WGT 2010 – eine Nachlese

Und schon ist es wieder vorbei. Jedes Jahr scheinen die vier Tage des WGT schneller vorbei zu gehen. Und in jedem Jahr schlaucht die Geschichte ein bisschen mehr, zum Glück bin ich nach 12 Stunden durchschlafen und anständigem Frühstück wieder halbwegs ansprechbar gewesen. Auch wenn die Füße noch ein wenig länger brauchten bis sie wieder voll einsatzbereit sein wollen.

Ein wenig gedämpft war die Stimmung heuer leider, das richtige WGT-Feeling kam leider auch erst am Montag auf, und ausgerechnet bei den letzten Gläsern Bowle und der Blauen Stunde, die dafür wieder einmal absolut großartig war. Doch auch trotz einiger widriger Umstände bleibt auch dieses WGT eins der absoluten Höhepunkte des Jahres.
Was Konzerte angeht bin ich auch heuer nicht über zwei an der Zahl hinaus gekommen, obwohl ich mir eigentlich doch einige vorgenommen hatte, irgendwie läuft es bei mir zunehmend auf den Treffen-Aspekt der ganzen Sache heraus, und in dieser Hinsicht kann ich mich nicht beschweren, den ich habe wirklich viele alte und neue Bekannte und Freunde wieder getroffen oder überhaupt erst live sehen können. Und all denen gilt mein Dank für die schöne Zeit.

Los ging es gen Donnerstag, den 20. Mai, am Vormittag. Nach den letzten Jahren in denen wir am Freitag erst hochgefahren sind, war das so gleich ein ganzes Stück entspannter, da wir gemütlich auspacken konnten, Essen einkaufen sowie Bändchen holen. Natürlich sind wir bei letzterem am Hauptbahnhof gleich mal in die ersten Bekannten gerauscht, und konnten uns beim Unterhalten gleich mal die Wartezeit in der Schlange vertreiben.
Abends ging es dann ins Cafe Puschkin, wo wir uns bereits mit anderen Bekannten verabredet hatten. Und so ließen wir den ersten Abend ganz entspannt ausklingen bevor es an die doch recht anstrengenden WGT-Tage ging.

Invalidenkommando, Alwa und Eissenbeisser im Cafe Puschkin

Der Freitag startete dann erstmal mit dem victorianischen Picknick, das dieses Jahr nicht mehr auf der Wiese vor dem Parkschlösschen stattfand, sondern in den Clara-Zetkin-Park verlegt wurde. Wie erwartet wuchs die Teilnehmeranzahl auch heuer auf ein recht unbersichtliches Maß heran, unter die sich auch wieder diverse Photographen mischten die entweder im Auftrag verschiedener Magazine und Zeitungen unterwegs waren, nach sensationellen Bildmotiven suchten oder eben auch nur fürs private Vergügen Bilder machten. So wurde man immer wieder aus dem Gespräch mit Bekannten herausgerissen. Entsprechend war von Picknick recht wenig übrig, ich zumindest wollte heuer möglichst keinen übersehen und war in den 3-4 Stunden in denen wir anwesend waren fast nur am Rumlaufen, Leute suchen und in Objektive schauen.

Die Entschädigung dafür waren einige sehr nette Gespräche mit altbekannten und neubekannten Herrschaften, auch wenn diese mitunter etwas kurz ausfielen – zwei Picknickdecken weiter tauchte meist schon der oder die nächste auf.

Danach machten wir einen kurzen Abstecher zur Agra, für den ersten Becher Erdbeerbowle des WGTs. Da gab es dann auch schon den ersten Schreckmoment als ich nach einem schiefen Blick auf die Uhr befürchtete, das Konzert von Attrition verpasst zu haben – ein Glück daß dem nicht so war.
So schafften wir es noch rechtzeitig ins Schauspielhaus, welches sowieso meine Lieblings-Konzertlokalität ist, allerdings je nach Band durch die begrenzten Sitzplätze sehr überlaufen. Wir hatten Glück, wir kamen problemlos hinein, und auch das Konzert war mit vielleicht der Hälfte der zur Verfügung stehenden Sitzplätze eher schlecht besucht. Was das Konzert selbst angeht – da wird es einen gesonderten Artikel geben.

Der Abend-Ausklang war dann die erste von insgesamt drei Neoromantik-Parties die auch heuer im Spiegelzelt an der Kongresshalle stattfanden. Den Freitag bestritten heuer Zinsi und Spinne, doch leider muss ich sagen daß ich die Musikauswahl bis auf ein paar lichte Momente wenig gelungen fand.
Dafür hat es mich gefreut an dem Abend bereits Robert von Spontis-Blog kennenzulernen, ein Treffen war eh geplant, glücklicherweise lies er sich nebst Freundin in den Spiegelpalast lotsen, und so konnten wir dort bereits ein paar Worte wechseln.

Am Samstag ging es – wie jedes WGT – erstmal in den Schillerpark unweit der Moritzbastei, zum Treffen des Natron und Soda-Forums. Ich hatte eigentlich nicht vor hinzugehen, nachdem mich Franky noch gefragt habe ob ich da sein werde, hab ich mich dann doch dazu hinreißen lassen. Letztenendes habe ich mich dann wieder ganz gut unterhalten und nochmal ein paar Leute in real kennengelernt, unter anderem einen weiteren Photographen-Bekannten mit dem ich bislang auch nur übers Netz Kontakt hatte – dem NeuroGrapher.
Franky schreibt im übrigen für den Festivalhopper, und natürlich auch vom heurigen WGT sind wieder ein paar Bilder von ihm dabei – der geneigte Leser möge mir verzeihen daß ich mich ausnahmsweise hier auch in Pose geworfen habe 😉 beim Franky hatte ich da einfach nicht so die Skrupel 😉
Das Treffen endete dann in einem recht nerdigen Gespräch mit dem wahrscheinlich einzigen Programmierer der sich auf diesem Nähtanten-Treffen herumtrieb – aber vielleicht „riecht“ man das ja irgendwie *g*

Nach dem Forums-Treffen war ich nochmal mit Robert verabredet, der für seinen Blog ein „Interview“ machen wollte, das sich als recht angeregtes und interessantes Gespräch entwickelte. Ich denke, über manche Themen hätten wir noch weit länger reden können, umso mehr bin ich gespannt was aus der ganze Geschichte wird, und welches Lesefutter er uns in der nächsten Zeit so präsentiert.

Danach versuchte ich in der Moritzbastei Alwa und die von Übels wiederzufinden, doch die waren schon gen Agra unterwegs, umso dankbarer bin ich Gomizugami-Sama fürs Aufsammeln an der Moritzbastei.
Allerdings war ich am Überlegen, mir Roman Rain in der MB anzusehen, wenn ich schonmal da war. Musikalisch muss ich zwar zugeben daß mir nur wenige Stücke die ich bisher gehört habe, zusagen, allerdings wäre ich neugierig gewesen diesen doch optisch sehr markanten Menschen mal live zu sehen.
Ein paar liebe Bekannte die ich an der Moritzbastei noch getroffen habe meinten später daß das Konzert tatsächlich recht gut gewesen sein muss.

Auf dem Markt der Moritzbastein habe ich dann noch eine grandios riesige Strasstiara ergattert, die preislich auch ein ziemliches Schnäppchen war.
Danach habe ich erstmal auf Gomi, Dani und Gala gewartet, inzwischen wurde es richtig frisch und zu allem Überfluss habe ich dann noch meine Lieblingsfeder, die ich in der Frisur hatte, verloren *hmpf*
Zu meiner Überraschung streckte mir dann plötzlich ein Kamerateam die Linse ins Gesicht und bat mich um Beantwortung von ein paar Fragen. Zum Glück handelte es sich um einen Leipziger Sender, sonst wäre ich wohl wirklich geflüchtet, und sie hatten dazu noch den Überaschungseffekt auf ihrer Seite, da ich da einfach nur so saß, fror und auf meine Freunde wartend gedanklich an ganz anderen Stellen steckte.
Ich bin letztenendes aber dennoch recht erleichtert daß ich dann im fertigen Beitrag des Leipzig Fernsehens nicht auftauchte. Reden vor Kameras ist dann nicht grade meine Spezialität.

Zum Glück kamen kurz darauf meine Mädels an, und wir suchten uns in der Stadt ein Eiskaffee um was zu trinken und mal die Füße stillhalten zu können. Der Kellner im Cafe war ganz angetan von der Horde Reifrockmädels, und so konnten wir uns wirklich nicht über den Service beschweren *lach* – die Leipziger sind einfach toll, und das macht einen guten Teil der ganz besonderen WGT-Stimmung aus, wie ich finde.
Auch zwei jüngere Damen die sich vor dem cafe niedergelassen hatten, haben uns angesprochen, und in dem kleinen Gespräch sind sicher wieder ein paar Vorurteile abgebaut worden. Danke im Allgemeinen auch an die Leipziger, denn egal ob jung oder alt, alle Kontaktaufnahmen bisher waren toll, die Leute immer freundlich und interessiert.

Vor der zweiten Dunkelromantischen Tanznacht wollten wir noch einen schnellen Abstecher in die Agra machen, ein Glas Bowle schnappen und kurz durch die Verkaufsstände schlendern. Dabei kam es zu der herrlichen Situation, als die Gäste eines gut besetzten Strassencafes mit ansehen durften wie sich 4 Reifrockdamen (naja, – zwei Reifröcke, eine Tournüre und ein großes Panier in einen kleinen Fiat Seicento pressten – die ungläubigen bis staunenden Gesichter vergesse ich nicht zu schnell *g*)
Doch auf der Agra kamen wir nicht weit, da mich nach ein paar Metern eine Photographin erwischte, die mir dann noch von einem ihrer Photoprojekte erzählte. Da mir das Konzept das sie mir unterbreitete sehr gut gefiel, willigte ich natürlich ein da mitzumachen. Sobald es soweit ist, berichte ich näheres darüber, es wird jedenfalls für einen Bildband sein mit einem Konzept das mich einfach voll und ganz begeistert hat.

Leider verlief die Fahrt zum Spiegelpalast danach nicht ganz reibungslos, denn ein ziemlich tiefes Schlagloch in der Strasse machte uns einen Strich durch die Rechnung, sodaß wir bei recht frisch gewordenen Temperaturen noch auf den ADAC warten mussten. Glücklicherweise handelte es sich lediglich um eine Kerbe in der Felge, die die scharfe Kante des Schlagloches verursacht hatte, und nichts schlimmeres.
Ärgerlich war es eben dennoch, und so kamen wir erst gegen 01:00 Uhr am Spiegelpalast an, allesamt schon entnervt, was sich zum Glück schnell löste bei Musik und Stimmung der Tanznacht. Auch wenn am zweiten Abend die Musikauswahl meiner persönlichen Meinung nach ein wenig mehr Schwung hätte vertragen können.

Soviel für heute. Da ich bereits wieder einen halben Roman habe, verlege ich den zweiten Teil auf später. Da wird es dann auch ein wneig mehr Bilderfutter geben, ich bin noch nicht durch meine durch – auch wenn es eher wenige sind – manche müssen noch Begegnung mit Photoshop machen, da mir die DSLR fürs WGT eindeutig zu unhandlich ist. Gibt da eh genug Leute mit größeren Kameras …

Als Entschädigung derweil gibt es das WGT-Video von Novembersturm vom heurigen Jahr:

2 Antworten zu “WGT 2010 – eine Nachlese

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