Weils halt cool ausschaut … oder so.

Zugegeben, ziemlich fassungslos hatte ich für ein paar Sekunden wohl aus der Wäsche geschaut, als mich vor mehreren Wochen jemand fragte, ob ich das Shirt das ich an dem Tag anhatte, nur deshalb trug weil ich „den Style cool finde“ oder tatsächlich die zugehörige Band mochte.
Für mich war die Frage absurd – wie konnte man „sowas“ einen Menschen fragen, der zum angesprochenen Shirt Pikes, Pluderhosen und einen Samtblazer mit einer Sammlung von Buttons, die fast alle Motive von Musikgruppen aus der gleichen Ära zeigen, trug – in monochromem schwarz versteht sich.
Nachdem ich den Schock darüber überwunden hatte, war ich mehr angenehm erstaunt daß der gute Mann das Motiv identifizieren konnte – denn ausser der charakteristischen Graphik des „Unkown Pleasures“ Album von Joy Division befindet sich auf dem Teil kein Bandname oder sonstiger Text.

Das Eine oder Andere Mal noch schüttelte ich innerlich den Kopf über die Annahme, es gäbe tatsächlich Leute die sich sowas nur aus Modegründen an den Hintern hängen – und dann vergaß ich den Vorfall auch schon wieder.

Bis gestern.

Da blätterte eine meiner 20-jährigen Studienkolleginnen an der Modeschule in einem Mode-Magazin. Eher zufällig fiel mein Blick auf das Blatt – für Mode-Zeitschriften interessiere ich mich eher weniger. Klingt paradox in meinem Fall – zugegeben – aber mich hat die Frage nach dem was aktuell „trend“ ist in meinem ganzen Leben noch nie interessiert, und die Momente in denen man an der Schule dazu gezwungen ist, sich mal damit zu befassen waren mit der Prämisse „Ich muss den Scheiß den ich da entwerfe ja nicht anziehen“ dann meistens halbwegs erträglich. Manchmal sogar amüsant, zugegeben – meistens dann wenn man explizit vom Standard-Stil großer 08/15 Modeketten abweichen durfte um fröhlich vor sich hin zu spinnen – hauptsache die Trend-Farben stimmten …

Aber zurück zum Mode-Heftchen – beinahe hätte ich mich an meinem Tee verschluckt (schwarzer natürlich, ohne Zusätze *g*) als mein Blick auf ein Shirt mit besagtem Motiv fiel – die Graphen des Unknown Pleasures – Albumcovers, zusätzlich dazu darüber groß „JOY DIVISION“ gedruckt, und darunter der Albumtitel. Chic kombiniert dargestellt mit giftgrünem Beinkleid und einer dieser unsäglichen Weibchen-Handtaschen die eng in der Achselhöhle anliegen.
Gut, wer die Band geil findet und stilmässig einfach nicht die Reinkarnation des Ur-Gruftis ist – ist auch nichts dagegen einzuwenden, aber die Präsentation schien nicht groß darauf hinaus zu laufen, sich an tatsächliche Musikliebhaber zu richten, sondern mehr an das hippe Girl von Nebenan.

Ich bat um einen Blick auf das Magazin – aus Interesse an der Beschreibung, Preis und Hersteller. Ersteres verlor auch weiter kein Wort zu der Band, der Preis – stolze 42 Geld. Ich äusserte mich dahingehend, daß ich es recht daneben finde, sich im speziellen ein Bandshirt an den Hintern zu hängen, nur weil man das Motiv grad irgendwie „trendy“ findet – noch dazu da es sich hier um keine leicht verdauliche Partymucke handelt, sondern etwas was zumindest ein Mindestmaß an Beschäftigung damit erfordert.

Ein weiterer Blick auf den Artikel vonseiten meiner Kollegin – naja, das Motiv sei graphisch ja schon interessant – so gesehen mag das auch zutreffend sein, würde es sich hier um „nur“ Design handeln, aber das Motiv wurde durchaus mit Bedacht gewählt. Ich werfe aber mal ganz verallgemeinernd in den Raum, daß das trendy Girl von Nebenan nur sehr selten nachforschen wird, was es mit dem chicen Motiv auf ihrem Shirt so auf sich hat.

Der Trend mit Bandshirts von der Mode-Kette von Nebenan ist natürlich nichts Neues, vor 10 Jahren schon hingen in Pimkie und Orsay Oberteile mit Motiven durchaus bekannter Metal-Scheiben im Laden. Und auf den Strassen fand man Jungvolk, das oftmals sogar sehr erstaunt darüber war daß das „lustige Motiv“ da auf dem Oberteil ein Plattencover war – oh Schreck, sogar aus einer Musiksparte die man eigentlich garnicht mochte!
Damals fand ich das schon reichlich blöde, aber das Unknown Pleasures-Shirt im Sortiment einer Modekette zu finden, war ein leichter Schock – vielleicht gerade aus dem Grund weil man mit Motiv und zugehöriger Musik persönlich mehr verbindet als mit den Metal-Motiven die vor einer guten Dekade „in Mode“ kamen.

Der Hersteller des Shirts ist Urban Outfitters – hier neben einigen anderen Band-Motiven zu finden.
Die Firma richtet sich nach eigenen Angaben an Leute zwischen 18 und 30 , hauptsächlich den Typus des sogenannten „Hipsters“ ansprechend – zu dem Thema hat Robert auf seinem Blog – Spontis – schon ein paar treffende Zeilen verfasst.

Treibt die trendgerechte Vermarktung eines solchen Motives die Szene weiter in den wohlheraufbeschwörten Untergang? Ein Streit-Thema das keineswegs neu ist. Und ich denke das kann man aus verschiedener Sicht sehen – zum Einen gibts da den Schockmoment, eben sowas im Trend-Laden wiederzufinden, zum Anderen – es gibt auch genügend (Jung-)Schwarze die mit dem Motiv wohl wenig anzufangen wüssten und sich sehr subkulturell fühlen weil die Klamotten von einschlägigen „Szene“-Läden stammen – was ich weitaus kritischer sehe. Innerhalb der Szene werden genauso „Trends“ aufschnappen und vermarkten wie es die ganz normale Modeindustrie eben auch macht. Unter dem Strich kein großer Unterschied also – ob bunt oder schwarz, wenn nur „Mode“ zählt kann man beides getrost in einen Topf werfen. Da ist die „Szene“ auch ganz eindeutig im Mainstream angekommen – wie kürzlich Sat.1 in einer Reportage über das M’Era Luna fachkundig proklamierte – über die Qualität dieses Berichtes möchte ich mich an dieser Stelle aber nicht groß auslassen, das M’Era habe ich noch nie besucht da es mich auch noch nie groß interessiert hatte, daher fehlt mir die Grundlage zu bewerten ob das Dargestellte der Wahrheit entspricht oder wieder einmal überzogener Sensationsjournalismus ist – die Wahrheit dürfte irgendwo dazwischen liegen, denke ich, so oder so weckt es auch weniger das Interesse, der Geschichte tatsächlich einmal einen Besuch abzustatten – wobei ich auf der anderen Seite gestehen muss, daß ich die Möglichkeit hatte bei der angesprochenen Modenschau als Designer dabei zu sein. Widersprüchlich, zugegeben, aber ich sehe es mehr als das Gegenteil von Mainstream an, wenn Designer aus der Szene für eben diese arbeiten und liebevoll gestaltete Einzelstücke und Kleinserien anbieten, anstelle von Massenware die genauso industriell produziert wird wie die der großen und langweiligen Mode-Ketten – finde ich zumindest … aber das Thema wäre einen eigenen Artikel wert und deswegen lasse ich es an dieser Stelle auch dabei bleiben.

So oder so – ich interesiere mich für Trends und das was modemässig angesagt ist, immer noch nicht. Nur manche „Trends“ bekommt man eben mehr zu Gesicht als andere.

Wenn ich dann doch mal im Zuge einer Arbeit für die Aubildung in den „Trend-Büchern“ blättere, fällt stark auf wie 80er-lastig auch die „normale“ Mode ist. Mit beinahe allen Merkmalen die man in den beiden Dekaden danach so völlig scheußlich fand – Leggins, Neonfarben, wüste Drucke, Oversize-Hemden, verspielte Pastells die einen an romantische Teenie-Komödien aus den USA dieser Periode erinnern und einen innerlich erschauern lassen. Lediglich bei den Schulterpolstern scheint man dann doch die stilistische Schmerzgrenze nicht überschreiten zu wollen – aber wer weiß was noch kommt.

Immerhin kann man der Mode der „bunten“ Welt eine gute Seite abgewinnen – man könnte beispielsweise auch wieder mal ganz retromässig stilistischen Widerstand gegen diese knüllebunte Spaßgesellschaft leisten – am Besten mit einer guten Joy Division Scheibe im Ohr und der Gewissheit daß im eigenen Bandshirt, das mit Schereneinsatz und einigen – womöglich – krummen Nähten in Eigeninitiative in Wunschform gebracht wurde, mehr Aussage steckt als im fertig produzierten Shirt vom Trend-Hersteller welches tatsächlich nur wegen des „coolen Styles“ des Aufdruckes, gekauft wurde.

In diesem Sinne wandere ich jetzt auch wieder an meine eigene Nähmaschine …

14 Antworten zu “Weils halt cool ausschaut … oder so.

  1. So etwas liest man doch immer wieder gerne. Was den Unterhaltungswert angeht, nicht die Aussage des Beitrages. Denn je weiter ich las, desto deutlicher wurde eine Frage in meinem Schädel: Dürfen die das?
    Zugegeben, ich kenne mich in der Rechtslage der Modebranche nicht aus. Aber nach meinem Verständnis zählt das ganz klar unter der »eigennützigen Vermarktung von fremder geistiger Leistung« Und zumindest in meiner Branche würde ich dafür an den Pranger gestellt werden.

    • Berechtigte Frage – aber auch in der Modeindustrie ist die Rechtslage durchaus recht verschärft – so hat reine Sportartikel-Firma mal eine andere verklagt weil die Designerin – ohne sich dessen bewusst zu sein beim Entwerfen – die gleichen drei Streifen auf ihren Sachen verwendet hatte, welche typisch für genannte Sportartikel-Firma waren, und auch vor kleinen Handwerkern wird kaum Halt gemacht – da hat Wolfskin mal Massen-Abmahnungen rausgeschicht weil auf DaWanda selbstgestaltete Kleidung mit (in dem fall) Katzenpfoten angeboten wurden, welche nach Ansicht der Anwälte zu nah am Firmenlogo waren.
      Aber bei den Fällen ging es eher um Designelemente die sozusagen innerhalb der Branche geblieben sind – wie das mit Plattencovern aussieht – gute Frage, muss ich mal nachforschen gehen, aber sowas kommt wie gesagt ja schon nicht grade selten vor, entweder es ist irgend eine Lücke oder betreffende Modefirmen einigen sich in irgend einer Weise mit den Rechteinhabern – was wahrscheinlicher wäre.

      • Das Problem mit Logos und Elementen die Etabliertes assoziieren lassen, kenne ich zur Genüge. Je paranoider man dahingehend beim entwerfen wird, desto besser. Und man wird dahingehend paranoid werden.

        Ich schätze auch, dass es dabei zu einer vorhergehenden Verständigung gekommen ist. Wobei ich denen auch einen sorgloseren Umgang zutrauen würde.

        Etwas weiß ich allerdings aus vergangenen ebay-Tagen. Damals malte ich bekannte Motive auf Oberteile, um diese dann verkaufen zu können. Vornehmlich Hommagen von bekannten Comicfiguren; von Disney bis Emily Strange.
        Dieses werte allerdings nicht lange. Denn einerseits stand die investierte Arbeit nicht im Verhältnis zum erzielten Preis und zweitens begab man sich schon dabei auf rechtliches Glatteis.
        Gut, bei solchen geschützten Marken wie Emily Strange ist das verständlich. Dieses blieb ohnehin nur in der Privatsammlung. Aber selbst wenn man Disneys Cheshire Cat oder Jack Skellington auf den Stoff gezirkelt hatte und dann verkaufte, galt das laut oberflächlicher Recherche schon als Urheberrechtsverletzung.
        Daher wäre es interessant zu wissen, wie der Sachverhalt wirklich ist. Deine Ausbilder sollten es ja wissen. 😉

      • Besser ist Paranoia in dem Bereich auf jeden Fall – das kann im schlimmsten fall auch hässlich ausgehen, besonders wenn man sich da mit richtig großen Firmen anlegt. Und manchmal ist es sogar schon arg abstrus auf was manche Abmahnanwälte teilweise losgehen – nach der Pfotenabdruck-Geschichte hat eine meiner Kurzwaren-Shopbetreiber sicherheitshalber sogar eine Borte mit Pfotenmotiv aus dem Angebot genommen um auf Nummer sicher zu gehen.

        Wie das bei Band-Motoiven aussieht – kommt wohl sicher auch auf die „Größe“ der Band an, bei einem Michael Jackson Motiv wäre ich mir fast sicher daß die Hinterbliebenen da schnell auf dem Plan sind, sofern sowas dann ohne Übereinkunft abgedruckt wird – die aktuellen Rechteinhaber der Joy Division-Werke dürften es mit dem Überblick wohl etwas schwerer haben … ich werd mich nächste Woche mal durchfragen ob mir jemand da genaueres erzählen kann wie das mit solchen Motiven aussieht, ist generell auch gar nicht so uninteressant ….

  2. Schöner Bericht, hat mich teilweise sehr zum Schmunzeln gebracht 😉 Interessant, was sich die Modeindustrie so untern den Nagel reißt. Bin gespannt, vielleicht verfasst du ja nochmal einen Artikel zum Thema Massenware und Einzelstücke 🙂

    • Freut mich zu lesen 🙂

      Zum Thema Massenware versus Einzelstücke kann man Bände schreiben, das Thema wird sicher immer wieder mal mit einfließen wenn ich über Textiles schreiben werden, aber als Thema für einen alleinigen Artikel ist es mir zu umfangreich – letztenendes habe ich aus solchen Überlegugen vor 12 Jahren angefangen, Geschäfte zu meiden und selbst zu nähen.

  3. Schöner Artikel… ach ja, ich habe vorgestern verdutzt geschaut, als ich einen gewissen jungen Mann in einem Bauhaus-Shirt rumlaufen sah, das eindeutig mit Strasssteinen und einem glitzernden Armani-Schriftzug darauf geschmückt war. Wo die dieses Motiv nur aufgetrieben haben?

    • Uh, mit Strassteinchen? OK, das ist wirklich *richtig* übel. Das meiner Meinung nach ärgerlichste an sowas ist daß Mode-Konsumenten ja eher selten davon ausgehen daß das coole Design auf dem Shirt irgend was aussagt ausser daß es „cooles Design“ ist.
      Von Designerseite her kann ich mir vorstellen daß der Verantwortliche die Band eben kennt – wenn nicht sogar irgendwie auch selbst mag – und deswegen das Ganze aufnimmt. Wobei ich das auch ziemlich dusselig finde. Oder man kramte im Sinne des stilistischen 80er-Revivals, das ich im Artikel ja auch angesprochen habe, mal wahllos in alten Bandcovern um diese dann weiterzuverwursten.

      • Und derzeit ist bei H&M großer Bandshirt-Rausverkauf… nun nicht unbedingt im schwarzen Sektor, aber dämlich finde ich es schon, dass sich Kleinkinder irgendwelche Shirts mit Bandnamen kaufen, nur weil ihnen das Motiv gefällt, aber sie die Band nicht mal kennen. Nirvana und AC/DC sind immer wieder gerne zum plakatieren gedacht. Ich persönlich mochte beide Bands nie 🙂 Aber Bauhaus klingt mir sehr exotisch. Da muss der Designer ein Insider gewesen sein.

      • Komisch, ich war heut zufällig mal wieder seid gefühlten Jahrtausenden bei dem Laden, aber ich hab den Klamotten offengestanden keine große Aufmerksamkeit geschenkt – die Klimperkramabteilung ist interessanter, wer weiß was man an verbastelbarem Zeug da finden kann 😀
        Wenn ichs die Tage nochmal in die Innenstadt schaffe muss ich mich den Textilien wohl mal genauer widmen, wenn auch nur zu wissenschaftlichen Nachforschungen 😉

        Wie schon gesagt – möglich daß der Designer Musikgeschmack hatte, aber ich muss gestehen, wenn ich für so nen Laden entwerfen müsste, ich würd *meine* Musik für sowas nicht verraten. Natürlich bleiben die Beweggründe der Designer im Unklaren, bis hier einer aufschlägt und dazu was sagt (was eher wenig wahrscheinlich ist, fänd ich aber interessant) – trotzdem, nachforschen ist heutzutage leichter denn jeh, stilistische Anleihen aus der Goth-Szene sind in der aktuellen Mode auch ein Thema (hab die Stil-Bücher gesehen die das im weitesten Sinne *vorgeben* – auf dem Laufsteg ist das kreative Umsetzung, 08/15 Marken lutschen das aus bis um umkippen) – da muss nur wer ein paar Bandnamen auf Wikipedia gelesen haben zum Thema – und schon hat man Joy Division und Bauhaus im Normalo-Laden hängen.

      • Ja, das stimmt leider… und durch sowas geht das letzte Bisschen Mystik verloren… wobei ich aber auch manchmal meine Bedenken habe, was szeneinterne „Trends“ angeht. Dieses Jahr ist Batcave ganz groß. Ich habe auf dem M’era Luna mindestends zwanzig gleiche Alien-Sex-Fiend-Shirts rumlaufen sehen, nebst Bauhaus und Siouxsie. Ich habe mir mein Bauhaus-Shirt selbst gebastelt, weil ich irgendwie keine besondere Lust hatte, genau das gleiche wie alle anderen zu tragen… Nenn mich oberflächlich… aber wenn alle das gleiche Shirt haben, ist mir das zu uniform und wirkt auf mich eher wie eine Abi-Feier als ein alternatives Festival 🙂

      • Oh, ich bin der letzte der den Wunsch nach was Besonderem im Klamottenbereich als Oberflächlich bezeichnen würde 😉 – ich betreib das seid fast 20 Jahren jetzt schon so, Klamotten können als Ausdrucksmittel eine sehr tiefgreifende (persönliche) Symbolik haben.

        Nunja, szeneinterne Trends gibt es auch schon sehr lange. Ich behaupte mal, seid sich diverse nicht grad kleine schwarze Klamottenläden-Ketten etabliert haben. Was da im Bereich Angebot und Nachfrage abläuft unterscheidet sich eigentlich nicht von dem der stinkormalen Modeindustrie.
        Und das zeichnet sich natürlich auch bei den Konsumenten ab. Geht sogar soweit daß besagte Konsumopfer sich genauso über die Marken der Stangenklamotten definieren wie der handelsübliche Buntie (bewusst verallgemeinernd ausgedrückt, versteht sich). Mir hat so ein Wicht sogar schonmal an den Kopf geworfen, daß ich ja nur deswegen nähe weil ich mir das Zeug nicht leisten könne. Sowas kann ich als Grufti nicht für voll nehmen.

      • Ne, dass man sich in der dunklen Szene über teuere Klamotten definiert, passt auch irgendwie nicht in meine Vorstellung zu Gothic 🙂 ich meine, ich persönlich bin zwar nicht besonders erfahren im Schneidern… aber dann sucht man sich doch jemanden aus dem Bekanntenkreis und lässt sich was „maßschneidern“. Das ist immer noch persönlicher als die Gruftklamotten im Komplett-Outfit von der Stange zu kaufen… naja, bei einzelnen Stücken kann man ja eine Ausnahme machen und sie individuell mit anderen Sachen kombinieren. Aber wenn alle mit den immer gleichen Korsetts, den gleichen Stiefeln usw. herumlaufen, wirkt das ganze ja ein wenig uniformell. Wobei ich da eine Ausnahme mache: Bei Pikes drücke ich beide Augen zu, weil die Schuhe meiner Meinung nach einfach wahnsinnig toll sind. Leider habe ich nur welche ohne Schnallen gefunden, das sind dann eher extrem spitze Chelsea-Boots, aber sie haben exakt die gleiche Form. Meinst du, man kann solche Schnallen selbst anbringen und wenn ja, was für Schnallen kann man dafür benutzen?

      • Klar kann man nicht erwarten daß jeder Schwarzkittel des Schneiderns mächtig ist – ist ja auch eine Interessen- und Talentfrage (wobei ich der Meinung bin daß Nähen allein reine Übungssache ist, das Talent zeigt sich eher bei Entwurf und Stilgefühl – aber das ist ein anderes Kapitel 😉 – und ich versteh auch daß manche den Nerv einfach dazu nicht haben, man muss ein Mindestmaß an Geduld mitbringen und in Kauf nehmen daß gelegentlich ein Teil aus Wut quer durch den Raum fliegt :P) – man kann mit vielen Mitteln seinen Kleiderschrank ganz individuell umsetzen, egal ob man dem Shirt mit der Schere zu Leib rückt, Zeug draufnäht, Sachen umfärbt … und auch wenn ich bei meiner Arbeit schon recht penibel bin, ich sehe an Anderen lieber etwas was viellicht etwas unperfekt zusammengenäht oder verschönert ist als 08/15 – das hat doch mehr Charme und Charakter. Ich denke, jeder mit einem Minimum an Kreativität findet seine eigenen Wege, hie und da mal Hand anzulegen – wie mit allem ist es so daß gerade Nichtwissen interessante neue Ideen zustande bringen kann. Das ist doch genau des Punkes Kern 😉

        Meine ersten „Pikes“ waren auch keine Originale, verblüffenderweise stand da damals im Regal einer weit verbreiteten Billigschuh-Kette ein Paar rum das exakt die Pikes-Form hatte, nur auch ohne die vielen Schnallen. Dafür waren diese Einzelstücke genau meine Größe – müssen auf mich gewartet haben 😉 – aber ich gebe Dir Recht, auf Pikes lasse ich auch nichts kommen, ich hab die, wenn das Wetter passt – fast täglich an, eben weil sie bequem sind und einfach ein Statement. Ich habe Deinen Kommentar auf Roberts Blog schon gelesen, vonwegen des Cybers der Dich seltsam angeschaut hatte. Ich kenn solche Situationen durchaus auch. Mit Pikes können viele Jungspünder kaum was anfangen, besonders wenns die Neon – oder Modefraktion ist.
        Aber die Zahl derer die dieses Kult-Schuhwerk schätzen, nimmt auch wieder zu. Seid etwa 2-3 Jahren würde ich sagen.

        Zu Deiner Schnallen-Frage: selbst ranmachen ist bei Leder etwas schwierig da man besonderes Werkzeug braucht. Man muss zB für die Nähte die Löcher vorstechen und auch ganz anders nähen. Es gibt spezielle Nadeln dafür und man sollte sich ein wenig in Leder-Verarbeitung einlesen. Vielleicht mal den ansässigen Schuster fragen deswegen – ich denke in Anbetracht des Aufwandes wärs das Geld schon wert, und schaut dann auch ordentlicher aus (ja, auch wenn ich mir da ausnahmsweise widerspreche 😉 )

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