Mein Bekenntnis zum Nerdtum

Wenn man mitten in der Nacht aus dem Fernsehschlaf aufwacht, der einen erfolgreich davon abhielt den Film zuende zu sehen, dann mag das zwar ein Anzeichen dafür sein daß man langsam etwas alt wird – aber wenn dann der Rechner noch an ist und man versehentlich auch bei Facebook noch eingeloggt ist, dann hat das zumindest einen Vorteil: man stolpert über die Statusmeldung eines Bekannten, welche einen auf eine nicht ganz uninteressante Blogparade aufmerksam macht.

Zugegeben, bis dahin kannte ich den Blog der Geek-Sisters noch nicht, doch dem Aufruf zu dieser Parade möchte ich gerne folgen – und wenns allein zu dem Zwecke ist, noch ein paar Leuten welche mich vielleicht nur mit meinen historisch(en) (inspirierten) Riesenfummeln kennen, die Gesichtszüge entgleisen zu lassen 😉

Also pusten wir mal den Staub vom Blog ab und verfassen das Bekenntnis zum Nerdtum :

Drei Fragen sollen hierzu beantwortet werden:

1. Was macht Dich zum Geek?

Oh goth, wo fang ich da an … einmal sicher mein Science Fiction-Fimmel. Das sieht man auch recht deutlich am Bücher- und DVD-Regal. Klassiker nehmen da auch relativ viel Raum ein – da thront beispielsweise auch die limitierte Alphabox von Raumpatroullie Orion die neben den Folgen der Kult-Serie und dem später zusammengeschnittenen Film auch Soundtrack, GSD-Shirt und Aufnäher, Postkarten und einiges mehr beinhaltet 😉

„Klassiker“ ist ein gutes Stichwort – Star Trek war einst mit die Einstiegsdroge, und auch wenn der Erstkontakt via Next Gen erfolgte, so hat es ein Jahr später erst mit Classic richtig eingeschlagen. Da war ich 12-13 und nervte umgehend meine Mutter, mir eine Uniform zu nähen. Auch wenn ich alle Ableger recht gerne sehe, Classic wird immer mein Favorit bleiben, zwar bin ich heute nicht mehr ganz so der Hardcore-Trekkie (ernsthaft, ich war früher *wirklich* schlimm ^^)- in meinem Kleiderschrank hängt noch immer eine romulanische Uniform und ein rotes Uniform-Kleidchen das ich nach Originaler Schnittführung (auffindbar in dem Buch – ist sogar die Ausgabe die ich selbst habe) vor über 10 Jahren genäht hatte.

Mich begeistert aber insbesondere auch eher düstere SciFi ausserordentlich, da hat es mir das Cyberpunk-Genre sehr angetan – nicht umsonst ist mein Lieblingsfilm „Matrix“ (man möge aber die Sequels bittschön unerwähnt lassen 😉 ) – und „Neuromancer“ einer meiner liebsten Romane.

Respektive gerne auch Zeugs das undurchsichtig quer durch verschiedene Realitätsebenen geht oder schön vertrackt „wibbly-wobbly, timey-wimey“ ist 😉 – je schräger und hirnwindungsverdrehender, umso besser.

Einen gewissen Computerfimmel kann man mir auch unterstellen – ich bin durchaus imstande so ein Teil komplett zusammenzuschrauben und ich habe während des Studiums sowie kurz danach jeweils für etwa ein Jahr als Programmierer gearbeitet. Einmal als Nebenjob, einmal voll. Und ich habe eine Homepage die von Grund auf selbstgemacht ist. Nicht nur die Graphiken sind allesamt selbst gebastelt (bis hin zum „Ausgangsmaterial“ dafür), ich habe auch alles von Hand gecoded. Zugegeben, inzwischen bräuchte sie eine gründliche Überarbeitung – man müsste die Zeit dazu eben haben …
Und: ich trage eine Platine aus einer Druckerpatrone meines allerersten Rechners um den Hals, in meinem Schmuckkasten sind auch noch ein paar andere Teile zu finden die ich einmal aus elektronischen Bauteilen selbst gebastelt hatte – lange bevor sowas kommerziell angeboten wurde oder „Nerd“ in irgend einer Weise „in Mode“ gekommen ist.

Ich liebe Logikrätsel und bringe mir gerne Sachen selbst bei.

Und natürlich mein Interesse an wissenschaftlichem Kram – immerhin kann ich auch einige Semester Physik-Studium vorweisen, sowie einige mehr in Ingenieurwissenschaften.

Zählt das Interesse für historische Kleidung auch? Wenn ja – das begleitet mich jetzt seid 2005, neben Anlehnungen an die alten Kleiderformen finde ich es durchaus auch spannend, historische Nähtechniken zu erforschen und auszuprobieren (d.h. stundenlang mit Handnähnadel und Seidenfaden dasitzen um ein Kleid komplett ohne Maschinengebrauch auf die damals übliche Art herzustellen) sowie Living History und Reenactment (auch wenn ich da momentan nur am Rande auch aktiv bin).

2. Wie bist Du zum Geek geworden?

Ich denke, ich bin einfach so auf die Welt gekommen. Auch wenn am SciFi Fimmel meine Mutter nicht ganz unschuldig ist – sie hat selbst immer gern Star Trek, Orion und andere SciFi Serien gesehen, Star Wars war ihrer Aussage nach damals das Beeindruckenste was sie im Kino erlebt hatte – der Rest ist irgendwie durch Veranlagung und Neugier entstanden.
Seid ich 12-13 war (so zu Beginn der 90er) war ich als Jugendliche Stammgast in der Bücherei. Ich hab mir meine Freizeit viel lieber mit Lesen um die Ohren geschlagen anstatt mit den Dingen die ein pubertierendes Mädel sonst im Normalfall so tut. Daß ich irgendwie anders war, war mir damals sehr bewusst, ich war damals aber schon immer stolz drauf, irgendwie seltsam zu sein.

Neben SciFi Romanen trug ich auch allerhand Wissenschaftliches nach Hause – Physik, Astronomie (war damals ein großes Hobby von mir – ich sollte mich mal wieder damit befassen … ), Technik … als ich mit 14 ein Buch über Elektronik der Dame an der Theke zum abstempeln überreichte, sah sie mich ungläubig an und meinte daß sowas doch nur was für Jungs sei oO

Als Kind bereits habe ich die legendäre Knoff Hoff Show geradezu verschlungen und viele Winternächte habe ich mir den Hintern auf dem Dachboden abgefroren beim Beobachten des Sternenhimmels (und schlappte 1999 mit meinem Refraktor-Teleskop über die Schulter geworfen durch die bayreuther Innenstadt als wäre es das selbstverständlichste auf der Welt – ich war unterwegs zu Freunden, mit denen ich tags drauf ein Stück gen Süden fahren wollte um die Sonnenfinsternis damals zu beobachten).

Mich haben aber auch einige Serienhelden sehr inspiriert, maßgeblich waren das Spock und MacGyver. Beides großartige Wissenschaftler – wenn auch auf unterschiedliche Weise, aber sie hatten genug Eindruck auf mich gemacht, daß mein Interesse daran wie die Welt funktioniert in jedem Gang zur Bücherei präsent war, und sie haben mich dazu gebracht, in der 7. Klasse den Entschluß zu fassen, Astrophysik zu studieren.

Nun, dazu kam es nicht ganz. Nach dem Abitur habe ich mich erstmal für Physik eingeschrieben und bin nach 4 Semestern zu den Ingenieuren abgehauen. Auch wenn ich heute etwas völlig anderes mache – das Interesse ist natürlich noch da und die „Bild der Wissenschaft“ flattert regelmässig in den Briefkasten.

3. Wie wirkt sich Dein Geektum auf Dein Leben aus?

Einmal ganz klassisch – die Bitte, den Computer anderer Leute zu reparieren. Einmal hatte ich via Facebook einem Bekannten um 3 Uhr nachts assistiert, seinen Rechner zusammenzuschrauben und wenn ich meine Eltern besuche kann ich drauf warten daß ich entweder den neuen DVD Player anstöpseln darf oder nachsehen muss, was mit Papas Uralt-Handy mal wieder nicht stimmt.

Mein Humor ist wohl auch nicht ganz alltäglich – ich kann mich bei Physik(er)witzen scheckich lachen, dafür grüble ich bei manchen allgemein üblicheren Witzen nach, was daran so komisch sein soll – ich denke daß mich gerade deswegen manche Leute auch für ziemlich humorlos halten 😉 – aber eigentlich muss man meine Tasse Tee nur als Brown’schen Molekularbewegungs-Generator bezeichnen …

Es kam schon vor daß ich, während im Fernsehen „Big Bang Theory“ lief und irgendwas über Star Trek Classic gesagt wurde, ich mich beim Vorbeigehen umdrehte um dem Fernseher zu sagen, daß die Jungs falsch liegen da ich betreffende Szene auswendig kenne.
Überhaupt – was genau diese Serie so sympathisch macht ist, daß viele Klischees war völlig überzeichnet sind, aber nicht ganz aus der Luft gegriffen, schlimmer noch, aus dem realen Leben an der Uni durchaus bekannt sind und stellenweise auf mich selbst genauso gut passen *hust*

Meinen Tee schlürfe ich aus einer Alienkopf-Tasse und in meinem Schrank sind einige Shirts mit eindeutig-nerdbekennenden Aufdrucken zu finden. Generell ist meine Alltagsgarderobe auch mal mehr, mal weniger deutlich nicht nur von historischen Einflüßen, sondern auch von SciFi inspiriert und mein Lieblings Star Trek-T-Shirt habe ich seid ich 13 bin 😉 – nicht zu vergessen der bereits erwähnte Schmuck aus Platinen und anderen elektronischen Bauteilen.

Ich kann den ganzen Tag und die halbe Nacht am Rechner verbringen und im Internet rumhängen – meistens passiert das wenn ich irgend etwas, das mich grade besonders fasziniert, recherchieren möchte (was in gewisserweise die früher regelmässigen Büchereigänge ersetzt hat) und „idealerweise“ gerade eh in einer sozialinkompatiblen Stimmung bin.

Ich ziehe jeden SciFi Streifen ohne mit der Wimper zu zucken absolut jeder Schnulze vor und bei Historienstreifen hab ich einenm höllischen Spaß dabei, jegliche historische Inkorrektheit der Klamotten ausfindig zu machen und mich darüber aufzuregen.
Und ich grüble gerade ob ich mein altes Fahrrad TARDIS-blau oder im Dalek-Design umlackieren soll.

Was mich dazu bringt daß ich zum Frühstück gerne eine Folge Classic Doctor Who schaue und ich mich neulich sehr geärgert habe, daß ich Patrick Throughton in einer Folge von „Die Zwei“ nicht erkannt habe oO

Und auch wenn Zockertum zu meinen nerdigen Eigenschaften eher nicht zählt, so sind gelegentliche Abende des Diablo-Spielens unter Pizza-Konsum im Netzwerk mit meinem Freund trotzdem ein ins Bild passendes Symptom 😉

Lange Rede, kurzer Sinn – das wäre dann mein persönliches Nerd-Bekenntnis.

Den Aufruf zu dieser Blogparade gibt es im Übrigen hier zu sehen, und gewinnen kann man auch was, nämlich einen Einkaufsgutschein beim Onlineshop für echte Nerds – getDigital.

17 Antworten zu “Mein Bekenntnis zum Nerdtum

  1. Ich war damals so mit absoluter 13 Star Wars-Nerd und wollte unbedingt Episode III verfilmen, ehe der Originalfilm im Kino laufen sollte. Also tat ich mich mit Gleichgesinnten zusammen und wir schrieben ein (völlig unrealisierbares) Drehbuch mit 99% Spezialeffekten, die damals (für Laien) nicht machbar gewesen wären und heute ebenso nicht. Die Mutter eines Freundes war Schneiderin und nähte mir die Kutte des Imperators, da ich diese Figur am liebsten mochte, da so böse und schwarz 🙂 Jedenfalls konnte sie das nicht besonders gutheißen, da sie sehr christlich geprägt ist, überall in der Wohnung hingen bei ihr Rosenkränze rum. Jedenfalls hatte sie bei dem „satanisch“ anmutenden Kapuzenmantel ein mulmiges Gefühl. Wir kauften uns sämtliche Revell-Raumschiff-Modelle, die wir in dem kleinen Comic-Laden in Karlsruhe abstauben konnten. Danach war jedenfalls nichts mehr vorhanden und bis heute gibt es keine Actionfiguren und Modelle von Star Wars mehr in diesem Geschäft. Wir drehten in der Musik- und Kunstschule unserer kleinen Stadt. Der große Theatersaal bot den Schauplatz für zahlreiche Szenerien. Da war einmal das Büro des obersten Kanzlers zu nennen (das wir später wie auch immer in Scharlachrot umfärben wollten), die Brücke eines Sternenzerstörers und das Plenum des galaktischen Senats. Draußen auf dem Parkplatz zwischen eingewachsenen Autos (die wir später virtuell entfernen wollten) drehten wir das Innere des Todessterns. Wir hatten an alles gedacht. Wir hatten ein Drehbuch, das Logikfehler enthielt, so wie es sich für einen Amateurfilm gehört, wir hatten erstklassige Darsteller, die es sogar schafften, den Text vom Drehbuch falsch und stockend abzulesen, und ein treues Team, das immer dann kam, wenn man es von ihm nicht erwartete und nie da war, wenn man es brauchte. Aber es hat einfach so viel Spaß gemacht. Wir waren damals so verdammt kranke Nerds. Ich habe diese Zeiten geliebt. In Erinnerung habe ich noch die Lichtschwertkämpfe mit angemalten Besen und das mündlich erzeugte Summen sowie mein faltiges Gesicht des Imperators, das ich mir aus 1 Liter Penatencreme gebastelt habe. Nicht zu vergessen, Yoda, der eine 6 cm große Actionfigur war, den wir weit vorne an die Kamera stellten, damit er einigermaßen realistisch groß war. So ein Trash, dass es schon wieder professionell war 🙂

    • Großartig! Solche nerdigen Jugenderinnerungen sind phantastisch 🙂 – wir hatten damals auch filmische Ambitionen, aber sind leider nie sehr weit damit gekommen. Ich hatte eine Kurzgeschichte von Dashiell Hammett zu einem Drehbuch umgeschrieben (ok, das war eher klassischer Film Noir) und ein völlig frei erfundenes Drehbuch über die Nöte einer Besatzung eines kleinen Raumschiffes, welches schlicht und ergreifend eine völlige Fehlkonstruktion war – das war entsprechend auch eher mit einer großen Portion schrägem Humors und nicht im Star Trek Universum angesiedelt.
      Am Weitesten kamen wir aber mit einem recht minimalistischen Stück das als Rahmenbedingung Spock und Kirk, bei einer Aussenmission in einem Minenschacht eingeschlossen hatte, während beide auf das Eintreffen des Rettungskommandos warteten, hatten beide dann genug Zeit in philosophische Gespräche über Logik und Emotionen zu verfallen – ein Richtiges Kammerspiel das wir mit unseren gnadenlosen Schauspieltalenten sicher auch schön versaut hätten 😀
      Das Grundgerüst des Drehbuches hatten wir aus einem Buch mit ST Classic Kurzgeschichten, meine Rolle war selbstredend Spock …

      Ich muss noch immer breit grinsen wenn ich an das Set und die Testaufnahmen zurückdenke – wir haben im Keller bei einer Freundin alles aufgebaut, ihr Vater hatte einen Baustoff-Handel, da lag genug rum. Wir klebten Styroporplatten mit doppelseitigem Klebeband an die Wand in ein Eck des Zimmers, dann kam eine großzügige Verkleidung aus grob verknittertem Packpapier da drüber, die Knitterfalten haben wir mit brauner Schuhfarbe rausgearbeitet, dann noch ein paar Metallteile drauf geklebt die sowas wie Stahlträger darstellen sollten, einen Tisch ins Eck geschoben und mit Tarnnetzen kaschiert – zur Garnierung noch großzügig dieses Verpackungs-Styroporzeug überall verteilt.
      Live sah es aus wie verknittertes Packpapier mit Schuhcreme ^^ aber die Aufnahmen haben uns verblüfft, das machte da wirklich fast den Eindruck von Gestein. Schade daß da nicht mehr draus wurde …

      Den Spaß würd ich mir heute aus reiner Nostalgie und Selbstironie aber gern nochmal gönnen. Ich bin zwar noch immer alles andere als ein Schauspieler und hasse Reden vor laufenden Kameras, aber da wärs mir wurscht mich mal gepflegt zum Affen zu machen 😀

      Aber ist irhgendwie cool daß ihr so viele Locations nutzen konntet, auch wenn bei euch ebenfalls nichts draus geworden ist – ich kann jedenfalls gut nachfühlen wie verdammt lustig das gewesen sein muss 😀

      • Genau darum ging es 🙂 Die besten Filme sind die, die nie hinhauen 🙂 Einmal, das war 2005, hatten wir ein weiteres Mammut-Projekt vor uns: Ein Film, der sich nahtlos in die Halloween-Reihe einfügen sollte – mit zwei Kontrahenten à la Freddy vs. Jason: Myers vs. Hellcatcher (zweiterer sollte irgendso ein ein Sensemann sein, der Michael in die Hölle bringen sollte). Zu sehen sollten megamäßige Kung-Fu-Szenen zwischen den beiden sein und vor allem viel Bluuuuut. Ich hatte einige Tage zuvor den in Deutschland indizierten Film Braindead (Ein alter Peter-Jackson-Zombiefilm) gesehen und wr total fasziniert wieviel Blödsinn innerhalb von 90 Minuten passieren kann. Natürlich wurde der Film wieder nichts, was sicher auch mit ungefähr vier Rollenwechseln eines Charakters innerhalb der Dreharbeiten zu tun hatte. Aber Spaß hat es auf jeden Fall gemacht. Meine Schulzeit habe ich damit sinnvoll genutzt, denn da konnte ich mich ja wenigstens austoben 🙂

      • Oh, das klingt auch nach einem immens witzigen Projekt 😉

        Ich geb zu, ich habe aktuell auch sogar etwas für filmische Umsetzung im Hinterstübchen, allerdings läuft das eher auf Performance-Kunst hinaus, ich hoffe aber daß es was wird, einen Kameramann hab ich bereits gefunden und ich hoffe ich kann den Winter nutzen das zugehörige Gewand, das auch wichtige funktionale Eigenschaften haben wird, durchzuplanen und idealerweise auch zu bauen (nähen kann man da nicht mehr ganz sagen, fürchte ich 😉 )

        An komischen Fanfilmchen würd mich aktuell was mit Doctor Who Bezug reizen, aber ich geb zu, ich bin da gerade so drin daß ich schlicht und ergreifend auf Mega-Fanmodus laufe *lach*

        Vor 3 Jahren habe ich aber auch mal an einem ernstzunehmenden Film mitgeholfen, war ein Jugendfilmprojekt mit Unterstützung von Profis. War sehr interessant zu sehen wie sowas gemacht wird. Würde aber, wenn ich bei sowas nochmal mitmachen würde, nicht mehr in die Garderoben-Abetilung wollen (es sei denn es geht explizit um Design und Anfertigung spezieller Kostüme – oder Klamotten für die einzelnen Charaktere zusammensuchen war auch durchaus ganz spaßig) – Garderobe am Set machen fiel mir teilweise etwas schwer da man den Schauspielern ziemlich am Bein kleben muss (wiederum ohne der Kamera im Weg zu sein) damit auch ja alles in jeder Szene sitz wo es hingehört und keine Fusseln und Flecken auf den Klamotten sind – das ist mir definitiv zu viel menschlicher Kontakt, besonders wenn man ohne Pause den ganzen Monat lang (nichtmal wochenends haben wir Pause gemacht) durch dreht.

    • *g* ich nehme das mal als Kompliment auf 😉

      Ja, Knoff Hoff – trauere ich noch immer irgendwie hinterher, in Zeiten wo man beim „Genuss“ von Galileo und Co am liebsten mit dem Hirnkastl auf die Tischplatte schlagen möchte sowieso …

  2. Was für ein schöner Einblick, den Du uns gewährst. Und du lockst alte Erinnerungen hervor. Eben musst ich an meine ersten Computererfahrungen denken, an einem Sinclair ZX81. Ob mein Sohn sich auch eines Tages an seine alte Hardware erinnern wird und dabei sentimental wird?

    • 🙂 bei so einem Thema musste ich mich selbstredend beteiligen … von meinem ersten Rechner habe ich sogar noch die RAM-Riegel – die könnte ich auch mal in ein nerdiges Accessoire verbasteln 😀

  3. Hach!

    Ich bekenne mich ebenfalls schuldig eine Geek, Nerd und Trekkie zu sein. Es begann in den frühen 80ern, als „Star Trek – Der Zorn des Khan“ in mein Leben trat. Ich war immer schon fasziniert von Science Fiction und hatte mich nach einigen erfolglosen Anfreundungsversuchen mit „Krieg der Sterne“ ganz klar für Star-Trek entschieden. Etwa zur selben Zeit entdeckte ich die Homecomputer für mich. Ganz zum Argwohn meiner Eltern. Da so ein C64 natürlich höllisch teuer war gab es erstmal keinen.
    So verbrachte ich 1 Jahr lang im örtlichen Supermarkt „Allkauf“ um mich an den dort ausgestellten Modellen zu versuchen. Schnell kamen Disketten hinzu, ein entsprechender Locher und viel Erfahrung. Wo ist Robert? Von 14:00 bis 18:30 im Supermarkt. Ich freundete mich dort sogar mit der zuständigen Fachverkäuferin an, die mich später auch dazu „nutzte“ interessierten Kunden das Gerät vorzuführen. So gab es schon mal ein Spiel oder ein 10er Pack Disketten umsonst. Später erwarb ich sogar meinen ersten eigenen Joystick, den legendären Competition Pro, den ich hütete wie meinen rechten Augapfel.

    Nach einem Jahr hatten meine Eltern die Schnauze voll. Sie kündigten an, mir einen Computer zu kaufen. Dafür würde es 2 Weihnachten und 2 Geburtstage nichts geben, schließlich stand knapp 1.600 DM zur Disposition (C128, Floppy 1571, Monitor, und diverses Zubehör). Die gute Nachricht: Ich bekam meinen Computer. DIe schlechte Nachricht: Meine Eltern hielten sich an ihre Ankündigung.

    Mir war es egal. Ich war seelig.

    Natürlich bin ich den Filme treu geblieben, verschlang die Serien und erweiterte den Horizont um alles das, was irgendwie im Weltraum stattfand. Meine erste Internetseite spricht Bände (irgendwo habe ich sie noch als Backup). Ihr Name? MHN, Trekkies werden wissen worum es geht 😉

    Hach!

    Ich glaube, ich muss ebenfalls einen Beitrag verfassen.

    • MHN – wie cool 😀 … die Ur-Version meiner Homepage hatte ein chices schwarz-grünes Design a la Matrix und hieß „The Alien Experience“ – nicht direkt als Anspielung auf einen bestimmten Film, sondern als indirekter Hinweis darauf daß ich immer schon das Gefühl hatte, auf dem falschen Planeten abgesetzt worden zu sein *g* – leider hab ich kein Backup mehr, bevor da was online gehen konnte, hat sich die Festplatte des Rechners auf dem ich das Teil gecoded hatte unrettbar verabschiedet – danach habe ich mir angewöhnt, alles mehrfach zu sichern.

      Star Wars habe ich auch vor Star Trek gesehen, letzteres hatte aber bei mir auch den weitaus nachhaltigeren Eindruck, obwohl meine erste Folge – „The Apple“ – jetzt nicht unbedingt zu den Herausragendsten zählt und Star Wars technisch natürlich um Längen besser war.
      Überhaupt, in den 90ern schienen viele Anhänger von Next Gen die Originalserie unter den Tisch kehren zu wollen, oft mit dem Argument der schlechten Effekte und der brüllbunten Ausstattung – ungerechtfertigt wie ich finde, denn was SciFi meiner Meinung nach auch so interessant macht ist, daß man recht schön heraus“lesen“ kann, in welchem Zeitgeist die Geschichten entstanden sind. Und auch wie sich das „Filme machen“ im Lauf der Zeit so verändert hat.

      Was Computerdinge angeht war das Thema auch bei mir ein langer Kampf mit Eltern, die haben lange nicht eingesehen welchen Sinn so ein Ding haben könnte, also musste ich warten bis ich 15 war, zusammengespart hatte ich mir das Ding weitestegehend selbst, davor bin ich regelmässig beim Nachbarn am Rechner gesessen (der noch dazu ein gleichgesinnter SciFi Fan war – da gabs auch immer genug Nachschub an Filmen und Büchern für den Rest der Woche), der hatte damals einen riesigen Bigtower – ich war sogar ein bisschen müffelig daß mein erster Rechner dann in einem mickrigen Miditower steckte *g* – überhaupt hatte der gute Mann der mir das Teil damals zusammenschraubte mich da unterschätzt, was dazu führte daß ich mich mit manueller Konfiguration der verdammten Noname-Soundkarte rumärgern durfte, bei fast jedem neuen Spiel wieder.

      Wie Du sagst – Hach – solche Erinnerungen sind toll zu lesen, ich finde auch Du solltest Dich mit einem Beitrag beteiligen 😉

  4. Argh, jetzt habe ich mir gerade wegen des Links in deinem Post das Star-Trek-Buch mit dem Uniformschnitt bestellt. Das wollte ich schon ewig haben!

    Meine Einstiegs-Nerd-Droge war ja tatsächlich TOS. Die lief als ich so ca. 11/12 war auf Sat1. Am Sonntag Vormittag gab es immer die erste Hälfte einer Folge, am Samstag darauf dann die zweite Hälfte. Später kam dann TNG dazu und danach nahm das „Unglück“ seinen unwiderruflichen Lauf. Als ich Ende der 90er für drei Wochen in die USA geflogen bin, habe ich meine Mutter genau instruiert, wann sie am Videorekorder die Kassette wechseln muss, damit ich keine Folge meiner geliebten SF-Serien verpasse. Einprogrammiert war natürlich alles schon im Voraus 🙂 Dafür habe ich mir in den USA auch gleich den gerade neu herausgekommenen remasterten Star Wars Film angesehen!

    Und die komischen Blicke der Bibliothekare beim Ausleihen von Büchern kommen mir auch sehr bekannt vor. Ich habe auch schon im Alter von 15/16 Jahren die Fernleihe benutzt und mich an Universitätsbibliotheken bedient. Aber wie du auch gesagt hast, das was die anderen Mädels so hauptsächlich interessiert hat, das war mir viel zu langweilig. Die hat aber auch nicht wirklich interessiert, womit ich mich beschäftigt habe. Quid pro quo also.

    Mittlerweile klebt an meinem Computer-Bildschirm in der Arbeit ein „kaiidth“ in vulkanischer Kaligraphie, den Tee trinke ich aus meiner Spock-„Illogical“ Tasse und an der Wand wird „Rock-paper-scissors-lizard-Spock“ als Problemlösungs-Strategie angepriesen. Mein DVD-Regal wird ganz eindeutig von SF-Filmen und Serien dominiert und mein neuestes WGT-Projekt ist von Spocks Meditationsrobe inspiriert.

    • *grins* das Buch lohnt sich aber wirklich, ich hab mein 3D-Schach auch im Wesentlichen nach den zeichnungen daraus gemacht und das Ding stchelt jeden Trekkie geradezu an, sich diverse Props nachzubasteln 😀 – ich glaub von meiner ganzen Star Trek Fachliteratur ist das Buch mein Liebstes …

      Ich erinner mich daß Classic auf Sat.1 lief, da bin ich dann auch dazu gekommen, in etwa gleiches Alter 😀 – der Rest kommt mir so vom Prinzip her bekannt vor. Ich hab auch noch meine alten Videobänder, nur am Abspielgerät mengelts inzwischen, ich denke auch wegen dem hohen Alter sind die eh fast nicht mehr anschaubar.

      Hach aber schön so viele gleichgesinnte Nerds im Bekanntenkreis zu haben, da fühlt man sich gleich noch wohler *g*

      Eine vulkanische Robe wollte ich auch schon lange mal haben, momentan bin ich aber zu sehr Who-Ifiziert, also gibts erst mal Time Lord Klamotten 😀 – bin gespannt was Du und Dany dann am WGT alles herrlich-nerdiges gezaubert haben werdet 😀 (eins meiner Time Lord Kleider wird dann auch mitkommen – wir sollten uns absprechen *g* )

  5. Pingback: Heldengalerie des Geektums Teil 1

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