten freiwillig nicht unbedingt gern nahe kommt. Zu meiner Studenten-Zeit hab ich das ein-zweimal über mich ergehen lassen, dann war aber auch Schluß. Abgesehen vom sozialwissenschaftlichen Experiment wie angesoffene BWL-Studies auf Gruftdamen in Netzstrümpfen reagieren. Das Ergebnis war teilweise amüsant, teilweise niederschmetternd für die Bunt-Fraktion. So hat ein Security einen besoffenen Typen vor die Tür gesetzt der nicht verkraften konnte daß ich kein Interesse an ihm hatte, egal was er vorzubringen wusste.

Seit etwa 2006 findet dort aber am letzten Freitag im Monat die „Deuxieme Etage“ statt, die vom gleichnamigen Verein veranstaltet wird.
Der Name ist selbstredend eine Anspielung auf die berühmte Etage der 90er, musikmässig wird auch hier alles an schwarzen Stilen angeboten. Zweimal im Jahr auch mit Unterstützung der „Metal Time Bayreuth“.
Musikmässig hat sich in letzter Zeit einiges zum Guten gebessert und ich hoffe der Trend hält an 😉 – selbstredend sind die Veranstalter auch hier immer ein gewisses Maß abhängig von den Besuchern wenn man die Party halbwegs halten will, von daher spricht es auch für das Publikum daß anständige Musik nicht mehr kritisch beäugt wird sondern durchaus auch Leute auf die Tanzfläche lockt.
Abgesehen davon bin ich in wenigen Autominuten dort (und sollte es sein müssen auch wieder weg) und „man trifft sich“ sozusagen immer wieder dort, was die Atmosphäre inzwischen ganz familiär macht, besonders auch weil man mit den DJs beim Luftschnappen auch immer mal nett quatschen kann.

Dem geschichtlich interessierten Grufti bietet Bayreuth auch eine ganze Menge. Die Stadt hat eine Reihe sehenswerter Bauten aus dem 18. Jahrhundert die zum Großen Teil von der Markgräfin Willhelmine erbaut wurden – allen voran die imposante barocke Oper.
Auch das Neue Schloß in der Stadtmitte ist sehr interessant – hier erfährt man in einer Führung durch den jüngsten Trakt – den italienischen Bau – was es mit dem „Bayreuther Barock“ auf sich hat.
Unweit des zugehörigen Hofgartens befindet sich das „Haus Wahnfried“ in dem Richard Wagner gelebt hat und nun ein Museum rund um Leben und Wirken des Komponisten. Unweit davon findet man sein Grab.
Ebenfalls in der Nähe befindet sich das Freimaurer-Museum , dessen Gebäude auch der Hauptsitz der bayreuther Freimaurer-Loge ist.
Bei einer Museumsnacht habe ich dieses Museum besucht und danach eine philosophische Einführung ins Freimaurertum im Versammlungsraum angehört. Es war ziemlich interessant, die Leute sind recht offen und freundlich, und waren von unseren historischen Klamotten auch recht angetan 😉

Unter dem imposanten, alten Backsteingebäude der Bayreuther Bierbrauerei befindet sich der Zugang zu den Bayreuther Katakomben die vermutlich bis ins 16. Jahrhundert zurückdatieren und in den folgenden Jahrhunderten immer weiter ausgebaut wurden.
Führungen gibt es nach Absprache, in den rund 60 Minuten erfährt man viel Geschichte(n) rund um den wahren „Underground“ der Wagner-Stadt *g*

Etwas ausserhalb befindet sich die Eremitage – ein weitläufig angelegter Park mit Wiesen die im Sommer perfekte Kulisse für Schwarzromantiker-Picknicks sind. Der sogenannte Sonnentempel mit einer vergoldeten Statue des Apoll im Streitwagen auf dem Dach, fasziniert durch die funkelnde Fassade die mit unzähligen Halbedelstein-Splittern besetzt ist.

Ebenfalls etwas ausserhalb in Donndorf steht das Schloß Fantaisie, das ebenfalls mit einem weitläufigen Park aufwarten kann.

Mit einer halben Stunde Fahrtzeit von Bayreuth weg ist Sanspareil zwar etwas weiter weg, aber dennoch ein lohnenswertes Ausflugsziel. Das Gelände wurde als Felsenlandschaft konzipiert, Herzstück ist die kleine Felsenbühne die im Sommer bespielt wird und auch bei Tageslicht wegen der fast schon unwirklich anmutenden Felsformationen sehenswert ist.

Bei Führungen die durch einige Bauten der genannten Örtlichkeiten angeboten werden, erfährt man hier sehr viel über die Mythologie die die Erbauer hier in Stein umgesetzt haben – im Gegenzug zu manch moderner Architektur stecken hier viele antike Legenden in den Verzierungen und Gesamtkonzepten – was dem an Symbolik interessierten Grufti sicher auch gelegen kommen wird 😉

So habe ich schon etliche Freunde und Bekannte durch die genannten Museen und Parks geschleppt – meist selbst in Gewandung – neben einem gewissen Wohlfühlfaktor hat das den zweiten Vorteil daß man gelegentlich auch mal den Eintritt spendiert bekommt als Anerkennung für den Rausputz-Aufwand 😉

So, das war nun mein kleiner Einblick in das was die Bayreuther Gegend an Subkultur und ergänzendem Geschichtsprogramm welches – wie ich hoffe – auch auf schwarzes Interesse stoßen sollte.

Sofern das den einen oder anderen jetzt neugierig auf Bayreuth gemacht haben sollte – ich bin immer wieder gern bereit Gäste durch die einheimischen Sehenswürdigkeiten und Museen zu schleppen 😉 – und selbstredend auch live und in schwarz das regionale Dunkelclub-Leben vorzustellen.

Tournüren-Treffen in der Eremitage

Je älter man wird, umso schneller scheint die Zeit zu rasen – da wars doch erst September, und damit Schulbeginn, und jetzt ist das Jahr schon wieder so gut wie rum.
Doch auch blogtechnisch ist einiges liegen geblieben, Grund genug das jetzt in den Ferien mal nachzuholen.

Inzwischen ist nicht nur der Winter-Göttertanz schon wieder vorbei – den ich wegen des ungünstigen Termins nicht mal besuchen konnte – auch der Herbst-Göttertanz lag bis jetzt noch unkommentiert in der Warteschleife.

Als Anreiz für die weiter gereisten Herrschaften haben wir den Plan gefasst, die Göttertänze mit ein wenig Rahmenprogramm zu versehen. Im Sommer haben wir zu diesem Zwecke ein kleines Picknick in der Eremitage veranstaltet. Der Rahmen blieb mit rund zehn Teilnehmern zwar klein, aber gemütlich. Die ursprüngliche Idee, in größerem Stil dafür die Werbetrommel zu rühren wurde danach auch wieder verworfen, denn erfahrungsgemäß leidet mit steigender Teilnehmerzahl der Wohlfühlfaktor, also werden wir auch in Zukunft die Sache klein genug halten um sich angenehm unterhalten zu können. Denn das war der zweite Hintergedanke, da man im Club selbst nicht unbedingt so gut ins Gespräch kommen kann.

Sommer-Picknick

Auch für den September-Termin war ein Picknick geplant und sogar eine Fahrt mit einer historischen Dampflok. Für Ersteres war dann leider das Wetter zu schlecht, sodaß wir einen Tisch im Schlossgasthof der Eremitage reservierten und uns da zusammenfanden.

Eremitage Herbst

Natürlich versteht sich von selbst daß keine hingebungsvolle Nähtante eine Gelegenheit auslässt die großen Gewänder aus dem Schrank zu holen, und so hatten wir uns einheitlich auf Tournüren geeinigt. Daß das bei den übrigen Cafe-Besuchern auffiel braucht man eigentlich auch nicht mehr zu erwähnen 😉 – und wir hatten freilich auch unseren Spaß.

Eremitage Herbst

Später setzte der Regen dann zum Glück für ein Weilchen aus, und wir konnten den eigentlich geplanten Spaziergang durch die Eremitage doch noch gar wagen.
Und wie es der Zufall so wollte rauschten wir natürlich wieder einmal in eine Touristen-Gruppe die daraufhin erstmal fast vollständig die Knippsaparate zogen und uns danach mit den üblichen Fragen nach unseren Klamotten bombardierten – ob wir einen Auftritt hier hätten, welche Tracht das sei die wir da trügen … und oft hört man auch hinter vorgehaltener Hand murmeln daß man sich früher in den Klamotten ja nicht hinsetzen konnte, was man am besten mit dem demonstrativen Niederlassen auf dem nächsten Sitzmöbel kontert 😉

Eremitage Herbst

Ansonsten konnten wir ungestört flanieren. Nur unsere langen Röcke haben auf dem gut durchgeweichten Boden etwas gelitten, zum Glück war es aber nichts was mit einer Wäsche nicht zu beheben gewesen wäre.

Eremitage Herbst

Und da es offenbar ein ungeschriebenes Gesetz ist daß Schwarzromantiker-Treffen immer mindestens einen Photographen dabei haben, der dann auch seine Ausrüstung bei Hand hat, gibt es auch von dieser Aktion wieder richtig schöne Bilder, wie besipielsweise dieser „Bürzel-Vergleich“ 😀 .

Eremitage Herbst

Vielen Dank dafür an Michael Decker (inspire-mind.de) , der auch bei der Führung über den Friedhof am WGT 2010 mit Kamera dabei war.
Bis auf das Bild vom Sommer-Picknick zu Beginn dieses Artikels sind alle gezeigten Bilder hier von ihm.
Mehr davon und größer kann man diese auf der Homepage von Rebecca – seiner Freundin – ansehen, und zwar genau hier.

Der nächste Göttertanz-Termin wird dann Ende März sein, und wir hoffen daß wir dann wieder ein kleines Treffen vorher organisieren können. Je nach Wetterlage und Anzahl unserer Gäste – konkret ist derzeit noch nichts geplant, aber ich hoffe doch daß sich wieder ein feiner Kreis von Freunden zusammenfinden wird. Die eingangs erwähnte Dampflokfahrt steht im Übrigen immer noch aus und wird wohl im neuen Jahr, womöglich als Göttertanz-Rahmenprogramm, auf dem Plan stehen.

In diesem Sinne freue ich mich schon auf kommende Treffen, Veranstaltungen und Festivals, sage Danke an alle die ich im letzten Jahr kennenlernen durfte und freilich auch an „alte“ Freunde für viele schöne Stunden und Erinnerungen an das vergangene Jahr.

Samhain Mondentanz in der Kreuzmühle

Etwas schade ist es zwar daß meine derzeitlichen Maßnahmen zum beruflichen Umschwung etwas den Bewegungsspielraum für Extratouren einschränken, aber glücklicherweise bringen mich besagte Maßnahmen wieder einen Schritt näher in Richtung Erfüllung eines lange schlummernden Traumes, von daher kann ich mit dem Kompromiss halbwegs leben 😉
Trotzdem hat es mich gefreut daß ich es – wen auch etwas kurzfristig bis spontan in der Planung – zum Samhain Tanz in die Kreuzmühle geschafft habe, nicht zuletzt dank einiger lieber Bekannten die noch einen Platz im Auto frei hatten. Stressig war es dennoch, doch dazu später mehr.

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Bild von Remos Homepage

Auf Veranstaltungen wie WGT und Göttertanz habe ich Remo Sorge, den Besitzer der Mühle der ebenfalls als Bildhauer tätig ist schon kennenlernen dürfen, und auch per Internet führten wir schon einige sehr gute Gespräche, in denen ich schon des öfteren auch in die Mühle eingeladen wurde, was bisher wie gesagt leider nie machbar war von meiner Seite, obwohl ich sehr neugierig auf das historische Gebäude war, besonders nachdem ich via Myspace regelmässig viele ganz tolle Bilder von den Veranstaltungen bewundern konnte.
Zu Remo’s Homepage mitsamt Informationen zur Kreuzmühle geht es im Übrigen hier lang.

Weiterhin war angekündigt daß Tom Manegold an diesem Abend nicht nur in bester Göttertanz-Art auflegen sollte, sondern diesen auch mit einer Lesung seiner Werke eröffnen wollte. Dazu hatten sich etliche liebe Freunde angekündigt die man sonst eben nur zum WGT zu Gesicht bekommt, und so war das Gesamtpaket ein perfekter Grund sich auf den weiten Weg gen Harz zu machen.

Gen Samstag Mittag, 12:30 Uhr hätte es los gehen sollen, leider verzögerte sich das durch widrige Umstände, da mein Graues mich zu meinen Bekannten fahren musste, wegen Reifenwechsel-Termin erst um 12:30 wieder zurück war, und auf dem Weg dann das Navigationsgerät völlig rumspinnen wollte. Die Vorfreude sank hier schon ein Stückchen nach unten. Gen 14:00 Uhr kamen wir am Treffpunkt an, luden eilig ein und juckelten los gen Harz. Zu Fünft in einem Opel der nicht gerade ausladend war quetschten sich drei Leute auf die wenig bequeme Rückbank – Ölsardinenfeeling pur *hust*
Nicht nur mir wurde der Gedanke sich an der nächst erreichbaren Tanke eine Buddel Schnaps zu besorgen sympathischer, denn die Fahrt war „dank“ mehrerer Umstände wirklich kein Spaß – was letztenendes auch der Insider des Wochendendes zwischen meinem anderen mitleidenden Freund und mir wurde. Umgesetzt wurde der Plan letztenendes aber nicht, auch wenn das imaginäre „Schnaps!“-Schild in meinem Hirn wirklich oft aufblinkte *seufz*

Als kleines Sahnehäubchen fand das Navigationsgerät unsere Unterkunft natürlich auf Anhieb erstmal nicht. „Waldoase“ hies die Pension in der wir einen Bungalow gemietet hatten. Und die Geschichte war wirklich sowas von im Wald daß es Bumm macht – entgegen der Nachfrage via Telefon ob wir auf dem Feldweg richtig seien der uns einige Minuten immer tiefer in besagten Wald hineinführte – denn die Antwort die alle Mitreisenden im Auto durch die Freisprechanlage sehr deutlich hören konnten lautete:“ Im Wald? Ne, da sind sie falsch!“
Die Unterkunft war an sich auch nicht allzu prickelnd, aber für eine Nacht war es OK, wenn auch auf eine skurrile Weise – ich habe schon lange keinen Betonklotzförmigen Radio mehr gesehen der gefühlt aus den frühen 80ern bzw späten 70ern stammen musste und noch einwandfrei läuft …

Stressig ging es weiter beim Fertigmachen für den Abend. Pünktlich da sein wollte man, was freilich nicht hinhaute, dafür gabs Auftakeln im Zeitstress, und das ist etwas was ich wirklich hasse. Am Ende war ich soweit beim kleinsten falschen Wort, von welcher Seite auch immer, vorwarnungslos an die Decke zu gehen – wer mich kennt weiß daß es ganz schön viel braucht um mich derart aus der Ruhe zu bringen. Nur wenn man mich soweit hat, dann knallt es meistens wirklich ordentlich.

Die ca 20 Minütige Anfahrt zur Mühle schafften wir dann zum Glück problemlos – obwohl sich zu den fünf Leuten noch drei Reifröcke gesellten und ebenfalls Platz wegnahmen.
Reichlich aufgelöst und genervt davon daß ich im Eil-Auftakeln gefühlt nur halb fertig war, trafen wir dan in der Mühle ein, um festzustellen daß ich gerade noch das Geld für den Eintritt in der Tasche hatte, weil im Stress der Umweg zur Bank völlig untergegangen war …

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Bild vom Myspace Profil der Kreuzmühle

Zum Glück wurde ab dann der Abend trotzdem absolut grandios. Unverhofft sah ich Alwa, freute mich wie doof, stürzte mich freilich gleich auf sie und freute mich noch mehr. Nachdem ich dann ein Glas Wein zur Beruhigung vor die Nase gestellt bekommen habe und von der grässlichen Anfahrt erzählt habe, ging es mir dann auch gleich viel besser. Wir fachsimpelten ein wenig über Nähtantenkram, und wenig später trafen noch mehr meiner Freunde ein, von manchen wusste ich daß sie da sein würden, von anderen nicht, und freute mich deswegen nochmal einen sprichwörtlichen Ast ab *g*
Toms Lesung haben wir daher garnicht mitbekommen, und vonwegen pünktlich da sein – Tom verspätete sich ebenfalls da er im Stau stand, wie mir Remo erzählte.

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Bild von Tuahadedana – Vielen Dank für den wunderschönen Schnappschuß!

Die Musikauswahl des Abends war ebenfalls mehr als grandios. Viel Wedelmusik, und wenn man dachte, man kann nicht mehr und muss mal ne Pause einlegen kam eine geniale Runde Wave-Klassiker. Vielen Dank dafür an Tom und den mir unbekannten DJ der sich mit ihm wohl abgewechselt hat. Es war toll, die Atmosphäre großartig, sehr freundschaftlich und herzlich, die Mühle ist sehr schön hergerichtet und mehr als perfekt für solche Veranstaltungen. Ich habe auch neue Leute kennenlernen dürfen (großes Knutsch an Annette dafür daß ich Lotta endlich kennenlernen durfte – bring ihn blos mit zum WGT 😉 – oder den nächsten Göttertanz …) und der Abend an sich wog die nervige Anfahrt dann durchaus wieder auf. Schade ist an solchen Tanzveranstaltungen nur daß man mit den Leuten so richtig quatschen auch nicht kann. So verzögerte sich auch das Verabschieden etwas, und ich hätte mich beinah noch mit Remo verquatscht, wenn nicht meine Mitreisenden schon im Auto gesessen wären und vor der Türe darauf warteten daß ich mich losreißen kann.
Die Rückfahrt zur Unterkunft war auch eher unspaßig da zig Füchse und Rehe die aus dem Wald am Strassenrand meinten über die Fahrbahn springen zu müssen, sogar eine riesige Wildsau kreuzte unseren Weg.
Viel schlafen war im Bungalow dann auch nicht drin, ich war zwar steinmüde, aber ungewohnte Betten sind bei mir nie schlaf-fördernd.

Am nächsten morgen frühstückten wir erstmal ausgiebig – und „bestaunten“ das Frühstückszimmer das mehr nach Omas Wohnzimmer aus den späten 70ern aussah – aber wenigstens waren wir fünf dort recht unter uns. Danach ging es wieder los gen Heimat – freilich wieder als Ölsardine auf der Rückbank im (P)Opel.
Doch die Rückfahrt war weitaus entspannter, so gegen 16:00 Uhr kamen wir an, ich wurde von meinem Freund (aka „Graues“) abgeholt, und endlich daheim angekommen fehlte nur noch ein Glas Wein für die nötige Bettschwere.

Fazit: die Mühle ist ein sehr empfehlenswerter Ort für stilvolle Veranstaltungen. Ich bin gerne wieder dort, nur unter anderen Rahmenbedingungen 😉 und bitte ohne *den* Stress bei der Hinfahrt. Gerne würde ich mich im Harz auch mal etwas umsehen, die können da oben ja nicht blos Wald haben *lach*

Bilder habe ich selbst keine gemacht, den Photohungrigen empfehle ich daher das Album zum Mondentanz auf dem Myspace Profil der Kreuzmühle

WGT – eine Nachlese pt.2

Hat ein wenig gedauert, zugegeben, doch jetzt kommt der zweite Teil meines WGT-Berichtes.

Sonntag. Heute gibt es 4m Reifrock, ein Ungetüm das ich bisher nie zum WGT mitgenommen habe, die kleinere Variante ist aber eh reparaturbedürftig und musste deswegen zuhause bleiben. Ich bekomme schon Bedenken wie das in der Bahn hinhauen wird, doch erfreulicherweise ist die nicht so gut besucht wie in den Vorjahren – sicher auch Dank der neu eingeführten Sonderlinie zum WGT. Als sich der Wagen dann doch etwas füllt, schaffe ich es mich soweit zusammenzufalten daß keine Beschwerden kommen – alles eine Frage langjähriger Handhabung *g* – noch dazu da wir gleich zu zweit mit Reifröcken die Bahn belegen – meine temporäre Mitbewohnerin – Annabel Lee begleitet mich und ist nicht weniger sperrig als ich.

Ihre WGT Bilder git es hier zu sehen.

Relativ spät sind wir von der Unterkunft weggekommen, auf dem Plan war Agra und heidnisches Dorf, letzteres fiel dann leider flach, aus Zeitgründen.
An der Agra – das übliche. Wieder stolpern wir von einem Objektiv ins nächste, doch Annabel Lee schießt fleißig zurück, natürlich hat sie auch ihre Kamera dabei. Gefühlt war es heuer aber zumindest an der Agra nicht ganz so schlimm mit Knippsern wie im Jahr zuvor. Aber vielleicht haben die sich an den Vortagen nur schon genug ausgetobt. Trotzdem wächst der Wunsch, endlich bis zum Bowlestand durchzukommen – dabei ignoriere ich schon ganz arrogant alles was nicht den Anstand besitzt zumindest zu fragen und laufe, mit meinen Bekannten und Freunden quatschend weiter bis ich endlich am Stand ankomme. Die Betreiber des Bowlestandes erkennen „uns“ nach all den Jahren wieder, schon beim ersten Besuch am Freitag werde ich begrüßt mit der Bemerkung daß ich heuer ja auch wieder da sei *g*

Meine Füße wollen inzwischen nicht mehr, also schnappe ich mir Gomizugami-Sama und wir suchen uns einen freien Fleck Mauer entlang des „Catwalks“, allerdings liegt es uns fern den entlangziehenden Leuten bei ebendiesem zuzusehen, wir unterhalten uns lieber in aller Ruhe. Ab und an gestört von Knippswünschen – in diesem Zusammenhang lerne ich endlich einen Photographen kennen dessen Werke ich schon öfter bewundert habe und bis auf email-Kontakt noch nie „live“ gesehen habe. Wir wechseln ein paar Worte von Angesicht zu Angesicht, sehr sympathischer Mensch.

Die Galerie von Blyg gibt es hier zu sehen:

http://www.blyg.de/concerts/wgt_2010_visitors.php

Wir warten noch ein Weilchen ab und ich lasse mich dann breitschlagen, mit zu Faith and the Muse in die verhasste Agra-Halle zu gehen. Das Glas Bowle vorher hat zum Glück einen entspannenden Effekt, dazu suchen wir uns ein Fleckchen mit möglichst viel freiem Raum und Abstand zu den Menschenmassen. So lässt sichs sogar aushalten. Nachteil ist daß wir die Band gerade mal auf Postkartengröße sehen können und so von der Show praktisch nichts mitbekommen. Das Konstante am Fleck stehen bleiben mögen die eh schon plattgetretenen Füße garnicht, und bei Cantus juckt zudem der Reifrocksaum. Unser Handgepäck wird auf dem Boden vor uns gestapelt, und vier Reifrockdamen geraten in Bewegung *g* – was einige vorbeilaufende Herrschaften wohl etwas verwirrt, aber uns wurscht, Bewegung tut gut und die Musik reißt einfach mit, auch wenn wir wie gesagt so garnichts von dem sehen können was auf der Bühne vor sich geht. Nur ist irgendwann die Luft raus und wir lassen uns wenig damenhaft auf dem Boden nieder.
Gegen Ende des Konzertes füllt sich die Halle und unser Freiraum wird ebenfalls weniger. Ich werfe den Plan, Diary of Dreams noch oder zumindest teilweise zu sehen, über den Haufen. Wie gesagt sehe ich von der Entfernung eh nichts, und nur zum Zuhören – das geht daheim in Ruhe besser. Bitte. Jungs, wenn ihr im Herbst wieder am touren seid, schaut doch nochmal in Zapfendorf vorbei damit ich euch endlich mal sehen kann *schnief*

Wir versuchen danach, nochmals eine Runde durch die Verkaufshalle zu drehen, kommen aber nicht weit und beschließen lieber noch eine Weile auszuruhen. Mit einem Glas Bowle versteht sich, und dem Okkupieren einer Bierzeltgarnitur an der Freßmeile. Da man überall Bekannte trifft, gesellen sich auch hier wieder einige zu uns.

Weiter geht es danach in den Spiegelpalast wo Tom Manegold in bester Göttertanz-Art auflegt. Der Abend fängt bombig an und geht ebenso weiter. Fatalerweise bemerke ich einen verlust an „Schwungmasse“ – der schwere Oberrock drückt die Stahlreifen zusammen und Schluss ist mit 4m Reif-Umfang *zeter* – dafür muss Zuhause eine Lösung gefunden werden.
Nur am Ende stelle ich fest daß ich wohl festsitzen werde bis mich jemand gen Unterkunft mitnehmen mag, was sich dann noch hingezogen hatte. Als ich aus dem Spiegelzelt komme zwitschern mich die Vögel an, ich bin völligst am Ende und kann kaum noch aus den Augen schauen.

Dank der nicht ganz freiwillig langen Nacht vom Vortag habe ich am Montag einige Anlaufschwierigkeiten, und entsprechend Zeitnot was das Fertigmachen anbelangt. Zusammen mit dem Umstand daß wir vom Kostümkram-Forum aus eine Führung über den Südfriedhof gebucht hatten, dessen Boden natürlich nach dem ordentlichen Regenguss in den frühen Morgenstunden auch etwas aufgeweicht ist, habe ich einen Vorsatz gebrochen und bin an diesem letzten WGT Tag nicht nur nicht mit sperrigem Rock rumgelaufen, nein, ich hab den Rock sogar gänzlich im Koffer gelassen und mich mit meinen Jasons und Röhrlhosen zufrieden gegeben. Die Tatsache daß ich eben auch schon etwas in den Seilen hänge, dämpft – neben dem bereits angesprochenen Zeitdruck – die Auftakelfreude, daher bleibt es bei der absoluten Kalkleisten-Reflexreaktion. Und ja, ihr könnt es mir glauben, das war für mich „Null Bock auf mehr“ *g*
Der Umstieg auf die Stiefel erwies sich als die denkbar beste Lösung – Schuhe putzen ist einfacher und schneller als eine Monsterrobe mit massig Unterröcken wieder sauber zu bekommen.
Ich überlege ernsthaft, für nächste Jahr wieder was mit Beinkleid einzuzpacken, wenn auch nur für den Montag. Irgendwo in meinem UFO-Haufen liegt noch ein Empire-Frack – guter Grund den mal fertig zu nähen und ihn um Weste und Hemd zu erweitern …

Mit den Anlaufschwierigkeiten bin ich aber wohl nicht grade allein, mich erreicht die Meldung daß etliche für die Friedhofsführung abgesagt haben, also gibt es freie Plätze und ich kontaktiere Robert der sich nebst Freundin der Führung auch kurzentschlossen anschließt.

Die Führung ist sehr informativ und kurzweilig, dank des unterhaltsamen Vortragsstiles unseres Führers. So vergehen die zwei Stunden recht schnell. Ich war zwar schon einmal auf dem Südfriedhof, doch die wirklich schönen Ecken an denen man tatsächlich in Erwägung ziehen könnte etwas in der Ruhe zu verweilen, sehe ich erst im Rahmen dieser Führung.
Die Führung nähert sich ihrem Ende, und neben den dunklen Wolken die inwzischen aufgezogen sind, brummelt fernes Donnergrollen. Ein Glück daß wir rechtzeitig die Tram-Haltestelle erwischen und kurz darauf in die Bahn einsteigen können, draußen gießt es nun wie aus Kübeln. Als wir an der Agra ankommen ist das schlimmste zum Glück vorbei. Nach einem Abstecher um meinen Bargeld-Vorrat aufzufüllen, treffe ich meine Freunde in der Agra Verkaufshalle wieder und schaffe es endlich, mich mal durch einige Stände zu graben, wenn auch zugegeben ziemlich halbherzig. Klamottenläden interessieren mich nicht, nur vom Zillo gibt es traditionsgemäss jedes Jahr ein Shirt mit nem guten Spruch. Als ich eines mit Einstein-Motiv finde, muss ich auch nicht weiter überlegen, welches ich heuer mitnehmen werde 😀
Bei Caleidolex finde ich ein paar Deko-Teile die sich sicher zweckentfremdet in der Frisur gut machen, dann hat es sich für mich mit Einkaufen auch schon wieder. Um nach CD’s zu suchen habe ich gerade keinen Nerv mehr, also stehe ich Alwa mit Rat und Tat zur Seite, die sich an einem Stand durch Pikes durchprobiert.

Das allgemeine Erschöpfungsniveau nimmt zu, also verbringen wir den restlichen Tag an der Agra und helfen den Besitzern des Bowlestandes, ihre Reste loszuwerden *g*
Nicht nur ich habe den Auftakel-Aufwand runtergeschraubt, aus den Augenwinkeln erkenne ich ein bekanntes Gesicht, sonst ebenfalls aufgetakelt bis in die Haarspitzen, heute ganz bequem in Shirt, Hosen und Pikes.

Trotzdem fragen ab und an noch Herrschaften nach Bildern – ich wundere mich, habe aber nicht allzu viel dagegen und bringe nicht mal den Bowle-Becher aus der Sichtlinie – Selbstironie muss natürlich auch mal sein – meinen Dank an Educatio für das herrliche Bild 😀

Es beginnt zu Dämmern, die letzten Erinnerungsphotos werden geschossen, samt herrlich-„ungruftigem“ Gealber.

Irgendwann wird es Zeit für die Blaue Stunde. Da die alte Stadtvilla nicht weit vom Agra Gelände entfernt liegt, laufen wir die paar Schritte.
Der Abend ist wie im letzten Jahr einfach grandios. Ich knipse ein wenig in die Runde, und bin sogar übermütig genug mit meinem Digiknippskasten zwei kleine Videos zu machen.
Groß zum Tanzen komme ich nicht mehr, einmal fehlt mir die Schwungmasse a.k.a. Reifrock an dem Abend, und langsam ist jegliche Energiereserve wirklich kurz vor Ende. Nur einmal lasse ich mich von Alwa hinreißen – wer kann einer solchen Tanzpartnerin auch widerstehen 😉

Ihre Photos von der Blauen Stunde gibt es hierzu sehen.

Verhängnisvollerweise überlässt mir dann eine Bekannte noch eine ungeöffnete Flasche Wein. Ein Korkenzieher ist auch schnell gefunden, nur mein ultra-chicer Plastikbecher wurde inzwischen offenbar entsorgt – auch wurscht, es ist der letzte WGT-Tag, circa um Mitternacht herum – und WGT ist ja auch nur einmal im Jahr. Dreispitz und Buddel passen immerhin auch astrein zusammen – auch wenns dann eher hätte Rum sein müssen denn Wein *g*

Dienstag früh werde ich aus dem Bett geworfen. Ich angle nach meiner Brille und stelle fest: die Welt dreht sich noch immer. Ich schaffe es irgendwie, meinen Kram gar zu verstauen, und nichts wichtiges zu vergessen, sowie das Auto mit zu beladen. Die Heimfahrt ist ereignislos, keine Staus, wir kommen gut durch.

Daheim angekommen – Auspacken wird auf den nächsten Tag verschoben, nochmal schnell Rechner anmachen um zu sehen, was sich an Nachrichten über die Tage angestaut hat, dann werde die Rollos runtergezogen damit ich auf dem Sofa noch eine Runde Schlaf erwischen kann.

Fazit: sobald die Eindrücke etwas abgesackt sind kann ich nur sagen: wieder ein sehr geniales WGT. Wenn es auch den einen oder anderen Stimmungs-Absenker gab, im großen und ganzen waren es wieder wundervolle Tage in Leipzig. Ich freue mich schon aufs nächste Jahr, da ist das 20. Treffen und ich bin gespannt darauf, was es da an Programmpunkten zum Jubiläum geben wird.

Kollateralschäden: meine schönsten Pikes haben gelitten, jetzt darf ich zwei von inzwischen drei Paaren die ich besitze erstmal zum Schuster tragen *jammer* zum Glück war das das schlimmste, staubige Röcke und ein Erdbeerbowle-Fleck auf der Ärmelrüsche meines weißen Leinenhemdes ist ein Fall für die Waschmaschine, und dazu muss ich nicht in die Innenstadt, sondern nur in den Keller.

Meine Bilder gibt es hier bei myspace zu sehen – verzeiht daß es hauptsächlich Bilder mit mir drauf, von anderen Photographen sind, meine eigene Bildausbeute ist sehr mickrig ausgefallen, und ich möchte es vermeiden, Bilder hochzuladen die andere Leute erkennbar zeigen, die das vielleicht nicht wollen.

Zwei Videos habe ich auch von der Blauen Stunde gemacht, doch die sind noch nicht bearbeitet.