Der Stand-Einstand am Strand – auf dem Biedermeier-Strandfest in Hayna

Noch beim WGT-Bericht schrub ich etwas von „neuen Erfahrungen“ – und hier ist gleich die nächste davon – nach knapp drei Jahren des selbstständigen Gewerbes in online-Form, zog es mich und mein Zeitreisendes Nähkästchen glatt mal in die freie Wildbahn. So ganz offline (in jeglicher Hinsicht) und – oh Grauen – unter Menschen!

Was das wohl werden würde, und überhaupt … man macht sich da im Vorfeld viele Gedanken, auch darüber was man mitnehmen könnte, wägt neue Sachen zum Verkauf ab und stürzt sich voller Tatendrang in die Produktion derselbigen.

Schleifchen ... Bild: Hester Thomas Photography

Schleifchen …
Bild: Hester Thomas Photography

Schon beim Online-Verkauf ist es bisweilen schwierig abzuschätzen, was die Leute so haben wollen, und tatsächlich ist es – je nach Plattform – ganz unterschiedlich. Nach dem Einen dreht sich auf DaWanda keiner auch nur ein zweites Mal um, und auf Etsy beispielsweise, verkauft man genau davon haufenweise … also abzuschätzen wie sich sowas im wahren Leben verhält, ist noch komplizierter …

Annette und ich hatten uns schon ein paarmal über einen Feldversuch mit eigenem Stand unterhalten, unter Anderem hatten wir den wunsiedlerischen Mittelaltermarkt „Collis Clamat“ schon im Auge, aber auch das „Victorian Village“ im Panometer zum WGT. Da sowas aber einiges an Vorlaufzeit braucht, kam es bislang nicht dazu – bis uns Birgit vom „Haynaer Strandverein“ fragte, ob wir Bock hätten, dort mit einem solchen Stand vertreten zu sein. Birgit kennen wir beide aus dem Kostümkram-Forum, und später traf man sich auch zum WGT regelmässig wieder.

Und da wir uns nicht um Stand-Equipment kümmern mussten oder Stellplatz-Gebühr zahlen, war die Gelegenheit eigentlich perfekt, um das Vorhaben „Offline-Verkaufen am eigenen Stand“ mal vorsichtig zu beschnuppern.

Der erse STand - fertig aufgebaut, jetzt müssen nur noch die Leute kommen. Bild: Florian Zwiener

Der erste Stand – fertig aufgebaut, jetzt müssen nur noch die Leute kommen.
Bild: Florian Zwiener

Soweit sogut, die Denkmurmel kochte ein wenig, auf der Suche nach Sachen, die sich hoffentlich gut verkaufen würden. Dabei spuckte die Nähkästchen-Werkstatt noch ein paar Hütchen und Fascinators aus, für die Jungs gab es Fliegen und Hals-Schleifen aus Jaquard und Seide, neue Blumen-Haarreifen und Kameen-Schmuck für die Damen, Mini-Capes und Rüschenkrägen wurden eingeplant und Frau Mutter beteiligte sich mit der Herstellung einiger gehäkelter Spitzen-Halsbänder.

Nur die schon zugeschnittenen und halb genähten „Unterbuxen“, a.k.a victorianische, lange Unterhosen, wollten partout nicht mehr fertig werden. Dann halt nächstesmal.

Hayna – das ist bei Leipzig, etwa 20 Autominuten stadtauswärts, und der besagte Biedermeierstrand am Schladitzer See. Da stellte sich dann plötzlich die Frage, wie hinkommen – zumindest nach Leipzig, wo Annette und Hester mir wieder einmal das Dach über dem Kopf anboten – wenn man haufenweise Hütchen und Dinge hat, aber kein Auto – Victoria fiel dann aus wegen einem Schaden an ihrem Auto, also musste ich mir was einfallen lassen.

Ein Teil der Nähkästchen-Auslage Bild: Hester Thomas Photography

Ein Teil der Nähkästchen-Auslage
Bild: Hester Thomas Photography

Montags vor dem Strandfest wurde also die Ware aus dem Lager der stahl’schen Werkstatt geräumt, katalogisiert und mit Preisschildchen versehen, und schließlich von meiner Versandabteilung – a.k.a Frau Mutter – fachgerecht in eine große Kiste verpackt, die sich dann erstmal allein auf den Weg gen Leipzig machen musste.

Mit etwas feuchten Handflächen beobachtete ich die Sendungsverfolgung – nachdem unsere gelben Freunde bei einer Lieferung zuvor schonmal richtig Mist gebaut hatte, war ich da etwas nervös, doch alles ging planmässig und die Kiste kam ganz und rechtzeitig da an wo sie hinsollte.

Es wurde also noch Kleinkram fertiggemacht, Dekoration gebastelt, ein kleiner Katalog mit Kleidern aus dem Nähkästchen gedruckt – immerhin war ich die Wochen zuvor auf Fotoshootings unterwegs, bei denen ich Kleider von mir dabei hatte, die die Damen nur zu gern vor der Kamera präsentierten, da gab es viel tolles neues Bildmaterial zu zeigen. Dinge erledigt, sich Gedanken gemacht und allgemein im Kreis gerannt. Naja, so ein „erstes Mal“ macht einen dann schon etwas nervös …

Freitag vormittag dann befüllte ich mein Köfferli mit der restlichen Ware, Dekorationsmaterial und passender Kleidung, stülpte mir meine Melone auf den Kopf und machte mich auf, per Zug gen Leipzig zu rollen.

Wir treffen alte Bekannte aus dem "grünen Forum" wieder - die Welt ist eben klein ;)

Wir treffen alte Bekannte aus dem „grünen Forum“ wieder – die Welt ist eben klein 😉

Versehentlich machte ich mich in dem Wagen breit, der in Gera stehengelassen werden sollte, und hechtete dann dort eiligst in den der weiterfahren wollte – der erwies sich als noch voller als der andere. Ich ignorierte also stoisch die Bierfahne sowie unerträgliche Musik, die beständig von meinem Nachbarn mit der tiefergelegten Hose,  zu mir hinüberwehte, und war gen 17:06 Uhr froh, aus dem Zug wieder an die frische Luft zu kommen.

Die Abendgestaltung blieb dann gemütlich, mit Animes und Katzen-flauschen.

Absinth-farbene Ohrringe Bild: Hester Thomas Photography

Absinth-farbene Ohrringe
Bild: Hester Thomas Photography

Am nächsten Tag brachen wir zeitig gen Hayna auf – der MDR wollte filmen, obwohl das Fest erst gen 15:00 Uhr losgehen sollte, fingen wir um 10:00 Uhr früh schon an, alles aufzubauen. Annettes kleines Auto war voll mit unseren Verkaufs-Sachen, irgendwie schafften wir es aber, die großen Kisten alle unterzukriegen. Ich war etwas müde, als nachtaktiver Mensch, der vormittags meist noch nicht zu einem geraden Gedankengang fähig ist, war es eine Herausforderung, auf den bereitgestellten Biertischen unter dem grünen Pavillion, eine ansehnliche Auslage mit den mitgebrachten Dingen zu fabrizieren. Dazu wollte der Wind uns persönlich ärgern – mehrere Male rannten wir unseren Artikeln hinterher, bis Hester genügend Steine am Ufer gesammelt hatte, um alles halbwegs windsicher auf dem Tisch festzunageln.

Live-Sendung vom Strand - den Link zum Beitrag gibts weiter unten. Bild: Florian Zwiener

Live-Sendung vom Strand – den Link zum Beitrag gibts weiter unten.
Bild: Florian Zwiener

Und kaum stand alles, kam schon der erste – ein älterer Herr mit Fahrrad stoppte, schaute- und hängte mir ein schier endloses Gespräch an. Ich weiß nicht woran es liegt, aber irgendwie landen sie alle bei mir – egal ob man nach Parkplätzen sucht, Programmauskunft wünscht, Annette einen Fuchsschwanz abkaufen möchte oder die Schuhgröße des durchschnittlichen, europäischen Sumpfhuhnes zu wissen wünscht – man frägt erstmal mich.

Der erste Verkauf ging dann an Annette, die im Auftrag ihrer Firma kleinere und auch ein paar größere Dinge aus Leder und Pelz dabei hatte, ich musste noch ein wenig warten, die meisten Leute waren auf Verkäufer garnicht eingestellt und hatten lediglich genug Geld für Eintritt, Kaffee und Kuchen bei sich, da blieb mir nur übrig, meine Flyer zu verteilen und auf meine Online-Shops bei Etsy, DaWanda und Palundu hinzuweisen.

Derweil auf der überdachten Bühne - Oliver Twist Bild: Florian Zwiener

Derweil auf der überdachten Bühne – Oliver Twist
Bild: Florian Zwiener

Interessant aber war, wie präsent das WGT in Leipzig auch unter dem Jahr ist, viele merkten an, mit meinen Sachen könne man sich ja aufs WGT wagen, andere gingen durchaus selbst hin, und schleichten, trotz der Beteuerung, eigentlich schon genug schwarze Dinge zu besitzen, um meine Auslagen herum. Eine freundliche, ältere Dame erzählte von ihrer elfjährigen Enkelin, die schon begeisterter „Gotik-Fan“ wäre, und ihr Taschengeld in passenden Kleidern und Schmuck anlegte, wenn sie nicht gerade Mangas las und Animes guckte. Die Dame fotografierte einige meiner Fascinators und schickte das postwendend weiter.

Während der Aufführung von „Oliver Twist“ auf der Bühne am Biedermeierstrand, wurde es sehr ruhig an den Ständen. Annette und Hester stärkten sich mit Kuchen von der gegenüber gelegenen „längsten Sammeltassenkaffeetafel“ – die wirklich sehr schön aufgezogen war, mit schöner Bestuhlung und lauter einzelnen Exemplaren besagter Sammeltassen. Im Gegensatz zu den Damen, die vom beständigen Blick auf den Kuchen, vom süßen Essen nicht genug kriegen konnten, führte das bei mir eher dazu, daß ich Hunger auf eine anständige „Worschdsemml“ bekam, doch auch der Imbiß-Stand etwas weiter unten, hatte nicht das was ich mir unter einer gepflegten „Worschdsemml“ so vorstellte.

Annette und Adrian am Stand

Annette und Adrian am Stand  Bild: Florian Zwiener

Dann war das Theaterstück auch schon aus, und endlich strömten wieder Leute an den Ständen vorbei – die freundliche ältere Dame mit ihrer Gotik-Fan-Enkelin kam nochmal vorbei und kaufte mir einen schwarz-silbernen Fascinator als Mitbringsel für die Kleine ab.

Ich wurde eine rote Jaquard-Schleife und ein paar Ohrringe los und freute mich über meine ersten Verkäufe.

Und dann war es bereits Zeit, alles wegzupacken. Nicht ohne die Nachzügler, die trotz allem noch zum schauen kommen wollen, aber das kennt man auch von der „anderen Seite“ gut genug – wenn man selbst gerade in den Einpackvorgang bei Märkten reinplatzt, aber noch was interessantes sieht.

Annette hat auch viele tolle Sachen dabei.

Annette hat auch viele tolle Sachen dabei.

Recht zügig war alles verstaut und in Annettes „Rennsemmel“ untergebracht, der letzte Programmpunkt des Abends war dann der „Biedermeier-Gesellschaftsball“, den Iris anleitete. Die Damen wechselten von schlichter bürgerlicher Kleidung auf farbenfrohere Abendgewänder, und dann ging es erstmal Richtung Ufer für ein paar gestellte Tanz-Bilder, bevor die eigentliche Action losging.

Historische Tänze sind nicht immer sonderlich schweißtreibend, doch gerade gen Ende des etwa zweieinhalb-stündigen Ball-Betriebes, packte Iris ein paar ziemlich schnelle Dinger mit reichlich Hüpferei aus, bei der nicht nur mir richtig warm wurde – eine dumme Bewegung später erinnerte ich mich wieder etwas unangenehm daran, daß ich mir einige Tage zuvor einen Muskel im Oberschenkel verrissen hatte … aber so mitten im Tanz bleibt einem dann auch nichts anderes übrig als Arschbacken zusammenkneifen und einfach weitermachen – ausserdem waren die flotteren Tänze viel zu spaßig, um dann wegen sowas aufzuhören 😉

Der Biedermeier-Ball Bild: Florian Zwiener

Der Biedermeier-Ball
Bild: Florian Zwiener

Der Ball wurde im Inneren des Bühnen-Pavillions abgehalten. Ein wirklich sehr liebevoller und detailreicher Bau mit Holz-Häuschen für alles notwendige. Als Kulisse hat man im Hintergrund den Schladitzer See – besonders bei Sonnenuntergang gibt das einen besonders malerischen Anblick ab. Daß sich der Strandverein damit richtig viel Mühe gegeben hat, sieht man auf den ersten Blick.

Gegen 22:00 Uhr kamen wir dann wieder bei Annette an, ließen die Kisten für den nächsten Tag natürlich gleich im Auto, und hauten uns wenig später dann auch aufs Ohr.

Da wir am Sonntag  nicht so früh vor Ort sein mussten, schliefen wir aus, machten frühstück und warfen uns dann gemütlich in Schale. Ich hielt mich ein wenig britisch – mit Melone, Kniebundhose und Kniestrümpfen, samstags noch schwarzweiß-geringelt, am Sonntag aber stilecht mit Rautenmuster 😀 – Annette und Hester trugen ihre bezaubernden, gestreiften Empire-Roben, sonntags blieb Hester daheim und Susi von „Cupid und Psyche“ schloß sich uns an – in einem sehr schönen Hausmädchen-Gewand.

Die schön aufgemachte Kaffeetafel mit den Sammeltassen. Bild: Florian Zwiener

Die schön aufgemachte Kaffeetafel mit den Sammeltassen.
Bild: Florian Zwiener

Der Stand war zügiger aufgebaut, wir wussten ja schon in etwa was wir wo hinlegen wollten. Annette bekam dann auch bald einen begeisterten Stamm-Kunden, der erst ausgiebig alle Pelz-Bommeln untersuchte, und schließlich die Waschbären-Pfote fand – ganz zum Mißfallen seiner Mutter …

Die gab schließlich dann doch nach, was dazu führte daß bald der ganze Festplatz von seiner neuen Errungenschaft wusste 😉 .

Bei mir gingen noch einige Ohrringe mit Kameen über den Ladentisch, ansonsten fiel der zweite Tag deutlich umsatz-ärmer aus. Wie vorher schon erwähnt, waren viele Leute einfach nicht auf die Anwesenheit von Ständen gefasst – was aber kein großes Problem war, denn beim ersten Stand kann mans ruhig angehen lassen, und ich werde beim nächsten mal auch ein paar andere Dinge mitnehmen, mehr als einmal wurde ich beispielsweise nach weißen, historischen Häubchen gefragt – die ich tatsächlich bei den Vorbereitungen noch in Betracht gezogen hatte, aber dann – entschied ich mich anders. Wie ebenfalls gesagt, ist es nicht einfach, einzuschätzen, was gefragt ist und was nicht, wenn man das Publikum so garnicht kennt.

Die längste Sammeltassenkaffeetafel Bild: Florian Zwiener

Die längste Sammeltassenkaffeetafel
Bild: Florian Zwiener

 

Ein paar Auftrags-Anfragen habe ich noch mitgenommen – ein Glück daß ich wenigstens noch daran gedacht hatte, meine Maßbänder einzustecken, denn für ein Korsett konnte ich vor Ort dann schonmal Maße mitnehmen.

Und so ging auch das Strandfest zuende, und wir packten das letzte Mal ein.

Die Pavillions wurden abgebaut und alle halfen zusammen, die Biertische noch wegzuräumen – schnell wurde es dann leer. Wir plauderten noch mit Iris und ihrem Mann, begutachteten noch das eigens eingerichtete „Biedermeier-Zimmer“ und verabschiedeten uns dann.

Das Biedermeier-Zimmer - mit originalen Möbeln hergerichtet. Bild: Florian Zwiener

Das Biedermeier-Zimmer – mit originalen Möbeln hergerichtet.
Bild: Florian Zwiener

Da es zu spät war, sich am Sonntag abend noch auf die Heimreise zu machen, blieb ich noch einen Tag, Annette und Hester mussten zwar montags arbeiten, aber das war kein großes Problem, Annette lies mir den Schlüssel da, also schlief ich aus, packte meine Kiste nochmal ordentlich und meinen Koffer, flauschte die Katzen ausgiebigst durch (bei dem Kampfschmus-Kater hatte ich auch keine andere Wahl) und begab mich dann nochmal gen Innenstadt. So ganz ohne WGT-Trubel, mal gemütlich etwas die Läden begutachten. Doch das WGT ist ja nie weit weg in Leipzig, der erste Laden erregte nur durch einige schwarze Teile mit Nietenbehang meine Aufmerksamkeit, ansonsten wäre der Damen-Bekleidungsladen links liegen geblieben. Und tatsächlich – an einer Wand hingen ausgeblichene Bilder von vergangenen WGTs, und die Werbung für WGT-Ansichtskarten. Alles dekoriert mit Nietengürteln und diversem metallhaltigen Leder-Schmuck. Eine schwarzgekleidete Dame probierte sich auch gerade durch das Angebot an der Wand, für mich persönlich aber blieb es beim gucken, eine Jungs-Abteilung gab es nicht 😉

Fasinators

Fascinators

 

Ein paar Läden weiter – hauptsächlich Stoff-Läden  und der Saturn am Hauptbahnhof, holte ich mir an letzterem noch eine Sushi-Box und machte mich auf den Rückweg. Mii-tan, der Kampfschmuser rammte mir beim Sojasoße-in-die-Schale-kippen den Kopf so überraschend in den Rücken daß ich die Wohnzimmertisch-Auflage unwillkürlich mit ein paar Flecken dekorierte. Ich habe ihm aber nichts von meinem Fisch abgegeben, dafür gabs hinterher nochmal ausgiebige Flauschs, die dann von Annettes Rückkehr unterbrochen wurden.

Wir haben uns dann die MDR-Sendung zum Haynaer Strandfest in der Mediathek angesehen – komisch daß man auch da das WGT erwähnte, obwohl das ja nun absolut nichts damit zu tun hatte – dann luden wir die frisch gepackte Kiste ein, stoppten bei einer naheliegenden Post-Stelle, und etwas knapp aber noch rechtzeitig quetschte ich mich in den Zug heimwärts, in dem die Leute bei meiner Ankunft schon wie die Ölsardinen im Gang stramm standen. Und dann verputzte ein langhaariger Typ mit verbeulten Strohhut auch noch sage und schreibe drei (!) Subway-Sandwiches mit extra viel Zwiebeln drauf im Durchgang, kurz nach der Abfahrt …

Mehr Ohrring-Details - diese sind noch nicht verkauft worden bislang ;) Bild: Hester Thomas Photography

Mehr Ohrring-Details – diese sind noch nicht verkauft worden bislang 😉
Bild: Hester Thomas Photography

Zwei Haltestellen weiter stand ein älteres Paar auf und bot mir einen ihrer Sitzplätze an. In dem Fall nahm ich gerne an und war froh etwas im Frischluft-Durchzug zu sitzen, da mir Eau de menschliche Ausdünstung in dem Moment dann wirklich zu viel war. Und so rollte ich doch noch ganz entspannt wieder in Hof ein.

Und so ging das Abenteuer des ersten eigenen Standes zu Ende.

Verkauft habe ich nicht viel, aber das macht nichts. Leipzig ist immer einen Ausflug wert, auch weil da Annette und Hester wohnen, und ich bekanntlich die zwei unglaublich gerne hab.

Zum Strandfest komme ich auch nächstes Jahr gerne wieder, die Örtlichkeit ist richtig schön, und die Leute dort sind herzlich und voll dabei, und für historische Tänze kann man mich eh immer begeistern. Die Besucher dürften jetzt ja vorgewarnt sein, und jeder weiß sicher auch, was man beim nächsten mal vielleicht etwas anders angehen könnte. Ich werde auch jeden Fall selbst Werbung dafür machen – ich war zu beschäftigt um mich darum auch noch zu kümmern – und vielleicht mal in die Runde fragen, ob es spezielle Wünsche gibt. Vielleicht auch ein wenig passender zum Thema „Biedermeier“ einige Kleinteile herstellen.

Und damit bin ich nun gespannt was sich generell in Sachen „Stand in echt und überhaupt“ so noch tun wird – geplant ist einmal auf dem kommenden WGT im Victorian Village entsprechend anwesend zu sein, sollte es dazu kommen, werde ich diesmal rechtzeitig die Werbetrommel rühren, und auch hier gilt – wer da sein wird und bestimmte Wünsche hat – die dürfen sehr gerne auch jetzt schon genannt werden!

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Neujahrs-Gewinnspiel – und ein blöder Jahresrückblick ;)

Hoppla – schon wieder ein Jahr vorbei? Wie konnte das passieren …

Und da sitzt man nun vor dem Bildschirm und fragt sich, wo das letzte so schnell denn nun wieder hingekommen sein mag …

Muss man da schon wieder einen Rückblick schreiben? Nun, müssen – sicher nicht, aber wisst ihr was – ich tue es dennoch!

Wie auch im Jahr davor ist zum schönen, altmodischen Bloggen einfach keine Zeit übrig geblieben, für dieses Jahr nehme ich mir schonmal vor, etwas öfter den Staub von diesem alten Ding abzuklopfen. Und so geht es gleich mal mit einem Gewinnspielchen in die Vollen.

Eigentlich geplant zum 1000sten „Like“ der Facebook-Seite des Zeitreisenden Nähkästchens, wird jetzt aus einfach nachvollziehbaren Gründen eine Neujahrs-Verlosung draus.

Und zu gewinnen gibt es den nachfolgend abgebildeten Mühlsteinkragen aus violetter Baumwolle, mit reichlich schwarzer Spitze und einer gestickten Bordüre aus vierblätterigen Kleeblättern – die dem/der Gewinner/in im neuen Jahr ordentlich Glück bringen sollen!

Zur Teilnahme habt ihr dazu zwei einfache Möglichkeiten:

Der Facebook-Seite des Nähkästchens ein „Like“ verpassen (wenn nicht sowieso schon passiert)

– dort den Post mit dem Bild auf dem eigenen Profil teilen – öffentlich sichtbar (sonst kann ich den geteilten Beitrag nicht sehen – als Nachweis daß geteilt wurde)

– optional: lasst mir ein paar Grüße auf meiner Seite da 🙂

Alternativ – für die Facebook-losen:

— weiterpetzen auf eurem eigenen Blog

– und dann hier kommentieren mit Link zu betreffendem Beitrag.

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Soviel zum „wirksamen“ Teil – jetzt kommt die lange Textwüste. Aber keine Sorge, es gibt auch Bildchen 😉

Tja, was ist passiert im letzten Jahr.

Einiges. Und wenig. Klingt komisch, ist aber so. Eins der absoluten Highlights war unbestreitbar der London-Trip im April, den ich vor allem Vicktoria zu verdanken habe – und nochmals an dieser Stelle lieben Dank dafür, ich denke immer wieder gern dran zurück und freue mich auch jetzt noch darüber 🙂 – was wir da so alles gemacht haben, kann man sogar im Blog nachlesen.

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Blaue Kiste am Earl’s Court

Danach folgten knapp vier Monate saisonaler Job am hiesigen Theater – den Luisenburg Festspielen. Natürlich im Kostüm. Also, in der gleichnamigen Abteilung, nicht komisch angezogen (wobei das natürlich immer im Auge des Betrachters liegt …)

Ich möchte dazu eigentlich nicht viel mehr schreiben, da man Bände füllen könnte mit Anektödchen und Geschichtchen, und nachdem ich imstande wäre, das auch zu tun, ersticke ich den Drang einfach mal im Keim, und sage – ich erzähl euch gerne mal was wenn wir uns persönlich treffen, beim WGT, oder sonstwo.

Es war auf jeden Fall eine ziemlich interessante, wenn auch teilweise harte und stressige Zeit

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Die Schneiderei auf der Luisenburg

WGT ist ein gutes Stichwort, oder bessergesagt, ein schlechtes, denn wegen oben genanntem Job fiel das, nach ganzen zehn Jahren in Folge, das erste Mal aus für mich. In diesem Jahr bin ich aber wieder dabei, und freue mich dafür umso mehr darauf!

Ein weiteres, ganz tolles Jahres-Highlight war am 24. und 25. Oktober dann die TimeLash – die erste deutsche Doctor Who Convention überhaupt. Diese fand in Kassel statt, und hätte eigentlich auch einen ganz eigenen Beitrag verdient gehabt, nur bin ich – wie zu anderen Gelegenheiten eben auch – irgendwie nicht dazu gekommen. Jedenfalls war es eine wunderbare, kleine und sehr freundlich-familiäre Angelegenheit mit tollen Gästen und einem Haufen gutgelaunter Besucher. Auch hier hatte man Gelegenheit, Leute die man sonst nur virtuell kannte, mal live und in Farbe zu sehen. Ein paar andere habe ich vor Ort garnicht erkannt – sollte sich da jemand angesprochen fühlen: es tut mir fürchterlich leid. Ehrlich. Ich bin kacke im Gesichter-erkennen und sage den Leuten meistens, sie sollen mich anlabern, da die Chancen sehr gut stehen, daß ich an ihnen einfach vorbeilaufe.

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Blaue Kiste in Kassel – und diesmal passend im 11. Doctor-Gewand

Trotzdem war die „Trefferquote“ relativ hoch an dem Wochenende, es gab einen Haufen schöner Gespräche, die oft dazu führten daß wir die Panels ganz verpassten (Memo an mich – eine Con ist kein WGT … oder? Irgendwie vielleicht doch, nur für Who-Fans, statt für Schwarzkittel. Naja, manchmal auch für letztgenannte, der Anteil anwesender Grufties war dann doch ganz stattlich), ein Cosplay-Wettbewerb bei dem ich Teil der Jury sein durfte, und bei dem wir Juristen wirklich hart geschwitzt haben bei der Preisvergabe.

Glücklicherweise wird es eine zweite Ausgabe geben, und zwar am 15. und 16. Oktober diesen Jahres – ich freu mich schon drauf und bin gespannt, welche Gäste dann (noch) eingeladen sein werden.

Amy (aber nicht "Pond") auf der TimeLash in ihrem maßgefertigten TARDIS-Kleid - vom Nähkästchen, natürlich :)

Amy (aber nicht „Pond“) auf der TimeLash in ihrem maßgefertigten TARDIS-Kleid – vom Nähkästchen, natürlich 🙂

Und natürlich darf man nicht vergessen – die Unterschlupfmöglichkeit bei BB in Kassel (schaut euch auch mal auf ihrer Seite um – es handelt sich nämlich auch um eine sehr liebe Kollegin) . Das machte das Wochenende gleich nochmal besser als es eh schon war – samt der Dreiergruppe jugendlicher Kater, die nachts nicht nur rumliegende Leute als Bett benutzten, sondern in ihrer Spielwut sogar ganze Daleks von den Tischen räumten 😀

Kater … ach bin ich heute gut im Überleitungen schreiben … ja, einen Kater habe ich nun auch wieder. Nein, natürlich nicht den von Neujahr, sondern schwarzweiß, flauschig, auf vier Pfoten und dauerhungrig.

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Findus – so heißt er – wohnte eigentlich bei den Nachbarn, doch wie das Katzen manchmal so machen, entschied er sich, das Zuhause zu wechseln. Das kürzt eine längere Geschichte jetzt zwar ziemlich ab, aber am Ende lief es eben auf das hinaus. Und in diesem Moment liegt der Flauschball, seines Zeichens Hauskatz-Maine Coon-Mischling (man beachte die winzigen Luchsohrpinselchen, die hat eine Hauskatze nämlich sonst nicht), friedlich auf dem Wohnzimmersessel und pennt.

So im Ganzen fällt auf – kein sehr „gruftiges“ Jahr, leider. Aber zum Abschluß gab es dann wenigstens doch noch einmal einen Göttertanz – nach drei Jahren Pause von meiner Seite – einerseits aus verschiedenen, persönlichen Gründen, andererseits auch oft genug unfreiwillig. Wie auch immer – es war ein phänomenaler Abend, die neue Örtlichkeit habe ich auch das erste Mal gesehen, und finde sie wirklich großartig. Viele altbekannte Gesichter aus den guten Top Act-Zeiten, aber auch komplett neue Leute, und die schöne, entspannte, freundliche Stimmung ist auch erhalten geblieben. Danke dafür, jetzt freue ich mich wieder auf die Göttertänze die da noch kommen mögen!
Für Bilder könnt ihr mal auf die Seite des Göttertanzes schauen.

Was fehlt noch?

Ach ja – Eumelchen. Wie konnte ich das vergessen …

Nach gut 15 Jahren verschlug es mich wieder zu einem alten Hobby – die Astronomie, und nach den ersten Spechtelversuchen mit der „alten“ Ausrüstung – einem Fernglas auf Stativ und mehreren Himmels-Atlanten, war klar – ein Teleskop muss (wieder) her.

Anno 1999 latschte ich noch, auf dem Weg zur totalen Sonnenfinsternis, mit einem „kleinen“90/900er Refraktor über die Schulter geworfen, und die Montierung unter den Arm geklemmt, durch Bayreuth. Mit Eumelchen, so fürchte ich, haut das nicht mehr hin – das ist nämlich etwas größer.

Aber nur ein ganz kleines bisschen.

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250/1250 GSO Dobson-Spiegelteleskop

Wirklich nur ein kleines bisschen … *hust*

Auch wenn das Wetter bislang nicht oft mitgespielt hat, und daher das gute Stück erst ganze viermal zum Einsatz kam, bin ich natürlich stolz wie Bolle auf das Teil. Also bleibt zu hoffen daß 2016 noch viele weitere klare Nächte bieten kann.


 

 

Tja, damit ist 2015 offiziell abgeschlossen.  Natürlich gibt es für das kommende Jahr wieder genug Pläne, wie WGT und die TimeLash und sicher auch andere Veranstaltungen.

Wie immer bin ich für Näh-Aufträge auch 2016 zu haben, zusätzlich werden aber auch die Shops auf Etsy und DaWanda mit fertigen Sachen weiter bestückt. Schaut einfach auch da mal vorbei, sagt es weiter, abonniert die Shops … auch ein kleiner Klick hilft dem Nähkästchen weiter 🙂

Ein wenig neues Gebiet betreten wir, indem einige Sachen auch zum Leih verfügbar sein werden – also nicht nur, wie bis jetzt nur für Models und Photographen die ich schon kenne, sondern offiziell gegen Leihgebüren. Wer sich das ansehen mag, sollte sich mal mein Profil auf Wishrent ansehen – da wird natürlich auch noch aufgestockt.

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Bild: Hadie van Bilderflut Model: Mimi Geißler

Für Fragen und Anregungen bin ich natürlich jederzeit offen – scheut euch also nicht, mir zu sagen, falls ihr etwas besonderes haben möchtet, oder sehen wollt. Vermisst ihr gewisse Farben, Größen oder Modelle in den Shops? Habt ihr Verbesserungsvorschläge?

Und wenn jemand gute Gelegenheiten hat, Flyer an den Mensch bringen zu können und auch zu wollen – Nachricht genügt, egal über welchen Kanal, ich schicke euch gerne welche zu oder nutze die Gelegenheit natürlich auch auf Veranstaltungen, bei denen ich selbst da bin, welche abzuwerfen (danke an der Stelle an Hannes für die spontane Auslage beim Göttertanz 🙂 )

Weiterhin sitze ich immernoch auf meiner Dauerbaustelle – der Homepage des Nähkästchens. Die soll heuer auch endlich mal angegangen werden. Also auch im kommenden Jahr viel zu tun, auch wenn es erstmal nach nicht so viel aussieht.

Der Blog soll ebenfalls wieder etwas häufiger genutzt werden, nicht nur für die üblichen Veranstaltungsberichte, sondern auch für Einblicke in die Werkstatt des Nähkästchens und was hier so alles entsteht. Vergesst den Blog also bitte nicht und schaut einfach mal wieder vorbei!

Ich hoffe natürlich auch, die Photoaktivität wieder etwas steigern zu können – meine eigene Photo-Seite kommt oft immer etwas kurz, zum Urbexen muss ich auch mal wieder kommen, und mit Leuten habe ich im vergangenen Jahr leider nur bei einem Shooting arbeiten können – dafür mit wirklich schönen Ergebnissen, denn Hika, eine liebe Kollegin vom Theater, wollte Gewand von mir gemacht, vor meiner Kamera ausführen.

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Danke dafür 🙂 – auch wenn ich noch ein paar Bilder schuldig bin zu bearbeiten ..

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein tolles, granatiges 2016 – haut anständig rein, habt Glück und Erfolg und alles was ihr euch noch so wünscht – und clear skies für die gleichgesinnten Astronomen, gut Licht für die Photo-Kollegen und alles was sonst noch so fehlt 🙂

Der Reiseplan des Nähkästchens für 2015 … und ein paar Retrospektiven

Duckt euch, hier kommt ein Jahres-Resümee!

Naja fast, ich versuche mich diesbezüglich soweit kurz zu fassen, zumindest was die doch eher privaten Details angeht. Daher schmeiße ich lieber mehr mit Bildern um mich 😉
Dennoch dachte ich, das wäre eine gute Gelegenheit, die inzwischen meterdick angewachsene Staubschicht von meinem Blog zu kratzen, denn angesprochen wurde ich schon, ob ich an der Stelle so garnicht mehr aktiv sei – nun, man hat eben nicht für alles Zeit, und auch wenn es mich inzwischen auch auf Tumblr verschlagen hat, so liegt im eher altmodischen Bloggen doch noch ein größerer Reiz.

Wie auch immer – in welche Richtung das an der Stelle hier in Zukunft gehen wird kann ich noch nicht sagen, schreibe ich weiter frei von der Leber weg oder konzentriere ich mich mehr auf die Weitergabe von beruflichen Neuigkeiten aus meiner Werkstatt … ich werde mich da selbst mal überraschen lassen.

Festtagsfotografien_Marc und Melanie-27_klJedenfalls, um auf das vergangene Jahr zumindest ein wenig zurück zu blicken – es war schlichtweg unspektakulär, gab schon schlimmere, aber auch bessere. Insgesamt ist das das erste Jahr mit eigenem Gewerbeschein gewesen – die große Menge an Aufträgen hat dieses Jahr noch nicht gebracht, aber das war zu erwarten. Immerhin waren ein paar sehr schöne Projekte dabei, allen voran wohl das Brautkleid für Ravianna’s Cosplay, passend zu dem Fimmel für „Doctor Who„, den wir beide teilen, im Design der TARDIS.

Das tolle Bild ist im Übrigen von Festtagsfotografien.

Es gab auch Bilder von Modell-Klamotten, sprich Teile die nicht im Auftrag entstanden sind, und auch nicht zum direkten Verkauf gedacht waren. Für die Werbung, sozusagen. Auch wenn sich da ebenfalls noch nicht so viel getan hat, so sind die Bilder die ich bekommen habe, allesamt schonmal richtig schön geworden – an der Stelle ein großes Danke an Hadie van Bilderflut und Karina Mala, und auch an Ellie van Absinthium sowie Dark Intense.

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Die ersten Bilder allerdings erreichten mich von Mademoiselle Karma, die mir vor genau einem Jahr ein Kleid aus meinem eigentlich privaten Fundus abkaufte, als ich noch fragte, ob ich mal ein paar Bilder sehen dürfte, falls es mal welche gäbe, dachte ich nicht daß ich ein absolutes Hammer-Set zu Gesicht bekommen würde – welches von Knochensäge-Fotodesign geschaffen wurde.

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Aber auch den Models und Fotografen, die sich für noch kommende Bilderaktionen bereit erklärt haben, möchte ich schonmal im Vorraus danken, und ich bin sehr gespannt welches Bildmaterial wir zusammen, Euch dann anno 2015 noch so präsentieren können.

970758_512675112174971_1841118232_nPrivate Nähereien sind im vergangenen Jahr natürlich auch entstanden, etliches davon für den alltäglichen Kleiderschrank – die großen Projekte blieben aber auch nicht ganz aus, nur diesmal fielen die nicht gruftig sondern Who-lastig aus. Allen voran ein komplettes Gewand des vierten Doctors, seinerzeit zwischen 1974 und 1981 von Tom Baker verkörpert, welcher auf der Leipziger Buchmesse dann ins Getümmel geschickt wurde, zusammen mit vier anderen, wunderbaren Doctoren (Gruppenbilder und alle anderen Beteiligten sind hier zu sehen: Doctoren auf Kaleneas Tumblr – an meine Bilder komme ich gerade nicht ran).

Und ich hoffe sehr daß es im kommenden Jahr noch ein paar Gelegenheiten gibt, den vierten Doctor aus meinem Schrank zu lassen, besonders auch weil der natürlich noch ein anständiges Shooting benötigt.

Dieses hat aber mein 11. Doctor schon hinter sich.

Die Bilder sind von Uwe Boll, entstanden am Tag des Auftaktes der 8. Staffel, der auch bei uns im Kino gezeigt wurde – was dann auch der erste Einsatz für den 11. Doctor war, der von 2010 bis 2013 von Matt Smith – dem bis dato jüngsten Schauspieler in der Geschichte des Timelords, gespielt wurde.

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In Foto-Dingen war das Jahr auch wenig nennenswert, abgesehen vom WGT bei dem einmal wieder Hester jede Menge großartiger Bilder gemacht hat, aber auch im Zuge zweier kurfristig vereinbarter Shootings zumindest ein paar sehr schöne Fotos entstanden sind – der Dank dafür geht einmal an Anita Stellmacher für das Paarshooting mit Chris und mir, und an Crescentia Moon für ein sehr kreatives Mini-Shooting auf dem Südfriedhof in der Gluthitze des Montages.img_4335 bea init

Ein paar weitere Ausflüge gab das vergangene Jahr noch her, wie beispielsweise das Maschinenfest in Oberhausen und das dann eher vor der Haustüre gelegene Festival Mediaval – vielleicht finden sich ja dort in diesem Jahr ein paar bekannte Gesichter mehr ein.

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Schon allein aus dem Grunde daß dieses Jahr das WGT leider recht sicher für mich aus der Planung rausfällt. In all den Jahren in denen das schon auf der Kippe stand, gelegentlich, gab es zwar immer wieder Möglichkeiten alles doch noch hinzubiegen, heuer aber fällt das auf die Spielzeit der Luisenburg Festpiele, bei denen ich in der Kostümabteilung sein werde – was konkret bedeutet daß für diese ca drei Monate wohl kaum ein freier Tag drin sein dürfte.

Doch ausserhalb davon sind heuer natürlich auch wieder Ausflüge geplant, in welche Richtung ist noch nicht bekannt, doch ich hoffe sehr daß man da einige Treffen nachholen kann, die sonst immer im Rahmen des „großen Familientreffens“ stattgefunden haben.

Und einige andere Dinge stehen für das kommende Jahr natürlich auch noch auf der Liste, hauptsächlich auch hier im geschäftlichen Bereich. Das erste Jahr eigenes Gewerbe war zugegebenermaßen etwas unorganisiert und aus verschiedenen Gründen chaotisch, was letztenendes aber eine gute Erfahrungsbasis ist um es jetzt im nächsten Jahr stellenweise einfach anders anzugehen.

_DAS2606_kDa wäre einmal die Beseitigung diverser virtueller Baustellen, wie meine neue Homepage, die jetzt natürlich kaum mehr private Dinge enthalten wird, sondern rein als geschäftliche Seite laufen soll. Hobbydinge wie meine eigenen Fotos findet ihr hier und meine Kurzgeschichten werden wohl hier auf dem Blog eine neue Heimat finden – so sie denn noch gelesen werden möchten. Weitere angefangene Schreibereien liegen auch noch herum, sollte sich also mal ein wenig Zeit dafür erübrigen lassen, gibts nach langer Pause auch wieder mal derartiges zu Lesen.

Einigen fiel sicher schon auf daß die Seite unter der Domain „rosa-chalybeia.de“ schon seit längerem mausetot ist. Zum Einen lag das an dem leider recht unzuverlässigen Provider meines vorherigen Webspaces, von dem ich mich aus diesen Gründen schon lange trennen wollte, zum anderen wäre – aus Gründen der besseren Merkbarkeit, zumindest eine zweite Domain noch dazugekommen. Womöglich schleppe ich die alte Domain noch mit, aber im Moment liegt mir daran nicht mehr so viel, was auch mit einem „Namenswechsel“ zu tun hat, der sicher inwzischen kaum jemandem entgangen sein dürfte. Die näheren Gründe dafür möchte ich hier jetzt nicht ausbreiten, wen es interessiert, der darf mich privat danach fragen.

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Eins der wenigen alltäglicheren Bilder 😉

Jedenfalls ist die neue Seite nun unter  www.das-zeitreisende-naehkaestchen.de  zu finden – wie man sieht, sieht man aktuell da noch nicht soviel, denn genau das ist aktuell die größte virtuelle Baustelle, für die ich aber auch weiteres Bildmaterial von meinen Modellkleidern benötige. Wenigstens aber gibt es nun wieder eine offizielle Kontaktmöglichkeit via Mail, über die man sich gerne bei Auftrags-Anfragen melden kann.

„Modellklamotten“ sind ebenfalls ein gutes Stichwort, denn ohne die einen oder anderen Pläne werde ich das zweite Jahr nicht nochmal verbringen. Konkret geplant ist hierfür eine kleine Kollektion ganz im Stile der Anfänge der Grufti-Szene, sprich es wird einiges geben das von den „schwarzen 80ern“ inspiriert sein wird. Das Projekt soll bis zum Anfang des Jobs am Theater soweit durch sein daß ich danach einiges anbieten kann, womöglich einzelne Teile schon vor dem WGT – Pluderhosen kann ich euch traditionsbewussten Grufties aber durchaus jetzt schon anbieten 😉 – ihr müsst mir nur eine Nachricht schicken.

Fertige Teile landen dann erstmal in meinem DaWanda-Shop, den dürft ihr euch auch gerne schonmal merken, denn so leer wie der im Moment noch ist, wird er auch ganz sicher nicht bleiben 😉

Natürlich bleibe ich dennoch für historisches Gewand und Korsetts zu haben, nur lohnt es da weniger, fertige Sachen auf Lager anzufertigen, das verbleibt dann bei den Maßaufträgen auf Anfrage – ebenso bin ich für so ziemlich alles andere offen, auch hier genügt eine Nachfrage.

Ich hoffe jetzt natürlich daß sich die Waver unter dem Schwarzvolk über die vorangegangene Ankündigung freuen – ich bin auch immer für Vorschläge offen, denn letztenendes muss ich auch abtasten was ihr, die ihr potentielle Interessenten an solchen Klamotten, seid, am liebsten haben möchtet. Also scheut euch nicht mir einen Kommentar dazu zu hinterlassen.

Soviel zu den Plänen des kommenden Jahres – wohin der Wind einen letztenendes treibt, kann man natürlich nie mit Sicherheit sagen, aber – ausnahmsweise habe ich ein gutes Gefühl und bin gespannt darauf, ich hoffe also daß es da draussen wieder Leute gibt die mich unterstützen, und sei es nur durch Weitersagen, Beiträge teilen oder Verlinkungen – all das hilft und ich hoffe ihr versteht daß der Weg den ich gewählt habe nicht der einfachste ist und der auch ein großes Maß an „sich sichtbar machen“ erfordert. Ich bin kein großer Laden, ich bin ein Ein-Mann-Betrieb der im Grunde das vorhat wofür die Szene eigentlich stehen sollte – Individualität und handgemachte Dinge.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein erfolgreiches und spannendes Jahr 2015!

Rosa’s klamottiger Giftschrank

Ich bin mir noch nicht ganz sicher ob ich es hassen soll oder lieben, sicherheitshalber entscheide ich mich mal für Letzteres, denn Elternbesuche bergen oft eine nicht zu unterschätzende Gefahr: da erinnert man sich plötzlich an den einen oder anderen Gegenstand den man vor sehr vielen Jahren in irgend einen Karton gepackt hatte und unter irgend welchen anderen Kartons auf dem Dachboden abstellte, entscheidet daß ebendieser Gegenstand inzwischen doch wieder nützlich ein könne und beschließt selbigen zu suchen.
Dabei fallen einem die unmöglichsten Dinge in die Finger, Erinnerungen und alte Geschichten werden herausgekramt und nach Stunden im Staub wühlen hat man zwr bergeweise alten Kram gefunden, meist aber genau nicht den Gegenstand den man eigentlich gesucht hatte.

So war ich heute beispielsweise auf der Suche nach einem alten Jackett – der Rest ist vorhersehbar – ich fand es nicht, aber etliche Kleidungsstücke die ich zwischen 14 und 18 selbst gemacht oder umdekoriert hatte und natürlich stolz trug.

Wie ich in meinem Gothic-Friday Artikel zum Thema „Wie bist Du in die Szene gekommen“ schrub, bin ich in dem Alter noch nicht konsequent schwarz durch die Gegend gelaufen obwohl mich diese Nicht-Farbe bereits sehr faszinierte, ich probierte mich fröhlich aus und wechselte von tiefschwarz zu knallbunt und dann wieder zu schwarz zurück.
Und wenn ich knallbunt sage, meine ich keinesfalls schnödes feuerwehrrot oder leuchtgrün – nein, wenn ich knallbunt sage dann meine ich das ziemlich ernst – man kann sagen ich pendelte von einem Extrem ins andere, ohne Zwischenstops.

Da ich zu meiner partiell knallbunten Jugend voll und ganz stehe – womöglich habe ich es teilweise so übertrieben daß mein Bedarf für Farbe bis zum Lebensende dann verbraten wurde – präsentiere ich die haarsträubendsten Teile aus meinem jugendlichen Klamottenschrank.

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Fangen wir erst einmal recht harmlos an. Wie ich ebenfalls in oben genanntem Artikel erwähnte, habe ich mich gern bei dem bedient was meine Eltern aus ihren Kleiderschränken ausrangierten. Einiges wurde vor dem Weitergebrauch aber erstmal umgestaltet, wie beispielsweise diese Jeansjacke die sich meine Mutter in den 80ern gekauft hatte und eigentlich im Originalzustand schon ganz witzig war – den Rücken zierte buntgescheckter Organza, den ich aber abtrennte da ich die Jacke etwas individueller haben wollte.

Die Idee dazu kam mir als ich zufällig den Film „Susan, verzweifelt gesucht“ gesehen hatte. Inhaltlich zwar völlig belanglos, aber der 80er Look ist einfach genial – auch wenn der anno 1994 noch nicht so arg weit weg war, ich stand damals schon drauf.
Inspiration war Madonnas grüne Jacke mit der großen Pyramide auf dem Rücken, welche auch im Trailer oben zu sehen ist.
Da Seidenmalerei zu der Zeit als Hobby „in“ war, griff ich zu den Seidenfarben und malte diverse altägyptische Symbole – den Lotos, Symbol für Wiedergeburt, Leben und die Sonne, das Ankh, ebenfalls ein Symbol des Lebens und das Horusauge, Symbol für den Mond, Vervollständigung, Schutz und Kraft, auf die Seide und lies meine Mutter das Ganze für mich auf den Rücken der Jacke nähen.

hose_vAusstellungsstück Nummer zwei ist leider eine Unvollendete.

Ich muss zugeben daß ich einen sehr großen Bedarf an weißen Jeans hatte zu der Zeit, aber nachdem es mich mit meinen schneeweißen Schlaghosen regelmässig immer dann wenn ich die trug in die nächstbeste Schlammpfütze gelegt hatte und das Problem durch den Färbe-Eimer erstaunlicherweise schlagartig aufhörte (ein Omen ^^), waren weiße Hosen nur noch Rohmaterial für weitere Bearbeitung.

Am liebsten tobte ich mich mit Schnurbatik aus und saute das Bad so treffsicher flächendeckend ein, abgesehen davon sind allerdings Leinwände aus dem Kunstmalerbedarf, auch nur Baumwollstoff, da lag es nahe zur Stoff-Farbe zu greifen um tragbare Kunst zu verbrechen.

Auf dieser Hosenvorderseite findet sich mein Interesse für Astronomie, Surrealismus und ein weiteres mal – altägyptische Mythologie.hose_h

Das eine fertiggestellte Hinterbein zeigt eine wolkenverhangene Vollmondnacht, eine Film Noir Szene in der der Protagonist, der desillusionierte Privatschnüffler grade auf seine Stammkneipe zusteuert um seinen Kummer in Bourbon zu ertränken und am unteren Rande, wieder Vollmond, diesmal über den hoch aufragenden Wolkenkratzern einer Riesenmetropole – ein sehr persönliches Symbol ,das ich einerseits mit den Detektivromanen verband die ich damals lieben gelernt habe, anderereseits für die Anonymität von Großstäden die gleichermaßen bedrückend als auch angenehm sein kann.

In Natura ist die ganze Hose ein einziger optischer Overkill, teilweise hatte ich Metallicfarben mit vielen Glitzerpartikeln verwendet, was hier auch wieder als ein Kontrast zu den Motiven an sich gedacht war.

Wer jetzt noch nicht daran gedacht hat, zur Sonnenbrille zu greifen, der sollte das spätestens jetzt tun. Wir kommen zu meinem Lieblingspullover meiner Teenie-Zeit.

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Zu der Zeit habe ich noch nicht ernsthaft selbst genäht, dafür kilometerweise Wolle verstrickt. Pullover mussten vor allem eines sein: anders. Dieses Stück entstand aus allen Wollresten die ich bis dahin angesammelt hatte, in Rekordzeit von 2 Wochen. Ich hatte praktisch überall mein Strickzeug dabei und hab auch öfters Rüffel kassiert als ich im Unterricht einfach weitergestrickt hatte. Ich war der Auffassung sowohl Aufpassen zu können als auch die Finger beschäftigt zu haben. Glauben wollte mir das leider kaum ein Lehrer obwohl die Hände tatsächlich irgendwann auf Automatik liefen und der Kopf da nicht weiter involviert war.

Jedenfalls, dieses hirnzerstörende Kleidungsstück stellt sowas wie den Kern meiner wollverarbeitenden Schaffensphase dar. Blos kein erkennbares Muster oder irgendwie ähnliche Einzelteile produzieren. Colin Baker wäre blass vor Neid geworden – oder zumindest die die ihm die Klamotten aufgeschwatzt hatten damals 😀

Der Rest meine Pullover-Kunstwerke war moderater, musste aber immer irgendwie assymmetrisch oder von generell zweifelhafter Formgebung sein. Während ich das hier tippe, trage ich Modell „Schneegestöber“ – passend zum Wetter – was mir aus meinem alten Kleiderschrank promt auf die Füße fiel – Grundfarbe schwarz (zum Glück) mit weißen Böppeln ^^ und sehr 80er mässig überdimensional weil breiter als lang.

Wer jetzt noch keine ernsthaften Netzhautschäden hat, dem mute ich jetzt noch die Rückansicht zu.

pulli_hhemd_vStichwort „Batik“ fiel ja schon. Kam auch oft genug vor daß ich mit verfärbten Händen morgens in der Schule saß. Dabei habe ich alles eingefärbt was nicht niet und nagelfest war. Schwarz batiken war eine Herausforderung da das selten wirklich tiefschwarz wurde, in bunt fiel sowas weniger auf. Neben einer regenbogenfarbenen Hose war folgendes Hemd eindeutig das schrillste was ich jemals aus meinen Farbtöpfen zog. Aufwendig war es auch – jede einzelne Farbe musste separat gefärbt werden. Idealerweise mit Zeit zum Trocknen damit die einzelnen  Farben nicht unkontrollierbar ineinander liefen. Es mag nicht den Eindruck machen als wäre das notwendig gewesen, aber ja, man musste da schon etwas drauf achten 😀

Zum Abschluß dann noch ein Teil das unverändert gekauft wurde. Mein Bananen-Schlips. Den hatte ich mir auch in etwa mit 18 Jahren zugelegt, Hintergedanke war bei dem Teil einerseits daß ich eben auch oft in Herrenanzügen rumlief, mit allem Drum und Dran, und ich Bananen für das widerwärtigste Gewächs des ganzen Universums halte. Allein der Geruch schlägt mich erfolgreich in die Flucht. Sich das Hassobjekt somit um den Hals zu binden war ein zutiefst selbstironischer Akt.

Ebenso der Zug sich bei miesem Licht und angeschlagener Gesundheit mit der Digiknippse blitzen zu lassen oO – aber egal, da es wie bei den vorherigen Artikel ohne Doctor Who Bezug ja erklärtermaßen nicht geht momentan, gibts das Bananenschlipsbild dennoch – weil doppelte Who-Referenz 😀   – leider gabs kein qualitativ besseres Video im Netz zu finden …bananaschlipsAbschließend muss ich mich noch für schlechte Bilder und eventuell miese Formatierung entschuldigen, ich sitze grade mit einem winzigen Netbook am Netz und habe nur unzureichende technische Möglichkeiten – ich kümmere mich drum sobald ich wieder zuhause bin 🙂

Ein Schal und ein Novembertag

Nicht umsonst gilt der November als der Monat der den Leuten am stärksten aufs Gemüt schlägt.
Die Tage werden sehr merklich kürzer, oft ist es grau und tagelang kein bisschen Sonne, die letzten Blätter fallen von den Bäumen und jegliche Farbe weicht aus der Natur. Dazu wahlweise Nebel oder Regen und unangenehme Temperaturen.

Der geneigte Grufti kann solchen Umwelteinflüssen ja doch auch mal etwas abgewinnen. Ich selbst gestehe, dem November eher zwiespältig gegenüber zu stehen. Ich bin eine Frostbeule und schaffe es noch bei 25°C herzhaft zu frieren und auch bei mir ist die novemberliche Diesigkeit auch mal Grund für Stimmung der in der Tat schlechten Sorte. Andererseits kann ich der tristen Melancholie aber auch was abgewinnen, man kann den Mantel wieder aus dem Schrank holen und sich am neu gestrickten Schal erfreuen 😀

Nach 15 Jahren Stricknadelabstinenz hat es mich dann doch wieder dazu getrieben, dabei ist das Wetter nicht unbedingt der ausschlaggebende Grund gewesen – nein (diejenigen die ich seid Wochen damit terrorisiere wissens ja eh 😀 ) , meine aktuelle überschäumende Begeisterung für *den* Doctor   (in dem Fall für meinen Lieblingsdoctor aus der Classic-Serie – Tom Baker ), gepaart mit dem unbeabsichtigten Zufall, daß ich mit 18 bereits einen sehr doctorigen Klamottenstil, samt knallbuntem Schal mit sehr deutlicher Überlänge hatte *hust*

Der alte Schal existiert noch, ist mir aber inzwischen viel zu bunt 😉 – und des 4. Doctors Farben auch, deswegen entschied ich mich für eine Rosa-typische Farbwahl – viel schwarz, ein paar Graustufen und ein Hauch von lila. Die Länge des guten Stücks kommt aber mit stolzen 4,35 Metern an den Schal des Doctors recht gut ran.

Im Praxistest hat sich das gute Stück heute auch mehr als bewährt, denn bei den einstelligen Temeraturen eines richtig novemberigen Sonntag-Nachmittages wird einem auch als Über-Frostbeule nicht kalt am Hals und die Enden schwingen genauso schön beim Laufen wie bei Tom Baker in der Serie ❤

Getragene Bilder wirds auch noch geben – ich brauch erst mal einen neuen Hut 😉

Der „Praxistest“ bestand mehr oder weniger in einem schönen Spaziergang bei dem ich meine Kamera dabei hatte um ein wenig Novemberstimmung der angenehmeren Art einzufangen, auch wenn das Licht recht schnell Mangelware war, so habe ich dennoch ein paar, wenn auch wenige Bilder mitbringen können :

Einen Alien-Landeplatz habe ich dann auch gefunden 😀 – ich glaub sowas muss man einfach erwarten wenn man mit 4 Meter langen Schals in der Gegend rumläuft und das Who-Theme in Dauerschleife im Kopf hat …

Und dann verschwand das bisschen Licht auch schon wieder und setzte zum Abschied noch einmal den Himmel in Brand:

Der Blog-Rückblick 2011 und Neues für 2012

Neues Jahr, neues Glück, neue Suche nach interessanten Themen die diesen Blog hoffentlich interessant für meine Leser machen.
2011 war passabel. Kein schlechtes Jahr aber auch keine absoluten Überflieger-Ereignisse, auch wenn WGT, Gala Nocturna und der Samhain-Mondentanz auch im vergangenen Jahr großartige Erlebnisse waren bei denen ich im neuen Jahr selbstverständlich wieder dabei sei möchte, sofern die Zeit es erlaubt, denn 2012 naht für mich der Abschluß an der Modeschule, etwa 7 Monate noch im nasskalten, verschnarchten *hust* Naila zubringen und dann ist wieder eine Hürde geschafft – und die nächsten lauern schätzungsweise schon dahinter 😉 (packen wirs an und treten ihnen in den Allerwertesten. Mit Schwung!)
Jedenfalls, alles in allem war 2011 relativ ruhig. Was ja an sich nichts schlechtes ist …

So oder so verspricht das neue Jahr ein wenig ereignisreicher zu werden, lassen wir uns also überraschen.

Da mich WordPress mit einer ganz hübsch aufgemachten Statistik zum vergangenen Blogger-Jahr überrascht hat will ich diese nicht in der Versenkung verschwinden lassen.

Wie im letzten Jahr führte der Suchbegriff „Pluderhose“ mit die meisten Besucher auf meinen Blog. Daneben war auch die „Gala Nocturna“ beliebtes Stichwort und *hüstel* mein eigener (Künstler – ) Name. Auch jetzt da sich die Gala 2012 wieder nähert, finden wieder mehr Leute durch diesen Suchbegriff zu mir.

Leider bleibt 2012 der Gothic Friday aus, der mich im letzten Jahr regelmässig ans Artikel tippen „gezwungen“ hat. Es war ein großartiges Projekt – Danke Robert und Shan Dark dafür und auch allen Teilnehmern die interessante Einblicke in ihre Gedankenwelt boten und einige meiner eigenen Ansichten in ein neues Licht rücken lies.

Als persönliches Projekt habe ich mir als Ersatz aber etwas anderes einfallen lassen. Zum Einen schließe ich mich dem sogenannten „12/12 – Projekt“ an das einige Damen schon im dritten Jahr im Kostümkram-Forum am Laufen haben, zum Zweiten in Verbindung mit dem Blog.
Nein, nicht um einfach nur das fertige Teil dann blos herzuzeigen, da ich vorhabe Kleinteile für den historischen Kleiderschrank anzufertigen, wird es auch zu den besagten Teilchen recherchierte Hintergrundinformationen geben.

Aber genug des Gelabers, während ich mir schonmal über das Januar-Teil Gedanken mache gebe ich die Bühne frei für den detaillierten 2011-Blog-Rückblick:

Die WordPress.com Statistikelfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2011 an.

Hier ist eine Zusammenfassung:

Das Sydney Opera House bietet Platz für 2.700 Konzertbesucher. Dieses Blog wurde in 2011 etwa 11.000 mal besucht. Das entspräche etwa 4 ausverkauften Konzertveranstaltungen im Sydney Opera House.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Gothic Friday Juli – Symbol und Sinnbild

So schnell kanns gehen – der Gothic Friday hat die Halbzeit erreicht und der Juli hat wieder ein sehr interessantes Thema abbekommen dem ich mich nun widmen möchte – Symbol und Sinnbild.
Dahinter versteckt sich die individuelle Geschichte der Symbole mit denen man sich schmückt. Dazu habe ich freilich viel zu sagen, Symbolik ist ein Thema das mich schon immer sehr interessiert hat, das was ich ständig um Hals, Finger oder sonstwo trage ist kein reiner Deko-Schmuck sondern hat seine eigene Bedeutung oder persönliche Geschichte.
Die persönliche Symbolik kann frelich auch in Form von Tätowierungen auf den Körper gelangen – aktuell bin ich noch gänzlich unbemalt 😉 doch es gibt Pläne die ich seit mehreren Jahren habe, immer noch gut finde und umgesetzt werden wollen wenn die Finanzen mal mitmachen, da zumindest ein Motiv eine größere Angelegenheit werden soll wozu ich dann natürlich auch einen richtig guten Künstler suchen möchte.

Doch über diese Motive auch noch zu reden würde wohl zu weit führen – also zurück zum Schmuck 😉 – was da Tag und Nacht an meinem Hals rumklimpert sind zwei lange Lederbänder, eines mit einem Regenbogen-Obsidian (der augenscheinlich schwarz ist und erst beim Drehen im Licht regenbogenartigen Schimmer zeigt), am anderen Band ein schwarzer Turmalin in einer Spirale sowie ein kleines Ankh aus Silber und eine Mondsichel mit keltischem Muster. Weiter oben in Halsnähe sitzt eine große Fledermaus aus Silber, eine Platine 😀 und – ein Pentagramm.

Zu jedem Stück kann ich freilich eine längere Geschichte schreiben, aber das Symbol das mich seit knapp 20 jahren begleitet ist schlicht und ergreifend das Pentagramm.

Als ich anfing mich für Esoterik, Okkultes und insbesondere Hexentum zu interessieren habe ich ganz bewusst angefangen mir dieses Symbol um den Hals zu hängen, aber schon vorher, als ich noch nicht mal wusste was es genau damit auf sich hatte, zog mich dieses Symbol schon an. Der erste Anhänger den ich besaß war selbstgemacht – ich muss etwa 13 gewesen sein – kleine Glasperlen auf feinen Silberdraht aufgezogen und in die richtige Form gelegt.
Bis ich etwa 14-15 war, war ich noch unschlüssig wie ich Religion – im Speziellen die Christliche – für mich bewerten sollte. So richtig viel anfangen konnte ich damit nicht, war aber bereit meinen eigenen Zugang dazu zu finden. Mein Standpunkt bildete sich dann am Tag meiner Konfirmation heraus, respektive in der Zeit davor in der man gezwungen wird regelmässig in der Kirche zu frieren und sich beim Konfirmandenunterricht zu langweilen. Den Zugang fand ich nicht, nur mechanisch abgespulte Rituale denen ich nichts abgewinnen konnte. Nichts „göttliches“ sprang über in den Predigten, alles tot und langweilig oder wahlweise grotesk-geschauspielert. Bei der Konfirmation schwieg ich zur Frage, ob man sich zu seiner Taufe bekennen würde und beantwortete sie innerlich mit „NEIN!“

Nach dem bewussten „Nein“ zum Christentum begann ich nach meinem eigenen Weltbild zu suchen, was mich zum Neuheidentum und in die Nähe des Wicca brachte. Hier erhielt das Pentagramm das mich vorher schon so förmlich magisch angezogen hatte, seine Bedeutung. Ich trug es damals auch bewusst als Symbol meiner spirituellen Ansichten, aber auch die Funktion als Schutzsymbol – als solches ist das Pentagramm schon seit vor der Antike bekannt – mit dem Kreis um den Stern. Und als Aussenseiter im kritischen Alter von 15-16 war mir auch unbewusst die Schutzfunktion doch willkommen. Unabhängig ob es tatsächlich Wirkung hat oder nicht – letztendendes zählt was einem selbst solche Symbole bedeuten.

Das Pentagramm da sich heute trage steht frei ohne Kreis und aufrecht – umgekehrt habe ich das Symbol nie getragen, was aber nicht daran liegt daß ich es in der Form für ein Teufels-Symbol halte. Sieht man genauer hin stößt man bei der Bedeutung des Pentagrammes auf eine unglaubliche Tiefe. Die die mir heute am sympathischsten ist stammt aus der Kabbala, zu der gehört unter Anderem auch die Numerologie.
„Penta“ ist griechisch für „Fünf“ – klar soweit, ein Pentagramm hat ja fünf Zacken 😛
Die Vier steht als Sinnbild für die Materie – beispielsweise in Form der vier Elemente. Gibt man zur Vier noch eins dazu – sagen wir mal, Geist oder Seele, so wird der unbelebten Materie Leben eingehaucht. Die Fünf ist also das Sinnbild für den Menschen. Beim aufrecht stehenden Pentagramm steht der Geist – man kann auch den Willen da hin setzen – über den vier Spitzen welche die Materie symbolisieren. Der Geist beherrscht die Materie! Ich selbst bin der Herr über mein persönliches Universum – so ist mein Pentagramm für mich auch Symbol dafür, in Zeiten wo man sich lieber eingraben lassen möchte, die A***backen zusammenzukneifen, dem Leben den Stinkefinger zu zeigen und sich weiter durchzubeißen. Auf die eigene Art und Weise. Riecht nach Thelema – stimmt irgendwo auch, wobei ich auf Crowleys thelemitisches Weltbild erst kurz danach gestoßen bin, und ich war überrascht wie es sich doch mit meinen Ansichten deckte.

Das Pentagramm ist in aufrechter Ausführung also auch ein sehr aktives, energiegeladenes Symbol.
Der Umkehrschluß ließe zu zu denken, die umgedrehte Ausführung sei „böse“ weil hier ja die Materie den Geist unterdrückt. Das ist freilich ein Aspekt des ganzen, aber eben nur einer 😉 – nichts ist nur „gut“ oder „böse“ , solche Begrifflichkeiten werden meist nur von einfältigen Gemütern verwandt.
Das umgedrehte Pentagramm – auch Drudenfuß genannt – hat auch den Aspekt des Empfangens, des Aufnehmens, des Ausruhens, was freilich auch in das „sich gehen lassen“ umschwingen kann, dafür hat die aufrechte Ausführung aber auch immer eine aggressiv-destruktive Komponente, so wie Feuer wärmen kann oder verbrennen.
An dem Böse-Symbol ist über mehrere Ecken, wenn man an das umgedrehte Pentagramm denkt – zwar schon etwas dran, man denke hier an den Aspekt daß der Verstand ganz zuunderst liegt, letztenendes ist das aber eben nur eine sehr oberflächliche und eingleisige Betrachtungsweise, die mehrfach fehlinterpretiert ist, denn das aufrecht stehende Pentagramm kann auch massiv destrukiv sein.

Meine liebste Darstellung des Pentagrammes geht auf Agrippa von Nettesheim zurück, und zeigt die Deutung des „Geistes über der Materie“ beziehungsweise den kabbalistischen Bezug zum Menschen am schönsten. Hier wird auch der Aspekt deutlich, daß jeder Mensch sein eigenes Universum besitzt dessen Zentrum er ist – will meinen, durch Charakter, Vorlieben, Weltbilder etc schafft jeder Mensch sich individuell seine Sichtweise auf die Welt und das bestimmt auch den Umgang mit der Umwelt. Und Angriffspunkte wo Mißverständnisse entstehen, denn wo sich zwei Weltbilder inkompatibel miteinander sind gibt es Reibungspunkte, insbesondere dann wenn sich der „Inhaber“ des Weltbildes nicht darüber im Klaren ist daß das Seine automatisch anders sein muss als das der Menschen in seinem Umfeld. Dazu muss man keine Eso-Tante anlabern, auch Psychologen teilen diese Meinung, wers nicht glaubt dem empfehle ich Paul Watzlawicks Werke. Und darauf beruht auch mein Begriff der Toleranz – ich kann akzeptieren daß andere Menschen ihre persönliche Sichtweise auf die Welt und Alles haben, teilen muss ich sie nicht, aber ich kann sie in ihrer Sichtweise sie selbst sein lassen, komme ich damit nicht klar, ziehe ich mich zurück und lasse deren Universum unangetastet, fordere aber im Gegenzug ein daß mein Universum für mich ebenso unangetastet bleibt. In der Praxis geht auch das nicht so reibungslos, aber wir sind (auch wenn man sich oft anders fühlt) auch nur Menschen 🙂

Noch suche ich nach einem wirklich schönen Anhänger mit dem Agrippa Pentagramm, da eben diese Darstellung für mich nochmal etwas besonderes ist 🙂

Das Pentagramm könnte Bände füllen wenn es um seine Bedeutung geht, besonders wenn man richtig in die Tiefe geht. Ich mag es auch nicht wenn sich jemand zu Modezwecken diesen Stern um den Hals hängt, auch das Abstempeln als „böses Symbol“ ist oberflächlich und unreflektiert. Christen hängen sich ein Kreuz um den Hals an dem ein junger Mann *festgenagelt* ist und sich über diesen Umstand sicher nicht gerade gefreut haben dürfte – für mich ist das weit negativer belastet …

Das Pentagramm habe ich auch in Form eines Silberringes den ich ständig trage, ich habe ihn als große Ohrringe in Einlegearbeit, als Druck auf dem Halstuch, aufgenäht aus Bändern auf Klamotten, händisch aufgestickt – teils verborgen in wieder anderen Symbolen, wie die fünfblättrige Tudor-Rose die ich auf meine Tasche gestickt habe, und die zusätzlich meine Begeisterung für das Zeitalter der Renaissance wiederspiegelt. Wo es Universalgelehrte wie Leonardo DaVinci gab, die Künstler und Wissenschaftler gleichermaßen waren (und so ein Idealbild für mich darstellen), wo John Dee am Hofe von Elizabeth I von einem Engel das System der Henochistischen Magie diktiert bekommen haben soll und der Königin die Zukunft weißsagte und alchemistische Studien verfolgte. Wo eine starke Frau als Königin einem ganzen Volk den Wohlstand brachte und zeigte daß sie genauso „Mann“ sein kann.

An dieser Stelle könnte man seitenweise weiter über das Symbol das quasi „meines“ ist – obwohl es von der schwarzen Szene doch sehr inflationär und oft unreflektiert verwendet wird – weiterquassewln, ich breche aber lieber mal hier ab und freue mich auf Kommentare und Rückmeldungen 🙂